Ewan Morrison

 4.4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Nina X, Swinger und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ewan Morrison

Ewan Morrison, geboren 1968, ist ein mehrfach ausgezeichneter schottischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Essayist. Eine unverkennbare Stimme in der britischen Literatur. Jurymitglied des Booker Prize Stuart Kelly bezeichnet ihn als »sprachgewandtesten und intelligentesten schottischen Schriftsteller seiner Generation«. Er ist der Autor von Tales From The Mall, der Trilogie Swung (Swinger, dt. C. Bertelsmann 2008), Distance und Ménage, des Romans Close Your Eyes und der Sammlung The Last Book You Read and Other Stories. 2006 war er Writer in Residence der UNESCO Edinburgh City of Literature in Varuna. Morrison ist als »Provokateur« in seinen öffentlichen Reden und journalistischen Arbeiten bekannt. Viele seiner Artikel sind in den führenden Zeitungen Großbritanniens, Italiens und Deutschlands erschienen. Morrisons Essays sind dafür bekannt, sich rasend schnell zu verbreiten. Nina X ist sein siebtes und ambitioniertestes Buch. # Christian Lux, geboren 1978 in Essen, studierte Buchwissenschaft und Literatur, danach Herausgeber, Übersetzer und Verleger. Seit Jahren betätigt er sich als Vermittler angloamerikanischer Literatur.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ewan Morrison

Cover des Buches Nina X (ISBN:9783737411219)

Nina X

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Erschienen am 11.10.2019
Cover des Buches Swinger (ISBN:9783442471508)

Swinger

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Erschienen am 08.12.2009
Cover des Buches Swung (ISBN:9780099501732)

Swung

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Erschienen am 05.06.2008
Cover des Buches Distance (ISBN:9780099520535)

Distance

 (0)
Erschienen am 04.06.2009
Cover des Buches Close Your Eyes (ISBN:9780099565758)

Close Your Eyes

 (0)
Erschienen am 01.08.2013
Cover des Buches Menage (ISBN:9780099520726)

Menage

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Erschienen am 01.07.2010

Neue Rezensionen zu Ewan Morrison

Neu

Rezension zu "Nina X" von Ewan Morrison

eine wirklich erschreckende und spannende Geschichte
Waldschratvor 2 Monaten

„Nina X“ ist ein außergewöhnlicher Roman, über eine außergewöhnliche junge Frau. Denn Nina durfte kein normales Leben führen und nicht aufwachsen, wie viele andere Kinder es tun. Sicherheit und Geborgenheit kannte sie nicht. Sie hatte keinen Mutter und keinen Vater. Und keinen Namen.

In einem kleinen Haus in London lebt eine kommunistisch-maoistische Sekte und startet mit der kleinen Nina ein ganz besonderes Projekt: sie soll von Kapitalismus, Neid und Besitzdenken fern gehalten werden. Sie soll zu einem „besseren Menschen“ heranwachsen, ohne die Lügengeschichten und ohne Unterdrückung. Also hat sie keinen Namen – man nennt sie „Das Projekt“, sie darf nicht „ich“ oder „mir“ sagen und hat nichts, was ihr gehört. Keine Spielsachen, keine Accessoires, nicht einmal feminin riechende Badeseife. Denn durch Besitz entstehen Neid und Unterdrückung. Sie wird weitestgehend geschlechtsneutral erzogen, denn Frauen können leicht unterdrückt werden. So ist die Monatsblutung Bestandteil der weiblichen Unterdrückung, wie auch schöne Sachen oder Absatzschuhe – nur Sklaven tragen so etwas.

Das Projekt wächst in Furcht auf – draußen warten Krieg, Unterdrückung und Gefahr. Das Projekt kennt die Welt jenseits dieses Hauses nicht. Es hat Angst vor Autos, vor Strahlung, vor Polizisten und vor Einsamkeit.

Das Buch ist aus Ninas Sicht erzählt, denn sie musste immer Tagebuch schreiben, was von den Erwachsenen gelesen und zensiert wurde. Nina war 28 Jahre lang eine Gefangene und aus den Seiten geht eine ganz erschreckende Geschichte hervor. Das Buch besteht aus vielen Tagebucheinträgen in ganz verschiedenen Zeitebenen und so erlebt der Leser Nina auch, als sie der Sekte entkommt – doch die Freiheit ist für Nina nur eine weitere Qual. Sie weiß nicht, wie sie sich ernähren soll, traut sich nicht auf die Straße, ihre Empathie ist völlig verkümmert und sie versagt in sozialen Situationen. Wirklich erschreckend!

Dieses Buch ging mir absolut an die Nieren. Nina, das Projekt X, wurde bar jeder Menschenrechte erzogen und sie tat mir unendlich leid. Umso spannender fand ich es, nach und nach herauszufinden, wie es ihr in der Vergangenheit ergangen ist und ob sie die Gegenwart in Freiheit irgendwie meistern kann. Das Ende hat mich wirklich überrascht und ich war trotz aller Grausamkeiten wirklich zufrieden mit damit.

As Schlimme ist jedoch, dass sich andere Geschichten in Wirklichkeit ähnlich zugetragen haben. Kinder, die in Sekten aufgewachsen sind und im Sinne eines verqueren Weltbildes erzogen wurden. Absolut gruselig, wenn ihr mich fragt!

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Rezension zu "Nina X" von Ewan Morrison

Nicht einfach - hat aber eine Sogwirkung, wenn man drin ist...
Claudia_Reinländervor 2 Monaten

Klappentext:

Nina hat das kleine Haus in London nie verlassen. Sie hat nie win anders Kind getroffen. Sie hat keine Mutter und keinen Vater; sie hat Genosse Chen und die Genossinnen Uma, Jen, Ruth und Zara. Die Genossen nennen sie Das Projekt; sie wird von den >>falschen Göttern des Kapitalismus<< und vom >>Kult um das Ich und das Selbst<< ferngehalten, um zu einer besseren Art Mensch heranzuwachsen. Man verlangt von ihr, Berichte zu schreiben, um ihre Gedanken zu kontrollieren, und zwingt sie, die Einträge so lange zu überarbeiten und umzuschreiben, bis sie den Idealen des Kollektives entsprechen. Ihre eigenen Worte werden ausradiert, wieder und wieder...

Doch das war damals. Jetzt ist Nina in Freiheit, und alle Regeln haben sich verändert. Aber trotzdem ergibt die Welt immer noch keinen Sinn...

Cover:

Das Cover ist relativ einfach gehalten, sorgt aber dafür für aufsehen. Der Titel ist besonders groß geschrieben im X erkennt man eine Stadt wieder und in Nina ist en wunderschöner Himmel verewigt. Der restliche Hintergrund ist komplett weiß.

Meinung:

Der Schreibstil ist anders als die meisten. Es ist fast wie eine Art Tagebuch der Hauptprotagonistin meist in der dritten Person, als Nina, das Projekt. Doch wechselt dies auch und die ständigen Wechsel zwischen damals in der Kommune und jetzt in der Freiheit, machen es einerseits spannender, aber zu Beginn ist dies etwas verwirrend. 

Noch dazu werden einige Wörter unterdrückt bzw. sind verblasst, wie ausradiert geschrieben. Was sich aber auch erst nach und nach erklärt.

Nina ist in einer ganz anderer Welt aufgewachsen. Sie lebt 28 Jahre lang eingesperrt in eine Kommune und wird dort als Projekt aufgezogen, um den "Ungläubigen" zu beweisen, dass nur der Glaube, das Leben und die Erziehung der Kommune das einzig Richtige und Wahre ist. Doch es gelingt ihr zu fliehen. Aber in der realen Welt ist es auch nicht so einfach für sie, da sie es nicht kennt und auch nicht weiß, wie man mit "sich selbst" klarkommt. Sie hat dies nie gelernt und auch viele kleine Dinge des Alltags werden für sie zu einer Tortour und eine Art Hindernisslauf, da sie vieles nicht kennt und nie kennen gelernt hat.

Zu viel vom Inhalt möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten. Das Buch ist spannend und zieht einen regelrecht in seinen Bann.

Auch wenn es nicht immer leicht war, so konnte ich doch sehr gut mit Nina mitempfinden und ihre Gefühle und Emotionen teilen. Ihre Wut, Ängste, Hass und Traurigkeit wurden sehr gut transportiert. Man erlebt ein großes Spektrum der Gefühle von Mitgefühl, über Trauer, bis hin zu Hilflosigkeit. Aber man erlebt auch sehr schöne und lustige Momente, wenn sie z.B. versucht sich in der neuen Welt, ihrer Freiheit, zurecht zu finden und mit einfachen alltäglichen Gegenständen und Situationen versucht klarzukommen. Da gab es schon die eine oder andere humorvolle Situation, bei der man so manchen Schmunzler und Lacher nicht unterdrücken konnte.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist sehr emotional und keine einfache Kost, doch es hinterlässt seine Nachwirkung. Man hat noch lange etwas zum Nachdenken und es geht einem sehr nah und unter die Haut. Mich hat das Buch sehr berührt, teils auch schockiert, aber auch sehr gut unterhalten. 

Es ist emotional und zugleich auch sehr spannend. Man leidet und fiebert mit und ist nah im Geschehen, dass mach es zum Teil auch sehr authentisch und real und hat dadurch eine richtige Sogwirkung,

Fazit:

Kein einfaches Buch mit einem aussergewöhnlichen Schreibstil, der einen gefangen nimmt, wenn man einmal drin ist.

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Rezension zu "Nina X" von Ewan Morrison

Nina X, Das Projekt
frollein_leseliebevor 3 Monaten

In "Nina x" geht es um die 28jährige Nina. Nina wurde in eine kommunistische maoistische Kult-Kommune hineingeboren. 28 Jahre lang wird sie eingesperrt und ihr ist jeglicher Kontakt zur Außenwelt untersagt. Sie darf keinen Kontakt zu Menschen aus der "Außenwelt" haben und auch nicht raus gehen. Alles "Neue" was ihren Verstand "besudeln" könnte ist ihr untersagt. Sie wird laut ihrer "Genossen" in ideologischer Reinheit erzogen.

In der Sekte wird sie Das Projekt genannt. Ein Projekt, dass allen "Ungläubigen" beweisen soll, dass nur der Glaube, das Leben und die Erziehung der Kommune das einzig Wahre und Richtige ist.

Den Mitgliedern ist jeglicher eigener Besitz strengstens untersagt und Nina ist mit dem Glauben aufgewachsen, dass es kein Ich, Mein, Mir, Dich, Dein ... gibt! 

Auch Misshandlungen gehörten (leider) zu Ninas Leben dazu. Denn dies dient hier zur Bestrafung bzw zur "Reinigung". (Einheit ist nur durch Reinheit möglich! - Seite 56)

 

Irgendwann gelangt es Nina zu fliehen und sie lernt die heutige Welt kennen. Dies ist für sie ein einziger Hindernislauf. Denn wie soll man sich nach solch einer Zeit plötzlich um sich selbst sorgen. Zumal Nina nicht mal weiß wer sie selbst und was ein "Ich selbst" ist. Sie lernt Dinge und Lebensweisen kennen die sie bis dahin nie kennengelernt hat, zB ein Handy. Für sie ergibt die Welt einfach schwer einen Sinn.

Wie die Außenwelt auf Nina reagiert, wie sie lernt ein eigenes Ich zu entwickeln und wie und ob sie ihr neues Leben meistert, müsst ihr selbst heraus finden. 

 

Das Buch ist eine kleine Achterbahn der Gefühle. Ich habe so viel Wut, Hass, Traurigkeit, Entsetzen und Mitgefühl verspürt. Manchmal musste ich ehrlicherweise auch leicht darüber Schmunzeln wie Nina einige Alltagssituationen erlebt und damit umgeht.

 

Das Buch ist wirklich gut ausgearbeitet. Man hat gemerkt, dass der Autor sich sehr mit allem beschäftigt und dass er gut recherchiert hat. 

 

Nina als Charakter zu verstehen ist sehr schwierig und das konnte ich als Leser auch nicht. Ich konnte mir anhören wie es ihr geht und was sie erlebt hat, aber sich in sie hineinzuversetzen gelang mir schwer bis gar nicht.

Aber das empfinde ich eher als normal denn für mich ist die Welt wie sie heutzutage ist völlig normal. Ich kenne nichts anderes und führe schon immer ein schönes Leben. Ich kann mir nicht im geringsten ausmalen wie es ist wenn es einem wie Nina ergeht. Ich konnte nur mit Nina hoffen und sie auf ihrem Weg begleiten. Da habe ich nochmal gemerkt wie viel wir manchmal meckern wie schlecht es uns teilweise geht, dabei wissen wir gar nicht was es heißt wenn es einem wirklich schlecht ergeht. Denn Nina erging es mehrmals im Leben schlecht und sie muss mit ihren 28 Jahren ihr eigenes Leben erstmal meistern. Dinge die völlig normal erscheinen, wie Einkaufen oder Essen, ist für sie eine riesige Hürde.

 

Sehr schwierig habe ich den Schreibstil empfunden. Denn er ist anders. Das Buch ist wie Ninas Tagebuch aufgebaut. Es gibt ein ständigen Wechsel zwischen damals als Nina noch in der Kommune war und heute in der Freiheit. Nina schreibt meistens in der 3. Person (Nina, das Projekt). Der Schreibstil ist kindlich und naiv und teilweise leicht politisch. 

Ja man gewöhnt sich dran aber mich hat es immer wieder eine neue Überwindung gekostet das Buch zur Hand zu nehmen und mich auf den Stil einzulassen. Jedoch macht der Schreibstil die Geschichte realer.

 

"Nina X" geht tief unter die Haut und dringt in das Bewusstsein ein. Aber man muss bereit dafür sein und sich auf das Buch einlassen. Dies gelang mir nicht immer.

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