Eystein Hanssen Blutgeld

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Inhaltsangabe zu „Blutgeld“ von Eystein Hanssen

Eine Razzia Eine Entführung Eine einzigartige Rettungsaktion Elli Rathke – Oslos ungewöhnlichste Ermittlerin: In Oslo lernt Elli Rathke bei einer Drogenrazzia einen jungen Afrikaner kennen, der aus Uganda stammt und eine unglaubliche Geschichte zu erzählen hat. Er habe zu einer Rebellentruppe gehört und sei geflohen. Doch habe seine Truppe einen Norweger entführt. Wenig später geht bei der norwegischen Botschaft in Kampala eine Nachricht ein – zusammen mit einem kleinen Finger: 'Die gierigen Norweger sollen endlich bezahlen.' Die Geschichte der Entführung scheint zu stimmen – und die Behörden bitten ausgerechnet Elli Rathke zu ermitteln.

Gelungene spannende Fortsetzung, die mich mit ihrer Komplexität überzeugt!

— Kaisu
Kaisu

Ein sehr interessanter und anspruchsvoller Thriller zu einem aktuellen und hoch brisanten Thema.

— BookHook
BookHook

Afrika at its worst - Korruption, Gewalt, Guerillakrieg. Aber ein spannender norwegisch-afrikanischer Thriller.

— Caillean79
Caillean79

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  • Elli Rathke #2

    Blutgeld
    Kaisu

    Kaisu

    10. May 2016 um 15:08

    "Otto hatte ihn nie ein Fahrzeug benutzen sehen, nicht einmal ein Fahrrad, und nie trug er eine Schusswaffe bei sich. Nur die Machete."  [S.5] Vielleicht hätte Otto auf dieses Detail achten sollen. Denn egal, wie gut sich das Vertrauen im Laufe der Zeit aufgebaut hat, bei einem Guerillaführer sollte man immer skeptisch bleiben. So kommt es, wie es kommen muss, Otto wird gewaltsam zusammen mit seiner Mitarbeiterin in Uganda entführt und als Druckmittel missbraucht.  Die beiden sind die Gesichter eine Hilfsorganisation, die aus Norwegen stammt und nun müssen ihr Köpfe für fiese Machtspielchen herhalten, in der es am Ende nur um Ehre und Geld geht. Ein Klassiker und doch ist diese Ausgangslage nicht so "banal", wie sie scheint. Sie bringt eher eine riesige Kettenreaktion ins Rollen, an deren Spitze namenhafte Männer stehen und mittendrin versucht die Osloer Polizei die Wogen zu glätten. Was ein Kampf gegen Mühlräder ist. Fast zeitgleich mit den Ereignissen in Uganda, sind die Olsoer Beamten an einer aktiven Drogenrazzia dran. Eifrig mit dabei ist Elli Rathke. Die junge Frau ist mittlerweile das kleine Aushängeschild, der Polizeistation geworden und überzeugt vor allem durch ihren eisernen Willen. Am Ende des Tages gibt es mehrere Festnahmen und eine kleine Überraschung. Denn einer der Männer packt plötzlich aus und berichtet von seiner Rebellengruppe aus Ostafrika, von der er geflohen ist. Aber was macht er nun hier oben in Norwegen? Wieso erzählt er das den Beamten? Nur für Strafmilderung? Oder hat er etwas anderes im Sinn? Was es auch sein mag, die Mühlräder beginnen rattern an sich zu drehen, als eine Drohung in der norwegischen Botschaft eingeht und die Geschichte des Festgenommenen bestätigt. Sofort bemüht man sich um Aufklärung, will Details haben, Fakten, um ordentlich anpacken zu können. Allerdings kommt man nicht sehr weit, da das Netz aus Informationen recht grobmaschig ist. Nur als Leser weiß man, dass gleich zwei Drohungen eingegangen sind. An die norwegische Botschaft und auch an einen Ölingenieur, der sich jedoch bedeckt hält. Somit fehlen wertvolle Informationen und man beschließt eine Art Rettungstrupp nach Uganda zu schicken. An erster Stelle steht hier natürlich Elli, die tatkräftige Unterstützung vor Ort bekommt. Nur so eine Reise ist nicht ungefährlich, auch wenn man Nahkampftechniken beherrscht und ein kluges Köpfchen besitzt. Und ihre Gegner haben sie lange entdeckt, bevor sie diese überhaupt zu Gesicht bekommen haben. Genau, wie der Vorgänger ist die Handlung sehr komplex. Dabei wird es jedoch nie zu viel oder langweilig. Es ist genau gut genug, um ebenso verwirrt zu sein, wie die Ermittler. Man blickt erst recht spät durch das Netz hindurch. Auch wenn man schon eher weiß, wer noch seine Finger mit im Spiel hat. Man kennt das Wieso?, Weshalb?, Warum? daher noch lange nicht in all seinen Details. Das ist für mich natürlich ein absoluter Pluspunkt. Ebenso mag ich Elli Rathke sehr. Sie ist eine Frau, die sich durchkämpfen und immer wieder beweisen muss. Sie stolpert, rappelt sich auf und beginnt von Neuem. Eine starke sympathische Frauenfigur, wie ich sie schon lange nicht mehr hatte.  Daher kann ich auch über das kleine Manko hinwegsehen, dass man hier wirklich am Ball bleiben muss, um nicht den Faden zu verlieren. Komplexität hat nämlich auch seine kleinen Nachteile. So kommen zahlreiche neue Charaktere hinzu, deren Namen man sich nicht sofort merken kann und zeitweise grübeln muss, wie Mister X mit Mister Y noch mal in Verbindung stand. Doch wenn man dann mal drin ist, gibt es kein zurück und man möchte wissen, wie die Beamten den ganzen Trubel aufklären. Denn das Tempo ist natürlich recht ordentlich, bei den laufenden Ereignissen auf beiden Kontinenten. Eystein Hanssen gehört seit letztem Jahr zu meinen favorisierten Autoren und hat mit "Blutgeld" bewiesen, dass er in dieser Gruppe bleiben darf! Für Crime-Leser ein absolutes must-read! (Achtung, bitte den Vorgänger lesen! Spoilergefahr!) Vor allem, wenn man es komplex mag. Für mich unterscheidet sich diese Reihe daher extrem von anderen skandinavischen Autoren, wo es doch meist ruhiger zu geht.

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  • Ein anspruchsvoller aber spannender Thriller auf dem schwarzen Kontinent

    Blutgeld
    BookHook

    BookHook

    03. May 2016 um 11:02

    Zum Inhalt:Bei einer Drogenrazzia in Oslo wird der junge Ugander Ojore Okello festgenommen, der aus der Rebellenarmee God´s Freedom Fighters (GFF) geflohen ist. Er berichtet der Ermittlerin Elli Rathke von der Entführung eines Norwegers in Uganda. Tatsächlich taucht in der norwegischen Botschaft in Kampala, Uganda, eine entsprechende Nachricht auf. Doch niemand weiß, was die Rebellen eigentlich wollen und wer erpresst wird… Meine Meinung:„Blutgeld“ ist der nach „Totenmaler“ der zweite Fall der Ermittlerin Elisabeth „Elli“ Sunee Rathke des norwegischen Krimiautors Eystein Hanssen (das dritte auf Deutsch veröffentlichte Buch „Knochen“ ist der viert e Fall). Da ich den ersten Band noch nicht gelesen habe, kann ich bestätigen, dass man „Blutgeld“ auch einzeln lesen kann. Allerdings hatte ich Anfangs doch meine Probleme, die skandinavischen Namen einiger Charaktere nicht durcheinander zu bringen. Entsprechend musste ich mich beim Lesen auf den Handlungsverlauf und die Charaktere konzentrieren. Ein Personenregister im Anhang hätte ich hier sehr hilfreich gefunden.Die Story startet direkt actionreich und spannend. Sie führt den Leser ins gefährliche „Niemandsland“ zwischen den afrikanischen Staaten Uganda, Südsudan und Kongo, in dem sich Regierungstruppen, die militanten Rebellengruppen der Warlords und die Söldner westlicher „Sicherheitsunternehmen“ gegenseitig bekriegen. Nach diesem sehr temporeichen Start beschäftigt sich die Geschichte im ersten Drittel dann allerdings eher mit den Themen internationale Ermittlungen, Taktieren, Verstrickungen und Verhandlungen, was ich zwar als durchaus interessant, aber weniger spannend empfunden habe. Hier hätte für meinen Geschmack ruhig etwas mehr passieren dürfen. Richtig Fahrt nimmt die Geschichte dann wieder auf, als Elli Rathke selbst nach Uganda aufbricht um zusammen mit ihrem „Begleiter“ Rutherford als taktisches Zwei-„Mann“-Team (das mir außerordentlich gut gefallen hat!) vor Ort einzugreifen. Ab hier habe ich die Story als extrem spannend und atmosphärisch dicht erlebt. Die Beschreibung der Zustände vor Ort, die Natur der afrikanischen Landschaft und die ständig – mal latent, mal sehr direkt – vorhandene Gefahr, das alles hat Autor Eystein Hannssen für meinen Geschmack sehr gut transportiert. Es ist unglaublich erschreckend zu lesen, welche Zustände bei den Rebellen-Milizen unter den Warlords des schwarzen Kontinents herrschen: Brutalität, Willkür, purer Schrecken. Das ist schon sehr schwere Kost, insbesondere wenn man sich vergegenwärtigt, dass diese Beschreibungen in diesem Buch Fiktion sind, in Afrika aber traurige und tägliche Realität. Bis zum Schluss spielt der Autor geschickt mit seinen Charakteren, den verschiedensten Organisationen und Gruppierungen und der großen Frage danach, wie dies alles zusammenhängt. Erst ganz am Ende erfährt der Leser die schlüssige Auflösung, die ich mir bis dahin nur in Teilen zusammenreimen konnte. Mit einer ganz besonderen Information, die Elli und ihr Team ermittelt haben, beendet Hannssen dann die Aufdeckung des internationalen Geflechts mit einem wahren Paukenschlag. Für Leser, denen beispielsweise „Todesdeal“ von Veit Etzold oder auch „Die Suche“ von Nick Louth gefallen haben, sicherlich genau die richtige Lektüre!FAZIT:Ein sehr interessanter und anspruchsvoller Thriller zu einem aktuellen und hoch brisanten Thema, der dem Leser allerdings einiges an Konzentration abverlangt.

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  • Gelungener Mix aus Krimi, Politthriller und „Milieustudie“

    Blutgeld
    Caillean79

    Caillean79

    22. April 2016 um 20:03

    Spätestens nach diesem Buch weiß man sicher, dass unheimlich vieles auf dem schwarzen Kontinent genau eins nicht ist: nämlich schwarz. Oder weiß. Nein, es gibt kein schwarz/weiß, es gibt grau in wahnsinnig vielen Schattierungen. Und alles, was auf den ersten Blick logisch erscheint, wird bei genauerem Hinsehen diffus. So, als würde man zu lange in einen grauen Himmel sehen, so dass die Helligkeit vor den Augen zu flackern beginnt. So in etwa muss man sich diesen Roman vorstellen. Die Grundsituation ist noch nachvollziehbar: Bei einer Drogenrazzia wird ein junger Afrikaner festgenommen, der in der Vernehmung von der Geiselnahme eines Norwegers durch afrikanische Guerillatruppen erzählt. Aber dann… Die Kriminalpolizei wird hellhörig. Das Außenministerium wird hinzugezogen. Die Geisel ist der Sohn eines schwerreichen norwegischen Industriellen. Irgendwie scheint Öl im Spiel zu sein… Ganz sicher sind mehrere afrikanische Rebellengruppen im Spiel. Und damit nimmt eine hochkomplexe Geschichte um die üblichen Faktoren – Geld, Macht, Einfluss – ihren Lauf. Man muss sich wirklich konzentrieren, um der Handlung gut folgen zu können. Es mischen viele unterschiedliche Parteien, Gruppierungen, Einzelpersonen mit – das hat mich am Anfang etwas angestrengt. Auch, weil ich die vielen norwegischen und afrikanischen Namen zunächst nur schwer auseinanderhalten konnte. Oft musste ich kurz innehalten um zu überlegen, wer das denn jetzt war und in welchem Zusammenhang er schon einmal aufgetaucht ist. Aber das Durchhalten lohnt sich, denn nach dem ersten Drittel wird man mit den Figuren sicherer und es kommen nicht mehr so viele dazu. Das hat wieder mehr Lesefreude gegeben. Außerdem muss man dem Autor zugute halten, dass er es geschafft hat, trotz des schwierigen Themas einen gut lesbaren Erzählstil zu finden. Man erfährt in diesem Buch viel über die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Konflikte in afrikanischen Staaten. Besonders das Thema Kindersoldaten wird recht schonungslos offengelegt. Das ist keine angenehme Lektüre – aber sicherlich eine Wahrheit. Besonders dafür muss man diesem Kriminalroman dankbar sein: dass hier Themen aufgegriffen werden, die der „Wohlstandseuropäer“ sonst gern bequem beiseite schiebt. Deshalb hoffe ich, dass möglichst viele Leute diesen Roman lesen und sich darauf besinnen, wie gut es uns Europäern geht: mit klaren politischen Strukturen (auch wenn sie nicht jedem gefallen), mit einem funktionierenden Polizeiapparat (auch wenn er derzeit an Grenzen stößt), einer hochwertigen hygienisch-medizinischen Versorgung und mit dem Bewusstsein, dass wir nicht – wie so viele Afrikaner - jeden Tag ums nackte Überleben kämpfen müssen.   Wer sich also für einen Blick über den Tellerrand interessiert – auch wenn er nicht angenehm ist – dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

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