Ezra Jack Keats

 5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Peter lernt pfeifen, Ein Tag im Schnee und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ezra Jack Keats

Cover des Buches Peter lernt pfeifen (ISBN: 9783968430171)

Peter lernt pfeifen

 (2)
Erschienen am 01.07.2021
Cover des Buches Ein Tag im Schnee (ISBN: 9783968430164)

Ein Tag im Schnee

 (1)
Erschienen am 27.11.2020
Cover des Buches The Little Drummer Boy (ISBN: 0670062820)

The Little Drummer Boy

 (1)
Erschienen am 13.09.2007

Neue Rezensionen zu Ezra Jack Keats

Cover des Buches Peter lernt pfeifen (ISBN: 9783968430171)Kinderbuchkistes avatar

Rezension zu "Peter lernt pfeifen" von Ezra Jack Keats

Eine eindrucksvolle Geschichte über das Lernen, etwas können wollen und das man seinem Ziel mit weniger Verbissenheit und mehr Leichtigkeit oft näher kommt
Kinderbuchkistevor einem Jahr

So simpel die Geschichte vielleicht in der Zusammenfassung klingen mag, sie hat eine unglaubliche Tiefe, die Kindern zum Einen die Botschaft vermittelt an sich zu glauben und sein Ziel im Auge zu behalten und zum anderen, dass man dieses Ziel meist einfacher erreicht wenn man nicht zu verbissen und mit einen gewissen Leichtigkeit an die Sache heran geht.

Wer kennt es nicht, man möchte etwas können, versucht ist und scheitert. Und je mehr man sich daran verbeißt, es wieder und wieder versucht, fast so als wolle man etwas erzwingen, je weniger gelingt es. Und nicht selten schafft man dann genau das was man wollte in einem Augenblick an dem man gar nicht mehr daran denkt.

Genau so geht es dem kleinen Peter in der Geschichte von Ezra Jack Keats. Zu gern würde Peter Pfeifen können, damit er seinen Hund zu sich pfeifen kann. Doch so sehr Peter sich bemüht, es gelingt ihm einfach nicht. Immer und immer wieder versucht er es, und immer und immer wieder muss mit der Niederlage fertig werden, denn das was über seine Lippen kommt ist alles andere als ein Pfeifton. Was Peter alles versucht um Pfeifen zu lernen ist schon besonders. Mit kindlicher, spielerischer Fantasie geht er sein Ziel an und scheitert. Doch dann in einem Moment, an dem er gar nicht damit gerechnet hätte kann er plötzlich Pfeifen und dieses Pfeifen wird sein ganzes Leben verändern. Pfeifend durchs Leben gehen können ist für ihn einfach das Größte und nicht nur weil Willi nun auf ihn hört. Eindrucksvoll und ausdrucksstark sind die fokussierenden, klaren Illustrationen im  Collagenstil, die die Gefühle wunderbar widerspiegeln. Es bedarf nicht immer viel Schnickschnack drum herum um eine Geschichte zu erzählen. Ezra Jack Keats ist einer der Künstler vergangener Jahre, die die Perfektion der Einfachheit und Klarheit beherrschen. Nicht ohne Grund sind seine Geschichten, die in den 60er Jahren erstmal erschienen preisgekrönt und immer noch beliebt. Das es so lange gedauert hat, das sie auch den Weg auf den deutschen Buchmarkt gefunden haben ist ungewöhnlich. Auch wenn das Buch in erster Linie eine Geschichte über das Lernen erzählt, möchte ich nicht unerwähnt lassen, das Ezra Jack Keats einer der Ersten war, der Kinder unterschiedlicher Kulturen darstellte. Diversität im Bilderbuch-, ein Thema, das gerade auf dem deutschen Buchmarkt ein aktuelles Thema ist, ist in vielen Ländern der Erde schon lange ein Thema. Die Geschichten des bereits 1983 verstorbenen Bilderbuchmachers sind ein absoluter Vorreiter hierfür. Seine multikulturellen Illustrationen mit ihrer Selbstverständlichkeit ohne das "Anderssein" zu thematisieren spiegeln einfach das Leben, die Gesellschaft wieder. Eine Normalität, die Kinder von klein auf erleben und die sich daher auch im Bilderbuch so widerspiegeln sollte, aber lange nicht vorhanden war. Seine Botschaft und sein Lebenswerk war es die Vielfalt zu unterstützen und zu zeigen. So ist er der absolute Vorreiter für Vielfalt in der Kinder-und Jugendliteratur. Bleibt zu hoffen, dass wir irgendwann nicht mehr über ein Buch sprechen weil es kulturelle Vielfalt in seinen Bildern zeigt sondern einfach nur weil es eine tolle Geschichte mit tollen Illustrationen ist. 

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Cover des Buches Peter lernt pfeifen (ISBN: 9783968430171)kinderbuchschatzs avatar

Rezension zu "Peter lernt pfeifen" von Ezra Jack Keats

Lernen kann so einfach sein!
kinderbuchschatzvor einem Jahr

Wie lange habt ihr fürs Pfeifen lernen gebraucht, oder fürs Fahrradfahren oder Schwimmen? Und wie fühlt es sich an, wenn man es geschafft hat? Könnt ihr euch daran noch erinnern?


Titel: Peter lernt pfeifen

Von: Ezra Jack Keats

Verlag: @carlauerkids 

Seitenanzahl: 32

Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahre

Preis: 19,95€

ISBN: 978-3968430171


Inhalt: Peter wünscht sich so sehr pfeifen zu können. Ein Ton und sein Hund Willi würde direkt zu ihm laufen. Peter übt auf dem Nachhauseweg, in einem Versteck oder am Spiegel. Er bläst die Backen auf, doch es will einfach nicht klappen. Gibt Peter jetzt auf?


Meine Meinung: Wie der Titel schon verrät, handelt es sich um eine wunderbar kindgerechte Geschichte übers Pfeifen und Lernen. Vielfalt spricht uns schon auf dem Cover, durch Peter als Poc abgebildet, an. Wundervoll ist auch, dass der Autor grade das Pfeifen gewählt hat. So hat jeder, was er zum Üben braucht immer dabei. Genau das macht Peter. Wenn es ihm nicht gelingt, macht er einfach etwas anderes wie mit Kreide malen, und versucht es später wieder. Wie heisst es so schön: Gut Ding will Weile haben. Und wenn es irgendwann klappt, kann man gar nicht mehr aufhören mit dem Pfeifen. 

Die Illustrationen beschränken sich auf das Wesentliche und bringen durch ihre Einfachheit viel Klarheit. 


Fazit: Nach „Ein Tag im Schnee“ ist dies wieder ein wunderbares Kinderbuch von Ezra Jack Keats. Nach dem Lesen sollten wir es alle so machen wie Peter: mit Freude und Kreativität lernen ohne zu verbissen zu sein. 

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Cover des Buches Ein Tag im Schnee (ISBN: 9783968430164)Kinderbuchkistes avatar

Rezension zu "Ein Tag im Schnee" von Ezra Jack Keats

So schön kann Schnee sein! Ein Klassiker der englischsprachigen Kinderliteratur
Kinderbuchkistevor 2 Jahren

Unglaublich, das es über ein halbes Jahrhundert gedauert hat bis dieses wundervolle Bilderbuch auch auf dem deutschen Buchmarkt Einzug halten konnte.

Kaum einer hier kennt den genialen  Künstler und Bilderbuchmacher Ezra Jack Keats und seine wundervollen Kinderbücher, die zahlreiche Auszeichnungen bekommen haben.

Die Geschichte vom kleinen Peter im Schnee war das erste Bilderbuch, das Ezra Jack Keats ganz allein gestaltet und erzählte. Es wurde erstmals 1962 veröffentlicht und 1963 mit der "Caldecott Medal" ausgezeichnet. Zuvor hatte der  Künstler bereits zahlreiche Bücher oder auch nur Cover illustriert.


So simpel die Geschichte zu sein scheint, so besonders ist sie auch. 


"In der Einfachheit liegt die Schönheit",

so heißt es und genau das beweist Ezar Jack Keats mit seiner Geschichte von Peter, der eines Morgens aufwacht und aus dem Fenster heraus eine Großstadt-Schneelandschaft vor findet. Die meisten Kinder lieben Schnee, so auch Peter, der sich gleich aufmacht die Welt neu zu entdecken. Er geht verschneite Straßen entlang an dessen Seiten sich der weggeschaufelte Schnee auftürmt. Er besteigt die Schneehügel und rutscht sie hinunter.  Er entdeckt den Schnee mit all seinen Sinnen. Neugierig und staunend nimmt er alles an neuen Erfahrungen in sich auf. Und während die Großen eine Schneeballschlacht machen, macht er Schneeengel. Als es Abend wird und es Zeit ist nach Hause zu gehen formt er schnell noch einen großen Schneeball und steckt ihn in seine Jackentasche um sicher zu gehen, das er auch am nächsten Tag noch etwas von dieser besonderen Pracht hat.

Zuhause erzählt er der Mutter freudig von seinem Tag, doch als er vor dem zu Bett gehen noch schnell nach seinem Schneeball schaut ist dieser Weg. Das macht Peter traurig. Und nicht nur Peter. Auch die Kleinen Zuhörer leiden mit, obwohl sie nicht so ganz verstanden haben wieso Peter so naiv sein kann zu glauben, das der Schneeball in der Tasche im Haus seine Form behält. Am nächsten Tag schneit es zu Peters großer Freude immer noch und so geht er wieder raus. Dieses Mal begleitet ihn ein Freund.

Die Geschichte ist zu Ende, doch in der Fantasie der Kinder geht sie weiter.


Sie geht nicht nur weiter sondern hat sich innerhalb kürzester Zeit auch in die Herzen der Kinder geschlichen. Ein Kind erlebt etwas was sie selbst vielleicht auch schon einmal erlebt haben oder wovon sie schon immer geträumt haben. Sie können sich mit dem Protagonisten identifizieren.

Peter ist einer von ihnen, der sie an seinem Tag hat teilnehmen lassen.

Dabei nehmen die Kinder ( wir Leser und Betrachter) Peter weder wirklich als Jungen, noch als schwarzen Jungen wahr sondern einfach nur als ein Kind.  Ein Kind das mit seiner kindlichen Neugierde den Schnee entdeckt. Gerade diese Neugier und das Experimentieren mit dem kühlen Weiß , das Entdecken bildet den Fokus unserer Wahrnehmung.

Fragt man die Kinder nach dem Lesen nach Peter dann erzählen sie von dem roten Anzug und der etwas spitzen Kapuze, selten jedoch von der Hautfarbe. Die Fußstapfen im Schnee, das Hinabrutschen des Hügels und auch die Traurigkeit als Peter entdeckt, das der Schneeball nicht mehr da ist wird von den Kleinen ausführlich beschrieben nur eben nicht seine Hautfarbe. 

Genau diese Normalität ist es , die das Buch so besonders macht.

Whoopi Goldberg, die das Buch einst mit ihrer Tochter entdeckte und das ihre Enkel auch liebten sagte einmal: 

"...Das Tolle an Kinderbüchern wie "Ein Tag im Schnee" ist, dass diese Figuren für Kinder keine Hautfarben widerspiegeln.“ - Whoopi Goldberg
Ezra Jack Keats Geschichte wird zum größten Teil über die fantastischen Bilder transportiert, dessen Entstehung genauso besonders ist wie das ganze Buch. Waren es doch tatsächlich Fotos eines kleinen farbigen Jungen, die Keats bereits 1940 aus einem Magazin ausschnitt, die ihn bewusst machten, das er, aber auch die meisten anderen Illustrator/innen bislang immer helle Figuren zu Papier brachten. Und so wurde der kleine Junge aus den ausgeschnitten MagazinBildern zum Protagonisten einiger seiner Bücher. Peter, der den Schnee entdeckt war der Beginn und es sollten weitere Geschichten mit ihm folgen.
Die Einfachheit der Geschichte setzt sich aber auch in den einfach gehalten Bildern fort. Was so simpel wirkt ist das fantastische Zusammenspiel aus Form und Farbe. Eine Collage in der verschiedenste Materialien wie buntes, gemustertes Papier, aber auch Stoffe, mit farbigen Spritzern von Tinte kombiniert wurden. Keats liebte es sich auszuprobieren. Etwas zu gestalten von dem er nicht wusste wohin seine Arbeit führen würde. Sich auf Materialien einlassen und von der Inspiration führen lassen ohne zu wissen was genau dabei heraus kommt, faszinierte ihn. Und so sagte er einmal zur Entstehung der Bilder dieses Buches:
"Ich war wie ein Kind spielen"....
"Ich war in einer Welt ohne Regeln."
(https://www.ezra-jack-keats.org/section/about-ezra/)
Herausgekommen ist dieses fantastische, zeitlose Bilderbuch, das auch nach Jahrzehnten noch top aktuell ist und Kinderherzen höher schlagen lässt.


Meine Lesekinder hat es dazu inspiriert die Geschichte weiter zu erzählen. Sie erzählten was Peter und sein Freund im Schnee erlebt haben und dieses Mal gab es dann natürlich auch eine Schneeballschlacht.
Mich hat dieses Buch noch zu etwas ganz anderem inspiriert. Ich bin ja immer auf der Suche nach tollen Bilderbuchgeschichten, die auch blinde Kinder entdecken können.
Doch davon erzähle ich euch mehr wenn es soweit ist.


Ich würde mir wünschen, das dieses Bilderbuch genau wie im englischsprachigem Bereich auch in deutschsprachigen Ländern zum Kinderbuchklassiker wird. Meine Lesekinder im Alter zwischen 3 und 7 Jahren sind zumindest schon einmal große Peter Fans geworden und so haben wir uns auch die weiteren Geschichten mit ihm angesehen. Das es diese nur auf Englisch gibt spiet keine Rolle, denn sie leben von den Bildern und der Text ist schnell übersetzt. Da diese Altersgruppe ohnehin noch nicht selbst liest spielt die Sprache absolut keine Rolle.

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