F K Engler Der Goldherr besteigt den weissen Tiger

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Inhaltsangabe zu „Der Goldherr besteigt den weissen Tiger“ von F K Engler

Diese Skandalchronik spielt am Kaiserhofe der Han-Dynastie, kurz vor Beginn der christlichen Zeitrechnung.

Kaiser Tscheng-di (32 bis 6 v. Chr.) zieht zwei Zwillingsschwestern aus dem Volke seinen 3000 Hofdamen im Palast vor. Die eine, Fe-yän, die "Fliegende Schwalbe" macht er in verliebter Masslosigkeit zur Kaiserin, die andere, Ho-dö, "die Tugendhafte", zur mörderisch geliebten Favoritin. Für diese seltsamen Tatsachen gibt der Autor ihres Lebensromans eine faszinierende Erklärung: Schon lange vor der Geburt als Menschen haben ihre "Seelen" im Zwischenreich Verdienste und Schuld auf sich geladen, die nach der Wiedergeburt die Bedingungen ihrer Biographie bis ins Kleinste voraus bestimmten. Das gilt nicht zuletzt auch für ihr Liebesleben, dessen aussergewöhnliche Leidenschaft sie bis zum Tode aneinander band.

Dieser souverän erzählte, spannende Griff ins volle Menschenleben unter altchinesischen Kulturverhältnissen bereitet grosse Lesefreude und qualifiziert sich zu einem glanzvollen Beitrag zur Weltliteratur.

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  • Heißer, erotischr Roman aus dem alten China (1621)

    Der Goldherr besteigt den weissen Tiger

    sabisteb

    28. June 2013 um 10:04

    Die Geisterfüchsin und der Schwalbengeist stehen beide kurz vor ihrem Aufstieg, was ihnen noch fehlt ist Ying und Yang das anderen Geschlechts. Beide beschließen daher, es zu stehlen und so den eigenen Aufstieg zu beschleunigen. Als die Geisterfüchsin dem Schwalbengeist sein Yang entwendet (und ehrlich, da ist er selber schuld, typisch Mann halt, er verdient es nicht anders), tickt dieser aus, und greift sie und ihr Gefolge mit seinen Getreuen an. Der Obergott Jadekaiser ist von den beiden Streithähnen genervt und beschließt, sie sollen wiedergeboren werden, als Zwillingsschwestern, und in einer Runde als Mensch lernen, miteinander klar zu kommen. Die beiden werden als nymphomanische Schwesten Fe-yän und Ho-dö, als uneheliche Kinder einer Prinzessin geboren, die mit dem Lustknaben ihres Gatten einen Seitensprung hatte. Sie drückt dem Ex, die Kinder aufs Auge, der sie aufzieht. Früh verweist müssen die beiden Mädchen schon als Teenager für sich sorgen und so ist es nicht verwunderlich, dass sie bald die Freuden der fleischlichen Liebe erkunden und sich einen Liebhaber zulegen, der sie auch mit Lebensmitteln versorgt. Nach einigen Umwegen verliebt sich der Kaiser in die beiden und nimmt sie zur Frau. Im Palast jedoch treiben es die Schwestern so richtig bunt, über gemeinsam geteilte Liebhaber, Menage a Trois, spannen, Gangbang, Kindsmord, fast alle Spielarten der Liebe werden durchexerziert (außer lesbischer Praktiken). So hatte sich der Jadekaiser das mit der Wiedergeburt, Sühne und gut miteinander auskommen nun wirklich nicht gedacht.   Dieses Buch ist ein historisch erotischer Roman aus dem alten China (1621). Aus heutiger Sicht ist ein historischer Roman ohne Erotik kaum vorzustellen. Schuld sind wohl Romane wie „Die Wanderhure“, die dieses einstmals seriöse und sozialkritische Genre zu Hausfrauenerotik in historischem Flair degradiert haben. So gesehen, ist dieser Roman top aktuell. Hier wurden historische Personen mit schlechtem Ruf, die schon von der Geschichte als amoralisch und verdorben überliefert wurden, hergenommen und ihre Verfehlungen spannend und mit viel S*X verpackt erzählt. Die Übersetzung nutzt dabei viele Exotisierungen, bzw. sie macht das, was man auch bei der neuen Game of Thrones Übersetzung gemacht hat: Sie übersetzt die Eigennamen der Personen, was mehr als sinnfrei ist, sowohl in moderner als auch klassischer Literatur. Einige Szenen sind schwer nachzuvollziehen, wie die Kindsmorde, sie wirken unlogisch und wie ein Bruch in der Geschichte, sind jedoch historisch belegt und mussten daher (ein wenig ungeschickt) eingebaut werden. Die Bettszenen sind mehr als freizügig, wer also Probleme mit solchen Textstellen hat, sollte die Finger von diesem Buch lassen: „Und gleichsam um ihre Worte zu bekräftigen, schlag sie ihre Beine um seine Hüften. Er aber rammte ihr seinen Jadestengel bis zur Wurzel in die Lustgrotte und werkte und walkte, bis sich bei ihr der erlösende Regen einstellte […].“ Kung Fu bis zur Wurzel in diversen (anatomisch fragwürdigen) Stellungen. Kein Wunder, dass die Schweizer damals Probleme mit diesem Buch hatten und einige Prozesse gegen die Veröffentlichung liefen (und es auch Bücherverbrennungen gab). In Zeiten von „Shades of Grey“ kaum noch vorstellbar. Die Bettszenen sind meist (aus weiblicher Sicht), gerade durch ihre Exotisierungen stilvoll und nicht so platt und bemüht wie in vielen heutigen Romanen, da können Jungautoren noch einiges lernen. Überlagert wird diese Geschichte durch viele daoistische Motive über Aufstieg, Schuld und Sühne, die Europäern fremd und schwer zugänglich sind. Ich hätte mir daher insgesamt deutlich mehr erklärende Fußnoten gewünscht, hier bleibt vieles für mich nebelhaft. Diese religiösen Überlagerungen machen den Roman eher erotischer. Schlecht finde ich, dass zwei Kapitel aus einem anderen Buch einfach als Exkurs eingefügt wurden. Nicht nur, dass der stilistische Bruch unangenehm auffällt (auch wenn die Geschichte durchaus spannend ist), es gehört sich einfach nicht, zwei fremde Buchkapitel in eine andere Geschichte zu packen. Das ist so, als wenn man in Shades auf grey zwei Kapitel eines Abenteuerromans packen würde. OK, der Held such das magische Viagra (das die Kaiserinnern dann überdosieren, weil sie zu doof sind sich an Dosierungsanweisungen zu halten), so gesehen passt es rein, aber es stört dennoch. Insgesamt ist der Roman sehr modern übersetzt (für meinen Geschmack teils ein wenig zu modern), gut zu lesen und erstaunlich aktuell. So anders waren die Menschen damals nicht, die Sozialkritik an den Oberschichten ist die gleiche Geblieben, genau wie deren Verhalten. Deutlich spannender und lesbarer als europäische Literatur aus dem gleichen Zeitraum.

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