Die letzte Plage

von F. Paul Wilson und Sarah Pinborough
4,2 Sterne bei15 Bewertungen
Die letzte Plage
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Sandra1978s avatar

Düstere aber gute Endzeitvision - der Tod kommt klein und mit Flügeln....

Leseratz_8s avatar

Endzeitgeschichte mit interessantem Erklärungsversuch zum Thema Evolution. empfehlenswerter Lesestoff

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Inhaltsangabe zu "Die letzte Plage"

Das Leben kam einst aus Afrika... doch jetzt ist es der Tod. Es verbreitet sich wie eine Seuche, doch es ist keine Krankheit. Medizin und Forschung sind hilflos gegen die tödliche Reaktion unseres Immunsystems auf den Biss einer afrikanischen Fliegenart. Milliarden Menschen sind bereits tot, und noch viele mehr werden sterben. Weltweit stürzen Regierungen, die Zivilisation bröckelt, und die Überlebenden haben panische Angst vor dem Tod aus der Luft. Manche halten die neue Insektenart für eine zufällige Mutation, andere sagen, sie sei von Menschenhand erschaffen worden. Doch als die Hoffnung schwindet, rechtzeitig ein Gegenmittel zu finden, glauben die Meisten nur noch an Gottes Rache. Einst sandte er die Sintflut als Strafe für die Menschheit, nun verdunkelt er den Himmel mit tödlichen Fliegen. Und vielleicht ist an dieser Theorie sogar etwas dran, denn viele der Opfer berichten in ihren letzten Atemzügen von einer Vision Gottes. Aber nicht jeder muss sterben. Einige Menschen scheinen immun zu sein. Sie nennen sich selbst die Mungus und predigen, die Plage als gottgegeben hinzunehmen. Sie ermutigen die Menschen, sich von den "Fliegen des Herrn“ beißen zu lassen, um mit IHM im Jenseits vereint zu sein. Nigel, ein Enthüllungsjournalist, sucht derweil im apokalyptischen Chaos des seuchenzerfressenen England nach Bandora, einem entführten afrikanischen Jungen. Die Suche nach der Wahrheit und seiner eigenen Erlösung treibt ihn fort von den unerträglichen Zuständen seines Privatlebens, direkt in die Arme des Hohepriesters der Mungu, eines Mannes, der seine Prophezeiungen in Rätsel verpackt und keinerlei Angst vor den tödlichen Fliegen hat.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783958350168
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:250 Seiten
Verlag:Luzifer-Verlag
Erscheinungsdatum:21.08.2014

Rezensionen und Bewertungen

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    FrostWolfs avatar
    FrostWolfvor 2 Jahren
    Die letzte Plage

    Starkes Buch

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    Sandra1978s avatar
    Sandra1978vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Düstere aber gute Endzeitvision - der Tod kommt klein und mit Flügeln....
    Leicht zu lesen, düster und näherliegend als man glaubt - eine sehr gute Dystopie !

    Die letzte Plage – Dystopie von Sarah Pinborough und F.Paul Wilson

    Inhalt :

    Die ganze Welt bricht langsam, aber sicher zusammen :  In Afrika ist durch Experimente eine Fliegenmutation entstanden, deren Stiche tödlich sind – und es gibt kein Heilmittel. Schon wenige Tage nach dem Stich ist der Tod sicher.

    In viele Nationen der Erde hat sich die Fliege schon ausgebreitet, nur in Großbritannien wähnt man sich aufgrund des Inselstatus sicher – so auch das Ehepaar Nigel, ein Journalist, und Abby, eine gottesfürchtige Krankenschwester.

    Nigel wittert die Story des Jahrtausends und will dem Grund und dem Ursprung der Fliegenplage auf den Grund gehen. Er fliegt nach Afrika und kehrt mit scheinbar unumstößlichen Beweismaterial zurück auf sicheren Boden.  

    Die Katastrophe scheint jedoch unaufhaltsam  – Nigel wird, zurück in Großbritannien, am Flughafen Zeuge eines Selbstmordattentäters, der die Fliegen auf heimischem Boden frei lässt, wo diese sich rasend schnell verbreiten können.

    Als er seinen Kollegen das Beweismaterial für den Verursacher der Seuche vorlegen will, bittet sein Kollege Mal Nigel, sich um eine völlig andere Story zu kümmern : sich auf die Suche nach einem verschwundenen Kind eines befreundeten Ehepaares zu machen.

    Der Fall kommt Nigel auf der Flucht vor seiner unglücklichen Ehe entgegen. Eigentlich will er sich lieber dem Seuchenfall widmen, doch als auf einmal der USB Stick mit dem Beweismaterial verschwindet, nehmen die Dinge ihren Lauf.    

     

    Zum Buch

    Insgesamt hat dieses Buch eine sehr deprimierende Grundhaltung. Es gibt keinerlei Hoffnungsschimmer, keine Anzeichen dafür, ob oder wie dem drohenden Aus der Menschheit entgegengewirkt werden kann.

    Es wird hier mal wieder deutlich, wie schwach der Mensch eigentlich ist – wer denkt schon daran, dass die Menschheit durch Fliegen ausgerottet werden könnte ?

    Dadurch, dass jedes Kapitel immer mit einem ausgewählten Bericht einer Zeitung oder eines Nachrichtensenders beendet wird, die den aktuell fortschreitenden Status der Katastrophe nüchtern beschreiben, wird die Stimmung des Buches irgendwie noch trüber.

    Auch das Cover mit der stark vergrößerten Fliege wirkt schon ziemlich wüst, bevor man überhaupt angefangen hat zu lesen – aber es passt absolut gut zur Story.

    Sehr gut zu lesen – ein leicht verständlicher Schreibstil, einfach gehalten und ohne langatmige Pausen zwischen den Geschehnissen, kann man diesen Roman gut in einem weg lesen. Die Spannung wird dadurch erhöht, dass Handlung immer zwischen Nigel und Abby hin und her springt und diese zeitlich parallele Darstellung vor allem zum Ende hin das  Spannungslevel sehr hoch hält.

    Mein Fazit :  Eine gelungene Dystopie, die vielleicht sogar etwas zu kurz geraten ist, aber wohl auch genau wegen diesem sehr klaren und geradlinigen Verlauf sehr gut zu lesen ist. Kann ich daher nur uneingeschränkt jedem empfehlen, der auch eine eher düster / deprimierende Variante der Dystopie gerne liest !

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    Leseratz_8s avatar
    Leseratz_8vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Endzeitgeschichte mit interessantem Erklärungsversuch zum Thema Evolution. empfehlenswerter Lesestoff
    Herr der Fliegen oder Gottvater selbst oder doch Mutter Natur

    Klappentext:
    "Das Leben kam einst aus Afrika... doch jetzt ist es der Tod. Es verbreitet sich wie eine Seuche, doch es ist keine Krankheit. Medizin und Forschung sind hilflos gegen die tödliche Reaktion unseres Immunsystems auf den Biss einer afrikanischen Fliegenart. Milliarden Menschen sind bereits tot, und noch viele mehr werden sterben. Weltweit stürzen Regierungen, die Zivilisation bröckelt, und die Überlebenden haben panische Angst vor dem Tod aus der Luft. Manche halten die neue Insektenart für eine zufällige Mutation, andere sagen, sie sei von Menschenhand erschaffen worden. Doch als die Hoffnung schwindet, rechtzeitig ein Gegenmittel zu finden, glauben die Meisten nur noch an Gottes Rache. Einst sandte er die Sintflut als Strafe für die Menschheit, nun verdunkelt er den Himmel mit tödlichen Fliegen. Und vielleicht ist an dieser Theorie sogar etwas dran, denn viele der Opfer berichten in ihren letzten Atemzügen von einer Vision Gottes. Aber nicht jeder muss sterben. Einige Menschen scheinen immun zu sein. Sie nennen sich selbst die Mungus und predigen, die Plage als gottgegeben hinzunehmen. Sie ermutigen die Menschen, sich von den "Fliegen des Herrn“ beißen zu lassen, um mit IHM im Jenseits vereint zu sein. Nigel, ein Enthüllungsjournalist, sucht derweil im apokalyptischen Chaos des seuchenzerfressenen England nach Bandora, einem entführten afrikanischen Jungen. Die Suche nach der Wahrheit und seiner eigenen Erlösung treibt ihn fort von den unerträglichen Zuständen seines Privatlebens, direkt in die Arme des Hohepriesters der Mungu, eines Mannes, der seine Prophezeiungen in Rätsel verpackt und keinerlei Angst vor den tödlichen Fliegen hat."


    Die Idee, dass die Natur sich von den Menschen befreit, gefällt mir sehr. Das Buch hat viel Potential und bietet, je nach Protagnoist, verschiedene Ansätze zur Herkunft bzw. Entstehung der Seuche. Die Geschichte ist leicht zu lesen, kurze Kapitel verführen auch am späteren Abend, ach, eines kannst Du noch lesen ;-) 
    Leider entscheidet sich das Autorenduo den Fokus auf die göttliche Rache zu legen und anscheinend ist es beim Glauben nicht mehr möglich, andere Ansätze zuzulassen. Nigels Frau ist hier die fundamentalitische Vertreterin des Glaubens und hat mich dadurch ziemlich genervt. Enthüllungsjournalist Nigel hat ein Gewissen und war mir generell bei seinen Handlungen und Ideen sehr nah. Er war das Highlight des Romans und auch der Grund, warum es vier Sterne gibt.


    Fazit: Liebhabern von Distopien und Endzeitromanen sehr zu empfehlen. Man sollte jedoch entweder selbst an ein höheres Wesen glauben oder eine hohe Toleranzschwelle für Glaubensideen haben ;-)) 

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    itwt69s avatar
    itwt69vor 3 Jahren
    interessantes Thema - durchwachsene Umsetzung

    Was geschieht, wenn eine durch mutierte Fliegen übertragene, unheilbare, tödliche Autoimmunkrankheit die Menschheit an den Rand der Ausrottung bringt? An und für sich ein spannendes Endzeitszenario, für meinen Geschmack jedoch zu sehr in Richtung Esoterik und Religion abschweifend. Der kurze Roman ist einigermaßen spannend, das Ende hingegen hat mich nicht so sehr überzeugt. Die Charaktere sind nicht optimal entwickelt, aufgrund der Idee vergebe ich dennoch 3 Sterne.

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    Jacynthes avatar
    Jacynthevor 4 Jahren
    "Die letzte Plage" von Sarah Pinborugh und F. Paul Wilson

    Inhalt


    Es ist keine Krankheit, gegen die man etwas ausrichten könnte. Nach dem Biss der mutierten Fliegen, die aus Afrika kamen und mittlerweile die ganze Welt bevölkern, hat man höchstens noch drei Tage zu leben, in denen man aber wie bei einer schweren Grippe dahinvegetiert. Der Journalist Nigel will die Wahrheit herausfinden, doch was er er aus Afrika an Informationen mitbringt, gelangt in falsche Hände und es kommt zur Katastrophe. Die Schuldgefühle und die Erkenntnis, dass seine langjährige Ehe mit Abby den Bach runter geht, treiben ihn dazu, sich auf die Suche nach einem entführten afrikanischen Jungen zu begeben. Was hat er mit der Seuche zu tun? Ist er vielleicht tatsächlich der Schlüssel zur Heilung wie einige fanatische Gläubige behaupten?



    Meine Meinung


    Endzeitromane! Es gibt Phasen, da kann ich gar nicht genug davon bekommen. Je blutiger und zombiger, desto besser. Doch dieser Roman war anders. Still und leise brach die Apokalypse über die Welt herein - mit nicht minder schlimmen Folgen.

    Ich gebe es zu, noch während des Lesens stellte sich eine leichte Enttäuschung bei mir ein. Mord, Totschlag und Gemetzel fehlten, die Welt ging eigentlich recht zivilisiert zugrunde. Auch der offensichtliche Gruselfaktor war meines Erachtens viel zu gering. Doch nachdem ich das Buch weg gelegt hatte, änderte sich meine Ansicht darüber. Gerade dadurch,  dass es so ruhig abläuft und keine Zombies die Straßen bevölkern, wirkt die Erzählung sehr realistisch. Im Grunde könnte es jederzeit passieren, dass ein Insekt mutiert und fortan den Tod bringt. Mir lief ein Schauer über den Rücken, als ich mir das so ausmalte.

    Die Hauptcharaktere Nigel und seine Frau Abby sind den Autoren äußerst gut gelungen. Sie sind augenscheinlich mit viel Sorgfalt ausgearbeitet worden, denn man kann ihr Denken und Handeln  an jedem Punkt der Geschichte nachvollziehen, auch wenn man nicht alles richtig findet, was sie tun. Dadurch ist auch die Beschreibung der Beziehung zwischen den beiden besonders tiefgründig. Die Entfremdung, die über die Jahre stattgefunden hat, die Gefühle, die noch da sind, aber irgendwie auch wieder nicht - so viel Feinfühligkeit hatte ich in diesem Roman ehrlich gesagt nicht erwartet, doch diese Beziehung verleiht dem Roman einiges an Tiefe und Dramatik.

    Ein Kernthema des Romans ist, ohne dass die Autoren dafür Partei ergreifen, die Religion und deren Erklärungen für die Katastrophe. Abby verkörpert den gottesfürchtigen Teil der Menschheit, der in der Plage eine gerechte Strafe beziehungsweise göttliche Selektion zu erkennen glaubt. Doch während sie ihren Glauben mehr oder weniger still lebt, gibt es religiöse Fanatiker, die Jünger um sich scharen und Heilung durch Glaube predigen. Rückblickend betrachtet wirkt auch dieses Szenario sehr realistisch auf mich. Religiöse Fanatiker gibt es überall, und es ist natürlich Wasser auf ihre Mühlen, wenn etwas so Unverorhersehbares wie diese Plage sich ausbreitet.

    Durch die Glaubenskomponente kommt aber noch etwas ganz anderes mit ins Spiel. Das Philosophieren über den Menschen, seine Herkunft und seinen Sinn und Zweck auf Erden. Mit Abby und Nigel gibt es zwei Gegenpole, den göttlichen und den wissenschaftlichen, über die sich auch der Leser mit dieser Frage auseinandersetzt. Am Ende steht zwar ganz klar die Bekenntnis zu einem der beiden, doch ebenso das Erkennen, dass das alles unwichtig ist. Das hat mir sehr gut gefallen.

    Ich vergebe  4 von 5 Wolken für diesen Roman und bedanke mich nochmals herzlich beim Luzifer-Verlag.

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    NiWas avatar
    NiWavor 4 Jahren
    Endzeitszenario für Zwischendurch

    Eine mutierte Fliegenart aus Afrika verbreitet sich über die ganze Welt. Doch die Menschheit wird nicht nur mit einer lästigen Fliegenplage konfrontiert, sondern mit einer todbringenden Reaktion des Immunsystems auf die Fliegenbisse.

    So gut wie möglich davor abgeschirmt, hofft die übrige Menschheit auf ein wirksames Gegenmittel. Dazu zählen auch der Journalist Nigel und seine Frau Abby, doch anstatt den lauernden Tod abzuwarten, haben die beide andere Pläne.

    Der Einstieg in die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sofort ist man mitten im Geschehen drin, sitzt mit Nigel in einem Flugzeug in Afrika und hofft gemeinsam mit ihm heil in London anzukommen. Noch dazu hat er brisante Erkenntnisse gewonnen, die so schnell wie möglich in der Redaktion besprochen werden wollen.

    Seine Frau Abby hingegen, hat sich mit der tödlichen Fliegenplage abgefunden, vertraut auf Gottes Willen und zögert nicht, sein Wort zu verkünden.

    Die religiösen Motive ziehen sich quer durch das gesamte Buch. Zwar bin ich davon überzeugt, dass sie gerade in einem Endzeitszenario durchaus angebracht sind, allerdings war es mir persönlich viel zu sehr davon geprägt. Es ist nicht nur Abbys Glauben, mit dem sich der Leser auseinandersetzen muss, sondern man hat es mit Sekten und religiösen Fanatikern zutun, die sich ständig in den Vordergrund drängen.

    Im Mittelteil driftet die Handlung etwas ab und der ruhige Erzählstil hatte in diesem Fall eine ermüdende Wirkung auf mich. Trotzdem ist das Ende ausgezeichnet gestaltet und man wird vom Autorenduo mit einigen Schauermomenten belohnt, die einem richtig im Magen liegen.

    Für Einsteiger ins Genre ist dieses Werk meiner Ansicht nach gut geeignet, für die Hartgesotteneren kann ich es allerdings nur als Lektüre für Zwischendurch bezeichnen.

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    inflagrantibookss avatar
    inflagrantibooksvor 4 Jahren
    Besorgen Sie sich zu dieser Lektüre bitte eine Fliegenklatsche! Danke!

    Meinung
    Ich verzichte an dieser Stelle auf eine gesonderte Inhaltsangabe, da der Klappentext schon so viel verrät und schließlich sollen die Leser auch noch selbst lesen, was zwischen den Seiten passiert. Wahrscheinlich ist das hier eine Prämiere, aber ich kritisiere tatsächlich die Länge des Klappentextes, der in meinen Augen viel zu viel verrät. Ich habe ihn nach dem Lesen der Geschichte erst richtig angesehen und finde, dass hier weniger Infos besser wären. Aber das nur am Rande und das ist auch nur meine bescheidene Meinung. Kommen wir zum interessanten Teil: Die Geschichte!

    Manch einer mag mitbekommen haben, dass ich sehr gerne apokalyptische Geschichten lese, in jedweder Form, egal wo sie spielen und je ausgefallener der Grund, desto besser. „Die letzte Plage“ schrie förmlich nach mir. Ich schnappte mir also meine Fliegenklatsche mitsamt dem Insektenspray und machte mich auf den Weg nach London, denn dort beginnt sie, unsere Reise. Wollen wir mal sehen, ob ich am Ende überlebt habe.

    Der Einstieg in die Geschichte hat mich sofort vom Fleck weg umgehauen, denn anstatt lange, erklärende Einleitungs- und Vorstellungsworte, wirft mich das Autorenduo direkt in die Handlung und zeigt mir auf eindrucksvolle Weise, wie die Welt, hier im Fokus das respektive London, momentan aussieht. Die Menschen laufen während eines wirklich heißen Septembers mit langen Mänteln, Schals und Mützen durch die Gegend und erst als ein Dialog stattfindet, erfahre ich als Leser, dass sie sich vor Fliegen schützen. Die ganze Handlung begrenzt sich eigentlich auf London, obwohl man immer wieder etwas von dem Geschehen in der Welt erfährt. Diese Informationen sind sehr geschickt in den laufenden Text eingebaut und auch nicht direkt erwähnt, sodass mir als Leser die Aufgabe zufällt, mir selbst ein Bild davon zu machen.

    Sehr fantastisch gemacht, denn meine Fantasie hat die Welt wahrscheinlich viel erschreckender und grausamer gemacht, als es eigentlich gewollt war. Die Fliegen als Bedrohung sind allgegenwärtig obwohl das wiederrum auch kaum erwähnt wird. Planen und Fliegennetze vor Fenstern und Türen, Schleusen, die in einzelne Läden führen, all das und noch einiges mehr zeigt immer wieder, dass die Angst vor den Fliegen viel tiefer sitz, als die Menschen in London zugeben wollen. Ganz am Anfang ist die Hoffnung noch vorhanden, dass vielleicht doch noch alles gut werden könnte.

    Dass diese Hoffnung unbegründet ist und sehr schnell schwindet, spürt man nicht nur an den Veränderungen, die in der Stadt vor sich gehen, sondern auch im Verhalten der Menschen. Jeder ist sich selbst der Nächste und eine öffentliche Ordnung ist überwertet. Die Polizei kümmert sich nicht mehr um solche „Bagatellen“ wie Kindsentführung und nach und nach geht das öffentliche Leben vor die Hunde. Oder vor die Fliegen.

    Dieser Verfall entsteht aber auch nicht von heute auf morgen, sondern schleicht sich heran und zeigt sich langsam Stück für Stück. Menschen verschwinden, Läden bleiben geschlossen und überall liegen Leichen herum, um die sich niemand kümmert. Die Toten wiederum sind „Brutkästen“ für neue Fliegen, die dann ihrerseits wieder für neue Leichen sorgen, die dann wieder … Teufelskreis eben. Das war für mich die erschreckendste Entdeckung, und der Gedankengang, denn ich dann verfolgte, ließ mich erst einmal mit dem Lesen innehalten. Die Fliegen scheinen ein übermächtiger Gegner zu sein, gegen den sich niemand verstecken oder wehren kann. Ein Biss und innerhalb kürzester Zeit ist man tot. Fliegen sind so klein und unscheinbar, und doch entvölkern sie ratz fatz die komplette Welt.

    Während ich hier sitze und tippe, scheuche ich eine sehr penetrante Fliege immer wieder von meinem Bildschirm weg und frage mich, wie viele Menschen so eine kleine Fliege eigentlich töten kann. Und wie viele neue Fliegen aus einer Leiche schlüpfen, nachdem die Fliege ihre Eier gelegt hat. Meine angeborene Neugierde verlangte, dass ich das recherchiere. Mein Verstand, der nachts gerne ruhig schläft, riet mir davon ab. Nachdem ich einige Zeit mit mir selbst diskutiert habe, hab ich weitergelesen, aber die Fliegenfrage hat mich nicht losgelassen. So einfach dieses Szenario mit den Fliegen ist, so einschüchternd, beängstigend und global ist es zeitgleich. Sehr geile Grundlage für eine Endzeit-Geschichte!

    Diese Leichen, die in ganz London herumliegen, sind das Ergebnis eines Bisses von diesen Fliegen. Wie diese todesbringenden Fliegen entstanden sind, darüber wird eine ganze Weile munter diskutiert und auch ich als Leser darf an dem Rätsel teilnehmen. Ich bekam einige Möglichkeiten serviert und musste mir aufgrund meiner Infos, die ich aus dem Text zog, selbst eine Meinung bilden, wie diese Fliegen so geworden sind, wie sie nun mal sind. Sind es Mutationen, hervorgerufen von einem Wissenschaftler oder hat Gott seine Finger im Spiel?

    Wissenschaft vs. Glaubensfrage. Das ist eine Diskussion die hier die zwei Protagonisten führen. Immer und immer wieder und keiner weicht auch nur ein Stück von seiner Meinung ab. Das grenzt auf beiden Seiten schon an Fanatismus. Sie lieben sich, denken aber dennoch, dass jeweils der andere einfach falsch liegt. Sie sind unglücklich miteinander, wünschen sich aber gegenseitig nur das Beste. Es könnte eine ergreifende Liebesgeschichte sein, wenn ich Nigel und seine Genervtheit nicht so stark hätte nachvollziehen können, denn seine Frau und ihre Ansicht, dass Gott hinter all dem Leid und Tot steckt, war für mich nur Ansatzweise nachvollziehbar. Nein, im Grunde verstand ich sie nicht.
    Wie kann ein Gott für so viel Schmerz und Elend sorgen, was soll das für ein göttlicher Plan sein? Eine „Aufräumaktion“, die am Ende nur Menschen zurück lässt die von Trauer und Sorge zerfressen sind und sich ein Leben ohne ihre Lieben nicht vorstellen können? Nein, das kann kein Gott für die Seinen wollen.

    Nigel, ein Enthüllungsjournalist, ist der Überzeugung, dass die Wissenschaft schuld an der Mutation ist und somit haben die Menschen sich selbst ausgelöscht. Diese Ansicht war für mich nachvollziehbarer. Ich bekam Fakten, die er recherchiert hatte, ich bekam einen Schuldigen und endlich konnte ich jemanden dafür hassen, dass er mich mit der Fliegenfrage um den Schlaf brachte. Auch Nigel sieht in den Forschungen an einer bestimmten Fliegenart und die dadurch resultierenden Folgen den Auslöser der Katastrophe.
    Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände kommen Nigels Recherchen allerdings zu früh an die Öffentlichkeit und das, wann dann passiert, hätte niemand vorhersehen können. Nigel fängt an, um sein eigenes Seelenheil zu fürchten und beschäftigt sich mehr und mehr mit der Frage, ob es doch Gott war, der etwas getan hat.

    Nigel war für mich ein durch und durch pragmatischer Mann, der auf einer klaren Linie durchs Leben geht. Er glaubt das, was er sieht und vertraut seinem Instinkt, wenn es um seine Arbeit geht. Als ein Freund ihn um Hilfe bittet, weil ein Kind verschwunden ist, hat Nigel gleich so ein bestimmtes Gefühl und die Suche nach dem mysteriösen Kind wird seine eigene Reise zur Wiedergutmachung eines katastrophalen Fehlers, den er eigentlich nicht begehen wollte. Ich konnte sein Handeln und Denken immer nachvollziehen.

    Die Situation bei ihm daheim setzte mir genauso wie ihm, auch wenn er das so nie zugegeben hätte. Der kleine, aber feine Wandel, den er gegen Ende durchmacht, machte ihn für mich nur noch sympathischer, als er es ohnehin schon war. Nigel repräsentierte für mich den netten Nachbarn von nebenan, er stand für all die Menschen, die diese von Fliegen überbevölkerte Welt mit erleben müssen und für all die Kämpfe, große wie kleine, die in allen Städten geführt werden. Nigel ist ein ganz normaler Mann und doch war er hier eine Figur, die für so viele Menschen stand und für so viele Ideale, die man erreichen möchte, aber es nie schafft, weil man sich am Ende immer selbst im Weg steht.

    Abby, seine Frau, ist der Meinung, dass Gott diese Fliegen erschaffen hat. Der Sintflut gleich sollen sie auf der Erde aufräumen und die Ungläubigen „beseitigen“. Seitdem sie die Autoimmunkrankheit Lupus hat und regelmäßige an die Dialyse muss, ist sie erfüllt von einem tiefen Glauben an Gott und sieht hinter allen Ereignissen den einen göttlichen Plan. Sie ist der Überzeugung, wenn sie stirbt, kommt sie auch zu Gott, denn fast alle die im Sterben liegen, sagen am Ende, dass sie „IHN“ oder „das Licht“ sehen. Egal, welche (für mich) logische Argumentation Nigel hervorbringt, sie dreht es immer so, dass es am Ende auf Gott hinausläuft. Nigel redet und redet und rein gar nichts dringt zu ihr durch.

    Abby war für mich eigentlich eine sehr bodenständige, junge Frau, die zwar vom Leben etwas gebeutelt wurde, aber dennoch kämpfte. Sie war intelligent und lebte ihre Überzeugung. Allerdings war ihre Überzeugung einfach nicht kompatibel mit der von Nigel und leider auch nicht mit meiner. Ich kam mit Abby einfach nicht klar und war froh, dass sie mir nicht „real“ gegenüberstand. Vollkommen kompromisslos, fast schon stur und dickköpfig hält sie an ihrer Gottes-These fest. Nichts und niemand bringt sie davon ab. Ihr Handeln war für mich dementsprechend nicht immer nachvollziehbar, da ich mich mit ihr und ihrem Glauben nicht identifizieren konnte. Ihre letzte, große Handlung kurz vor dem Ende, glich für mich eher einer Flucht aus ihrem bekannten Leben. Ich glaube, sie hatte es satt zu kämpfen, satt zu diskutieren und wollte sich selbst einfach nur beweisen, dass sie Recht hat, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Das Ende ließ mich im ersten Moment etwas sprachlos zurück, kam es doch etwas abrupt. Nachdem ich es dann aber auf mich wirken ließ und darüber nachdachte, empfand ich es als passend und auf eine sehr eigene Art auch abschließend. Es sind im Grunde mehrere Abschlüsse, die am Schluss durchgeführt werden und die stehen wohl einerseits auch symbolisch für das Ende im Allgemeinen, andererseits punktgenau für das Ende der Geschichte.

    Da sich die Handlung mehr oder weniger auf Nigel und seine Frau konzentriert, erfährt man als Leser immer nur das, was diese zwei eben auch wissen. Dementsprechend erfahre ich am Ende auch nicht genau, was nun los ist in der großen, weiten, Fliegenreichen Welt. Empfand ich aber nicht als schlimm, schließlich hat meine Fantasie schon für genug „Sprengstoff“ in meinen Gedanken gesorgt, angestachelt von dem wirklich fantastischen Schreibstil, der hier an den Tag gelegt wird.

    Einfach, eindrucksvoll und bildgewaltig wurde mir das Ende der Welt und „die letzte Plage“ näher gebracht. Vielleicht sollte ich mir mal noch eine Fliegenklatsche zusätzlich besorgen.

    Fazit
    „Die letzte Plage“ ist für jeden Endzeit-Fan ein MUST READ, auch wenn mir persönlich der „Gottes-Anteil“ etwas zu viel war. Eine verendende Welt, die mehr und mehr Fliegen hervorbringt und doch stirbt die Hoffnung bekanntlich zum Schluss. Nichts für schwache Nerven und für Menschen mit einer Fliegen-Phobie! Für alle anderen hier eine klare Kaufempfehlung.

    Bewertung
    Ich hab lange gegrübelt. Hin und her, hoch und runter. Was vergebe ich, da ich ja doch irgendwie ein bisschen zu kritisieren hatte? Ich hab die Geschichte in einem Rutsch durchgelesen, wurde unterhalten und habe einige Zeit mit dem Nachdenken über den Inhalt verbracht.

    Und genau deswegen bekommt „Die letzte Plage“ von mir auch 5 von 5 Marken. Ja, Abby war eigen, aber ich muss nicht immer mit allen Protagonisten klar kommen. Sie war authentisch in ihrem Glauben und ihren daraus resultierenden Handlungen und nur das zählt.

    LG
    Tily

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    Sommerlesers avatar
    Sommerleservor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Endzeitsenario in stiller untrashiger Form. Sehr interessant!! Nur leider war es mir viel zu viel "gottlastig".
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    Radussvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Intelligenter Endzeit-Thriller, der Facetten beleuchtet, die bei solchen Romanen gern weggelassen werden. Absolut lesenswert!
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