F. Scott Fitzgerald Der große Gatsby

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Inhaltsangabe zu „Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald

New York 1922. Auf seinem Anwesen in Long Island gibt Jay Gatsby sagenhafte Feste. Er hofft, mit seinem neuerworbenen Reichtum, mit Swing und Champagner seine verlorene Liebe zurückzugewinnen. Zu spät merkt er, dass er sich von einer romantischen Illusion hat verführen lassen.

Ein Klassiker, der sich gut lesen lässt. Sehr tiefgreifend

— Crimiwonderwoman
Crimiwonderwoman

Ein sprachliches Maisterwerk, was tief in die menschliche Seele (mit all ihren Abgründen) blicken lässt.

— papaverorosso
papaverorosso

Hat mir leider gar nicht gefallen... Schade :(

— Isy2611
Isy2611

Ein Klassiker, der sich auch heute gut lesen lässt.

— BuchHans
BuchHans

Ein sehr gut geschriebenes Buch, das eine tolle Atmosphäre hat.

— LiveReadLove
LiveReadLove

bester Klassiker, schöne Zeit, und eine unvergessliche Liebesgeschichte

— dreamcatcher_books
dreamcatcher_books

Das Buch bringt die großartige Atmosphäre des Films nicht rüber

— BookBella
BookBella

Ein Klassiker, der mir leider nicht gefallen hat...

— HamsterHerkules
HamsterHerkules

Dramatisch, tragisch, unfassbar traurig, doch zugleich wunderschön und auf bezaubernde Weise faszinierend... ich liebe es. ♡

— hallolisa
hallolisa

So viele Gegensätze vereint in einem Buch, das gleichzeitig so zerstörerisch und belebend ist. F.Scott Fitzgerald ist grandios. ♥

— Samirabooklover
Samirabooklover

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  • Eine unfassbar tragische Geschichte, die mich begeistern konnte.

    Der große Gatsby
    LiveReadLove

    LiveReadLove

    27. June 2017 um 08:49

    Inhalt Jay Gatsby ist ein geheimnisvoller junger Mann, der auf seinem Anwesen in Long Island, New York, schillernde und ausschweifende Feste feiert. Zahllose Menschen besuchen die Partys und die meisten davon haben den Gastgeber noch nie persönlich getroffen. Unglaubliche Geschichten ranken sich um die Gestalt Jay Gatsby, doch das scheint den Gästen völlig egal zu sein, solange die Partys so ruchlos bleiben, wie sie sind. Als Nick Carraway jedoch in Gatsbys Leben tritt, verändert sich alles. Eine unfassbar tragische Geschichte, die mich begeistern konnte. Nachdem ich den Film mit Leonardo DiCaprio gesehen hatte war mir klar, dass ich diesen Klassiker unbedingt lesen möchte. Das Buch habe ich mir dann recht schnell gekauft und es ist über ein Jahr auf meinem SuB gelegen. Als Susen von Susen lives zu einer erneuten Leserunde aufgerufen hat, habe ich mich direkt gemeldet und mitgelesen. Es hat sehr viel Spaß gemacht sich mit anderen über dieses sehr besondere Buch auszutauschen. Was mir direkt von Anfang an aufgefallen ist, war der Schreibstil. Fitzgerald hat mich als Leser direkt in die Zeit der 20er Jahre hineinversetzt. Ich habe diese Trägheit gespürt, diesen Schwermut, der durch die Seiten getrieft ist und das Gefühl, nicht zu wissen was ich mit mir selbst anfangen soll, hat sich beinahe durch die Seiten auf mich übertragen. Ich habe den Luxus gespürt und vor meinem inneren Auge ablaufen lassen, wie die Partys von Jay Gatsby verlaufen sind. Die Art, wie Fitzgerald schreibt hat mir unglaublich gut gefallen. Ich hätte nicht erwartet, dass mir das Buch auf diese Weise schon so zusagt, da ich den Film ja bereits kannte. Die Charaktere haben es mir besonders zu Anfang etwas schwer gemacht. Sie bleiben sehr lange blass und unnahbar. Bis zuletzt habe ich mich dem Erzähler Nick nicht wirklich nah gefühlt, obwohl er der Einzige ist, den ich von Anfang bis Ende auf der Reise durch das Buch begleite. Nick lässt sich sehr leicht von dem Reichtum seiner Umwelt beeinflussen, auch wenn er selbst, im Vergleich zu den anderen, gar nicht so wohlhabend ist. Warum er seinen Sommer auf Long Island verbringt wird nie so richtig geklärt. Er ist als Erzähler eher unzuverlässig, weil er Details über sich und sein Leben beinahe komplett auslässt. Immer wieder wird eine Andeutung fallen gelassen, endgültig geklärt allerdings nichts. Jay Gatsby ist eher ein Schattenwesen, als ein greifbarer junger Mann, der rauschende Feste feiert. Nick gelangt durch eine Einladung auf eine seiner Partys und hat den Gastgeber noch nie in seinem Leben gesehen. Als er ihn dann kennen lernt ist er von dieser Person fasziniert. Gatsby ist charismatisch, einnehmend, er kann überzeugend sein und er ist sehr leidenschaftlich, das beinahe schon in Besessenheit umschlagen kann. Gleichzeitig ist er auch ein Träumer, der die Realität oftmals aus den Augen verliert. Er ist unglaublich reich und hat eigentlich keine Ahnung was er mit all seinem Geld tun soll. Er weiß nicht einmal was er mit seinem Leben anfangen soll und die Partys scheinen ihm wenigstens für einen Augenblick abhilfe zu schaffen. Die Handlung an sich verläuft recht rasant und kommt zu einem eher unerwarteten und vor allem tragischen Ende. Allerdings finde ich das sehr passend für die Geschichte. Es musste so enden, alles andere hätte für mich persönlich eher weniger Sinn ergeben. Auf ein Happy End kann man bei einer solchen Geschichte einfach nicht hoffen. Viel mehr kann und will ich einfach nicht verraten. Wer den Film und das Buch noch nicht kennt, dem kann ich beides nur sehr ans Herz legen. Der Film hat für mich das Buch perfekt umgesetzt und all die Ausschweifungen wunderbar in Szene gesetzt. Es lohnt sich aufjedenfall ein Blick in die Verfilmung. Fazit „Der große Gatsby“ ist ein Klassiker, der mich mit seiner besonderen Stimmung und dem tollen Schreibstil wirklich in seinen Bann gezogen hat. Die Charaktere lassen sich von ihrer Trägheit dahin treiben und steuern ungebremst in eine Katastrophe. Dass es kein wirkliches Happy End gibt hat mir besonders gut gefallen und soll unter keinen Umständen abschrecken. Ein Blick in das Buch lohnt sich aufjedenfall.

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  • The Great Gatsby

    Der große Gatsby
    Samirabooklover

    Samirabooklover

    10. February 2017 um 16:26

    Inhalt Als Nick Carraway in den 1920er Jahren nach New York zieht, kommt er in den Genuss euner außergewöhnlichen Nachbarschaft: Auf seinem prunkvollen Anwesen feiert der berühmt berüchtigte Jay Gatsby, um den sich die wildesten Gerüchte ranken, ausgelassene Partys. Nick taucht immer weiter in diese Welt ein, bis er schließlich einen Blick auf das Geschehen hinter dem Glanz werfen kann und auf die unumstößliche Wahrheit des Zeitgeschehens trifft... Meinung Den Film mit Leonardo DiCaprio fand ich ja schon große Klasse und bisher hatte ich auch einzelne Textstücke aus dem Buch gelesen, die mir sehr gefallen haben. Jetzt wollte ich aber selbst verstehen, was dieses Buch so besonders macht. Normalerweise lese ich nicht selten englische Bücher und habe daher auch kaum Probleme. Ich vergesse irgendwann, dass ein Buch überhaupt in einer anderen Sprache verfasst wurde und die Sprache macht für mich dann keinen Unterschied mehr. "The Great Gatsby" war dagegen eine etwas größere Herausforderung. Fitzgerald hat einen außergewöhnlichen Schreibstil, der unverkennbar ist. Seine Wortwahl, die geradezu extravagant ist, lässt viel Freiraum für eigene Interpretationen und Gefühle. Mit wenigen Worten lässt er uns teilhaben an dem Geschehen, führt uns etwas vor Augen ohne es direkt zu nennen, deutet den wirklichen Sinn dahinter  nur an...Und bringt uns Leser so zum nachdenken. Ich war verzaubert von dem einzigartigen Stil, der durch Metaphern geprägt ist, der dem Ganzen eine geheimnisvolle Note gibt und voller Verheißung steckt. Das Buch hat relativ wenig Seiten und zählt zu den dünneren Büchern. Aber trotzdem habe ich dafür länger zum lesen gebraucht, als für einen dicken Roman. Denn jedes einzelne Wort ist unsagbar bedeutend. Auf den ersten Blick ein unscheinbares Buch, das aber so gewaltig ist. Nick Carraway erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und seine Beschreibung in dem Buch über sich selbst, ist auch in dem Schreibstil wiederzufinden: Gleichzeitig draußen und drinnen. Mal mitten im Geschehen und dann wieder mit einer ausholenden objektiven Sichtweise betrachtet.  “I was within and without, simultaneously enchanted and repelled by the inexhaustible variety of life.”       Ich war hin und her gerissen zwischen dem was ich glauben sollte. Das Buch steckt so voller Gegensätze und erst mit der Zeit lernt man zu verstehen, hinter die Scheinwelt, dem Oberflächlichen zu blicken. Carraways Gefühle beeinflussen den Leser dabei stark. Denn auch er wird erst von dem scheinbaren Glanz der Welt der Reichen getäuscht. Die großen Partys von Gatsby, deren wahren Grund niemand kennt, stehen dabei im Mittelpunkt.  “And I like large parties. They’re so intimate. At small parties there isn’t any privacy.”          Gatsby erscheint in dieser trostlosen Welt, die mich manchmal regelrecht niedergeschlagen hat vor lauter Egoismus und Oberflächlichkeit, als Held, dessen Charakter als einziger nicht verdorben ist. Anders, wie es anfangs scheint. Er verkörpert die pure Hoffnung und Leidenschaft, die rettungslose Liebe. Auf solch facettenreiche Charaktere treffe ich selten und sie geben mir das Gefühl,  niemals die menschlichen Entscheidungen und Persönlichkeiten vollkommen nachvollziehen zu können, die mich auf der einen Seite so enttäuscht haben, mich desillusioniert zurück ließen. Und trotzdem. Trotzdem hat mir Fitzgerald durch den hoffnungsvollen Träumer Gatsby Etwas Unbezahlbares geschenkt. Fazit "The Great Gatsby" ist ein wahres Kunstwerk, dass den Zeitgeist der goldenen 20er aufzeigt und zur selben Zeit nicht aktueller sein könnte. F.Scott Fitzgerald ist grandios. Ich war fasziniert, verliebt, verzaubert und habe zur selben Zeit getrauert. Sein Schreibstil ist unglaublich, die Geschichte atemberaubend. So viele Gegensätze vereint in einem Buch, das gleichzeitig zerstörerisch und belebend ist. So viel Drama, dass den Menschen von allen Seiten widerspiegelt. "The Great Gatsby" gehört nicht ohne Grund zu den Schätzen der Weltliteratur.  “So we beat on, boats against the current, borne back ceaselessly into the past.” 

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  • "The Great Gatsby" von F. Scott Fitzgerald

    Der große Gatsby
    beerenbücher

    beerenbücher

    04. February 2017 um 12:53

    Autor: F. Scott FitzgeraldTitel: The Great GatsbyGattung: Roman, Erzählung, KlassikerErschienen: 1925Gelesene Ausgabe: Anaconda, 2013 ISBN: 978-3-7306-0000-9Gelesen auf: EnglischGelesen im: Januar 2017   Zum Buch:Ein Klassiker der Weltliteratur, in den Fokus des Mainstreams spätestens durch die Verfilmung mit Leonardo DiCaprio gerutscht. Und doch schildert Fitzgerald in knappen 250 Seiten nur einen kleinen Einblick in die amerikanische High-Society der 20er Jahre. Der neureiche Jay Gatsby feiert auf seinem  herrschaftlichen Anwesen in Long Island sagenhafte Feste, doch kaum jemand weiß wie er aussieht. Sein Nachbar Nick Carraway ist einer der weniger, der den Menschen Gatsby hinter der Fassade eines exzentrischen Gastgebers kennen lernt und dem Leser an dessen Lebensgeschichte teilhaben lässt, oder zumindest der Puzzlestücke, die Carraway zusammenfügt. Amuröse Verwicklungen, viel Alkohol, rauschende Partys und ein bitterböser Blick auf die New Yorker Gesellschaft tragen Fitzgeralds Meisterwerk in di e heutige Zeit. Unterstützt durch vielschichtige Charaktere und eine wunderbare, poetische und doch pointierte Sprache machen dieses Buch zu einem echten Klassiker.Mich hat es absolut begeistert und ich habe jede Seite geliebt. Empfehlen kann ich als Abschluss die Simpsons Episode "The Great Phatsby" (Staffel 28, Ep. 12), eine humorvolle Neuadaption.   Eine der LieblingsstellenZitat: "The silhouette of a moving cat wavered across the moonlight, and turning my head to watch it, I saw that I was not alone - fifthy feet away a figure had emerged from the shadow of my neighbour's mansion and was standing with his hands in his pockets regarding the silver pepper of the stars[1] Stil und Sprache: Wunderbare feine, poetische Sprache. Englisch nicht für Anfänger.Zitat: "After all, in the very casualness of Gatsby's party there were romantic possibilities totally absent from her world. What was it up there in the song that seemed to be calling her back inside? What would happen now in the dim, incalculable hours?"[2] Schlüssigkeit der Handlung: Einige Rückblenden, aber gut verfolgbar.  Das hat mir gefallen: Die schöne Sprache, den guten Einblick in die 20er Jahre.Das hat mir nicht gefallen: Ein paar offene Fragen, die bleiben. In One Sentence: 20er Jahre Charme und Poesie!Sterne: 5 [1] S.56[2] S.260

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  • Ein wahres Meisterwerk!

    Der große Gatsby
    JuliaSchu

    JuliaSchu

    17. January 2017 um 20:38

    „Der große Gatsby“ stand bis vor Kurzem auf meiner persönlichen Liste der Bücher, die man im Leben gelesen haben sollte. Das Werk gilt als Weltliteratur, als Klassiker. Vor einigen Jahren sah ich die Verfilmung mit Leonardo DiCaprio und die Geschichte faszinierte mich. Aber das Buch sei bestimmt kompliziert, so dachte ich. Als ich dann aber eine preisreduzierte Ausgabe ergattern konnte, musste ich das Buch endlich lesen. Doch, dass es mich so begeistern würde, konnte ich nicht wissen. Ich bin sprachlos, denn „Der große Gatsby“ ist etwas ganz Besonderes, etwas Großartiges. Das Buch ist so unscheinbar und gleichzeitig gewaltig, dass ich es kaum fassen kann. Doch absolut zurecht gilt es als Meisterwerk und ich habe es geliebt. Wenn euch der prunkvolle Film gefallen hat und ihr Fans der Literatur seid, dann dürft ihr euch diesen Klassiker nicht entgehen lassen! Atemberaubend!KlappentextNew York 1922. Auf seinem Anwesen in Long Island gibt Jay Gatsby sagenhafte Feste. Er hofft, mit seinem neuerworbenen Reichtum, mit Swing und Champagner seine verlorene Liebe zurückzugewinnen. Zu spät merkt er, dass er sich von einer romantischen Illusion hat verführen lassen.MeinungDas erste, worüber ich mich wunderte, war die Kürze des Werks. Ein weltberühmtes Buch, das nur 225 Seiten hat? Wirklich? So wenig Stoff war Grundlage des fast zweieinhalb Stunden langen Films mit dem Oscarpreisträger Leonardo DiCaprio? In der Zeit hätte man ja beinahe das Buch lesen können. Doch, Moment. In zweieinhalb Stunden ist es mit diesem Buch auf keinen Fall getan. Denn wer es in dieser Zeit liest, der hat es nicht richtig gelesen. Ich verstehe die Kritik nicht, dass das Buch in Teilen langgezogen oder ausschweifend sei. Meiner Meinung nach ist die verdichtete Prosa absolut präzise verfasst und schweift niemals unnötig ab. Der Autor F. Scott Fitzgerald wusste mit jedem Satz ganz genau was er tat und das ist das Wunderbare an diesem Werk. Man hat das Gefühl, dass man ein Stück Kunst liest, ohne dass es einem zu schwer wird. Das Buch ist in jedem Fall gewaltig, ja. Aber nicht schwer. Weder der Stil noch die Handlung machen es kompliziert. Eigentlich ist der Kern der Geschichte sogar sehr simpel – die unverstandene und verfälschte, ja vielleicht sogar unerwiderte Liebe. Aber obwohl die Geschichte viel Abstoßendes hat, erzählt Fitzgerald sie so unglaublich schön, dass man im Stil gefangen ist. Seine Sprache ist bildreich, metaphorisch, geheimnisvoll und gleichzeitig präzise. Der Satzbau ist großartig und ich fühlte mich, als würde ich in einem Gedicht feststecken. Einige Zitate regten mich einfach zum Träumen an:„Die Sonne schien, ich sah die Blätter an den Bäumen wie im Zeitraffer sprießen, und da regte sich in mir die vertraute Gewissheit, dass das Leben mit dem Sommer neu beginnt.“ (S. 15)Ich finde, das ist eine sehr schöne Sichtweise. Das Leben beginnt mit dem Sommer neu – ja, irgendwie schon. Der Erzähler Nick Carraway schreibt die Geschichte seines extravaganten Nachbarn Gatsby auf. Obwohl das Buch nur 225 Seiten hat, kommt es 60 davon sogar ohne seinen Namensgeber aus. Und das fiel kaum auf. Denn Gatsby ist ein ganz besonderer, geisterhafter und umworbener Charakter. Seine Geschichte ist schemenhaft und man erfährt nie die ganze Wahrheit über ihn. Doch für mich war er der sympathischste und aufrichtigste Mensch in diesem Buch. Denn gleichzeitig ist Fitzgeralds Roman eine Gesellschaftsskizze der 20er Jahre und er stellt diese Gesellschaft gnadenlos dar. Dieses Porträt ist faszinierend und sehr detailliert beschrieben. Natürlich ist alles in diesem Roman fiktiv und dennoch merkt man einfach, dass noch so viel mehr dahintersteckt. Die Charaktere sind irgendwie vielschichtiger als in heutigen Büchern. Die Zeit und die Kulisse sind einfach eine völlig andere, so dass das Verhalten der Menschen heute völlig irrational erscheint. Und dennoch bleibt vor allem Faszination zurück. Denn in vielem, was die Figuren äußern, steckt ein wahrer Kern. So sagt Jordan Baker über Gatsby und seine prunkvollen Partys:„Jedenfalls gibt er große Partys“, sagte Jordan, was ihre Art war – mit dem typischen Widerwillen des Städters gegen alles Konkrete -, das Thema zu wechseln. „Und ich mag große Partys. Sie sind so intim. Auf kleinen Partys ist man nie unter sich.“ (S. 67)Auch diese Aussage macht auf den zweiten Blick erst so richtig Sinn. Wie ich schon sagte, fliegt nicht durchs Buch – genießt es! Wie im Zitat schon anklingt, bleibt Gatsby lange geheimnisvoll. Eigentlich ist er eine tragische Figur. Doch eben auch der tragische Held. Am Ende tat mir diese Figur nur noch leid und mein Hass entlud sich auf zwei spezielle Charaktere des Buches. Natürlich bekommt der Leser die Sicht des Erzählers Nick aufgebrummt. Und auch Nick verachtet das Ehepaar Buchanan. Völlig zurecht. Der Schurke in diesem Buch ist das Geld. Und das kann man wiederum mit der Figur der Daisy gleichsetzen. „Ihre Stimme klingt nach Geld“, sagt Gatsby einmal und laut  Paul Ingendaary (der Verfasser des Nachwortes) ist es einer der berühmtesten Sätze des Buches (siehe S. 235). Daisy erscheint als unschuldiges Mädchen, das sich nach der Liebe sehnt und entpuppt sich als grausamer Charakter, der sich immer selbst am wichtigsten sein wird. Wie Nick kurz vor Ende des Buches treffend formuliert:„Mir kam das alles sehr leichtfertig und verworren vor. Sie waren leichtfertige Menschen, Tom und Daisy – sie zerstörten Dinge und Lebewesen, und dann zogen sie sich wieder in ihr Geld oder ihre grenzenlose Leichtfertigkeit zurück oder was immer es war, dass sie zusammenhielt, und ließen andere das Chaos beseitigen, das sie angerichtet hatten…“ (S. 222)'Sie zerstörten Dinge und Lebewesen'….Zerstörung ist ein zentraler Punkt in „Der große Gatsby“. Nicht nur die Zerstörung von Dingen, sondern eben von Lebewesen. Von Menschen. Von Existenzen. Zerstört wird hier die Fassade eines Gentleman, eines jungen Mannes, der von ganz unten kommt und alles für einen schon ausgeträumten Traum gibt. Die Geschichte ist tragisch und groß. Und deshalb ist der Titel der einzig richtige für dieses Buch: „Der große Gatby“.Der Erzähler Nick ist übrigens auch ein sympathischer Kerl. Er ist nicht ganz so unschuldig, wie es manchmal den Anschein hat und dennoch ist er einer der Guten. Seine Art zu erzählen gefiel mir sehr gut und letztendlich begreift er, dass seine Freundschaft zu Jay Gatsby echt war. Die letzte Szene zwischen den beiden ließ mich ergriffen zurück. Fitzgerald hat eine so traurige und schöne Geschichte geschrieben. Lest sie!Solltet ihr ebenfalls diese Ausgabe besitzen, empfehle ich euch, auch das Nachwort zu lesen. Man erfährt sehr viel zum Hintergrund des Werkes und zum Leben des Autors. Es ist überaus interessant und lehrreich. Mich hat dieses Buch einfach nicht losgelassen. Und umso trauriger ist es, dass es zu Lebzeiten von Fitzgerald ein Misserfolg war. Was war nur mit der Gesellschaft der 20er Jahre verkerht?!FazitIch liebe dieses Buch. Ich vergöttere den Stil. Ich bin von den Figuren fasziniert. Ich bin so überwältigt, dass mir nun endlich doch die Worte fehlen. F. Scott Fitzgerald hat mit seinem Gatsby ein wahres Meisterwerk geschrieben. Aus jedem Satz erklingt die Kunst und lädt den Leser ein in einem anderen Zeitalter zu verweilen. Könnte ich mehr als fünf Spitzenschuhe vergeben, würde ich das tun. Doch das ist leider nicht möglich, alter Knabe.

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  • Buch wie Verfilmung

    Der große Gatsby
    Kar_Oline

    Kar_Oline

    30. November 2016 um 09:52

    Klappentext ...Der große Gatsby ist ein gesellschaftlicher Roman, der im New York er 1920er Jahre spielt. Im Mittelpunkt steht die Verkörperung des amerikanischen Traums, das Streben nach Geld, Macht und Liebe und schließlich dessen Scheitern.Meine Meinung ...Nick kommt aus Chicago in  das wundervolle, große New York um an der Wall Street zu arbeiten. Er besucht seine Cousine Daisy und ihre Familie und erlebt nun eine ganz andere Welt. Nick wohnt in einem kleinen Häuschen nah an einer riesen Villa, wo jedes Wochenende die größten Partys statt finden - bis er eines Tages eine persönliche Einladung bekommt - persönlich von Gatsby. Als er auf der Party Gatsby kennen lernt, lernt er einen jungen attraktiven Mann kennen, über den man schon viele verschiedene Geschichten gehört hat. Jedoch will sich Nick seine eigene Meinung bilden. Durch die gemeinsame Freundin Baker , von ihm und Daisy erfährt es über Gatsby und Daisy, womit er nie gerechnet hat. Baker bittet Nick, ein Treffen für Gatsby und Daisy zu arrangieren , welches er auch tut. Gatsby und Daisy treffen sich und danach ist nichts mehr wie es war....Vor einigen Jahren habe ich mal den Film gesehen, welches mich sehr berührt hat... Also wollte ich auch das passende Buch dazu lesen. Es hat mich auf keinster Weise enttäuscht, denn es war sehr identisch zum Film. Doch die kleinen Gedanken zu lesen und mehr zu erfahren, lies es zu, dass ich das Buch nicht mehr zur Seite legen wollte. Es ist wirklich eine dramatische Geschichte, voller Liebe und Geheimnisse, Macht, Geld, und Verrat.

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  • Ein amerikanischer Klassiker mit wenig sympathischen Charakteren

    Der große Gatsby
    MadameEve1210

    MadameEve1210

    12. October 2016 um 09:23

    Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald / Erschienen beim Diogenes Verlag mit 256 Seiten Inhalt: New York 1922. Auf seinem Anwesen in Long Island gibt Jay Gatsby sagenhafte Feste. Er hofft, mit seinem neuerworbenen Reichtum, mit Swing und Champagner seine verlorene Liebe zurückzugewinnen. Zu spät merkt er, dass er sich von einer romantischen Illusion hat verführen lassen. Meine Meinung: Ein bekannter amerikanischer Klassiker, der mich nicht ganz überzeugen konnte. Leider, der Ansatz der Geschichte hat sehr viel Potenzial. Ein geheimnisvoller Milliardär namens Gatsby taucht auf, mietet sich eine Villa und feiert herrschaftliche Party voller Pump und Prunk. Jeder darf kommen, alle redet und Gerüchte folgen schnell, aber ist das alles....? Was treibt Gatsby an? Warum ist er so reich? Wer ist er? Der Leser hat Fragen über Fragen, auch die Partygäste habe sie und alle reden. Der Leser hat aber eher eine Beobachtungsposten und kann sich daher mit dem Erzähler Mr. Carraway identifizieren, der dort hinkommt, einen neuen Job hat, seine reiche Cousine besucht und dann auch noch das Glück hat direkt neben Gatsby zu wohnen. Die Geschichte wird von Mr. Carraway erzählt und auch dieser erzählt die Geschichte wie er es will, dh. Er beschießt schon sehr früh über den Hintergrund von Gatsby auf zu klären, ich wusste also schon einige Dinge, was andere Protagonisten nicht wussten. Die Charaktere waren mir sehr unsympathisch, jeder war unangenehm in ihrem Verhalten, so eitel, egoistisch und nur sich selbst wichtig. Selbst Mr. Carraway mochte ich nicht sehr, obwohl er noch am ehrlichsten war. Gatsby war am Ende nur eine tragischen Figur, gefangen in den Träumen der Vergangenheit. Daisy war mir wohl am unsympathischen, sie hat große Schuld aus sich geladen und am Ende wird sie nicht bestraft, sie und ihr Mann leben weiter als wenn nichts passiert ist und fühlen sich auch noch als Opfer?! Schrecklich, ich hätte am Ende gerne eine Bestrafung gesehen, oder ihnen eine verpasst. Das Leben anderer zerstören und ungestraft weiterleben.... Ach ja, ich hatte mit den Charakteren meine Probleme, sehr rücksichtslos und oberflächlich. Fazit: Dieser Klassiker soll eine Studie dieser Zeit sein? Nach dem Buch bin ich froh nicht in dieser Zeit und den Kreisen gelebt zu haben. Ich vergebe dem Buch 3,5 Sternen. Es konnte mich nicht ganz überzeugen, hat aber großes Potenzial für Diskussionen, daher ideal für den Unterricht in Schulen.

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  • Der Geist der Golden Twenties

    Der große Gatsby
    NiWa

    NiWa

    17. August 2016 um 09:27

    Nachdem Nick nach New York gezogen ist, merkt er rasch, dass er nicht nur gegenüber seiner Cousine Daisy und ihrem Mann Tom wohnt, sondern, dass er in außergewöhnlicher Nachbarschaft lebt. Sein Haus liegt direkt neben dem Anwesen einer schillernden, jedoch mysteriösen Persönlichkeit: der große Gatsby. Dieses Buch wird als Sittengemälde der 20er-Jahre, als Porträt und Abbild der Golden Twenties, angepriesen. Und ich denke, dass man damit sogar einen Zeitzeugen in den Händen hält. „Der große Gatsby“ ist erstmals 1925 erschienen und entspringt genau dieser Zeit, von der hier die Rede ist. Im Vordergrund stehen große Themen wie Macht, Geld, Liebe und die Gier danach. Die Handlung wird von Nick erzählt und somit hat man es mit einem ungewöhnlichen Erzählstil zutun, der dennoch ausgezeichnet in den historischen Rahmen passt. Nick ist von Anfang bis Ende farblos, nüchtern, neutral und steht damit im Gegensatz zum Protagonisten, den man als Leser durch Nicks Erleben kennenlernt. Der große Gatsby ist eine schillernde Persönlichkeit. Reich, mächtig und überaus geheimnisvoll, weiß doch niemand, wer er wirklich ist. Ausgelassene Partys, überteuerte Accessoires und eine unfassbare Dekadenz zeichnen nicht nur die 20er-Jahre sondern auch Jay Gatsby aus. Er ist die Verkörperung seiner Zeit, der Inbegriff der 20er-Jahre, der Mann, der mit den Fingern schnippt und den Champagnerbrunnen fließen lässt. Aber bis ich von Gatsbys Charme gefangen wurde, habe ich mir mit dem Einstieg etwas schwer getan. Es dauerte bis ich in diesem nüchternen Stil angekommen und mit Nick als Erzähler warm geworden bin. Doch dann bin ich im Ambiente und der Atmosphäre dieser Zeit versunken und kam auf Gatsbys wilden Partys an, die nicht nur mich sondern ganz Long Island erstaunt haben: die Ausgelassenheit, der Alkohol, das Glitzern und Schimmern, der Zigarettenrauch, die betrunkenen Menschen und diese Dekadenz, die wie ein funkelndes Feuerwerk kurz die Schwärze der Nacht erhellt, nur um wenige Augenblicke später vollständig zu verlöschen gedenkt. Als Leser wird man zuerst geblendet, hineingezogen, nur um später festzustellen, wie zweitklassig eigentlich alles ist. Denn die Menschen verhalten sich wie gelangweilte Kinder, die sich ein Spiel nach dem anderen ausdenken, nur um es sofort wieder abzubrechen. Man merkt, dass nichts dem oberflächlichen Schein entspricht, wodurch Fitzgerald meiner Ansicht nach wunderbar den Zeitgeist der Golden Twenties wiedergibt. Meiner Meinung nach hat gerade diese schillernde Oberflächlichkeit der Geschichte wahre Tiefe verliehen. Die Handlung wage ich als raffiniert zu bezeichnen, auch wenn sie vielleicht allein für sich stehend nichts besonderes ist, aber trotzdem zu überraschen weiß. Denn Gatsby ist ein Mann, der der Oberflächlichkeit dient, jedoch nach Tiefe strebt und sich hinter den schimmernden Kulissen nach seiner großen Liebe sehnt. Fitzgerald spielt mit den Gegenteilen, polarisiert und zeichnet ein schimmerndes Bild der 20er. Im nüchternen Stil erzählt er von volltrunkenen Partynächten, anhand einer bescheidenen Figur lässt er den protzigen Gatsby erstrahlen und unter dem Mantel der Oberflächlichkeit lässt er Tiefe hervor blitzen, die man vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennt. Ich denke, „Der große Gatsby“ ist ein Buch, auf das man sich einlassen kann, wenn einen die 20er-Jahre, ihr Zeitgeist und das Flimmern wilder Partynächte faszinieren. Es ist ein Roman, der mich persönlich sehr begeistert hat und den ich an Interessierte nur empfehlen kann.

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    • 15
  • Macht es dem Leser nicht leicht, lohnt sich aber doch

    Der große Gatsby
    vanessabln

    vanessabln

    03. August 2016 um 23:16

    Aufgrund einer Klassiker-Leserunde habe ich mich an den "Großen Gatsby" in Form einer gebundenen Reclam-Ausgabe gewagt. Ich hatte vorher schon von diesem Buch gehört und auch Ausschnitte des Films gesehen, aber der Inhalt hatte mich nicht wirklich interessiert. Das Buch fängt auch sehr oberflächlich an und ich dachte fast schon, dass ich abbrechen müsste, da ich nicht wirklich Inhalt fand. Letztendlich hat es sich aber doch gelohnt durchzuhalten. Sterne zu vergeben fällt mir sehr schwer, denn was mir weniger gefallen hat ist wohl gerade das Sinnbildliche des Buches. Der Erzähler Nick Carraway zieht nach Long Island und beobachtet zuerst sehr nüchtern seinen Nachbarn Jay Gatsby, der in seinem beeindruckenden Haus berauschende Parties gibt, zu denen regelmäßig ihm unbekannte Menschen strömen. Wer Gatsby ist, weiß niemand genau, deshalb gibt es viele Gerüchte. Das Treiben in seinem Haus sowie die Gäste sind ziemlich oberflächlich bzw. belanglos, was sich zugleich im Schreibstil wiederspiegelt. Allerdings sind auch Zynismus und feiner Humor eingebaut. Über Gatsby selbst erfährt der Leser wenig, auch wenn er sich als anders als zunächst angenommen entpuppt. Ab der Hälfte des Buches fand ich es immer spannender, denn es wurde noch sehr dramatisch. Auch gibt es beeindruckende Sätze, beispielsweise die beiden letzten Absätze. Alles in einem steht dieser zeitlose Klassiker für sich. Der Schreibstil erfordert Konzentration, die jedoch belohnt wird. Die Oberflächlichkeit und Gedankenlosigkeit der Menschen hat Fitzgerald plakativ geschildert. Auch wenn das Buch in den USA der 20er Jahre spielt und auch sehr amerikanisch wirkt, kann das Geschehen problemlos woanders hin übertragen werden. Abzüge gibt es von mir für gewisse Lücken in der Erzählung und dass die Personen einem seltsam fern bleiben. Nach dem Beenden der Lektüre wurde mir klar, dass dies wahrscheinlich so gewollt ist. Eher gefühlsmäßig (weil es währenddessen nicht ganz "meins" war) gebe ich daher 3,5 Sterne. Bin mir aber nun bewusst, dass es ein lohnenswerter Klassiker ist!

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  • Eine Welt des flimmernden Scheins

    Der große Gatsby
    Buchgespenst

    Buchgespenst

    23. July 2016 um 18:24

    Gatsby – der Name hat den Klang von unendlichem Reichtum, Eleganz, Stil und einer schillernden Verruchtheit, die ihm erst den richtigen Schliff gibt. Der Erzähler Carraway trifft 1922 in der Welt der Reichen und Schönen, der Partys und des Exzesses, auf den geheimnisvollen Milliardär. Angezogen und abgestoßen folgt er ihm in diese Welt und bevor er weiß wie er sich zu dem ganzen stellen soll, trifft Gatsby auf seine Jugendliebe Daisy. Eine Achterbahnfahrt, bei der das Ende abzusehen ist, beginnt. Einer der großen Klassiker der amerikanischen Literatur, konnte mich von der reinen Geschichte her leider nicht überzeugen. Die Charaktere blieben mir unsympathisch, der Geschichte scheint es an Tiefe zu fehlen und am Ende wirkt alles banal. Dann kommt das Nachwort und schon verändert sich der gesamte Blick des Lesers. Hunderte Interpretationsmöglichkeiten eröffnen sich, neue Eindrücke kristallisieren sich aus dem Nichts. Im Grunde will man das Buch gleich noch einmal lesen, nur um sich mit den neuen Ansätzen noch einmal mit den Details zu beschäftigen. Je länger ich über das Buch nachdenke, desto besser gefällt es mir, desto mehr gibt es mir. Doch es ändert nichts an der Tatsache, dass die reine Geschichte mit einer normalen, nicht literaturwissenschaftlichen, Lektüre, mich nicht berühren konnte. Dementsprechend gebe ich dem Buch 3 ½ Sterne. Als Gesellschaftspanorama und Darstellung der Goldenen 20er ist das Buch große Klasse. Es verbirgt seinen Tiefgang und seine Aussage allerdings sehr gut. Mich bringt es in einen Zwiespalt. Auf der einen Seite viel Interpretationspotential und eine Menge zum Nachdenken, auf der anderen Seite bleiben unsympathische Charaktere, die mich nicht in die Geschichte eintauchen ließen. Ein Reread wird es ganz sicher geben! Mit der Kenntnis des Nachworts macht die Geschichte sicherlich einen ganz anderen Eindruck. Dieses Buch sollte unbedingt in einer kommentierten Ausgabe gelesen werden!

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  • Aktueller denn je.

    Der große Gatsby
    Leuchtturmwaerterin

    Leuchtturmwaerterin

    22. July 2016 um 13:41

    Inhalt: Die Geschichte von Jay Gatsby, einem einsamen reichen Geschäftsmann, der seiner längst verlorenen Liebe nachjagt, wurde zu einem der größten Klassiker der amerikanischen Literatur. Der Roman aus dem Jahr 1925 erzählt von der Genusssucht und Langeweile der Roaring Twenties und der Sinnlosigkeit des mondänen Lebens. F. Scott Fitzgerald beschreibt auf einzigartige und authentische Weise sowohl ein Stück Zeitgeschichte als auch menschliche Tragödien. Die schlichte und zugleich poetische Sprache des Romans ist in dieser Neuübersetzung perfekt getroffen. Meine Eindrücke zum Buch: Ich habe die Ausgabe der Süddeutschen Zeitung gelesen, aus dem Amerikanischen von Walter Schürenberg. Ich habe den ICH-Erzähler Nick Carraway direkt ins Herz geschlossen. Auch wenn er nur stiller Beobachter ist und einzig und allein als Erzähler der Story fungiert, finde ich seine Person einfach klasse. Mit den anderen Charakteren ging es mir nicht so. Ich mochte sie alle nicht wirklich. Jeder hat auf seine Weise eine unsympathische Art an sich und man will eigentlich nichts mit ihnen zu tun haben. Das Buch lebt von diesen Charakteren, von der Oberflächlichkeit der Gesellschaft und hält den Menschen den Spiegel vor. Denn eigentlich ist es doch so, dass diese Oberflächlichkeit in der heutigen Gesellschaft noch extremer geworden ist. Jeder ist nur auf sich bezogen, seine eigene kleine Welt zählt und nur der, der was zu bieten hat, darf in dieser Welt mitspielen. Wenn jemand nichts hat, hat er auch bitteschön zu verschwinden. Einen Stern Abzug gibt es, weil ich zu Beginn einige Zeit gebraucht habe, bis ich wirklich in der Geschichte drin war. Es ist teilweise etwas wirr geschrieben, was wohl aber die Partygesellschaft, den Alkoholkonsum und den Leichtsinn der Figuren besser aufzeigen soll. Fazit: Dieses Buch ist aktueller denn je, denn der Egoismus jedes einzelnen prägt die Gesellschaft und lässt Menschen an die Macht kommen, die diese ausnutzen und ihre ganz eigenen Ziele verfolgen.

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    • 8
  • Der Schein ist alles

    Der große Gatsby
    Betsy

    Betsy

    21. July 2016 um 23:26

    Die Geschichte des Jay Gatsby in den goldenen 20iger Jahren, verheißt große Partys, eine gelangweilte Oberschicht, viel Scheinheiligkeit und Affären. Wilde Gerüchte ranken sich um seine Persönlichkeit und nur wenige erhaschen einen Blick auf den echten Gatsby hinter der Maske, die letztendlich nur dazu dient eine verlorene Liebe zurückzugewinnen.Erzählt wird die Geschichte aus den Augen des gerade nach New York gezogenen Nick Carraway, der am Börsenmarkt Karriere machen will und zum Nachbarn des legendären Gatsbys wird. Dadurch, dass Nick hier ausschließlich berichtet was er selbst erlebt hat oder ihm nachträglich zugetragen wurde um Handlungslücken zu füllen, fehlt einem leider der tiefere Einblick in die Hauptfiguren, besonders da unser Erzähler oftmals auch nur beobachtet und zuhört.Der Anfang ist überraschend zäh, da nicht wirklich viel passiert, die Figuren fast nur Nichtigkeiten von sich geben und alle irgendwie gelangweilt dahintreiben. Auch Gatsby selbst tritt erst später als erwartet in der Geschichte auf, obwohl er die titelgebende Figur ist. Seine Figur verkümmerte hier in dem Versuch seine Vergangenheit wiederaufleben zu lassen, immer mehr zu einer unsicheren und verklärten Gestalt, die weit weg von der vermeintlich schillernden und selbstbewussten Persönlichkeit ist, dessen Aura ihn zu Beginn umgibt. Anfangs noch als geheimnisvoller Aufsteiger beschrieben, ist er letztendlich nur jemand der sich in eine Illusion verrannt hat und verzweifelt versucht, diese Realität werden zu lassen. Der spannende Aspekt wie er es geschafft hat zum legendären Gatsby zu werden mit all seinem Geld, wird hier nur teilweise geklärt. Man bekommt einen guten Einblick in die Welt der goldenen 20iger Jahre, eine Zeit des Fortschritts, dem "American Dream" (dem Streben nach Erfolg und Reichtum) und der Dekadenz. Was hier dann mit der Zeit aufs Gemüt drückt ist, dass scheinbar alle in einer Tour gelangweilt sind, heucheln, bei ihren Gefühlen unterkühlt wirken und auch die Unterhaltungen oftmals sehr sinnlos erscheinen. Der Autor hat sich hier scheinbar nur auf die negativen Seiten dieser Zeit festgelegt, weshalb hier auch nie wirkliche Leichtigkeit aufkommt, weil die Figuren auch nicht so angelegt wurden.Teilweise gibt es hier auch etwas abrupte Sprünge in der Handlung durch den Erzähler, die einen etwas irritieren, wenn man bei der zeitweise langweiligen Handlung nicht ganz bei der Sache war und er etwas erzählt, was sich eigentlich erst später zuträgt. Erst gegen Ende wird es dann endlich interessant und es zeigt eindrucksvoll worauf der Autor hinaus wollte, nämlich das Geld und Macht immer die größte Anziehung ausstrahlen und sich jeder selbst der Nächste ist.Fazit: Ein Klassiker, der hier vielleicht sehr gut das gelangweilte Flair, die Dekadenz und die falsche Moral der damaligen Zeit widerspiegelt, aber wenig wahre Emotion vermittelt. Den Figuren fehlt die Tiefe und allesamt waren sie auf ihre Art und Weise nervig und anstrengend, weil sie einfach schon zu überzogen wirkten. Punkten konnte das Buch nur durch die dramatischen Ereignisse gegen Ende und weil der Erzähler endlich nicht mehr unbeteiligt blieb, sondern seine Emotionen einfließen ließ. Vieles blieb jedoch verschwommen, gerade was die Figur des Gatsbys betraf.

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    • 3
  • Es ist nicht alles Gold, was glänzt

    Der große Gatsby
    katha_dbno

    katha_dbno

    03. July 2016 um 17:20

    Rezension auf Buntes TintenfässchenIch ziehe recht ungern in Rezensionen Vergleiche zwischen Romanen und Filmadaptionen, aber in diesem Fall geht es bei mir nicht anders. Es passiert mir äußerst selten und ich lasse mir auch bereitwillig den Stempel 'Kulturbanause' aufdrücken, wenn mir jemand wiederspricht, aber im Fall von Der große Gatsby gefällt mir die Verfilmung von 2013 besser als die Romanvorlage. Das soll nicht heißen, dass das literarische Werk nicht gut wäre, aber bei mir ist der Funke nicht wirklich übergesprungen, weshalb ich den Hype nicht ganz nachvollziehen kann.Die schriftstellerische Leistung von Fitzgerald fand ich durchaus gelungen. Die Geschichte liest sich sozusagen 'gut runter'. Mal beschreibt er ausführlich das Äußere, Gestik und Mimik von Charakteren und das Setting, mal legt er weniger ausschweifend das Geschehen dar, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Eine gute Kombination. Bei einer Geschichte, die in den 20er Jahren spielt, hat aber nun der Film den Vorteil, dass er die Extravaganz, das spektakuläre, ausschweifende Leben und die Farbenpracht besser in Szene setzen kann. Die Partys von Gatsby werden dadurch tatsächlich zu einem rauschenden Fest, wähend sie im Roman zwar als solche beschrieben werden, aber bei mir nicht dieses Feeling heraufbeschworen haben. Auch was die Dramatik betrifft, hat der Film ein wenig die Nase vorn. Wie sich der Konflikt allmählich zuspitzt und schließlich zu einer Katastrophe führt, wurde dort einfach wirkungsvoller dargestellt. Vielleicht hatte das im Roman mehr Eindruck bei mir gemacht, wenn er schlichtweg länger gewesen wäre.Auch wenn, wie oben erwähnt, die Personen ziemlich genau charakterisiert werden, konnte ich doch keine Nähe zu ihnen aufbauen. Zum Teil lag es wohl in Fitzgeralds Interesse, dass man eine gewisse Abneigung gegenüber Tom, Daisy und Gatsby empfindet, da er mit seinem Werk Kritik am dekadenten Lebensstil der 1920er üben wollte. Das ist ihm bei mir zumindest geglückt. Auch wenn ich Daisys und Gatsbys Liebesgeschichte während des Lesens zunächst als romantisch und tragisch empfunden habe, konnte ich am Ende (bei Buch und Film) nur den Kopf schütteln und war besonders von Daisy enttäuscht. So ein egoistisches, schwaches Modepüppchen erlebt man zwar nicht selten, aber deswegen haben mich ihre Sorglosigkeit und ihr mangelndes Mitgefühl nicht weniger aufgeregt. Ich kann es einfach nicht leiden, wenn Menschen immer den einfachen Weg wählen. Auch Gatsby hat bei mir keine wirklich positiven Gefühle heraufbeschworen, auch wenn ich letztlich natürlich Mitleid mit ihm hatte. Außerdem ging mir seine Phrase "alter Knabe", die er an fast jeden Satz gehängt hat, wirklich auf die Nerven. Tom muss ich wenigstens zugute halten, dass er sich seiner Charakterschwächen wenigstens bewusst ist, während die anderen so tun, als wären sie ach so unschuldig. Was mich auch etwas stört, ist, dass der eigentlich Protagonist Nick Carraway, der die Episode erzählt, sehr stark in eine Beobachterrolle gepresst wird. Ja, die Handlung ist um den mysteriösen Gatsby herumgestrickt, aber deswegen hätte es ja trotzdem nicht geschadet, Nick ein bisschen mehr Eigenleben und Entfaltungsmöglichkeiten zu geben. Er ist als Sprachrohr für Fitzgerald sozusagen nur Mittel zum Zweck, was ich einfach nur schade finde. FazitIch lese wirklich gerne Klassiker der Weltliteratur, weil die meisten davon erstaunlicherweise angenehm geschrieben sind und man sich wie in einer anderen Welt fühlt. Das trifft auch auf Der große Gatsby zu, aber im Endeffekt hat mich Fitzgeralds 'Meisterwerk' nicht nicht ganz so begeistert, wie erhofft. Mir fehlte schlicht der Bezug zu den Figuren und auch die Dramatik war nicht sonderlich spürbar. DIe Entwicklung und die Gesamtaussage wiederum gefielen mir sehr gut.

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  • Der große *gähn* Gatsby

    Der große Gatsby
    Janinezachariae

    Janinezachariae

    Irgendwas stimmt doch nicht mit mir. Ich hab so viel gutes über das Buch gehört und es ist ein großer Klassiker. Aber das Buch war so langweilig. Ich bin sogar gelegentlich beim Lesen eingeschlafen. Die Gesellschaft war Oberflächlich. Die Leute hohl. Nichts geschah. Sie lebten nur in den Tag hinein, hier mal eine Affäre, da mal irgendwas … Die Frage rund um den großen Gatsby hätte man anders gestalten können. Die letzten Seiten waren dann noch relativ “spannend”, aber den Knall hab ich wohl verpasst. Mein Buch ist eine Neuauflage von 2011. Wie ist es möglich, dass dann trotzdem Wörter vorkommen, die man nicht mehr aussprechen darf? Allgemein fand ich das Verhalten von diesen Leuten echt daneben. Klar, Rassentrennung wurde damals noch groß geschrieben, aber … ich rege mich echt auf, merkt ihr das? Der große Gatsby. Eine Illusion der Langeweile.

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    • 5
  • Ich werde es ganz bestimmt noch einmal lesen

    Der große Gatsby
    harrysdesire

    harrysdesire

    18. April 2016 um 19:25

    Schon lange hatte ich mir vorgenommen dieses Buch zu lesen und bin jetzt endlich mal dazu gekommen. Trotz der geringen Seitenanzahl habe ich länger gebraucht als gedacht, da man sich wirklich auf das lesen konzentrieren musste. Für mich war diese Geschichte mal etwas ganz anderes und hat mich wirklich zum nachdenken gebracht und in ihren Bann gezogen.

  • Der alte Knabe und die Liebe

    Der große Gatsby
    Nespavanje

    Nespavanje

    Nick Carraway versucht sich in New York als Börsenmakler und zu diesem Zweck hat er ein altes Haus auf Long Island bezogen. Eine entfernte Verwandte wohnt nicht allzu weit weg, allerdings ist er von ihrem Mann nicht sonderlich angetan, als er ihm ganz frei eröffnet eine Geliebte zu haben, die er in Anwesenheit von Nick sogar gewalttätig angreift. Es dauert nicht lange und Nick wird persönlich zu einer Party eingeladen, die einer seiner Nachbarn regelmäßig veranstaltet. Gatsby ist der Gastgeber der ausschweifenden Feiern, zu denen auch nichteingeladene Gäste gewohnheitsmäßig vorbeischauen. Es liegt schon einige Zeit zurück, dass ich „Der große Gatsby" das erste Mal gelesen habe, aber so wie es nun mal ist: Gute Erzählungen liest man immer wieder gerne. Gerade an dieser Übersetzung (=aus dem Jahr 2006) schätze ich die überaus klare und gut akzentuierte Sprache und wie es für einen guten bibliophilen Leser gehört, besitze ich in den Untiefen meines Bücherregals noch mindestens eine weiter Ausgabe, die ebenfalls gelesen gehört. Fitzgerald gehört eindeutig zur klassischen amerikanischen Literatur, die auch deswegen zum immer wieder Lesen einlädt, weil man auch immer wieder etwas Neues an diesem Roman entdecken kann. Vielleicht ist das auch mitunter ein Grund, wieso es so viele verschiedene Interpretationen des Erzählten gibt. Für mich ist es allerdings ein zweitrangiges Thema, viel mehr bin ich gut unterhalten worden. Und das schätze ich an einer Geschichte viel mehr. Geschrieben ist das Buch aus dem Blickwinkel Nick Carraways, der nicht immer so sachlich und vorurteilsfrei erzählt, wie der erste Anschein vermuten lässt. Nick behauptet ja im Buch selbst, der einzig ehrliche Mensch zu sein, den er kennt. Allerdings versucht er diese abneigende Haltung, die er besonders Gatsby gegenüber hat, sich nicht anmerken zu lassen. Fitzgerald begann 1923 an diesem Roman zu arbeiten und zeichnet ein typisches Bild der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts, indem wohl zum Teil auch viel Biographisches mit eingeflossen ist. Der große Gatsby ist erstmals 1925 erschienen, erlangte aber erst nach dem Tod Fitzgeralds eine gerechtere Aufmerksamkeit. Ein interessantes Detail am Rande: Regisseur Baz Luhrmann und Akteur Leonardo DiCaprio, ein Gespann das bereits 1996 ihre Kunstfertigkeit, mit der neu Adaptierung von Romeo&Julia ihre Kunstfertigkeit unter Beweis gestellt haben, glänzten mit der Neuverfilmung von „The great Gatsby“. Wobei gesagt werden muss, dass die ältere Version mit Mia Farrow und Robert Redford in den Hauptrollen, ebenfalls eine wunderbare Verfilmung ist, die man gesehen haben muss.

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    • 3
    Nespavanje

    Nespavanje

    26. March 2016 um 13:39
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