F. William Engdahl Russland und die neue Vernetzung Eurasiens

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Inhaltsangabe zu „Russland und die neue Vernetzung Eurasiens“ von F. William Engdahl

»Die Russen draußen halten, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten ...« Anfang der 1950er Jahre, zu Beginn des Kalten Krieges, erklärte Baron Ismay, erster Generalsekretär der NATO, der Zweck der North Atlantic Treaty Organization sei es, »die Russen draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten zu halten«. Heute, rund sechs Jahrzehnte später sowie ein Vierteljahrhundert nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Pakts, sind die USA, die treibende Kraft hinter der NATO, mehr denn je darauf erpicht, Baron Ismays Maxime instand zu halten. Anstatt die NATO nach 1990 bedachtsam abzubauen, wie es vielerseits erwartet wurde, haben vier amerikanische Präsidenten nacheinander die Strategie verfolgt, die NATO bis vor die Haustür Moskaus und auch Chinas zu erweitern. Wie ist das zu verstehen? F. William Engdahl geht davon aus, dass hinter Baron Ismays bekannter Maxime eine unausgesprochene geopolitische Agenda des Westens steht. Diese inoffizielle US-Außenpolitik wurde 2014 von George Friedman, Direktor der texanischen Strategie-Denkfabrik Stratfor, die wegen ihrer engen Verbindungen nach Washington oft auch als »Schatten-CIA« bezeichnet wird, in einem Interview offen eingeräumt: »Aus Sicht der Vereinigten Staaten wäre das gefährlichste potenzielle Bündnis eine Allianz zwischen Russland und Deutschland. Es wäre eine Allianz der Technologie und des Kapitals Deutschlands mit den natürlichen und menschlichen Ressourcen Russlands.« Dieses Buch weist die rabiaten Bemühungen Washingtons nach, unter schamloser Übertretung internationalen Rechts und der UN-Charta einen Finanzkrieg und einen militärischen Stellvertreterkrieg gegen Russland zu führen und es zu dämonisieren. Es zeigt Russlands überraschende Reaktionen, die jene Krise in eine einmalige Chance verwandeln, neue Bündnisse zu schmieden und bestehende zu vertiefen. Das Auftauchen dramatischer neuer alternativer Initiativen von China bis Russland bietet Europa, insbesondere der Bundesrepublik Deutschland, eine einmalige Gelegenheit, bei einem neuen wirtschaftlichen Aufschwung, der die Geschichte verändern kann, eine führende Rolle zu spielen. Die Alternative ist ebenso krass wie eindeutig: Chaos, ein unkontrollierter Flüchtlingsstrom, Terrorismus, Krieg und eine wirtschaftliche Depression wie in den 1930er Jahren oder noch schlimmer. Deutschland und der Großteil der EU sind viel zu lange Vasallenstaaten der US-Außenpolitik gewesen.

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    Russland und die neue Vernetzung Eurasiens

    R_Manthey

    14. January 2016 um 11:59

    Das steht als ein Motto des Siegels der USA auf der Ein-Dollar-Note. Eine neue Ordnung der Zeitalter soll damit beschworen werden. Seit dem Ende des Kalten Krieges fühlen sich die USA als dessen Sieger und versuchen als angeblich einzig verbliebene Weltmacht alles ihrem Dominanzstreben unterzuordnen. Glaubt man ihren Ideologen, so gibt es nur ein wesentliches geopolitisches Ziel, nämlich zu verhindern, dass sich auf dem eurasischen Kontinent ein Widersacher entwickeln kann. Das ist der Albtraum der USA. Wenn man dieses nicht verheimlichte geopolitische Ziel der USA erst einmal verstanden hat, dann fällt es nicht mehr besonders schwer, die wahre Bedeutung der zahlreichen "Farben-Revolutionen" in Europa oder rund um Russland zu verstehen oder den sogenannten "Arabischen Frühling" einzuordnen. Überall wo die USA die Finger im Spiel haben, kommt es zu zerstörerischen Entwicklungen, die den Verursacher nicht treffen, weil er weit weg sitzt und unangreifbar scheint. Sieht man jedoch etwas näher hin, dann erschließen sich auch recht leicht die Dummheit und die katastrophalen Fehleinschätzungen, die dieser Politik der USA zugrundeliegen. Kein einziger Krieg, den sie in den letzten Jahrzehnten direkt oder indirekt geführt haben, brachte ihnen irgendwelche nachhaltigen Vorteile, sieht man einmal von den schlimmen Wirkungen auf ihre Konkurrenten ab, zu denen man auch Deutschland zählen muss. F.William Engdahl beschreibt in seinem jüngsten Buch die Folgen dieser Politik, die sich in Eurasien nun zu ergeben scheinen. Nachdem Russland lange Zeit stillgehalten und mit den Nachwehen der Jelzin-Periode zu tun hatte, scheint nun die rote Linie erreicht zu sein. Spätestens seit dem Umsturz in der Ukraine hält Russland aktiv dagegen. Engdahl beschreibt die drei Stoßrichtungen der russischen Geopolitik: (1) Aufbau einer eurasischen Wirtschaftszone insbesondere durch die Entwicklung einer schnellen Eisenbahntrasse bis nach China, (2) Aktive Währungspolitik mit dem Ziel, die Dollar-Dominanz zu brechen, was für die USA eine Katastrophe wäre, (3) Aufbau von militärischen Allianzen oder wenigstens von einer angemessenen militärischen Zusammenarbeit insbesondere im Dreieck Russland-China-Iran. Engdahl zeigt, dass der Versuch der USA, Russland zu isolieren und in die Enge zu treiben, zum genauen Gegenteil führt, weil Russland sich aktiv wehrt. Was unbedingt verhindert werden soll, wird so gerade erschaffen. Sieht man sich die US-Politik der letzten Jahrzehnte an, dann scheint genau dies eine Konstante zu sein. Eine andere besteht in der Wiederholung von Aktionen, die schon einmal nicht glattliefen. So zum Beispiel die Ausbildung und Ausrüstung islamischer Milizen, die dann fast komplett zu den Terrorbanden überliefen, die man vorgab bekämpfen zu wollen. Einzelheiten finden im Buch. Ein anderes Beispiel liefert der gegenwärtige Verfall des Ölpreises, der vom US-Partner Saudi-Arabien ausgeht und Russlands Wirtschaft treffen soll. So wie 1986 die Sowjetunion. Dass man dabei die eigene Ölschiefer-Produktion in den Ruin treibt, scheint egal zu sein. Engdahls Buch entwickelt sich ähnlich wie sein Text zur Ukraine-Krise aus vielen einzelnen Artikeln. Dadurch kommt es oft zu Wiederholungen. Die Texte entstanden innerhalb von ungefähr zwei Jahren und wurden offenbar nicht mehr verändert als man daraus das Buch zusammengestellte. So überrascht es nicht, dass ein paar Dinge nicht mehr auf dem neuesten Stand sind, insbesondere Engdahls Einschätzung der Türkei. Dessen ungeachtet kann man sich mit diesem Text ein sehr gutes Bild der US-Politik der letzten Jahre machen und ihr Wesen verstehen, selbst dann, wenn man nicht immer mit dem Autor übereinstimmt.

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