‚Wozu das alles? Die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem ‚Universum und dem ganzen Rest‘ ist uralt. Sie hat in der Menschheitsgeschichte viele unterschiedliche Antworten erhalten, allerdings wurde bislang noch keine letztgültige Antwort entdeckt - die Frage nach dem Sinn bleibt eine offene Frage. Auch in der Psychotherapie begegnet uns diese Frage, wenn Patient:innen Sinn suchen oder Sinn verloren haben.‘ (Seite 8)
Fabian Chmielewski und Sven Hanning setzen sich in ihren ‚Therapie-Tools‘ zunächst mit einer Einführung ins Thema auseinander, gehen dann näher auf Diagnostik und Fallkonzept ein, stellen Besonderheiten zum Thema Enttäuschung und Bescheidenheit vor, bieten Strategien zum Finden von Orientierung, um Zugehörigkeit zu stärken, um Bedeutsamkeit zu erhöhen, um Nachvollziehbarkeit und um Echtheit zu fördern. Im letzten Abschnitt gehen sie schließlich auf Tod und Sterblichkeit ein.
Fragen nach dem Sinn des Lebens werden mir in meiner psychotherapeutischen Arbeit häufiger gestellt bzw. Betroffene hadern mit dem Sinn des Lebens. Deshalb habe ich mich über dieses Buch sehr gefreut, und vor allem aktuell passt es perfekt zu meiner therapeutischen Arbeit.
Die philosophischen Betrachtungen, die sich im ersten Abschnitt des Buches finden, sind spannend und wichtig, um sich als Psychotherapeut:in erst einmal mit der Thematik zu befassen, denn den eigenen Standpunkt zum Thema zu kennen, ist meiner Meinung nach sehr wichtig.
Zu Beginn des Buches waren mir einige Arbeitsblätter und Infoblätter trotzdem etwas zu theoretisch. Im Verlauf werden diese aber sehr hilfreich, relevant und sind gut durchdacht.
Das Buch hat mir viele konkrete Ideen gegeben, wie und bei wem ich die Arbeitsblätter und Infoblätter einsetzen kann und werde. Ich bin den beiden Autoren sehr dankbar für diese Zusammenstellung.
Fabian Chmielewski
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Fabian Chmielewski
Ganz viel Wert: Selbstwert aktiv aufbauen und festigen. Mit Online-Material
Therapie-Tools Selbstwert: Mit E-Book inside und Arbeitsmaterial (Beltz Therapie-Tools)
Neue Rezensionen zu Fabian Chmielewski
Rezension zu "Therapie-Tools Selbstwert: Mit E-Book inside und Arbeitsmaterial (Beltz Therapie-Tools)" von Fabian Chmielewski
sabatayn76‚Die Verbesserung des Selbstwerts stellt eins der wichtigsten Therapieziele dar, und Zusammenhänge mit Selbstwertproblemen sind für zahlreiche, ganz unterschiedliche psychische Störungen belegt.‘ (Seite 11)
Fabian Chmielewski und Sven Hanning berichten in ihren ‚Therapie-Tools Selbstwert‘ von Trait- und State-Selbstwert, The Good, The Bad and The Ugly, implizitem und explizitem Selbstwert, schädlichen Selbstwertstrategien, Grundbedürfnissen, Selbstdiskrepanz, Bin-Ich, Soll-Ich und Wunsch-Ich sowie Selbstwert von Psychotherapeuten.
Ich schätze die Reihe ‚Therapie-Tools‘ sehr, vor allem weil sie viel Wissen enthalten, dieses hervorragend zusammenfassen und aufbereiten, so dass die Info- und Arbeitsblätter sofort einsatzbereit sind, was den Einsatz bestimmter Techniken und Übungen deutlich vereinfacht. Auch der hier rezensierte Band zeichnet sich durch die genannten Vorteile aus und hat mir sehr gut gefallen.
Ich habe bei der Lektüre viel Wissen aufgefrischt, aber auch viel Neues gelernt. Besonders gelungen fand ich (wie immer bei den Therapie-Tools) die unglaublich hilfreichen Arbeits- und Infoblätter, die detaillierten Beschreibungen, die wiederholten Hinweise, für welche Patientengruppen bestimmte Interventionen nicht geeignet sind, die vielen Übungen und Techniken, die allesamt sehr anschaulich erklärt wurden. Sehr gut fand ich auch einen knappen, aber hilfreichen Abriss von schulenübergreifender Terminologie bezüglich des Bin-Ichs, Soll-Ichs und Wunsch-Ichs.
Ich habe vor etwa 6 Monaten ‚Ganz viel Wert‘ von den beiden Autoren gelesen, was ich sehr gelungen und hilfreich fand, und der Therapie-Tools-Band deckt sehr ähnliche Themenbereiche ab. Ich kann beide Bücher sehr empfehlen, würde ‚Ganz viel Wert‘ aber eher interessierten Laien oder Betroffenen, ‚Therapie-Tools Selbstwert‘ eher (angehenden) Psychotherapeuten ans Herz legen.
Rezension zu "Ganz viel Wert: Selbstwert aktiv aufbauen und festigen. Mit Online-Material" von Sven Hanning
sabatayn76‚Wer nicht die Erfahrung machen kann, dass er etwas schaffen kann, wird sich auch nichts zutrauen. Überforderung und ein Mangel an Anerkennung, aber auch Überbehütung und ein Verwöhnen im Sinne von ‚mir wird alles abgenommen, ich muss nie mit anpacken‘ verhindern solche Kompetenzerfahrungen.‘ (Seite 34)
Sven Hanning und Fabian Chmielewski thematisieren in ihrem Buch Selbstwert und psychische Gesundheit bzw. Krankheit, die Bedeutung eines Selbstbewertungssystems, wovon der Selbstwert geprägt wird, Bin-Ich, Soll-Ich und Wunsch-Ich, Selbstwertbiografie, Selbstwertkrisen, dysfunktionale Strategien, konkrete Selbstwertsteigerung mit Übungen zum Soll-Ich, Bin-Ich und Wunsch-Ich sowie den Umgang mit Bedürfnissen.
Den Selbstwert zu stärken, ist ein oft genanntes Therapieziel meiner Patienten. Erste Ansatzpunkte sind dann meist das Durchführen angenehmer Tätigkeiten und die Intensivierung von sozialen Kontakten. Ich wollte aber gerne noch mehr Techniken erlernen, weshalb ich ‚Ganz viel Wert‘ gelesen habe.
Das Buch ist sehr gut strukturiert, sehr übersichtlich und - wie von Beltz-Büchern gewohnt - ebenso fundiert wie verständlich. Durch die Online-Materialien kann man Arbeitsblätter schnell und unkompliziert ausdrucken statt dem Patienten schief kopierte Zettel auszuhändigen, was ich in Sachen Zeitaufwand und in Sachen Ästhetik sehr begrüße.
Das Buch erklärt sehr detailliert, was man zum Thema Selbstwert wissen sollte, wie bestimmte Sachverhalte zusammenhängen, wie es zu Selbstwertkrisen kommen kann. Die Strategien zur Selbstwertsteigerung fand ich gut beschrieben, anschaulich und leicht durchführbar.
Insgesamt kann ich sagen, dass die Lektüre wirklich Spaß gemacht hat und ich das Buch sehr gerne an Kollegen und Patienten (oder auch an jeden mit Selbstwertproblemen) weiterempfehle. Ich habe auch schon einige Techniken am Patienten eingesetzt, und alles lief unkompliziert und war sehr hilfreich.
‚Der Weg von unsicher zu überheblich ist ein sehr langer. Sie werden nicht von einem Extrem ins andere kippen.‘ (Seite 140)
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