Fabian Hischmann

 3.7 Sterne bei 58 Bewertungen

Lebenslauf von Fabian Hischmann

Der deutsche Autor Fabian Hischmann wurde 1983 in Donaueschingen geboren. Nach seinem Abitur absolvierte er ein Studium der Kulturwissenschaften und Literatur in Hildesheim und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2008 und 2009 hospitierte er in Dramaturgie an den Theatern Heidelberg und Freiburg. 2011 wurde Hischmann das Bremer Autorenstipendium verliehen und 2012 war er auf der Shortlist zu "Wortlaut", dem Kurzgeschichtenwettbewerb des österreichischen Radiosenders FM4, 2013 war er Teilnehmer der Jürgen-Ponto-Werkstatt. Hischmann veröffentlichte Kurzgeschichten in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien, im Frühjahr 2014 erscheint mit "Am Ende schmeißen wir mit Gold" sein Debütroman. Der Schriftsteller lebt und schreibt in Berlin.

Alle Bücher von Fabian Hischmann

Am Ende schmeißen wir mit Gold

Am Ende schmeißen wir mit Gold

 (48)
Erschienen am 11.05.2015
Das Umgehen der Orte

Das Umgehen der Orte

 (10)
Erschienen am 12.01.2017

Neue Rezensionen zu Fabian Hischmann

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Rezension zu "Das Umgehen der Orte" von Fabian Hischmann

Emotionale Achterbahnfahrt durch Zeit und Raum
skywatchervor 2 Jahren

Nach seinem Debüt "Am Ende schmeißen wir mit Gold" konnte ich es kaum erwarten, Fabian Hischmanns neuen Roman zu lesen. Und auch in diesem geht es um Aufbruch, Wendepunkte des Lebens im jungen Leben, das Leben an verschiedenen Orten der Erde, Tod und Verlust, Liebe (vor allem die gleichgeschlechtliche), die Beziehung zu den Eltern und Schicksalsschläge in der Familie.
Es ist ein ruhiges und doch wütendes Buch, mit viel Wahrheit zwischen den Zeilen, in unterschiedlich langen (und meist kurzen) Kapiteln, mal mit Überschriften, mal ohne, mal in Schriftgröße 10, mal in 18.
Und obwohl einige Geschichten scheinbar unverbunden hintereinander stehen, "spürt" man doch den roten Faden. Vor allem das letzte Kapitel, in Island, hat besonders gut gefallen. Wegen Island. Und weil das Gefühl aufkam, dass am Ende doch alles irgendwie gut werden kann.

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Rezension zu "Am Ende schmeißen wir mit Gold" von Fabian Hischmann

Ein Buch, das im Irgendwie stecken bleibt
frenx1vor 2 Jahren

Ich denke: Ich habe dich vermisst, und sage: „Ich muss auch mal aufs Klo.“

Wer solche Sätze mag, für den ist Fabian Hischmanns Buch „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ goldrichtig. Hischmann erweist sich in seinem Debütroman als Meister der kurzen, emotionslosen Sätze.

Das passt durchaus zu dem Protagonisten des Buches: Max Flieger, 29, Lehrer. Aber irgendwie noch nicht angekommen, nirgends. Er ist einer, der die Pubertät verschlafen hat und seine Selbstfindung mit 29 nachholen muss.

Zunächst wird Max mit seiner Jugend konfrontiert, denn er soll in den Sommerferien das Haus hüten, während seine Eltern auf Kreta im Urlaub sind. Die Rückkehr in die Gegend von Donaueschingen führt Max direkt zu seinen alten Jugendlieben, Maria und Jan. Irgendwie läuft da wieder was, irgendwie aber auch nicht. Ein ziemlicher Eiertanz. Dazu kommt noch Max‘ Freund – oder so – Valentin auf Besuch. Aber auch ihm gelingt es nicht, Spannung in das Buch hineinzubringen. Alles plätschert so vor sich hin.

Es braucht da schon einen Schicksalsschlag, der Max vorübergehend aus der Bahn wirft. Aber auch hier hat man das Gefühl, dass Max tiefergehende Gefühle fremd sind. Max also ein typischer Vertreter der Postmoderne? Mag sein. Eher ist es ein Entwicklungsroman, bei dem Max erst durchs Reisen zu sich selbst findet. Naja, irgendwie zumindest.

Dieses Irgendwie, das das ganze Buch durchzieht, geht einem spätestens ab der Hälfte des Buches ganz gewaltig auf die Nerven. Es mag gewollt sein, so wie die vielen völlig belanglosen Informationen, die man als Leser erhält, aber es fehlt die Raffinesse, die das Buch lesenswert macht. Was bleibt ist eine Geschichte, die so vor sich hin dümpelt, und von der man bereits nach den ersten Seiten weiß, dass sie genauso enden wird.

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Rezension zu "Das Umgehen der Orte" von Fabian Hischmann

"Das Umgehen der Orte" von Fabian Hischmann
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

„Das Umgehen der Orte“ ist Fabian Hischmanns zweites Buch und da mich sein Debütroman „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ so umgehauen hat, dass ich es innerhalb eines Abends am Stück gelesen habe, war ich sehr gespannt auf seinen zweiten Roman. Die Erwartungen sind da natürlich groß, aber auch die Angst vor einer Enttäuschung. Kann mich das Buch wieder so stark Zeit und Raum vergessen lassen? Werde ich auch hiervon noch tagelang sprechen und sämtliche kreativen Kniffe geistig analysieren wollen? (Denn kreativ schreiben, das kann der Hischmann allemal.)

In „Das Umgehen der Orte“ treffen verschiedene Figuren in unterschiedlichen Situationen aufeinander und sind doch alle miteinander verbunden - vor allem im Umgehen „ihrer“ Orte. Da gibt es „die dicke“ Lisa, die einfach nicht frieren kann und eines Tages ihren toten Vater auf der Toilette findet. Sie lernt Anne kennen, das neue Nachbarmädchen, die mit ihr zusammen die Welt auf den Kopf stellen will. Sie beide gegen den ganzen miesen Rest. Aber irgendwann wirft auch diese Liebe einen dunklen Schatten voraus. Spätestens als Magnus ins Spiel kommt. - Cut – Es treten neue Personen auf -.

Niklas, der in einer Seehundstation arbeitet und irgendwie immer noch an Samuel, seiner (damals nicht eingestehen wollenden?) Liebe, hängt, welcher mittlerweile tot ist. Eines Nachts begegnet er Lennart. Vielleicht ist er der Richtige?

Wir treffen auf Tim, Timmy, dessen Bekanntschaft wir bereits auf den letzten Seiten von „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ machen durften und zusammen mit ihm taucht noch ein weiterer Bekannter auf: Max Flieger, die Hauptfigur aus eben jenem ersten Roman.

Dylan, Katja, Silke, Philip, Clara, Theo, Robin, Hannes, Matteo... – alles Figuren, die mal kurz aufblitzen, dann wieder verschwinden. Alle werden von etwas angetrieben oder auch vertrieben. Sie sind schwer greifbar, aber doch wichtig. - Erneuter Cut – Anne taucht wieder auf und mit ihr gegen Ende auch wieder Lisa. Der Kreis schließt sich und die Geschichte beginnt Sinn zu machen. Jetzt ist der Leser gefragt, denn so langsam dämmert es ihm, dass da mehr dahinter steckt.

Alle Personen in „Das Umgehen der Orte“ sind auf irgendeine bestimmte oder unbestimmte Art und Weise miteinander verbunden. Oft bemerkt man das beim ersten Lesen nicht, man muss schon genauer hinschauen, zurückblättern, nachdenken, Verbindungen und Verbindungsnetze herstellen. Doch nicht nur das, hier „muss“ man alles lesen – vor allem Überschriften und zwischen den Zeilen, dann erkennt man sogar die kleinen Links zu „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ und die übergreifenden Motive in beiden Büchern. Zum Beispiel das Tiermotiv (eine Figur hat immer einen Hang zu Tieren, sei es nun Fotografie/Film oder bloß das Arbeiten mit ihnen), das Todesmotiv eines oder gleich beider Elternteile, das Beziehungs- und Liebeswirrwar und bestimmt noch etliche Dinge, die ich bisher auch noch nicht erkannt habe.

Man kann Hischmann nur für seine Art zu schreiben bewundern. Auch wenn einem während des Lesens oft nicht ganz klar ist, wo das alles hinführen soll, einem manche Stellen zu vulgär oder gar unnötig erscheinen, ergibt am Ende alles einen Sinn – und dann ist das auch noch so klug und kreativ umgesetzt. Es macht Spaß als Leser selbst gefordert zu sein, die Kniffe und kreativen Einfälle zu entdecken und da darf man manchmal auch denken: Äh, was soll denn das? Das ist ok. Das soll so. Irritieren, verwirren und dann zusammenführen, das macht „Das Umgehen der Orte aus“ - sprachlich schwankt Hischmann dabei zwischen gewöhnlich und außergewöhnlich – auch das soll vermutlich so – und es fügt sich gut ein.

Vermutlich sind Fabian Hischmanns Romane nicht jedermanns Sache und höchst wahrscheinlich spricht er eher das jüngere Publikum an - und das ist gut. Wir brauchen mehr junge deutsche Literatur, die bewegt und kunstvoll ist. Auch wenn ich länger gebraucht habe, um mich für „Das Umgehen der Orte“ begeistern zu können als bei „Am Ende schmeißen wir mit Gold“, so finde ich es jetzt umso großartiger. Ich freue mich auf einen hoffentlich dritten Roman von Fabian Hischmann, der mit Sicherheit noch mehr literarisch-kreative Überraschungen bereithält.

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Gespräche aus der Community

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»Ich sitze breitbeinig auf der Rückbank. Mein Vater steuert den Kombi, wie immer etwas zu schnell, die kurvige Straße hinauf zu unserem Haus. Es ist das letzte Gebäude im Ort, dann beginnt der Wald, in dem so viel passiert ist. Da habe ich zum ersten Mal geraucht, zum ersten Mal gefickt und einmal beinahe einen umgebracht.«

Heute freuen wir uns ganz besonders, euch zu einer Leserunde mit Fabian Hischmann einzuladen, der vor wenigen Tagen für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde. Sein Romandebüt AM ENDE SCHMEISSEN WIR MIT GOLD erscheint am 17. Februar im Berlin Verlag.

Peng! In diesem Sommer fallen Schüsse. Im Wald hinter Max Elternhaus wird gejagt, die Terrassentür schlägt im Luftzug zu, ein rostiger Ford knattert vorbei. Peng! Und dann knallt es wirklich und Max Leben fliegt ihm um die Ohren. Fabian Hischmann erzählt sanft und melancholisch von kleinen und großen Abgründen, denen, über die wir hinwegtänzeln und denen, in die wir fallen - denn sie liegen in uns.
Max ist selbst seit kurzem Lehrer, aber das hat nichts daran geändert, dass er noch immer am liebsten lethargisch vor dem Fernseher rumhängt und Tierfilme schaut. Dann kommt der Anruf seiner Eltern: er soll Haus und Hund hüten, während sie auf Kreta sind. Beinahe erleichtert macht er sich auf den Weg und ahnt da noch nicht, dass er nicht nur nach Süddeutschland aufbricht, sondern auch eine Zweitfamilie auf Kreta findet, sich in New York den Geistern der Vergangenheit stellen wird und dass Jan und Maria wieder in sein Leben treten – zwischen den beiden konnte er sich schon vor 15 Jahren nicht entscheiden.

>>> Leseprobe

»Melancholisch, leicht und gefühlsecht, ein grandioser Roman zur Lage der Twentysomethings.« Paul Jandl

Fabian Hischmann, geboren 1983 in Donaueschingen, lebt in Berlin. Er studierte Kulturwissenschaften und Literatur in Hildesheim und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2008 und 2009 Dramaturgiehospitanzen an den Theatern Heidelberg und Freiburg. 2011 erhielt er das Bremer Autorenstipendium, und 2013 war er Teilnehmer der Jürgen-Ponto-Werkstatt. Kurzgeschichten in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien. »Am Ende schmeißen wir mit Gold« ist sein Debütroman.

Fabian Hischmann wird an der Leserunde teilnehmen.

Der Berlin Verlag verlost 20 Exemplare unter allen, die uns bis zum 19. Februar verraten, warum sie genau hier unbedingt mitlesen müssen. 

Wir sind gespannt und freuen uns auf eure Bewerbungen!
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Fabian Hischmann im Netz:

Community-Statistik

in 102 Bibliotheken

auf 32 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

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