Fabian Hischmann Das Umgehen der Orte

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Inhaltsangabe zu „Das Umgehen der Orte“ von Fabian Hischmann

Lisa friert nicht. Sie kann es einfach nicht. Schwitzen dafür umso mehr. In den Sommermonaten flüchtet sie ins Eisstadion und stellt sich vor, es hätte sie noch weitaus schlimmer treffen können als in Südwestdeutschland. Etwa in Bangkok oder Miami. Und dann zieht Anne ins Nachbarhaus, ein Anti-Mädchen mit Gletscheraugen und einem Plan im Gepäck … Wie Lisa und Anne sind alle Figuren in »Das Umgehen der Orte« Geheimnisträger, deren Wege sich kreuzen und Schicksale aufeinanderprallen. Einige trägt es hinaus in die Welt, nach Melbourne oder auf die Westmännerinseln, andere zieht ihre Last bis auf den Grund. Was zählt sind Freunde – die Familie, die man sich aussucht, wie es heißt. Mit ihnen teilt man alles: Träume, Ängste, die miesen Momente und die richtig guten.
Kaum ein deutschsprachiger Autor unserer Tage vermag das Fangnetz der Emotion so sensibel und kunstvoll zu knüpfen wie Fabian Hischmann. Mit seinem neuen Roman erzählt er Geschichten, die berühren und verstören, die uns laut auflachen und die existenzielle Wucht des Beiläufigen erleben lassen.
»Hischmann kann einem gleichzeitig das Herz streicheln und einen harten Nierenhaken platzieren. Das Verblüffende ist: Man findet beides gut.« Dorian Steinhoff

Eindringlich, besonders, aus dem Leben gegriffen.

— MissGoldblatt

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  • Emotionale Achterbahnfahrt durch Zeit und Raum

    Das Umgehen der Orte

    skywatcher

    08. March 2017 um 14:55

    Nach seinem Debüt "Am Ende schmeißen wir mit Gold" konnte ich es kaum erwarten, Fabian Hischmanns neuen Roman zu lesen. Und auch in diesem geht es um Aufbruch, Wendepunkte des Lebens im jungen Leben, das Leben an verschiedenen Orten der Erde, Tod und Verlust, Liebe (vor allem die gleichgeschlechtliche), die Beziehung zu den Eltern und Schicksalsschläge in der Familie.Es ist ein ruhiges und doch wütendes Buch, mit viel Wahrheit zwischen den Zeilen, in unterschiedlich langen (und meist kurzen) Kapiteln, mal mit Überschriften, mal ohne, mal in Schriftgröße 10, mal in 18.Und obwohl einige Geschichten scheinbar unverbunden hintereinander stehen, "spürt" man doch den roten Faden. Vor allem das letzte Kapitel, in Island, hat besonders gut gefallen. Wegen Island. Und weil das Gefühl aufkam, dass am Ende doch alles irgendwie gut werden kann.

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  • "Das Umgehen der Orte" von Fabian Hischmann

    Das Umgehen der Orte

    halloundaufwiedersehen_

    31. January 2017 um 12:08

    „Das Umgehen der Orte“ ist Fabian Hischmanns zweites Buch und da mich sein Debütroman „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ so umgehauen hat, dass ich es innerhalb eines Abends am Stück gelesen habe, war ich sehr gespannt auf seinen zweiten Roman. Die Erwartungen sind da natürlich groß, aber auch die Angst vor einer Enttäuschung. Kann mich das Buch wieder so stark Zeit und Raum vergessen lassen? Werde ich auch hiervon noch tagelang sprechen und sämtliche kreativen Kniffe geistig analysieren wollen? (Denn kreativ schreiben, das kann der Hischmann allemal.) In „Das Umgehen der Orte“ treffen verschiedene Figuren in unterschiedlichen Situationen aufeinander und sind doch alle miteinander verbunden - vor allem im Umgehen „ihrer“ Orte. Da gibt es „die dicke“ Lisa, die einfach nicht frieren kann und eines Tages ihren toten Vater auf der Toilette findet. Sie lernt Anne kennen, das neue Nachbarmädchen, die mit ihr zusammen die Welt auf den Kopf stellen will. Sie beide gegen den ganzen miesen Rest. Aber irgendwann wirft auch diese Liebe einen dunklen Schatten voraus. Spätestens als Magnus ins Spiel kommt. - Cut – Es treten neue Personen auf -. Niklas, der in einer Seehundstation arbeitet und irgendwie immer noch an Samuel, seiner (damals nicht eingestehen wollenden?) Liebe, hängt, welcher mittlerweile tot ist. Eines Nachts begegnet er Lennart. Vielleicht ist er der Richtige? Wir treffen auf Tim, Timmy, dessen Bekanntschaft wir bereits auf den letzten Seiten von „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ machen durften und zusammen mit ihm taucht noch ein weiterer Bekannter auf: Max Flieger, die Hauptfigur aus eben jenem ersten Roman. Dylan, Katja, Silke, Philip, Clara, Theo, Robin, Hannes, Matteo... – alles Figuren, die mal kurz aufblitzen, dann wieder verschwinden. Alle werden von etwas angetrieben oder auch vertrieben. Sie sind schwer greifbar, aber doch wichtig. - Erneuter Cut – Anne taucht wieder auf und mit ihr gegen Ende auch wieder Lisa. Der Kreis schließt sich und die Geschichte beginnt Sinn zu machen. Jetzt ist der Leser gefragt, denn so langsam dämmert es ihm, dass da mehr dahinter steckt. Alle Personen in „Das Umgehen der Orte“ sind auf irgendeine bestimmte oder unbestimmte Art und Weise miteinander verbunden. Oft bemerkt man das beim ersten Lesen nicht, man muss schon genauer hinschauen, zurückblättern, nachdenken, Verbindungen und Verbindungsnetze herstellen. Doch nicht nur das, hier „muss“ man alles lesen – vor allem Überschriften und zwischen den Zeilen, dann erkennt man sogar die kleinen Links zu „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ und die übergreifenden Motive in beiden Büchern. Zum Beispiel das Tiermotiv (eine Figur hat immer einen Hang zu Tieren, sei es nun Fotografie/Film oder bloß das Arbeiten mit ihnen), das Todesmotiv eines oder gleich beider Elternteile, das Beziehungs- und Liebeswirrwar und bestimmt noch etliche Dinge, die ich bisher auch noch nicht erkannt habe. Man kann Hischmann nur für seine Art zu schreiben bewundern. Auch wenn einem während des Lesens oft nicht ganz klar ist, wo das alles hinführen soll, einem manche Stellen zu vulgär oder gar unnötig erscheinen, ergibt am Ende alles einen Sinn – und dann ist das auch noch so klug und kreativ umgesetzt. Es macht Spaß als Leser selbst gefordert zu sein, die Kniffe und kreativen Einfälle zu entdecken und da darf man manchmal auch denken: Äh, was soll denn das? Das ist ok. Das soll so. Irritieren, verwirren und dann zusammenführen, das macht „Das Umgehen der Orte aus“ - sprachlich schwankt Hischmann dabei zwischen gewöhnlich und außergewöhnlich – auch das soll vermutlich so – und es fügt sich gut ein. Vermutlich sind Fabian Hischmanns Romane nicht jedermanns Sache und höchst wahrscheinlich spricht er eher das jüngere Publikum an - und das ist gut. Wir brauchen mehr junge deutsche Literatur, die bewegt und kunstvoll ist. Auch wenn ich länger gebraucht habe, um mich für „Das Umgehen der Orte“ begeistern zu können als bei „Am Ende schmeißen wir mit Gold“, so finde ich es jetzt umso großartiger. Ich freue mich auf einen hoffentlich dritten Roman von Fabian Hischmann, der mit Sicherheit noch mehr literarisch-kreative Überraschungen bereithält.

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  • Präzise und emotional dichte Schilderung vom Suchen und Finden in der Liebe

    Das Umgehen der Orte

    michael_lehmann-pape

    26. January 2017 um 10:24

    Präzise und emotional dichte Schilderung vom Suchen und Finden in der LiebeDas ist schone ein ganz eigene „Schreibe“, in der Hischmann sich eher assoziativ den einem roten, strukturierten Faden folgend seinen Themen nähert und dennoch das Thema, die Liebe, Sehnsucht, besonders in homosexueller Form in diesem neuen Roman, keine Sekunde aus den Augen verliert. Und dies durch Episoden hindurch durchdekliniert, bis dem Leser deutlich wird, dass hinter diesem vordergründigen Thema vor allem die Entwicklung vom Kind über die Zeit als Jugendlicher bis hin dann zum, mehr oder minder, „gereiften“ Erwachsenen dem Buch seine Richtung mit vorgibt. Wobei auch hier kein großes Drama im Raum stehen wird, sondern eher ein fast zufälliges „Ankommen“ in bestimmten Lebensumständen geschieht.Eher noch, das Überflüssige, das „Drumherum“, Rahmengeschichten und sexuell explizite Schilderungen beachtet Hischmann kaum. In das Innere seiner Personen dringt er ein und wendet diese Innere in ruhigen Stil nach Außen, bietet dem Leser viel Fläche, sich emotional den Personen zu nähern.Ausgehend von der jungen Jugend, vom Klopfen von Nägeln, suchen nach Verstecken, Abenteuer im Kopf, „bunte Pflaster“ an den Fingern.„Wir nannten uns Bande. Wir ahnen noch nichts“.Sei es die „dicke Lisa“, der nie kalt wird, die immer schwitzt, die im Sommer auf der Eisbahn der Stadt gerne sitzt, um sich abzukühlen. Die Ihren Vater mit einer selbst konstruierten Schlinge tot auf der Toilette findet. Kein Selbstmord, sondern eine „danebengegangen“ sexuelle Technik.Die sich in die ebenfalls jugendliche Anne verliebt, doch diese stille Sehnsucht, zunächst zumindest, nicht erfüllen werden kann.Bevor nun der Leser sich zu sehr auf Lisa und Anne einlässt, folgt ein klarer und direkter Schnitt.14 Jahre nach den Ereignissen um Lisa steht Niklas im Raum. Gerade volljährig. Gerade dabei, Abstand zu gewinnen von seinem Geliebten. In einer zoologischen Station. Und doch unruhig, die bestimmten Stellen im Park aufsuchend, dann doch gehend, hin- und hergeworfen zwischen Angst, Sehnsucht, Lust. Und das immer zugleich, wie auch Hischmann es durchgehend ganz hervorragend versteht, den Leser immer „zugleich“ in Emotionen gegensätzlicher Natur zu halten.„Wusstest Du eigentlich, dass wir ein Eskimokind haben“ lässt den Leser mit einschwingen in eine fast rührende Vater-Tochter Beziehung, nur um im nächsten Abschnitt das Finden der Leiche des Vaters ungerührt und distanziert zu schildern.„Sein Penis sah aus, wie eine dicke Raupe“.Genauso, wie der Leser Niklas gerne folgt im Umgang mit den Seehunden.„Sie sieht trächtig aus“.Nur um einen Satz später ebenso anregend erläutert zu bekommen, dass „der Tumor mittlerweile Embryogröße“ haben dürfte.Das ist, was Hischmann im Buch als Struktur vorgibt. Dass wenig so ist, wie es scheint, dass die einfache Welt aus Kinderaugen betrachtet dieser einfachen Struktur nicht folgt. Dass Sehnsucht, zärtliche Momente und „wie vor den Kopf geschlagen werden“ eng beieinanderstehen, zeitgleich den Raum einnehmen.Bis dann zum Ende hin die verschiedenen, bis dahin isoliert beschrieben, Personen doch eine Gesamtschau ergeben werden, zumindest für den Leser die weitere Lebensgeschichte je deutlich werden wird.Ein Buch mit ganz eigener Atmosphäre und in ganz eigenem Stil, dass den Leser immer wieder emotional auf eine Achterbahnfahrt mitnimmt, gerade durch die sehr ruhige, fast lakonisch wirkende Form des Erzählens.

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