Fabian Vogt 2017 - Die neue Reformation

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Inhaltsangabe zu „2017 - Die neue Reformation“ von Fabian Vogt

Am 31. Oktober 2017, dem 500. Jahrestag der Reformation, tauchen im Internet 95 neue Thesen zur Zukunft der Kirche auf. Und die verändern alles ... Fabian Vogt erzählt die inspirierende und herausfordernde Geschichte von 2017 mit literarischem Feingefühl und großer Leidenschaft. Der Leser wird in die atemberaubende Dynamik eines geistlichen Aufbruchs mit hineingenommen. In eine Zeit voller Segen und Fluch, Jubel und Anfeindung, Angst und Zärtlichkeit.

Ich hatte mehr erwartet. Das Buch ist langatmig und eher für Landeskirchler geschrieben. Vogts Vision greift m. E. zu kurz. Schade.

— cho-ice
cho-ice

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    2017 - Die neue Reformation
    cho-ice

    cho-ice

    20. August 2015 um 21:45

    Es rückt immer näher – das große „Reformationsjubiläum“ in 2 Jahren. Die Publikationen rund um Luthers Leben und Wirken und seine berühmten 95 Thesen häufen sich. Heraus sticht der Roman von Fabian Vogt, „2017 – Die neue Reformation“. Zum einen dadurch, dass er bereits 2012 erschienen ist und dadurch nicht zwangsläufig im Fahrwasser der Geschäftemacher rund um das Jubiläum fährt. Zum anderen aufgrund der frischen Idee, die dem Buch zugrunde liegt – 2017 wird die (Kirchen-)Welt noch einmal auf den Kopf gestellt und eine neue Reformation in Gang gesetzt. Ich habe lange mit diesem Buch geliebäugelt und hatte nun die Gelegenheit, es zu lesen. Überzeugt hat es mich aber leider nicht. Die Geschichte beginnt eigentlich genial: Christian van Haewen, der mehr oder weniger unfreiwillige neue Reformator, blickt 25 Jahre später auf das zurück, was er im Herbst 2017 mit einigen Freunden begann und was sich wie ein Lauffeuer durch ganz Deutschland und schließlich auch weltweit verbreitete. Eine neue Art, Glauben und Kirche zu leben, war entstanden. Doch der Begründer ist von Zweifeln geplagt und begibt sich mit wenigen alten und neuen Freunden auf die Spuren des Apostels Paulus, um sich darüber klar zu werden, ob seine Bewegung wirklich das hervorgebracht hat, was Gott wollte. Dabei wird er verfolgt von jemandem, der alles dafür tun würde, um ihn von seinem Kurs abzubringen … Man muss Fabian Vogt zugute halten, dass er ein genialer Wortmaler ist, auch wenn mir bei der wörtlichen Rede manches komisch und zu gewollt vorkam. Sehr ansprechend fand ich auch die verschiedenen Stilmittel, mit denen er in „2017“ arbeitet – fingierte Zeitungsberichte, Facebook-Statusupdates und –kommentare, E-Mail-Verkehr … Das bringt etwas Abwechslung in den Text hinein. Doch leider nicht genug. 345 Seiten sind für diesen Roman meiner Meinung nach schlicht zu lang. An vielen Stellen habe ich die weitschweifigen Absätze nur quergelesen. Bei mir blieb der Eindruck hängen, dass dieser Roman in erster Linie für Theologen und Historiker geschrieben wurde, denn man erfährt viel (zu viel) über die historischen Hintergründe von Paulus´ Reisen. Eigentlich mag ich solche Informationen in Romanen, aber hier ist es einfach zu viel des Guten, auch wenn die Figur, der Vogt diese Ausführungen in den Mund legt, immer wieder von seinen Freunden „gebremst“ wird. Inhaltlich hat mich besonders enttäuscht, dass sich Vogts Vision von einer Kirche der Zukunft in erster Linie um „Gemeinschaft“ dreht. Hier kommt sicher sein persönlicher landeskirchlicher Hintergrund zum Tragen. Für mich bedeutet Erweckung viel mehr Bewegung auf der geistlichen Ebene, als in „2017“ auch nur ansatzweise beschrieben wird. Überhaupt scheint dieses Buch in erster Linie für Menschen aus den großen Volkskirchen geschrieben worden zu sein, die sich schwer tun mit dem  dortigen Status Quo. Wer mehr erwartet, wird es in diesem Roman nicht finden. Mein Fazit: Verschenktes Potenzial einer genialen Idee, literarisch mal mehr, mal weniger gut umgesetzt.

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  • Leserunde zu "2017 - Die neue Reformation" von Fabian Vogt

    2017 - Die neue Reformation
    LEXI

    LEXI

    Ich möchte euch ganz herzlich zu einer neuen Leserunde einladen. Der adeo Verlag stellt 4 Exemplare des Buches „Die neue Reformation“ von Fabian Vogt zur Verfügung. Vielen Dank an den Verlag für die Unterstützung der Leserunde! Am 31. Oktober 2017, dem 500. Jahrestag der Reformation, tauchen im Internet 95 neue Thesen zur Zukunft der Kirche auf. Und die verändern alles ... Fabian Vogt erzählt die inspirierende und herausfordernde Geschichte von 2017 mit literarischem Feingefühl und großer Leidenschaft. Der Leser wird in die atemberaubende Dynamik eines geistlichen Aufbruchs mit hineingenommen. In eine Zeit voller Segen und Fluch, Jubel und Anfeindung, Angst und Zärtlichkeit. Leseprobe: http://www.adeo-verlag.de/index.php?vp_id=googl-search&id=404&sku=814274#leseprobe Falls ihr eines der 4 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 21.5.2015, 24 Uhr hier im Thread und beschreibt euren Eindruck der Leseprobe. Ich möchte darauf hinweisen, dass Arwen10 die Bücher selber verschickt. Deshalb müssen wir euch darum bitten, im Gewinnfall 2,00 Euro Portokosten zu überweisen. Bewerbt euch nur, wenn ihr dazu bereit seid. Die Bücher werden erst nach der Überweisung des Geldes versendet. Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung: Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von 4 Wochen zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll. Bewerber mit privatem Profil sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt. Die Gewinner werden in der LR bekanntgegeben, es erfolgt keine Benachrichtigung per PN. Erfolgt innerhalb von 48 Stunden keine selbständige Übermittlung der Versandadresse per PN, wird neu ausgelost. Fehlende Adressen werden nicht per PN eingefordert. Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt. In diesem Buch spielen christliche Werte eine wichtige Rolle. Ich freue mich auf eure Bewerbungen. Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.

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  • Die neue Reformation - 500 Jahre nach der alten

    2017 - Die neue Reformation
    Sonnenwind

    Sonnenwind

    19. June 2015 um 19:12

    In zwei Jahren werden wir den 500. Jahrestag der Reformation feiern. Ein wirklich beachtenswertes Jubiläum! Luther hat damals die bestehende Welt völlig umgekrempelt und das tote Kirchenleben in Schwung gebracht. Von dem Glauben, die Kirche wird einen schon in den Himmel bringen, wenn man nur genug spendet (Stichwort: Ablaß), brachte der Reformator die Menschen dazu zu erkennen, daß es an ihnen selbst liegt, an ihrem Glauben, an ihrer Umkehr und an ihrer Entschiedenheit, ob sie persönlich jemals den Himmel sehen werden. Im Lauf der Zeit hat sich das im Bereich der evangelischen Kirche zu einem “wir kommen alle, alle, alle in den Himmel” entwickelt. Heute glauben die meisten nicht mehr an die Hölle, keiner will Rechenschaft ablegen für sein Denken, Wollen und Tun, und der Zeitgeist hat die Kirche eingenommen. Die Bibel ist ein altes Buch geworden, an das sich einige “Ewig Gestrige” noch halten, das der Kirche, der Theologie und den Menschen aber völlig gleichgültig ist. Man glaubt, die Autorität zu haben, zu glauben und wegzustreichen, wie es einem paßt. “2017 - Die neue Reformation” setzt am Kirchentag 2015 an. In romanhafter Form wird erzählt, wie eine Gruppe junger Studenten auf der Rückfahrt, noch begeistert von den Erlebnissen des Festes, den Wunsch ausspricht, es möchte doch immer so weitergehen. Noch am selben Abend, mithilfe von Facebook, entsteht eine neue Bewegung, an deren Ende die “Lebendige Kirche” steht. Vieles im Roman ist an den historischen Geschehnissen im Zusammenhang mit Luthers Reformation orientiert, manchmal überdeutlich: Der “Luther 2017” heißt Christian van Haeven und erlebt zusammen mit seinen zeitgenössischen Freunden in entsprechenden Rollen der Reformation dasselbe noch einmal, angepaßt an das 21. Jahrhundert. Allerdings werden hier – im Unterschied zu Luthers Reformation – praktisch keine inhaltlichen Reformen beschrieben: die Reformation 2017 ist im Wesentlichen eine Reformation der Formen. Zugegebenermaßen ist die Liturgie für viele ein Anstoß, die Hälfte des Gottesdienstes ist schon vorher Wort für Wort klar, man empfindet die dafür aufgewendete Zeit als verloren. Das wird also im Roman komplett abgeschafft. An die Stelle der Liturgie tritt “die Freiheit”: Popmusik, Festessen und was die Einzelnen sich so überlegen. Alles ganz frei und nach meinem Empfinden nicht besonders auf Jesus konzentriert. Es zählt die Begeisterung (Stichwort: Fun) und der Genuß. Besonders viele geistliche Highlights habe ich nicht gefunden. Es wird zwar Begeisterung beschrieben, aber ich kann kein neues Leben finden, das sich aus der Begegnung mit Jesus ergeben hätte. Für mich scheint sich nur die Form geändert zu haben, der Inhalt ist noch derselbe. Vielleicht auch deshalb kommt Christian im Vorfeld der 25 Jahre-Feier in geistliche Not. Was ist überhaupt passiert? Was hat sich eigentlich geändert (außer der Form)? Genau das frage ich mich auch. Für mich sieht das Ergebnis der Handlung aus wie alter Wein in neuen Schläuchen. Was hier beschrieben wird, ist nicht Erweckung. Vielleicht ist genau das auch heute das Problem der Kirche: Es sind nicht die Pop-Konzerte, die Menschen in die Kirche bringen. Auch heute noch ist das menschliche Bedürfnis, die innere geistliche Leere zu füllen, ein wichtiges Lebensziel. Aber wenn die Kirche diese Leere nicht füllen kann, weil sie den auferstandenen Messias nicht in ihrer Verkündigung haben will, weil ihr seine Ansprüche zu weit gehen, weil man den Menschen nicht zumuten will, den Sieger von Golgatha persönlich kennenzulernen – dann wird sich das Experiment Kirche totlaufen. Auch hier im Buch finde ich nicht das Leben, das Jesus uns geben möchte. Hinter der Beschreibung der “phantastischen Erweckung” ist kein Leben. Die Reformation ist nicht glaubwürdig. Eingestreut findet eine Reise des neuen Luther auf den Spuren von Paulus statt - für Historisch Interessierte sicher sehr spannend. Es werden viele historische Stätten farbig beschrieben und mit den Erlebnissen von Paulus im modernen Gewand verbunden. Allein das macht das Buch lesenswert. Fazit: Gut zu lesen, aber Luthers geistliches Potential ist bei weitem nicht erreicht.

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  • Auf den Spuren von Paulus

    2017 - Die neue Reformation
    kruemelhino

    kruemelhino

    19. June 2015 um 17:42

    Im Jahre 2042 steht das 25-jährige Jubiläum der 'Lebendigen Kirche' an. Im Zuge dieser sitzt ihr Gründer Christian van Haewen an seiner Dankesrede. Dabei merkt er, dass ihm die Worte nur schwer von der Hand gehen. Eine Mischung aus Verdruss über den bürokratischen Apparat der 'Lebendigen Kirche' und Zweifel an seinem eigenen Glauben machen ihm zu schaffen. Schließlich bittet er seinen alten Freund Gregor um Hilfe, der mittlerweile in der Türkei lebt und fährt prompt zu ihm hin. Gemeinsam mit dessen Bekannte Nilgül begibt sich das Dreiergespann auf die Spuren des Apostels Paulus. Neben einer historisch-theologischen Auffrischung stellt diese Reise für Christian eine Reise zu sich selbst dar. Auch wenn es sich bei '2017 Die neue Reformation' um einen fiktiven Roman handelt, so ist die darin enthaltene Kirchenkritik sehr real. Die Institution Kirche hat sich zu einem bürokratischen Machtgebilde mit starren Strukturen aufgebläht. Ein interner Kampf um Macht und Geld hat sich herausgebildet. Veränderungen werden kritisch beäugt, für Verbesserungen gibt es kaum ein Sprachrohr. So jedenfalls erscheint die Institution Kirche immer häufiger in den Medien. Zufriedene Kirchengänger scheinen in der Minderheit. Wer jetzt glaubt, Fabian Vogt würde sich bei seinem Roman tiefer mit dem eigenen Glauben auseinandersetzen, könnte enttäuscht werden. Vordergründig steht hier die Kritik an der Institution Kirche, die gerne mit Sarkasmus unterstrichen wird. Es sind besonders die festgefahrenen Strukturen und Formalien, die Vogt hier ankreidet, wie zB das Halten von Gottesdiensten oder den bürokratischen Aufwand beim Einbringen von Veränderungen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen. Die Zeitsprünge innerhalb der Geschichte sind leicht verfolgbar. Der historisch-theologische Kontext wird übersichtlich erläutert. Mir persönlich hat allerdings der Krimianteil der Geschichte weniger gefallen. Kritik an der Kirche selbst kann schon spannend genug sein. So aber hat man die Geschichte nur unnötig in die Länge gezogen und viele Ereignisse einfach nur als Platzhalter eingesetzt. Für die Kernaussage der Geschichte fällt die Seitenanzahl, meines Erachtens, deutlich zu hoch aus.

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  • erneute Reformation der Kirche

    2017 - Die neue Reformation
    gusaca

    gusaca

    08. June 2015 um 12:30

    Im Jahr 2042 blickt Christian von Haewen zusammen mit seinem Freund Gregor skeptisch und selbstkritisch auf die neue Reformation, die er 2017 auf den Weg gebracht hat, zurück. Seine aufgestellten 95 Thesen beschäftigen sich hauptsächlich kritisch mit der Institution der evangelischen Kirche und ihren Regeln Gottesdienst zu feiern. Mit Hilfe des Internets wird die angestoßene REformation ein Selbstläufer und gewinnt schnell viele Anhänger.  Christian und Gregor begeben sich auf die Spuren des Apostel Paulus , um eigenen ZWeifel an der Kirchengründung auf den Grund zu gehen. Der Schreibstil des Buches ist wirklich gut, Flüssig zu lesen und ein vielschichtiger zum Nachdenken anregender  Inhalt. Die zwei beschriebenen Zeiteben 2042 und 2017 ergänzen sich gegensseitig und laufen aufeinander zu. Am Ende führen die Erfahrungen und GEdankengänge der REise zu einem Aufruf, die Christian zum Kirchenjubiläum an die GEmeindemitgleider seiner LEbendigen Kirche richtet. Es handelt sich hier zwar um einen fiktiven Roman, aber die Kritikpunkte , die der Autor an die Institution der evangelischen Kirche hat, sind doch sehr real und mit Sicherheit auch bei der katholischen Kirche wiederzufinden. Als LEser kommt einem schnell der GEdanke ob wir auch in der GEgenwart nicht auf eine erneute Reformation warten. Der einzige Kritikpunkt ist für mich die sehr schnelle Entstehung einer neuen Amtskirche, alleine aus einer LAune heraus, die letztendlich zum Selbstläufer wird, weil die richtigen MEdien angesteuert werden. NEben der sehr guten Charakterdarstellung der handelnden PErsonen kommen auch die zwischenmenschlichen Gefühle und die Spannung nicht zu kurz. DAs Buch ist unterhaltend , sehr informativ und auch zum NAchdenken über unsere heutige Kirche anregend.

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  • Von der Zukunft der Kirche ...

    2017 - Die neue Reformation
    Windflug

    Windflug

    25. March 2014 um 15:14

    Was wäre wenn ... Immer wieder ein beliebtes Thema für einen Roman. Nicht umsonst sind Dystopien ja in letzter Zeit groß in Mode gewesen. Dies hier ist keine Dystopie, auch keine Utopie, sondern wirklich ein "was wäre wenn", ganz neutral. Und zwar zu einem nicht gerade alltäglichen Thema: Als der Theologiestudent Christian van Haewen zum Reformationsjubiläum 2017 95 neue Thesen ins Internet stellt, die er aus Frustration über die verknöcherten Strukturen und unzeitgemäßen Formen der evangelischen Kirche verfasst hat, ahnt er nicht, dass er damit tatsächlich eine zweite Reformation auslöst. 25 Jahre später fragt er sich, ob er der Kirche und den Christen einen Dienst oder einen Bärendienst erwiesen hat, ob die Gründung einer neuen, dritten Konfession, die sich aus all dem ergeben hat, von Gott gewollt oder eine Katastrophe war. Desillusioniert und unsicher reist er zu seinem ehemaligen Professor in die Türkei, wo die beiden zusammen mit der Türkin Nilgül auf den Spuren von Paulus sich über Träume, Ziele, Visionen und das Leben insgesamt klarzuwerden versuchen und so einiges erleben ... Die Zusammenfassung klingt mal wieder blöd, aber naja. Ich fand die Idee dieses Romans total spannend und hatte mich so sehr darauf gefreut, dass ich schon Angst hatte - wenn man zu viel erwartet, wird man ja meist enttäuscht. Aber meine Angst war weitgehend unbegründet. Das Buch ist einfach toll. Spannend, sehr tiefgehend und nachdenklich machend, mit durchaus interessanten, ambivalenten Charakteren (gerade Christian, die Hauptfigur), einer guten Prise Humor (allerdings bei weitem nicht so viel, wie das Cover andeutet, das ich zwar an sich nett gemacht finde, aber aus dem Grund nicht allzu passend für den Roman), einer phantastisch durchdachten Struktur und überraschenden Elementen und einem zurückgenommenen Plot, den ich höchstens in Teilen vorhergesehen habe. Der Roman wird in zwei Handlungssträngen erzählt - zum einen die Reise der "drei Apostel" 2042 und darin eingebettet zum anderen Rückblenden, in denen Christian Nilgül von der Geschichte "seiner" Kirche erzählt. Dabei wird immer wieder mit unterschiedlichen Medien gespielt - so liest man z.B. einen Spiegel-Artikel, Protokolle von Sitzungen in kirchlichen Gremien, einen Webartikel inklusive Kommentaren (und zwar sehr treffend das wiedergegeben, was man bei jedem religiösen Youtube-Video o.ä. beobachten kann - es ist immer die selbe Art von Leuten, die da posten ...) und die Rezension einer Dissertation über die neue Kirche. Klasse - ich liebe sowas! Nett fand ich auch die meist nur in Nebensätzen eingestreuten Ideen von zukünftiger Technologie - man fährt dann eben in Elektrobussen und lässt sich dabei von den Rückenlehnen sanft massieren, oder ein Dorf sieht futuristisch aus, weil man das neue Baumaterial verwendet hat, das gleichzeitig als Sonnenkollektor dient. Bis auf einen Ausrutscher ist das meist durchaus denkbar und nicht weit hergeholt, das machte richtig Spaß. Das einzige, was mich gestört hat, war der Schreibstil. Er war nicht wirklich furchtbar, aber er hat seine Eigenheiten, die ich definitiv nicht mochte. Wenn ich eins nicht leiden kann, sind das diese Nicht-Sätze, die man normalerweise nur in Teenager-Fanfictions findet: Gregor deutete vor sich. Mit ausgestrecktem Arm. In ein grünes Tal, das sich vor den dreien auftat. Der Professor neigte zufrieden den Kopf. Mit einem siegessicheren Lächeln. Brr! Und in dem Zitat wird auch gleich noch die zweite Sache deutlich, die mich ziemlich irritiert hat: Der Autor scheint sich die Angst diverser Tageszeitungs-Journalisten davor angeeignet zu haben, mehrmals hintereinander den Namen der handelnden Person oder ein einfaches Personalpronomen zu verwenden - ihr wisst, was ich meine: "Franz Müller hat den ersten Preis des Kaninchenzuchtvereines gewonnen. 'Ich freue mich', sagt der 57jährige strahlend. Der gelernte Maurer züchtet seit seinem dritten Lebensjahr Kaninchen." Hier führt das dazu, dass Christian immer wieder "Der Reformator" genannt wird und Nilgül "Die Türkin", noch schlimmer am Anfang, als Christian zu seinem ehemaligen Prof kommt, da heißt er eine Weile "Der Gast". Also ehrlich! Den Spaß am Roman hat mir das allerdings nicht verhageln können. Und weil da so viel drinsteckt über Glauben, Ideale, Visionen, Ziele und die Schwierigkeit, dass wir eben alle nur Menschen sind und selbst die besten Ideen in der Ausführung nicht perfekt sein können, lohnt sich ein zweiter Durchgang allemal. Ich freue mich jetzt schon darauf, mir das irgendwann noch einmal vorzunehmen. :-)

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