Fabrizia Ramondino La Via

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Inhaltsangabe zu „La Via“ von Fabrizia Ramondino

"Eine Stimme, von der man gleich beim ersten Hören denkt, man habe sie eigentlich schon immer vermisst." DIE ZEIT Als Fabrizia Ramondino im Juni 2008 starb, stellten die italienischen Buchhändler gerade ihren letzten Roman in die Regale. Jetzt erscheint das literarische Vermächtnis der großen italienischen Schriftstellerin auf Deutsch – in dem Verlag, der 1986 bereits ihren ersten Roman "Althénopis. Kosmos einer Kindheit" veröffentlichte und damit 'die Stimme Neapels' auch hierzulande vernehmbar machte. La Via, das ist die Hauptstraße im kleinen Städtchen Acraia, das in den Hügeln zwischen Rom und Neapel liegt. Seit den Zeiten des Römischen Reichs hat sich entlang dieser Straße vieles ereignet: Kriege, Handel, Liebesgeschichten, Tode, lange Hungersnöte und plötzlicher Reichtum, kleine Intrigen und verheerende Skandale, Zerstörung und Wiederaufbau, Abwanderung und Rückkehr. La Via teilt das Dorf in zwei Teile. Ein Seekapitän reist in das Städtchen und kommt mit seinen Bewohnern ins Gespräch – mit Rituzza, der spindeldürren Nachbarin mit den zwei pummeligen Töchtern, die Kinderfeste organisiert und van Goghs Sonnenblumen kopiert; zwischen ihr und dem Seekapitän stellt sich eine Intimität ein, die ihn beunruhigt. Oder mit Bartolomeo, dem anarchistischen Hirten, und seiner furchtsamen Frau Ausilia. Und mit den drei Generälen Raffaele, Orso und Lorenzo, die noch immer die Schlacht um Montecassino schlagen. 'Es ist eine Zauberwelt und zugleich das Spiegelbild des heutigen Italien, was Fabrizia Ramondino hier ein letztes Mal mit großer Kunst, mit Witz und Kummer vor dem Leser ausbreitet.' Neue Zürcher Zeitung

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  • Rezension zu "La Via" von Fabrizia Ramondino

    La Via
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    01. December 2010 um 17:14

    Veränderungen im Dorf Im letzten Roman der 2008 verstorbenen Schriftstellerin Fabrizia Ramondino kommt ein Kapitän, von einer Krankheit erst langsam genesend, eher durch Zufall aufgrund eines Freundes, in das Dorf Acraia. Eines jener Dörfer Italiens, in dem die Zeit scheinbar nicht weiter gerückt. Das soziale Netz im Dorf samt derer, die etwas außerhalb stehen, samt jener, die mehr als wunderlich sind und auch jener, die weit in der Lebendigkeit vergangener Tage zu leben scheinen. Langsam entspinnen sich Kontakte, wie es so ist, erst langsam. Denn natürlich ist ein fremder, stattlicher Mann etwas besonderes im Dorf, andererseits aber auch eben ein Fremder. Ein Kontakt, der viele Geschichten und Geschichten ans Tageslicht bringt, Geschichten aus der Vergangenheit des Dorfes, von der Straße „La Via“, der Hauptstrasse des Dorfes, an der Leben stattfindet, die viele hat kommen und gehen sehen. Geschichten, die der Kapitän, der dem Buch als Ich-Erzähler seinen zusammenhaltenden Rahmen gibt, zunächst vom Hörensagen kennenlernt, im Lauf der Zeit aber aus den Mündern so mancher Einwohner näher kennenlernen wird. Geschichten, die zwar vertraulich sein sollen, aber doch eher so etwas wie offene Geheimnisse darstellen. Ein Redebedürfnis haben sie alle, die Bewohner, die der Kapitän näher kennenlernt und eine Vielzahl von Geschichten, Verwicklungen, offenen und versteckten Verbindungen untereinander treten so in den Raum. Unter der Oberfläche der dörflichen Gemeinschaft pulsiert das Leben durchaus. Denn vieles ist im Fluss, beginnt sich zu ändern. Die moderne Zeit hält Einzug in das Dorf und die Köpfe seiner Bewohner, vor allem durch das Fernsehen, dass oft und intensiv im Dorf genutzt wird. So brechen alte Traditionen weg, junge Menschen verlassen das Dorf, um in der weiteren und bunteren Welt da draußen ihren Weg zu suchen. An der Gestalt des Hirten Bartolomeo zeichnet Ramondino exemplarisch das Zusammentreffen von alter und neuer Welt und Lebensweise. Bartolomeo ist ein Prototyp des ungebeugten, kämpferischen, anarchistisch eingestellten Vollblutitalieners, doch auch er wird mehr und mehr eingefangen. Von seiner Frau, die ängstlich die Sicherheiten des Lebens sucht, von seiner zunehmenden Isolation mit seiner Haltung und Lebensweise in einer Welt, die sich nach dem Schönen und Glitzernden hin ausrichtet und das schnelle Geld viel eher anstrebt als gesellschaftliche Veränderungen und ein freies Leben. In wunderschöner, bildreicher, in Teilen fast poetischer Sprache schildert Ramondino ihr Dorf, der modernen Zeit ausgesetzt. Eine ihrer besonderen Stärken kommt auch in diesem Roman zum tragen, ihr Gespür für das persönliche, menschliche und ihre Möglichkeiten, Personen einprägsam zu skizzieren. In den vielen Redeanteilen des Buches taucht der Leser mit ein in die innere Welt der Protagonisten, ihre verschiedenen Lebenshaltungen und die, damit einhergehenden, Beziehungen zueinander. Beziehungen und Haltungen, die sich um die Person des Kapitäns hin aufbauen, sich teils an ihm brechen und ihn teils mit hineinziehen, wie seine intuitive Nähe zu Rituzza, der Frau aus der Nachbarschaft. Dennoch ist es auch für ihn nicht einfach, in diesem ständigen Fluss der Worte und Selbstdarstellungen den Überblick und Haltung zu wahren. Die Reibung zwischen althergebrachter Lebensweise, Überzeugung von sich selbst, das gerne über andere Reden, gepaart mit Veränderungen, neuen Zielen und einer gänzlich andren Lebensweise gibt dem Buch seine Grundspannung. In all dem lässt das Buch den Leser einen tiefen Blick erhaschen auf das tradierte Leben Italiens, die Veränderungen der modernen Zeit und eine ganze Reihe äußerst eigenwilliger Personen. Durchaus empfehlenswert, wenn auch nicht durchgängig leicht zu lesen ob der vielen Redeanteile und des damit einhergehenden Mangels an klarer Handlung.

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