Fatima Farheen Mirza

 3.9 Sterne bei 45 Bewertungen
Autorin von Worauf wir hoffen, Worauf wir hoffen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Fatima Farheen Mirza

Identität und Zugehörigkeit: Fatima Farheen Mirza, 1991 geboren, wuchs in Kalifornien auf. Sie studierte am renommierten Iowa Writers' Workshop und lebt heute in New York. Entdecket wurde sie von der Schauspielerin Sarah Jessica Parker, die auch ihr erster Buh verlegte. Mit ihrem Roman A Place For Us, schaffte sie es einen Platz im Herzen ihrer Leser zu ergattern. Wichtige Themen wir Identität und Zugehörigkeit sind Teil von Mirzas Alltag. Und so sind diese bewegenden Themen auch Teil ihrer Geschichten. Die Autorin steht regelmäßig auf den Bestsellerlisten und ist von heutigen Diskussionen gar nicht mehr wegzudenken.

Neue Bücher

Worauf wir hoffen

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Neu erschienen am 28.02.2019 als Hardcover bei dtv Verlagsgesellschaft.

Worauf wir hoffen

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Neu erschienen am 28.02.2019 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Alle Bücher von Fatima Farheen Mirza

Worauf wir hoffen

Worauf wir hoffen

 (43)
Erschienen am 28.02.2019
Worauf wir hoffen

Worauf wir hoffen

 (1)
Erschienen am 28.02.2019
A Place for Us

A Place for Us

 (1)
Erschienen am 14.06.2018

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Neue Rezensionen zu Fatima Farheen Mirza

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Rezension zu "Worauf wir hoffen" von Fatima Farheen Mirza

Verlorener Sohn in einer muslimischen Migrantenfamilie
evaczykvor 7 Tagen

Mit „Worauf wir hoffen“ hat die amerikanische Autorin Fatiuma Farheen Mirza nicht nur eine emotionsgeladene Familiengeschichte geschrieben, sondern auch in gewisserweise ihre Stimme in der #vonhier-Debatte erhoben. Denn zum einen geht es im Verhältnis der Geschwister Hadia, Huda und Amar zu ihren Eltern und untereinander um Liebe und Eifersucht, um Vertrauen und diese Verbundenheit, die die Beziehung von Geschwistern noch über die zu den engsten Freunden stellt.

Da sind Konflikte, die viele Familien kennen: Warum wird der Sohn anders behandelt als die Töchter? Wird das „schwierige“ Kind mehr geliebt, weil es die Aufmerkamkeit der Eltern auf sich ziueht? Wer hat welche Freiräume, wer muss mehr um sie kämpfen? Wo fühlt sich ein Kind von einer besonders engenVerbindung der anderen Geschwister ausgeschlossen? Wer spielt welche Rolle im Familienverband und warum?

Insofern wird hier, aus wechselnden Perspektiven, das Aufwachsen der Geschwister in einer kalifornischen Stadt erzählt, wie es in vielen Familien ähnlich verlaufen dürfte. Hadia, die Älteste, die wie so viele ältere Geschwister die Vernünftige sein muss, die Verantwortung trägt, Leistung bringt, Ehrgeiz entwickelt, vielleicht auch, weil sie spürt, dass sie so die Erwartungen vor allem des geliebten aber strengen Vaters Erfüllt. Huda, die mittlere, die eng mit der großen Schwester verbunden ist, in der Familie das unauffällig-liebe Kind ist und Amar, ein paar Jahre jünger als die Schwestern, der mal sensible, mal aggressiv-wütende Familienrebell, der aus den Regeln ausbricht, vor allem mit dem Vater Konflikte hat, während die Mutter ihren Jüngsten zu beschützen und zu verwöhnen versucht.

Daneben müssen sich die Geschwister aber auch als Kinder indisch-muslimischer Einwanderer definieren, deren Regeln von denen der Familien ihrer Freunde abweichen, deren Schulfreunde ihren Platz in der Schule haben, aber nicht in ihrem Heim – denn dort ist der Ort für Familien aus der Moscheegemeinde, dort werden die religiösen Regeln streng eingehalten und die Mädchen haben im Alter von neun Jahren die Wahl zu treffen, die nicht wirklich eine freie Entscheidung ist, sondern vom Wunsch geprägt ist, die Eltern nicht zu enttäuschen und von jetzt an den hijab zu tragen.

Vor allem Hadia und Amar hadern mit den Regeln und Vorschriften, die sie im Vergleich zu ihren nicht muslimischen Freunden vielfach einengen. Der größte Akt der Rebellion für Hadia im Teenageralter ist es, sich eine Haarsträhne blau zu färben – freilich eine Strähne, die auch dann nicht zu sehen ist, wenn sie zu Hause in der Familie das Haar offen trägt. Und schon mit sieben Jahren wird ihr eingeprägt, dass auch gleichaltrige Jungen aus der Moscheegemeinde stets nur „Bekanntschaften“ sein dürfen. Freundschaften sind in dem nach Geschlechtern getrennten Leben nicht vorgesehen.

Ausgerechnet der 11. September führt dazu, dass Hadia und Huda den Hijab in der Schule ablegen – aus Sicherheitsgründen, die Eltern fürchten, ihre Kinder könnten als Muslime angefeindet werden. Ihre Befürchtungen erweisen sich ziemlich schnell als begründet.

Bei aller Strenge und Frömmigkeit: Laila und Rafik, die Eltern, sind alles andere als engstirnige Monster. Sie wollen offensichtlich nur das Beste für ihre Kinder. Dass Amar an der Strenge zu zerbrechen droht und schließlich Zuflucht in Alkohol und Drogen sucht, dass Hadia sich ihre Freiräume letztlich durch Anpassung erobert, dann aber durchsetzt, den Mann ihrer Wahl heiraten zu dürfen, verändert letztlich auch die gesamte Familiendynamik.

„ Worauf wir hoffen“ ist eine vom Leben gezeichnete Geschichte, die Sympatien für die beschriebene Familie weckt, packend geschrieben und lässt den Leser hoffnungsvoll auf eine versöhnliche Zukunft trotz aller Risse und Entfremdung zurück.

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Rezension zu "Worauf wir hoffen" von Fatima Farheen Mirza

Eindringliches Familiendrama
monerlvor 7 Tagen

Meine Meinung
Die noch sehr junge Autorin hat einen außergewöhnlichen Familienroman geschrieben, der sich mehr und mehr entfaltet, je weiter man mit dem Lesen voranschreitet. Zu Beginn wird uns eine zerrüttete Familie vorgestellt, in der die älteste Tochter Hadia den Versuch startet, alle Familienmitglieder wieder zusammenzubringen. Doch es ist kein leichtes Unterfangen.

Durch die vier Kapitel erfahren wir aus Sicht der verschiedenen Familienmitglieder, was genau passiert ist und wie es zu dem Konflikt gekommen war, dass der Sohn für einige Jahre kein Teil mehr der Familie war.

Die wechselnden Blickwinkel, die nicht chronologisch erzählt werden, gehen in die Vergangenheit der Eltern zurück, wie sie sich kennengelernt hatten und wie es dazu kam, dass die schiitisch muslimischen Eltern aus Indien in die USA ausgewandert sind. Als Leser*in erfährt man, wie die Familie gegründet wurde, in welchen Bereichen sie sich integriert hatten und in welchen sie den eigenen Traditionen folgten und welche Auswirkungen das auf die in den USA geborenen Kinder hatte. Ebenso werden wir in die Zeit nach dem 11. September mitgenommen und wir erfahren, was dieser Tag für Konsequenzen für die Familienmitglieder mit sich brachte.

Manchmal konnte ich jedoch keinen roten Faden erkennen und hatte die eine oder andere Länge zu überwinden. Und wenn man sich fragt, worauf das alles hinauslaufen soll, kommt genau zum richtigen Zeitpunkt das grandiose vierte und letzte Kapitel, in dem man endlich die Sicht und die Gefühle des Vaters präsentiert bekommt! Und dieses wog für mich alle Schwächen und Längen wieder auf. Wunderschön gelingt Fatima Farheen Mirza die Gedanken und Wünsche des Vaters aufs Papier zu bringen. Endlich wird dem*r Leser*in alles klar, man versteht die Konflikte, die Fehler, das Zerwürfnis. Und es schmerzt!

Ich hatte in diesem letzten Kapitel sehr gelitten. Ich las und ich weinte, da man auch im Buch die Zeit nicht zurückdrehen und gemachte Fehler nicht immer wiedergutmachen kann. Das Leben geht weiter, man muss damit leben, was man angerichtet hat.

Der Hauptkonflikt entsteht zwar aus dem religiösen Leben und der Ansicht der Eltern in Verbindung mit der religiösen (hier: der schiitischen) Gemeinde heraus, doch ist er auch auf andere Familien übertragbar. Liebe, Schuld, Arroganz, Eifersucht unvm. spielen eine Rolle, die in jeder Familie auf die eine oder andere Art vorhanden sind.

Fatima Farheen Mirza setzt sich mit ihren Figuren sehr intensiv auseinander. Ihr agieren ist absolut realistisch und vorstellbar. Ich habe das Gefühl, dass dieser Roman die Wirklichkeit sehr realistisch beschreibt.

Im Buch werden einige islamische und arabische Worte und Begriffe verwendet, die leider nicht übersetzt werden. Das empfand ich als ein großes Manko! Ich kenne mich recht gut mit diesen religiösen Traditionen und arabischen Begriffen aus, doch Leser*innen, die damit noch nie zu tun hatten, werden ihre Schwierigkeiten haben. Es wäre ein Leichtes gewesen, ein Glossar mit Erklärungen einzufügen.

Ein weiterer etwas negativer Punkt ist, wie bereits weiter oben erwähnt, der leicht durcheinander geratene Mittelteil, in dem sich die Geschichte gar nicht weiter entwickelt. Dies hätte die Autorin m. M. n. umgehen können. Ich habe das Gefühl, dass sie noch nicht richtig wusste, worauf sie ihr Buch hinauslaufen lassen, auf welche Dramatik sie ihren Fokus legen sollte.

Dennoch ist das Buch als eine großartige Geschichte, die ich lange nicht vergessen werde. Ich bin sehr gespannt darauf, was wir von dieser Autorin noch alles lesen werden.


Fazit
Für Leser*innen, die offen für neue Kulturen sind und versuchen wollen zu verstehen, welche Schwierigkeiten Immigranten haben können, die aus einem anderen Kulturkreis einwandern. Für Liebhaber*innen von Familiendramen und ungemütlichen Charakteren. Für Leser*innen, die empathisch sind und eine ganz besondere Geschichte kennenlernen wollen. Absolute Leseempfehlung!

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Rezension zu "Worauf wir hoffen" von Fatima Farheen Mirza

Ein psychologisch tiefgründiger Roman
Helena89vor 8 Tagen

„Wie kann man wissen, welche Momente einen Menschen prägen?“

Die junge Fatima Farheen Mirza zeichnet ein tiefschürfendes, detailliertes, psychologisch stimmiges Bild einer indischen Familie muslimischen Glaubens, die in Kalifornien lebt. Sie befasst sich eingehend mit dem Thema Familie, wie die Bindungen zwischen den Familienmitgliedern untereinander sind und was die Familie als Ganzes ausmacht. Auch der Glaube und die muslimische Tradition spielen eine große Rolle – für die einzelnen Figuren in unterschiedlicher Gewichtung sowie für die Autorin selbst, wie man als Leser deutlich spürt. 

Zentrum der psychologischen Betrachtung sind vier Figuren. Da sind die Eltern, Rafik und Laila, sowie ihre Kinder Hadia, Huda und Amar. Während Huda eine eher schemenhafte Figur bleibt, da sie vor allem eine romanstrukturimmanete Funktion hat, tauchen wir tief in die Innensicht Lailas, Hadias und Amars ein. So kommt in den ersten drei Teilen des Romans der personale Erzähler abwechselnd aus der Sicht Lailas, Hadias und Amars zum Einsatz. Die Geschichte beginnt mit Hadias Hochzeit und im dritten Teil geht die Zeremonie dort weiter, wo sie im ersten Teil erzählerisch abgebrochen wird. Die Beschreibung der Hochzeit bildet somit einen Rahmen. Den Teil dazwischen füllen scheinbar bunt zusammengewürfelte, nicht chronologische Momentaufnahmen aus dem Leben Amars, Hadias und Lailas, die in irgendeiner Weise bedeutsam sind. Diese Szenen vereinen auf eine ganz besondere Art psychologischen Tiefgang und symbolische Aussagekraft. 

Die Autorin geht in ihrer Erzählstrategie sehr geschickt vor, indem der Vater im Dunkeln bleibt. Dabei dreht sich so vieles um ihn. Der Leser erfährt sein Handeln und seine Wirkung nur durch die Augen der anderen. Während seine Töchter Musterschülerinnen und empfänglich für den Glauben der Eltern sind, ist Amar ein Problemkind – er ist schlecht in der Schule und missachtet die Anweisungen seines Vaters. Seine zentrale Charaktereigenschaft ist jedoch seine große Empfindsamkeit, mit der Rafik nichts anzufangen weiß. Die Kluft zwischen ihnen wird immer größer und schließlich kommt es zu dem endgültigen Bruch. Dabei war es niemals sein Vater, der Amars Vertrauen missbrauchte und – mit zum Teil guten Absichten, ja – wider ihn gehandelt hat, nein, es waren Laila und Hadia. Doch deren Loyalität hat Amar nie in Frage gestellt. Im letzten Teil des Romans kommt nur noch er, der Vater, als Ich-Erzähler zu Wort und spricht dabei seinen Sohn, Amar, direkt an. So wird der Kreis geschlossen, und alles, was für den Leser bisher nicht begreifbar gewesen ist, wird ersichtlich.

Es gibt so viele Stellen in dem Roman, an denen man innehalten muss oder so stark berührt ist, dass man nur mit Mühe die Tränen zurückhalten kann. Das unendlich Tragische an der Geschichte ist, dass es trotz so großer Liebe in der Familie zu Missverständnissen, Verletzungen und einem Bruch kommen musste. Und es wird deutlich, dass der Grund, warum Amar gegangen ist, ein anderer war, als der Vater die ganze Zeit über geglaubt hat. »Sag ihm: Komm zurück, wir werden einen Weg finden. [...] Ich habe die falschen Worte gewählt. Ich habe falsch gehandelt. Ich werde warten, bis du bereit bist. Ich werde immer auf dich warten.«

Zurecht wird Mirzas Werk „Worauf wir hoffen“ für seine Reife gelobt. Die Autorin schreibt mit einer Weisheit weit jenseits ihres jungen Alters. Es ist genau, wie Sarah Jessica Parker gesagt hat: „Ich verspreche jedem: Wenn er dieses Buch am Ende zuschlägt, wird er ein anderer sein.“

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Gespräche aus der Community

Neu

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2019 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.

Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2019 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.

15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2019 bis 31.12.2019 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2019 erschienen - von Klassikern.


Die Regeln:

  1. Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.
  2. Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.
  3. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.
  4. Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind! 
Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an? 

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2019 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.
Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.
 


Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

74dani
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