Fatima Farheen Mirza

 4 Sterne bei 86 Bewertungen
Autorin von Worauf wir hoffen, Worauf wir hoffen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Fatima Farheen Mirza

Identität und Zugehörigkeit: Fatima Farheen Mirza, 1991 geboren, wuchs in Kalifornien auf. Sie studierte am renommierten Iowa Writers' Workshop und lebt heute in New York. Entdecket wurde sie von der Schauspielerin Sarah Jessica Parker, die auch ihr erster Buh verlegte. Mit ihrem Roman A Place For Us, schaffte sie es einen Platz im Herzen ihrer Leser zu ergattern. Wichtige Themen wir Identität und Zugehörigkeit sind Teil von Mirzas Alltag. Und so sind diese bewegenden Themen auch Teil ihrer Geschichten. Die Autorin steht regelmäßig auf den Bestsellerlisten und ist von heutigen Diskussionen gar nicht mehr wegzudenken.

Alle Bücher von Fatima Farheen Mirza

Cover des Buches Worauf wir hoffen9783423281768

Worauf wir hoffen

 (80)
Erschienen am 28.02.2019
Cover des Buches Worauf wir hoffen9783742409430

Worauf wir hoffen

 (5)
Erschienen am 28.02.2019
Cover des Buches A Place for Us9781781090695

A Place for Us

 (1)
Erschienen am 14.06.2018

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Neue Rezensionen zu Fatima Farheen Mirza

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Rezension zu "Worauf wir hoffen" von Fatima Farheen Mirza

Eine Geschichte, die mich gefesselt, tief berührt und zu Tränen gerührt hat...
miss_atticosvor 5 Monaten

Die Geschichte erzählt von einer muslimisch indischen Familie (bestehend aus den Eltern Rafik und Laila und den gemeinsamen Kindern Haida, Huda und Amar), die ihr Leben in Amerika verbringt. Das Buch beginnt mit der Hochzeit der ältesten Tochter Haida. Ihr Bruder Amar lässt sich nach drei Jahren wieder blicken und trifft auf seine Familie. Anfangs ist dem Leser nicht wirklich bewusst wie es weitergeht. Nach dem Abschnitt, der die Hochzeit betrifft, wird das Leben dieser Familie in nicht chronologisch geordneten Kapiteln erzählt. Ich erhielt einen Einblick in die muslimische Welt, in die Welt der Kinder, wie sie in Amerika leben und aufgenommen wurden, wie die Eltern leben, dass der Vater oft beruflich unterwegs war und die Mutter allein mit den Kindern. All das klingt so harmlos, ist es aber bei weitem nicht. Man ist andersgläubigen Menschen nicht immer aufgeschlossen, Amar fühlt sich nicht angenommen zuhause, Liebe entsteht dort, wo keine sein darf. Wie gehen die Geschwister damit um? Wie werden sie erwachsen? Welche Werte werden ihnen vermittelt? Drei unterschiedliche Charaktere, drei unterschiedliche Wege. Einzig von Huda, dem mittleren Kind, erfährt man nur am Rande. Huda tritt meist als Vermittlerin in Konfliktsituationen auf. Als Amar's Leben aus den Fugen gerät und zwangsläufig auch das seiner Familie, erfährt die Geschichte eine sehr emotionale Ebene, die mich sehr mitgerissen und traurig zurückgelassen hat. Unglaublich wundervoll und berührend erzählt die Autorin diese Familiengeschichte! Ihr ist eindeutig ein Meisterwerk gelungen. Ich hoffe auf weitere Bücher von ihr, die uns mit in die islamische Welt eintauchen lassen. 

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Rezension zu "Worauf wir hoffen" von Fatima Farheen Mirza

Vom Scheitern und Dazugehören
BluevanMeervor 5 Monaten

Im Mittelpunkt des Debüts der us-amerikanischen Autorin stehen drei Geschwister: Amar, Hadia und Huda. Es ist auch die Geschichte von muslimisch-indischen Migrant*innen, die nichts lieber wollen, als in der amerikanischen Gesellschaft dazu zu gehören.

Amar hat seine Familie drei Jahre nicht gesehen. Überraschend taucht er auf der Hochzeit seiner älteren Schwester Hadia auf, er möchte an diesem Abend "die Rolle des Bruders" übernehmen, endlich einmal etwas richtig machen. Denn bisher ist Amar selten etwas gelungen, er macht vieles falsch. In Rückblenden erfahren die Leser*innen, warum Amar so lange verschwunden war. Und die Gründe für diesen Kontaktabbruch erscheinen harmlos, aber sind es dann doch nicht. Während seine Schwestern in der Schule funktionieren und sich an die Regeln der Gemeinde halten, fallen Amar solche Dinge schwer. Alkohol, Zigaretten, Mädchen - Dinge, die einem gläubigen Moslem verboten sind, ziehen Amar magisch an.

Dabei scheint die Familie nach außen hin gut zu funktionieren, vielleicht sogar gut integriert zu sein. Doch der Schein trügt. Hadia, Amar und Huda wachsen mit der Angst auf, als Bedrohung wahrgenommen zu werden. Die Schwestern tragen kein Kopftuch, weil sie Angst vor Repressalien haben, Amar wird sogar angegriffen, weil er fremd aussieht. Das ist manchmal schon etwas zu viel: die fleißigen Schwestern, der gescheiterte Bruder, der natürlich auch der einzige aus der gesamten Gemeinde ist, der - oh Schreck - eine Zigarette raucht und an seinem Glauben zweifelt, während die Mädels natürlich Medizin studieren wollen.

Gelungen ist vor allen Dingen die Erzählweise, die im Zusammentreffen auf der Hochzeit ihren Höhepunkt findet. Besondere Erlebnisse der Familienmitglieder werden scheinbar unzusammenhängend wiedergegeben, und verdeutlichen doch, dass jede Kleinigkeit Konsequenzen hat, die sich erst viele Jahre später zeigen, Jahre in denen alle Geschwister auf die eine oder andere Weise auch scheitern werden und doch nur einen Platz suchen, zu dem sie gehören können, an dem sie akzeptiert sind, wie sie sind.

Die Erzählweise und die dadurch entstehende Dynamik sorgen für eine wirklich gelungene Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Über die Schwester Huda hätte ich gerne noch mehr erfahren.

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Rezension zu "Worauf wir hoffen" von Fatima Farheen Mirza

Ein Spagat zwischen den Kulturen...
pardenvor 6 Monaten

EIN SPAGAT ZWISCHEN DEN KULTUREN...

Eine Hochzeitsfeier führt die indisch-amerikanische Familie von Laila und Rafik seit Jahren erstmals wieder zusammen: Da ist Hadia, die kluge älteste Tochter, die keine gemäß der muslimischen Tradition arrangierte Ehe eingeht, sondern aus Liebe heiratet, Huda, die ihrer älteren Schwester in allem nacheifert, – und zur Überraschung aller auch Amar, der sensible, aufrührerische jüngste Sohn, der eines Nachts vor drei Jahren einfach verschwand. »Worauf wir hoffen« erzählt die berührende Geschichte einer Familie zwischen Tradition und Moderne, von den ersten Jahren in den USA bis zur Gegenwart, von Liebe und Verrat, vom Ankommen und Loslassen. 

In ihrem Debüt erzählt Fatima Farheen Mirza die Geschichte einer strenggläubigen muslimisch-indischen Familie in den USA. Der Vater Rafik lebt bereits seit seiner Kindheit in Amerika, die Mutter Laila kam erst nach der von den Familien arrangierten Heirat aus Indien in die USA. Die drei Kinder Hadia, Huda und Amar wachsen traditionell muslimisch auf, sprechen bis zum Schuleintritt der ältesten Tochter nur Urdu und nehmen mit ihren Eltern an den religiösen Ritualen der muslimischen Gemeinde teil. 


„So etwas wie Freunde gibt es nicht“, sagt Rafik, „es gibt nur Familie, und nur die Familie lässt euch nie im Stich.“ 


Schwierig wird es, als die Kinder mit zunehmendem Alter auch anderen Einflüssen unterliegen. Der liebevoll-strenge Erziehungsansatz der Familie kollidiert mit den eher liberalen Ansätzen in Schule und Gesellschaft. Die Suche nach dem richtigen Weg für sich selbst gestaltet sich für jedes der Kinder nicht ohne Komplikationen. Während sich die Töchter Hadia und Huda zunächst überaus angepasst verhalten und erst später versuchen, ihren individuellen Platz im Leben zu finden, verhält sich das jüngste Kind - Amar - von Anfang an rebellisch.

Er akzeptiert Grenzen nicht ohne Weiteres, seine Wutanfälle sind legendär, und er hinterfragt vieles, das als gegeben präsentiert wird. Von seiner Mutter eindeutig bevorzugt, wird er von seinem Vater um so strenger behandelt. Als einziger Sohn der Familie hat er eine Sonderstellung, die seine Schwestern oftmals verärgert. Sensibel wie er ist, hat Amar jedoch trotz der bedinungslosen Liebe seiner Mutter oftmals das Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören. Er schwankt zwischen Gleichgültigkeit gegenüber dem, was andere über ihn denken, und dem dringenden Wunsch, genauso geliebt und akzeptiert zu werden, wie er nun einmal ist.


„,Amar‘, sagt sie und die Regentropfen bilden Ringe in der Pfütze.
,Ich kann meinen Eltern das nicht länger antun.‘
,Und ich? Bin ich niemand?‘
,Du verlangst von mir, dass ich allen, die ich liebe, den Rücken kehre.‘
,Ich würde das umgekehrt sofort für dich tun.‘
,Dir ist es egal, wie sich dein Handeln auf andere auswirkt.‘“


Wechselnde Perspektiven und Zeitsprünge von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück lassen das Familienportrait zunehmend plastischer erscheinen, beleuchten bedeutsame Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln und zeigen auf, dass der Spagat zwischen den Kulturen für alle Familienmitglieder nicht ohne Probleme geleistet werden kann. Allerdings verwirren diese ständigen Sprünge auch durchaus und verwässern mitunter den Eindruck, den die intensive Darstellung einer einzelnen Perspektive hätte schaffen können. Merkwürdigerweise wird auch nichts aus der Sicht der mittleren Schwester Huda geschildert, so dass die Erzählung für mich in dieser Hinsicht unvollständig bleibt.

Während nach einem interessanten Start die beiden mittleren Teile für mich durchaus Längen aufwiesen und ich zwischendurch gerne beim Lesen pausierte, konnte mich das letzte Viertel des Romans wieder überzeugen. Da übernimmt der Vater Rafik erstmals die Erzählung, und er, der zuvor so streng und unnahbar erschien, zeigt sich nun zunehmend verletzlich und demütig.

Das enge Korsett des Glaubens, das manchen Halt gibt, andere aber zu ersticken droht, Erwartungen an sich selbst, an andere und das Leben, erfüllte Hoffnungen und Enttäuschungen, erstarrte oder berührende Begegnungen, die Sehnsucht nach Zugehörigkeit - und über allem: die Suche nach dem Platz im Leben, der für sich selbst der richtige scheint, wo man so akzeptiert und geliebt wird, wie man ist und dabei den eigenen Grundsätzen treu bleiben kann - all dies und mehr thematisiert dieser Roman.

Julia Nachtmann, Barnaby Metschurat, Heikko Deutschmann und Gabriele Blum besetzen in der ungekürzten Hörbuchfassung (14 Stunden und 39 Minuten) die verschiedenen Perspektiven, wobei alle Sprecher den Vortrag ruhig und gemessen gestalten. Für mich ein angenehmes Hörerlebnis.

Ein buntes Potpourri verschiedener Themen, verwebt in einem Netz von nicht spannungsarmen Beziehungen, dargestellt aus einer Vielzahl wechselnder Perspektiven und Zeiten, eingebettet in einen kulturellen Hintergrund voll strenger Normen. Anspruchsvoll aber eindringlich - ein ambitioniertes Debüt, das in meinen Augen über weite Strecken überzeugen kann...


© Parden  

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