Fatma Aydemir

 4,3 Sterne bei 118 Bewertungen
Autorin von Ellbogen, Eure Heimat ist unser Albtraum und weiteren Büchern.
Autorenbild von Fatma Aydemir (©Bradley Secker/ Quelle: Hanser)

Lebenslauf von Fatma Aydemir

Fatma Aydemir wurde 1986 in Karlsruhe geboren. Sie studierte Germanistik und Amerikanistik in Frankfurt am Main und San Diego. Seit 2012 arbeitet sie als Redakteurin bei der taz. Darüberhinaus schreibt sie als freie Autorin unter anderem für die Zeitschriften Spex und Missy Magazine. Heute lebt sie in Berlin.

Alle Bücher von Fatma Aydemir

Cover des Buches Ellbogen (ISBN: 9783446254411)

Ellbogen

 (85)
Erschienen am 30.01.2017
Cover des Buches Eure Heimat ist unser Albtraum (ISBN: 9783961010363)

Eure Heimat ist unser Albtraum

 (24)
Erschienen am 22.02.2019
Cover des Buches Eure Heimat ist unser Albtraum (ISBN: 9783548062402)

Eure Heimat ist unser Albtraum

 (6)
Erschienen am 02.11.2020
Cover des Buches Georgien. Eine literarische Reise (ISBN: 9783627002572)

Georgien. Eine literarische Reise

 (3)
Erschienen am 31.08.2018
Cover des Buches Ellbogen (ISBN: 9783948856014)

Ellbogen

 (0)
Erschienen am 07.12.2020
Cover des Buches Dschinns (ISBN: 9783446269149)

Dschinns

 (0)
Erscheint am 14.02.2022
Cover des Buches Dschinns (ISBN: 9783742422699)

Dschinns

 (0)
Erscheint am 16.02.2022

Neue Rezensionen zu Fatma Aydemir

Cover des Buches Eure Heimat ist unser Albtraum (ISBN: 9783548062402)

Rezension zu "Eure Heimat ist unser Albtraum" von Fatma Aydemir

Ein Buch, das jede:r einmal gelesen haben sollte
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Monaten

Falls dieses Buch nicht sowieso schon jede:r von euch kennt, möchte ich hiermit noch einmal ausdrücklich eine Empfehlung aussprechen. Ach was, ein Gebot sogar. Spaß beiseite. Natürlich gibt es mittlerweile (zum Glück!) schon viele Bücher, die sich mit der Lebensrealität marginalisierter Personen und Personengruppen auseinandersetzen. Aber gibt es davon überhaupt genug? Ich persönlich habe „Eure Heimat ist unser Albtraum“ wirklich als einen Gewinn wahrgenommen, insofern, dass es sich dezidiert mit gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit auseinandersetzt. Den Finger in die Wunde legt.

Wie der Titel verrät, geht es hierbei vor allem um den Heimat-Begriff, der einige Fragen aufwirft und vielen (zurecht) sauer aufstößt. Es geht darum, wie es ist, als nicht weiß und deutsch gelesene Person tagtäglich schikaniert und von einem System exkludiert zu werden. Und das, weil die Mehrheit der Gesamtgesellschaft leider immer noch ein auf fragwürdigen Argumenten aufbauendes Heimat-Verständnis hat. So als wäre die sogenannte ‚Heimat‘ ein VIP-Club für… Tja, für wen eigentlich?

„Eure Heimat ist unser Albtraum“ besteht aus vierzehn Essays von vierzehn verschiedenen Autor:innen - darunter beispielsweise die Autorin Margarete Stochowski oder die Rapperin und Linguistin Reyhan Şahin (allgemein besser bekannt unter Lady Bitch Ray). Mal lauter, mal leiser, mal wütend, mal lustig, aber in jedem Fall kritisch thematisiert das Buch verschiedene Aspekte des Lebens der Autor:innen, die von und durch alltägliche(n) Rassismen und anderen Diskriminierungsformen betroffen sind. Dabei ist mir an vielen Stellen wirklich noch einmal klar geworden, wie tief verankert in Gesellschaft und Politik (Heimatministerium… Ich mein, ernsthaft?) Rassismus ist. Ja, schöne Scheiße.

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Cover des Buches Eure Heimat ist unser Albtraum (ISBN: 9783548062402)Brombeeres avatar

Rezension zu "Eure Heimat ist unser Albtraum" von Fatma Aydemir

Bewegende und persönliche Einblicke
Brombeerevor 7 Monaten

Worum geht es?

14 deutschsprachige Autor*innen erzählen von ihrem Alltag in Deutschland, in dem sie als „fremd“ und nicht „dazugehörig“ angesehen werden.


Worum geht es wirklich?

Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung, aber auch um die eigene Stimme.


Lesenswert?

Ja, definitiv. Hierbei handelt es sich um 14 sehr unterschiedliche und persönliche Essays von Menschen, die in Deutschland leben, die aber aus unterschiedlichen Gründen für ihre Mitmenschen als nicht dazugehörig wahrgenommen werden, sei es wegen Sexualität, Hautfarbe, Religion oder Herkunft von Vorfahren.

Jeder dieser 14 Menschen hat natürlich ganz andere Eindrücke oder Situationen, mit denen dieser Mensch konfrontiert wird.

Alle jedoch erzählen davon, wie sie sich in diesem Land fühlen, wem sie vertrauen können - oder eben auch nicht. Wie es sich anfühlt, so behandelt zu werden.

Und es ist einfach erschreckend und auch beschämend, wenn man das liest. Recht automatisch hinterfragt man beim Lesen auch seine eigenen Privilegien, das finde ich sehr gut. Es sind keinerlei leidende Essays, eher solche voller Kraft und auch Vorschlägen/Zielen/Ideen, wie eine wirkliche Gemeinschaft funktionieren und entstehen kann und das dafür eben einfach auch wir zuständig sind.

Im Vorwort sind ein paar kurze Erklärungen zur Sprache in diesem Buch angeführt, wie gegendert wird und welche Begriffe verwendet werden. Das fand ich einerseits ganz schön (also diese vorgesetzte Erklärung und auch, dass dies daher in allen Texten der Fall war), aber hätte es auch sehr interessant gefunden, verschiedene Arten einer genderneutralen Sprache zu lesen. Für die Einheitlichkeit und den Lesefluss ist aber vermutlich die gewählte Taktik die bessere. Es folgen wie gesagt 14 Essays, unterschiedlich lang, unterschiedliche Schwerpunkte und manche Texte waren einfach ansprechender als andere - kein Wunder bei so vielen Verfasser*innen. Ich habe vertraute Namen entdeckt, aber auch Menschen, deren Name mir noch unbekannt war und das Buch regt nicht nur zum Nachdenken und auch zum Wütend werden ein, sondern auch dazu, mehr von diesen Autor*innen zu lesen.

Im Anschluss an die Essays folgt noch ein Anhang mit Kurzportraits der Verfasser*innen.

Bei manchen Texten hätte ich mir ausführlichere Gedanken gewünscht, aber auch das ist natürlich der Form dieses Werkes geschuldet. Habe mir aber auf jeden Fall eine kleine Liste mit interessanten Büchern zusammengestellt, hänge ich hier einfach mal an. Nicht von jede*r habe ich etwas entdeckt:

https://www.lovelybooks.de/autor/Hengameh-Yaghoobifarah/Ministerium-der-Träume-2799312579-w/

https://www.lovelybooks.de/autor/Fatma-Aydemir/Ellbogen-1413418823-w/

https://www.lovelybooks.de/autor/Max-Czollek/Desintegriert-euch-1549733404-w/

https://www.lovelybooks.de/autor/Olga-Grjasnowa/Der-Russe-ist-einer-der-Birken-liebt-813753853-w/

https://www.lovelybooks.de/autor/Sharon-Dodua-Otoo/Adas-Raum-2747689535-w/

https://www.lovelybooks.de/autor/Reyhan-Sahin/Yalla-Feminismus--2025985319-w/

https://www.lovelybooks.de/autor/Sasha-Marianna-Salzmann/Außer-sich-1482267553-w/

https://www.lovelybooks.de/autor/Mithu-M.-Sanyal/Identitti-2743238613-w/

https://www.lovelybooks.de/autor/Margarete-Stokowski/Untenrum-frei-1244651840-w/

https://www.lovelybooks.de/autor/Deniz-Utlu/Die-Ungehaltenen-1067637972-w/

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Cover des Buches Eure Heimat ist unser Albtraum (ISBN: 9783961010363)Catastrophias avatar

Rezension zu "Eure Heimat ist unser Albtraum" von Fatma Aydemir

Vom alltäglichen Leben mit Ausgrenzung und der Frustration über das Schweigen der Mehrheitsgesellschaft
Catastrophiavor 8 Monaten

In diesem Sammelband schreiben Autor*innen, die von der Mehrheit der Gesellschaft als fremd wahrgenommen werden, über Heimat, über Leben in Deutschland und den Umgang mit dieser Zuschreibung als nicht zugehörig. Einige sind journalistisch aktiv, einige haben Bücher verfasst, sie haben ganz unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen, aber die Diskrimierungserfahrung teilen sie alle. In sehr persönlichen Essays werden einzelne Themen abgehandelt, es geht um Sexualität, Religion, das Leben zwischen zwei Welten, immer wieder um Rassismus und Antisemitismus und die Frage, wie Betroffene damit umgehen. Dabei versteht sich das Buch als Manifest gegen Heimat als völkisches und ausgrenzendes Konzept.

Ich kann zu diesem Buch eigentlich nicht mehr sagen, als dass man es unbedingt gelesen haben sollte. Erst recht, wenn man denkt, dass Rassismus und Antisemitismus in Deutschland keine Rolle mehr spielen, dass man doch mal wieder stolz auf "unser" Land sein könne und viele Menschen einfach überempfindlich seien. Denn die kurzen Einblicke in den Alltag rassifizierter Menschen zeigen die geistige Haltung, die in ihrer schlimmsten Form in Hoyerswerda, Halle, Hanau mündet. Sie zeigen, wie perfide und oft unbewusst die Dominanzgesellschaft festlegt, wer dazugehört und wer nicht und sie zeigen vor allem die Willkür dahinter. Gerade, weil viele Rassismen und Ausgrenzungsgedanken so implizit und so selbstverständlich sind, sollten das Buch auch die lesen, die sich selbst als aufgeklärt und explizit antirassistisch verstehen, denn in einer rassistischen Gesellschaft, noch dazu mit nie umfassend aufgearbeiteter Geschichte von Kolonialrassismus und mehr Kontinuitäten als Brüchen nach dem Dritten Reich, hat jede*r von uns Rassismen verinnerlicht, die es offenzulegen gilt. Die Autor*innen dieses Sammelbandes machen sich daher nicht zuletzt verletzlich für Ignoranz ihrer Lebenserfahrung gegenüber.


Kritisieren kann man, dass das Buch keine fundierte strukturelle Analyse ist, dass oft sehr polemisch und absolut argumentiert wird und dass es natürlich auch nur ein Ausschnitt ist. Bestimmte marginalisierte Stimmen kommen gar nicht vor, und zwischen den Beiträgen gibt es recht wenige Kontroversen und viel Einigkeit. Ich finde das Buch aber trotzdem sehr gut, weil ich gerade auch dieses Individuelle und die Wut wichtig finde. Bücher wie dieses und umfassende, sachliche Analysen sollten einander in meinen Augen ergänzen.  

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