Ellbogen

von Fatma Aydemir 
4,1 Sterne bei70 Bewertungen
Ellbogen
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Positiv (56):
Vamoes avatar

Es kommt nicht of vor, dass ich gleichzeitig Mitgefühl und Missbilligung zur Protagonistin empfinde. Mich hat dieses Buch total gefesselt!

Kritisch (2):

"Einsamkeit kann man nicht teilen."

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Inhaltsangabe zu "Ellbogen"

Sie ist siebzehn. Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen. Und dass Hazal auf ihrer Suche nach Heimat fatale Fehler begeht. Erst ist es nur ein geklauter Lippenstift. Dann stumpfe Gewalt. Als die Polizei hinter ihr her ist, flieht Hazal nach Istanbul, wo sie noch nie zuvor war. Warmherzig und wild erzählt Fatma Aydemir von den vielen Menschen, die zwischen den Kulturen und Nationen leben, und von ihrer Suche nach einem Platz in der Welt. Man will Hazal helfen, man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446254411
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:30.01.2017

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Rezensionen und Bewertungen

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    SharonBakers avatar
    SharonBakervor 6 Monaten
    Hart, krass & schockierend ...

    Hazal lebt in Berlin mit ihren türkischen Eltern und ihren Bruder zusammen. Ihr Leben besteht momentan nur aus dem nicht gemeldeten Job bei ihrem Onkel, dem begleitenden Unterricht und dem Kiffen. Außerdem steht bald ihr Geburtstag an und ihre Volljährigkeit will sie mit ihren Mädels richtig feiern. Nur verläuft der Tag so ganz anderes, als gedacht und endet in einer Katastrophe. Für Hazal steht fest, sie muss weg, raus aus dem Elternhaus, raus aus ihrem Leben, raus aus Deutschland. So flieht sie zu ihrer Internetbekanntschaft nach Istanbul, wo sie noch nie war. Aber ist das wirklich besser? Kann Hazal endlich zu sich selber finden? Oder wird ihr Gewissen ihr ins Leben reden?

    Dieses Buch habe ich schon so oft gesehen, aber immer wieder weggelegt, da das Thema ja nicht unbedingt leichte Kost ist. Außerdem sind unsere Nachrichten voll mit schockierenden, da möchte man nicht auch noch seine Freizeit damit verbringen, oder? Anderseits ist es wichtig sich mit dem Hier und Jetzt zu beschäftigen, hinter die Fassade zu gucken und zum Nachdenken angeregt zu werden. So ist dieses Buch, bei meinem Buchclub vorgeschlagen worden und nun gelesen. Ob es mich nachdenklich gemacht hat, erzähle ich euch nun.

    Die Geschichte um Hazal ist in drei Teile gegliedert. Der erste Teil widmet sich ihren Leben in Deutschland und das ist alles andere als toll, sondern extrem trostlos. Hazal ist eine junge Frau und wird im ersten Kapitel beim Klauen erwischt, hier schimmert schon durch, dass sie einfach nur alle Klischees bedienen möchte. Sie hat keine Zukunftspläne, wird von ihren Eltern extrem klein gehalten und fühlt sich durch ihr Gefängnis einsam, allein, nutzlos und ungeliebt. Die Eltern haben sich nichts zusagen, fühlen sich fremd und können mit ihren Gefühlen nicht umgehen, das übertragen sie natürlich auf ihre Kinder. Der Sohn ist der kleine King, der alles darf, aber Hazal hat zu Hause zu bleiben und sich, um den Haushalt zu kümmern. Dabei sieht Hazal, das es auch anders gehen kann, dass man eine Ausbildung machen, sich frei fühlen und leben kann, als Mädchen, aber sie darf nicht. Beziehungsweise wartet darauf, dass das Leben zu ihr kommt, weil sie selber nichts in die Hand nimmt. Diese angestaute Wut, der Druck der Familie, die Einsamkeit in Leben, ist unglaublich spürbar beschrieben und lässt keinen Leser kalt.

    Der zweite Teil ist dem Ausbruch gewidmet, nachdem es in Deutschland zu ihrem Geburtstag zu einem Gewaltverbrechen gekommen ist, ist Hazal geflohen. Sie findet bei Mehmet, ihrem Internet Freund einen Unterschlupf und versucht, die Dinge in ihrem Leben klarzusehen, neu zu formen und irgendwie weiterzumachen, aber ist die Türkei, dafür der beste Ort. Die Autorin lässt nämlich die Unruhen, die Kämpfe und die Politik einfließen und das dieses Land keineswegs frei und grenzenlos ist, spürt Hazal bald am eigenem Körper. Hin und her gestoßen zwischen Familie, Kulturen und Traditionen sucht dieses junge Mädchen ihren Platz. Aber was genau möchte sie? Welche Träume hat sie? Welche Zukunft wünscht sie sich?

    Diese Geschichte ist ein Abziehbild unserer Gesellschaft, überfordert, hilflos und machtlos. Immigration, ein Thema was uns ständig beschäftigt und diesmal aus der Sicht eines jungen Mädchens erzählt. Ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen, wie mich die Geschichte zurückgelassen hat, geschockt, sprachlos, überfordert, aber auch sehr nachdenklich. Der Mensch verurteilt gern sehr schnell und lässt sich ungern vom anderen überzeugen, das dieser Weg nie der richtige ist, ist auch jedem klar, aber trotzdem brechen die Grenzen schlecht auf. Hier ist so ein Beispiel, Hazal ist rotzfrech, kifft und ihr Ausdruck alles andere als damenhaft, aber woher kommt das. Es ist Wut, auf die Eltern, die Gesellschaft, auf ihr ganzes Leben, die Perspektivlosigkeit und der Umstand, das ihre Träume nicht zählen, aber rechtfertig es diese Tat. Ich bin unschlüssig und auch mit dem Ende nicht ganz glücklich, aber auf jeden Fall nachdenklich.

    Ich glaube, mehr wollte die Autorin auch gar nicht. Sie möchte aufmerksam machen, bedient sich dabei einer derben Sprache, lässt oft rotzige Ausdrücke fallen, aber auch gleichzeitig die Ohnmacht des eigenen Lebens spüren. Sehr krass, stark, eigenwillig, hart und kompromisslos erzählt Fatma Aydemir diese Geschichte, lässt ihren Leser wirklich einen Gefühlsausbruch nach dem anderen mitfühlen. Die Tiefschläge der Ellbogen miterleben und einen aufgewühlt zurück. Dieses Buch, so bewegend eindringlich erzählt, lässt einen doch ungläubig nachdenklich zurück.

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    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine junge Frau zwischen zwei verschiedenen Kulturen
    Identitätssuche

    Die 17-jährige Hazal wurde in Deutschland geboren, ihre Familie ist türkisch. Ständig ist sie hin- und hergerissen zwischen den türkischen Familientraditionen und Moralvorstellungen und der Lebensweise der deutschen Teenager um sie herum. Nach einer folgenschweren Nacht mit ihren Freundinnen Gül und Elma flieht Hazal nach Istanbul zu ihrer Facebookbekanntschaft Mehmet. Doch was macht man in einem Land, das eigentlich Heimat sein soll, dessen Sprache man aber nur leidlich spricht und das einen selbst als eigentlich Deutsch sieht?


    Hazals Erlebnisse haben mich sehr mitgenommen. Das Buch ist aus ihrer Ich-Perspektive mit einer entsprechend angepassten Sprache geschrieben. Ohne die vielen "Opfer", oder "krasse" Sachen wäre es viel weniger glaubwürdig gewesen - daher passt die Sprache, auch wenn sie sicherlich nicht anspruchsvoll ist. Ich war schockiert, in welchen Abgrund die drei Mädchen abrutschen. Ich konnte nachvollziehen, wie es dazu kam, wenn man sich nirgendwo zugehörig fühlt und glaubt, keinerlei Chancen auf eine andere Zukunft zu haben. Schade fand ich das sehr offene Ende, deswegen ein Stern Abzug.


    Fazit:
    Ein guter Roman über ein wichtiges Thema in unserer Mitte, den ich sehr weiterempfehlen kann!

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    sar89s avatar
    sar89vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Wenn man nirgendwo dazugehört...
    Heimatlos

    Hazal ist in Deutschland geboren, lebt aber durch ihre Familie teilweise in türkischen Traditionen. Gleichzeitig versucht die Familie in Deutschland irgendwie voranzukommen. Hazal wird 18, findet noch immer keinen Job und fühlt sich nicht respektiert. Sie hängt mit Gül, Elma und Ebru ab. Ebru driftet in religiösen Fanatismus ab, Elma jobbt als Kellnerin, ist aber auch nicht zufrieden. In den drei staut sich jahrelange Wut. Wut, in ihrem Leben nicht voranzukommen und von allen gestoppt und schikaniert zu werden oder einfach die Wut, nicht akzeptiert zu sein, sondern nur geduldet. Als die drei an Hazals  Geburtstag an einem Club abgewiesen werden, eskaliert die Situation und Hazal und ihre Kolleginnen töten einen ebenfalls betrunkenen Studenten am U-Bahn-Bahnhof indem ihn Hazal auf das Geleise schubst. Darauf flieht Hazal nach Istanbul zu Mehmet, den sie auf Facebook kennengelernt hat. Auch er ist an seiner Situation in Deutschland gescheitert. Der Ausgang des Romans bleibt offen, vermutlich wird sich Hazal in Deutschland für ihre Tat verantworten müssen, denn Gül und Elma sind schon in U-Haft. Hazal macht zu und kriecht in ihr Schneckenhaus. Sie wirkt verzweifelt, kalt und am Schluss auch Ignorant gegenüber anderen und sich selbst. Sie wird wie Mehmet, den sie eigentlich ein Opfer findet. Langsam wird auch Hazal immer orientierungsloser und abgefuckter. Selbst Tante Semra, die es geschafft hat, kann die Situation nicht retten....Trotz der krassen Geschichte, die viel Realität in sich hat, konnte es mich nicht immer packen. Teilweise bin ich mit Hazal durch die Strassen gehetzt, dann habe ich mich wieder unglaublich an ihr und ihrem Charakter genervt. Irgendwie auch schade, dass das Ende so sehr offen ist. Aber insgesamt ein glungenes Debut.

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    dominonas avatar
    dominonavor 10 Monaten
    Gefangen, irgendwo dazwischen

    Es scheint für eine ganze Generation nicht leicht zu sein, sich zwischen der Türkei und Deutschland entscheiden zu müssen (wenn sie es müssen) und deshalb ist das Buch sehr wichtig, weil es diese Zerrissenheit zeigt und wozu bzw. wohin sie führen kann. Mitleid hatte ich nie wirklich mit Hazal, aber ich denke, dass ihre Wirklichkeit ähnlich wie die vieler Menschen ist und dabei ist sie sehr weit von meiner eigenen entfernt. Also wer sich für eine Identitätssuche interessiert, sollte zugreifen.

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    raven1711s avatar
    raven1711vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Vielschichtig und fesselnd
    Vielschichtig und fesselnd

    Rezension Famta Aydemir - Ellbogen

    Klappentext:
    Sie ist siebzehn. Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen. Und dass Hazal auf ihrer Suche nach Heimat fatale Fehler begeht. Erst ist es nur ein geklauter Lippenstift. Dann stumpfe Gewalt. Als die Polizei hinter ihr her ist, flieht Hazal nach Istanbul, wo sie noch nie zuvor war. Warmherzig und wild erzählt Fatma Aydemir von den vielen Menschen, die zwischen den Kulturen und Nationen leben, und von ihrer Suche nach einem Platz in der Welt. Man will Hazal helfen, man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht.

    Meinung:
    Aus einer spontanen Laune heraus habe ich Ellbogen aus meinen SuB ergriffen, nun sitze ich hier und suche nach Worten, um etwas über dieses Buch zu sagen. Ein wenig fehlen mir diese, weiß ich doch nicht, wie ich dieses Buch und meine Meinung dazu verfassen soll. Sprachlos hat es mich gemacht, inhaliert habe ich die Seiten, berührt und betroffen fühle ich mich.
    Diese Geschichte über die fast 18-jährige Hazal trifft einen Nerv. Fatma Aydemir erzählt über eine in Deutschland geborene Türkin, die zwischen allem steht. Hazal ist weder richtige Deutsche noch Türkin, von der Gesellschaft in eine Schublade gesteckt handelt sie auch meist so, wie man es von Menschen ihrer Generation erwartet. Hazal hat keinen Bock, sich den deutschen Vorstellungen anzupassen. Sie will Leben, sie will sich verlieben, sie will Spaß haben. Wieso müssen ihr andere so auf den Sack gehen? Mit der Schule, mit der Suche einer Ausbildungsstelle? Welche Chancen soll sie denn schon groß haben? Doch eine folgenschwere Handlung veranlasst Hazal zur Flucht in die Türkei. Einem Land, das sie kaum kennt, deren Regeln ihr fremd sind und deren Sprache sie, trotz aller Vorurteile, nur stockend spricht.
    Hazal ist wahrlich keine einfache Protagonistin, dafür aber eine so ehrlich aufgebaute wie man sie selten in der Literatur findet. Hazals Probleme sind mir geläufig, wenn auch nur aus Medien, nicht aus eigener Erfahrung. Sie befindet sich in der Endphase der Pubertät, ist fast erwachsen und soll den Erwartungen der Eltern und der Familie gerecht werden. Doch die hat ja ihre eigenen Probleme, von denen möglichst keiner was mitbekommen soll. Fatma Aydemir schafft es, dass man Verständnis für die Problematik der Menschen mit Migrationshintergrund entwickelt. Man sieht plötzlich so klar, wie schwierig der Spagat zwischen den Kulturen ist, wie engstirnig alle Seiten agieren und wie wenig flexibel manchmal das Miteinander wirkt. Trotz der teilweise sehr brutalen Vorgehensweise wünscht man sich doch, dass es für Hazal am Ende irgendwie gut ausgeht, dass sie sich findet und ihren Platz im Leben hat.
    Ganz kurz frage ich mich beim Lesen noch, warum dieses Buch nicht auf der Longlist für den deutschen Buchpreis gelandet ist, schließlich hat es alles, was man meiner Meinung für einen Platz dort benötigt? Nun, vielleicht sprachlich zu einfach gehalten (alles andere hätte an dieser Stelle aber nicht ehrlich gewirkt und zur Ich-Erzählerin Hazal gepasst), vielleicht ist es zu massentauglich. Egal, ich kann allen nur empfehlen: Lest dieses Buch!

    Fazit:
    Selten ist mir eine Rezension so schwer gefallen, wie zu diesem Buch. Kurz und knapp: es ist großartig, schonungslos, ehrlich. Ein Buch, das man gelesen haben sollte, egal welcher ethnischen Gruppe man angehört.
    Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

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    Sumsi1990s avatar
    Sumsi1990vor einem Jahr
    Wahrheit oder das was wir hören wollen?

    Hazal ist 17 und in Deutschland geboren. Sie lebt mit ihren doch koservativen türkischen Eltern und ihrem Bruder in Berlin, hat keine Ausbildung und arbeitet in der Bäckerei eines Onkels. Nebenbei nimmt sie mehr oder minder an einem staatlichen Berufsvorbereitungsprogramm teil, das aber zu nichts führt. Gemeinsam mit ihren Freundinnen will sie sich jedoch wie jeder Jugendliche frei und unabhängig fühlen und nicht von ihren Eltern eingeschränkt werden. In der Türkei hat sie dazu Mehmet, den sie über Facebook kennengelernt hat und den sie jedenfalls besser kennenlernen will, ohne dass ihre Eltern natürlich etwas davon wissen. Nach einem misslungenen Partyabend zu Hazals Geburtstag begehen den frustrierten, aggressiven und berauschten Mädchen ein folgenschweres Ereignis... 


    Das Buch ist sehr modern geschrieben und klingt daher extrem glaubwürdig. Es ist schnell und leicht zu lesen und fesseld durchaus. 


    Die Frage die ich mir nach dieser Lektüre noch lange gestellt habe ist jedoch folgende: Hat die Autorin mit diesem Buch ihren eigenen Landsleuten nicht noch mehr Steine beim Thema Integration in den Weg gelegt? Ich selbst bin ein Mensch, der seine Meinung nicht von solchen Dingen beeinflussen lässt, aber ist es in der  heutigen Zeit wirklich ratsam, ein Buch zu schreiben, dass sämtliche Klischees im Bezug auf Kriminalität und Desinteresse an Integration erfüllt. Ich denke nämlich, dass derjenige Leser, der den Inhalt derart verstehen will, sich auch keine darüber hinausgehenden Gedanken dazu macht, vor allem natürlich keine, ob wir als Gesellschaft hier auch unseren Teil dazu beitragen! 


    Mir selbst hat das Buch sehr gut gefallen und ich finde es auch toll, dass sich ein Schriftsteller die Negativbeispiele aufzeigen traut. Mir ist nur nicht klar, ob man hier gerade heutzutage irgendjemanden einen Gefallen damit getan hat! 

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    naninkas avatar
    naninkavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Beklemmend - interessant - spannend - berührend - traurig....
    Hazal - die Suche nach sich selbst

    Zum Inhalt: Sie ist siebzehn. Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen. Und dass Hazal auf ihrer Suche nach Heimat fatale Fehler begeht. Erst ist es nur ein geklauter Lippenstift. Dann stumpfe Gewalt. Als die Polizei hinter ihr her ist, flieht Hazal nach Istanbul, wo sie noch nie zuvor war. Warmherzig und wild erzählt Fatma Aydemir von den vielen Menschen, die zwischen den Kulturen und Nationen leben, und von ihrer Suche nach einem Platz in der Welt. Man will Hazal helfen, man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht. Hazal ist in Deutschland aufgewachsen, sogar dort geboren und eigentlich voll integriert, so sollte man meinen. Nur bekommt sie einerseits ein ständiges latentes abgewiesen werden zu spüren und rebelliert auch still zu Hause gegen die türkischen Sitten. Ein Leben zwischen zwei Kulturen, ein wütendes Rebellieren, ein nicht Akzeptiert werden, ... Obwohl sie in Deutschland geboren wurde, ist und fühlt sie sich als Mädchen mit Migrationshintergrund, die weder den Erwartungen ihrer türkischen Familie noch derer ihres deutschen Umfelds entsprechen kann. Als sie mit ihren Freundinnen an ihrem Geburtstag allen Hindernissen trotzt, aufgetakelt in einen Club geht und nach langem Anstehen nicht eingelassen wird, zieht sie mit ihrer Mädchenclique frustriert wieder ab. Und dann geschieht etwas. Etwas unfassbar schlimmes - aus einer harmlosen Provokation heraus. Hazal flüchtet nach Istanbul zu ihrem Skype-Freund und landet vom Regen in die Traufe... Denn auch hier fühlt sie sich fremd und ungeliebt. Ihr Traumprinz entpuppt sich als abgelöschter Junkie und auch sonst läuft alles nicht sehr gut. Mehr sei hier nicht gespoilert. Das Buch ist hart, krass, sprachlich direkt und zuweilen vulgär. Es ist interessant, traurig und hoffnungslos. Die Suche einer Jugendlichen nach sich selbst, doch sie findet sich nicht...

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    blauerklauss avatar
    blauerklausvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein starker Debutroman von Fatma Aydemir mit einer Protagonistin, die lange im Gedächtnis bleibt - sehr lesenswert!
    "Überall nur Ellbogen, von denen, die stärker sind als wir"

    „Elma wirkt immer wie die Stärkere, dabei ist es in Wahrheit ganz anders. Ihr Herz ist total anfällig, man kann es so leicht brechen. Wegen der Ellbogen, die uns das Leben reingerammt hat, immer wieder, und immer noch. Überall nur Ellbogen von denen, die stärker sind als wir.“ (Seite 165*)

    Integration, Migrationshintergrund und die aktuelle politische Lage in der Türkei, das sind die Schlagworte, die mir beim Lesen des Klappentextes zu diesem Roman in den Sinn gekommen sind. Anhand des Schicksals der jungen Deutschtürkin Hazal schafft es Fatma Aydemir diese Punkte zu thematisieren ohne sie explizit anzusprechen.

    Inhalt

    Hazal Akgündüz ist siebzehn, in Deutschland geboren und lebt mit ihren türkischstämmigen Eltern in Berlin. Die Schule hat sie abgebrochen, sie macht gerade eine „“BVB“ (berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme) wo sie nichts lernt, außer Bewerbungen zu schreiben, die jedoch niemals zu einem Jobangebot führen. Nebenbei arbeitet sie in der Bäckerei ihres Onkels. Ihre depressive Mutter verbringt die Abende mit türkischen Fernsehserien, ihr Vater verbringt die meiste Freizeit im Café mit seinen türkischen Freunden, ihr Bruder scheint erste Kontakte ins kleinkriminelle Milieu zu knüpfen. Ihren achtzehnten Geburtstag möchte Hazal gerne mit ihren Freundinnen feiern, doch ihre konservativen Eltern sind strikt dagegen. Die Perspektivlosigkeit und die Enge ihrer Familie frustrieren Hazal.

    „Und vielleicht sieht es von außen tatsächlich so aus, als ob ich mein Leben schon verpfuscht habe. Ja, wahrscheinlich habe ich ja auch ein verpfuschtes Leben. Mama wollte immer, dass ich Arzthelferin werde, und ich wollte Ärztin sein. Jetzt bin ich nichts von beidem und finde nicht mal eine Ausbildung zur Verkäuferin.“ (Seite 16)

    Die einzigen Lichtblicke in Hazals Leben scheinen die Abende mit ihren Freundinnen zu sein und ihre Skype-Telefonate mit ihrem „Freund“ Mehmet, einem jungen Deutschtürken, der aufgrund zahlreicher Vorstrafen in die Türkei abgeschoben wurde und jetzt in Istanbul lebt.

    An ihrem Geburtstag kann Hazal sich dann doch von zu Hause loseisen und sie macht sich mit ihren Freundinnen auf den Weg in einen angesagten Berliner Club, scheitern jedoch an dem unnachgiebigen Türsteher, der ihnen den Zutritt verwehrt. Das ist dann eine Demütigung zu viel. Alkohol, Wut und die aufgestaute Frustration entladen sich bei den jungen Frauen in einem Gewaltakt in einer Berliner U-Bahn-Haltestelle. In der scheinbar ausweglosen Situation beschließt Hazal in die Türkei zu flüchten und in Istanbul den Versuch zu starten, ein neues Leben zu beginnen.

    Doch in Istanbul angekommen, muss Hazal feststellen, dass sie auch hier nicht wirklich dazugehört. Außer Mehmet kennt sie hier niemanden und ihr Türkisch ist nicht so gut, dass sie sich ohne Probleme überall verständigen kann. Von den Einheimischen wird sie aufgrund ihres Akzentes direkt als Deutsche erkannt. Sie versucht sich irgendwie in Istanbul durchzuschlagen, doch als es dann auch noch zum versuchten Militärputsch in der Türkei kommt, scheint ihre Situation ausweglos zu sein.

    Meine Meinung

    In ihrem Debutroman gibt uns Fatma Aydemir einen starken Einblick in das Leben einer jungen Frau, die neben den üblichen Problemen jugendlicher Heranwachsender auch noch mit den Schwierigkeiten ihres türkischen Migrationshintergrundes zu kämpfen hat. Hazals schnoddrige und oft aggressive Verhaltensweise macht sie nicht zu einer Sympathieträgerin, dennoch hofft man als Leser, dass sie den Weg aus der eingeschlagenen Abwärtsspirale findet.

    Einige Rezensenten bemängeln, dass die Darstellung von Hazal und ihrem Umfeld den angeblich gängigen Klischees von jungen Deutschtürken entspricht. Das habe ich so allerdings nicht empfunden. Dass Fatma Aydemir hier kein repräsentatives Bild aller jungen Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland zeichnet, sondern nur ein mögliches Schicksal beschreibt, dürfte jedem klar sein, so viel Intelligenz sollte man dem Leser schon zutrauen.

    Ob man tatsächlich die Ereignisse des Putschversuches aus dem letzten Sommer hätte einfließen lassen müssen, wage ich zu bezweifeln. Hazals Geschichte ist auch so bereits stark genug für einen Roman. Aber vermutlich waren die Eindrücke, die Fatma Aydemir, die sich zum Zeitpunkt des Putschversuchs für Recherchearbeiten in der Türkei aufhielt, zu stark, um nicht den Weg in den Roman zu finden.

    Als kleiner Kritikpunkt kann vermerkt werden, dass mir das Ende dann doch überraschend schnell kam. Gerade der ruhigere Teil des Buches, der in Istanbul spielt, hätte in meinen Augen etwas länger sein können.

    Fazit

    Wenn ein Buch Perspektiven und Einsichten aufzeigt, die man aus dem täglichen Leben nicht kennt, dann hat es in meinen Augen schon viel erreicht. Vielleicht kann es sogar etwas zum Verständnis junger Erwachsener in Deutschland beitragen. Fatma Aydemirs Debutroman ist für mich ein starkes Stück Literatur mit einer Protagonistin, an die ich noch länger zurückdenken werde.
    Und bei aller Perspektivlosigkeit, blitzt doch auch ein Funken Hoffnung auf:

    „Aber das war nicht nur wegen der Nacht oder wegen dem Studenten, ich war schon vorher wütend, die ganze Zeit. Und nach der Nacht war alles plötzlich anders. Vielleicht nur für ein paar Tage, aber es hat sich so angefühlt, als sei nicht schon jeder Stein auf meinem Weg vorherbestimmt. Als gäbe es da einfach noch eine andere Möglichkeit vor mir.“ (Seite 170).

    *Die Seitenangaben bei den Zitaten beziehen sich auf die deutsche ebook-Ausgabe.

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor einem Jahr
    Hart - Härter - Hazal

    Hazal lebt in Berlin mit ihrer ganzen Familie, schon von Geburt an. Aber sie ist Türkin, wenn auch ihr Deutsch um einiges besser ist als ihr Türkisch. In ihrer Kindheit war sie alle zwei Jahre im Sommerurlaub in Bursa, eigentlich ist das alles, was sie von der Heimat ihrer Eltern kennt. In Deutschland gilt sie... nun, sie weiß selbst nicht so recht, als was, jedenfalls nicht als Deutsche. Es ist für sie schwer, ihren Platz in der Gesellschaft und mehr noch im Leben als solchem zu finden.

    Zu Hause ist sie die brave Tochter, außerhalb raucht sie Joints, gibt auch mal Kontra und weiß nicht so recht, wohin mit sich. Zumal sie auch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat bisher. Jetzt wird sie achtzehn und will es mal richtig krachen lassen - im Kreise ihrer Freundinnen.

    Doch dann passiert etwas und schwuppdich, ist Hazal in Istanbul, in Istanbul, das sie überhaupt nicht kennt außer von kurzem Eindruck aus dem Fenster des Busses, der sie nach Bursa bringt. Seien wir ehrlich - Hazal muss jetzt fliehen: vor der Justiz, davor, endgültig aus Deutschland ausgewiesen zu werden (ja, das geht, obwohl sie dort geboren wurde) - aber am meisten, am allerallermeisten flieht sie vor sich selbst. Vor dem, was aus ihr geworden ist, was sie nie sein sollte und vor allem - vor dem, was aus ihr noch zu werden droht. Ja, Hazal ist hart und wie ich es erwartet habe, ist sie es auch wieder nicht. So soll es sein, aber ich empfinde dieses Dilemma und den Weg, den sie damit geht, nicht als so eindringlich geschildert, wie ich es mir erhofft hätte.

    Denn Hazal kennt sich selbst nicht und eigentlich hatte sie auch nie die Chance, sich kennenzulernen. Das alles fand ich - auch als Angehörige einer anderen Nationalität in Deutschland aufgewachsen - eindrucksvoll und stimmig. Dennoch: es geht mir hier zu extrem zu in alle Richtungen. Klar, die Verlorenheit der jungen Generation kommt hier durchaus zum Ausdruck, aber irgendwie fehlt es der Schilderung aus meiner Sicht ein bisschen an Kraft - das, was sie für immer in mein Herz einbrennen würde, das fehlt. Genau das erwarte ich aber von einem Buch zu einem solchen Thema, es soll lodern, krachen, explodieren. In gewisser Hinsicht tut es das auch im zweiten Teil, der in Istanbul spielt, aber nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Um mit Autorinnen wie Elif Shafak mithalten zu können, braucht es hier noch ein wenig mehr - finde ich jedenfalls.

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    TanyBees avatar
    TanyBeevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Dieses Buch zeigt uns Deutschland durch die Augen einer 17jährigen Türkin. Es hat mich wirklich beeindruckt. Lesen!
    Ein wichtiges Buch, dass viele Leser verdient hat!

    Die Ich-Erzählerin in „Ellbogen“ ist Hazal, eine 17jährige Deutsch-Türkin, die in Berlin lebt. Die Handlung setzt ein kurz vor ihrem 18. Geburtstag, den sie mit ihren Freundinnen feiern will, sie wollen ausgehen, tanzen. Ihre Freundinnen, Gül und Ebru, sind auch Türkinnen, Elma ist Bosnierin. Und so scheint Hazal in einer Parallelwelt zu leben, alle Leute, die sie kennt, haben ausländische Wurzeln, sie nennt sie „Kanaken“ im Gegensatz zu den Deutschen, den „Kartoffeln“.

    Hazals Welt ist ganz anders, als die von deutschen Mädchen in ihrem Alter. Sie hat strenge Eltern, die ihr wenig erlauben und sieht kaum Zukunftsaussichten für sich. Das liegt auch an dem Rassismus, den sie täglich erlebt. Dieser muss sich nicht mal in Worten äußern: der Ladendetektiv beobachtet sie besonders genau, es ist für sie schwerer einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

    Sie sieht so wenig Zukunft für sich, dabei hätte sie ein Vorbild in der Familie: Tante Semra, die studiert hat, als Sozialarbeiterin arbeitet und ein selbstbestimmtes Leben führt.

    Dieser Roman hat mich sehr überrascht und beeindruckt. Warum? Er schafft es, uns Deutschland durch die Augen einer Deutsch-Türkin zu zeigen. Und das ist ein ganz anderes Deutschland, als ich es sehe. Das Buch zeigt die Zerrissenheit des Mädchens: sie wächst in einer Kultur auf, die nicht die Kultur des Landes ist, in dem sie lebt. Sie ist keine Deutsche, sie ist aber auch keine Türkin. Ich glaube, sie fühlt sich als Mensch zweiter Klasse.

    Die Sprache im Buch ist umgangssprachlich, krass, so wie Hazal sprechen würde. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber genau richtig. Auch wenn mich die Ausdrücke an vielen Stellen abgestoßen haben, so vermitteln sie doch die Situation perfekt.

    Hazal begeht im Laufe der Handlung eine große Dummheit. Das Buch verteidigt sie nicht, aber es zeigt, wie es soweit gekommen ist.

    Ein wichtiger Roman in der heutigen Zeit! Er beschönigt nicht, er stellt sich nicht auf eine Seite, er zeigt einfach den Ist-Zustand. Ich wünsche dem Buch viele Leser, die das Gelesene reflektieren und in sich aufnehmen.

    PS: Im Text kommt oft das Wort „Abla“ vor, wird aber nicht weiter erläutert. Klar, kann man googeln, man kann aber auch die türkischen Nachbarsmädchen fragen. Es bedeutet „Schwester“.

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    Pressestimmen

    Zwischen Deutschland und Türkei – eine junge Frau auf der Suche nach Heimat. Ein warmherziger und wilder Debütroman von Fatma Aydemir

    "Ein warmherziger und wilder Debütroman." Ute Wegmann, Deutschlandfunk, 05.12.17
    "Aydemir mutmaßt im ersten Teil noch über Hazals Leben, um es im zweiten vollends in seiner existenziellen Hilflosigkeit auszuloten. Das gelingt ihr bestens." Brigitte 13/2017
    "Aydemirs Roman will nichts erklären und keine Antworten geben, sondern nur Fragen stellen, vorzugsweise unbequeme. (…) Mit 'Ellbogen' wollte die Autorin eine 'schnelle, harte Geschichte erzählen, in der alles schonungslos angeschaut wird'. Sie hat dafür eine überzeugende, klare Sprache gefunden, die ohne jeden Slangmischmasch auskommt." Nicole Henneber, Tagesspiegel, 21.04.17
    "Fatma Aydemir hat einen großartigen Roman geschrieben, der eine universelle Geschichte erzählt - die einer Emanzipation." Dennis Wagner, ARD ttt - titel, thesen, temperamente, 26.03.17
    "Sozialdrama, Milieustudie – Fatma Aydemirs Roman ist beides, aber ihr Roman überrascht mit einer Heldin, die sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt. (.) Fatma Aydemirs Buch bietet keine einfachen Lösungen an, sie wirft nur kluge Fragen auf. Ein unbedingt lesenswertes Debüt.“ Marcella Drumm, WDR 3 „Gutenbergs Welt“, 12.03.17
    "'Ellbogen' hat Wucht wie ein Tritt in die Magengrube, auch deshalb, weil es auf Ghetto-Slang-Folklore verzichtet und uns mit einer Protagonistin konfrontiert, die viel zu wütend ist, um versöhnlich zu sein." Christian Möller, WDR 5, 09.03.17
    "Mit ‚Ellbogen‘ hat Fatma Aydemir ein beachtliches Debüt vorgelegt. Die Geschichte ist knapp und rau erzählt, alle Figuren werden schonungslos seziert. Der Sound ist cool bis düster – ein packender Roman über eine brennende Frage unserer Zeit.“ Manfred Heinfeldner, SWR "Kunscht!", 02.03.17
    ". ein wichtiger Roman über unsere gespaltene Gesellschaft." Nina Berendonk, Freundin Donna, 3/2017
    "Ein wichtiges Buch. Ein wuchtiges Buch. Ein rasantes Buch." Anne-Dore Krohn, rbb Kulturradio, 11.02.17
    "Wie Fatma Aydemir diese Figur heraufbeschwört, das ist sensationell. Ihr genügen wenige Sätze, um Menschen zu beschreiben, Lügen zu sezieren oder Verzweiflung und Frust spürbar zu machen. Und das in einem ganz eigenen Ton. Hazal erzählt mit Witz, aber auch unterschwellig aggressiv und immer treffend. (…) 'Ellbogen' trifft einen wie eine Ohrfeige zum Wachwerden. Der jungen deutschen Literatur kann das nicht schaden.“ Antje Deistler, Deutschlandfunk Büchermarkt, 07.02.17
    „‘Ellbogen' ist eine Provokation der liberalen Mehrheitsgesellschaft. (…) ein Tritt in den Magen. Genauer, zwei Tritte. Einer für die misogyne türkische Gesellschaft. Und einer für die Verlogenheit der ach so liberalen Deutschen.“ Philipp Bovermann, Süddeutsche Zeitung, 04.02.17
    "Ein wahnsinnig intensiver, krasser, teilweise auch richtig lustiger und auch zärtlicher Roman.“ Gesa Ufer, rbb radioeins "Favorit Buch", 02.02.17
    "Fatma Aydemir hat mit ihrer Coming-of-Age Geschichte von Hazal einen politischen Roman geliefert, der aktueller nicht sein könnte.“ Laura Freisberg, BR2 Zündfunk, 02.02.17
    "Dieser Roman ist ein Hammer. Er erwischt seine Leserinnen und Leser mit voller Wucht (…) Ein packender Roman, emotional und brutal – wie ein Schlag mit dem Ellbogen in die Magengrube.“ Katja Weise, NDR Kultur "Neue Bücher", 01.02.17
    "Es gibt immer wieder Momente, in denen man sich an Wolfgang Herrndorfs 'Tschick' oder an 'Scherbenpark' von Alina Bronsky erinnert fühlt. 'Ellbogen' ist das Protokoll einer Verrohung, die Aydemir auf beinahe dokumentarische Weise nachzeichnet: mit einer harten Sprache, knappen Dialogen und starken Szenen. Kein Multikulti-Idyll, auch kein cooles Metropolen-Panorama, sondern eine Mischung aus Psychogramm und bedrängender Milieustudie, die es in sich hat.“ Maike Albath, Deutschlandradio Kultur "Lesart", 01.02.17
    "Ein Buch, das man ohne Pause durchlesen will. In klarer, einfacher Sprache erzählt sie den Frust von Hazal, derb authentisch, ohne in peinliche Jugendsprache oder in albernen Kiez-Slang abzurutschen. (…) Ein starkes, berührendes, wichtiges Debüt.“ Judith Liere, stern, 02.02.17
    „Meine wärmste Leseempfehlung. (…) Ein wichtiges Buch über die Suche nach der eigenen Identität und der Frage nach Heimat – für Leute, die Bücher zum Nachgrübeln mögen und keine Angst vor brutalen Wahrheiten haben.“ Gesa Wegeng, WDR 1live, 30.01.17
    "Ein starkes Romandebüt." Felix Bayer, Spiegel Online, 29.01.17
    "Fatma Aydemir gibt den türkischen Neukölln-Mädchen endlich eine literarische Stimme. (…) Sie vermisst die engen Grenzen von Hazals Leben so genau, dass ihr Debüt für die Buchwelt werden könnte, was Fatih Akins 'Gegen die Wand' für die Filmlandschaft ist.“ Maren Keller, Literatur Spiegel, 2/2017
    "Ein Debütroman, wie er sein muss: kontrovers, mit viel Energie und Mut.“ Thomas Schindler, ARD "Morgenmagazin", 25.01.17

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