Eine junge Frau stirbt. Zurück bleibt ihr Hab und Gut: Geschirr, ein Sofa, Bluse, Perlenkette und noch vieles mehr. Wie es im Senegal Brauch ist, soll ein Ketala abgehalten werden, um das Hab und Gut unter der Familien und unter Freunden aufzuteilen. Doch bevor das Ketala ausgerufen wird, beginnen die Besitztümer der jungen Frau, sich an deren Leben zu erinnern.
Ein Roman aus dem Senegal, mit Perspektiven, die durchaus mit den Traditionen brechen und irgendwie auch nicht. Eine junge Frau aus der gehobeneren Schicht, ein junger Mann. Eigentlich wollen sich beide nicht binden, doch das ist gesellschaftlich noch immer nicht anerkannt. Man geht nach Europa, um dort das vermeintlich bessere Leben zu finden, nur um festzustellen, dass es nicht existiert. Man spielt mit Sexualität(en), verpönt das eine, hebt das andere hervor - ein alter Schuh würde man sagen. Und dann noch eine Krankheit, die wohl immer unweigerlich mit dem afrikanischen Kontinent in Verbindung stehen wird.
Und hier liegt für mich der Knackpunkt. So spannend es war, ein Buch aus dem Senegal zu lesen, so althergebracht sind die Themen: Ehe, die Tabuisierung von Homosexualität, Krankheit. Alles Themen, die man - wenn man sich mit dem Kontinent regelmäßig beschäftigt - immer wieder auftauchen und die selten mal in neu erzählt werden. Das ist auch hier der Fall. Dabei ist die Perspektive, das Leben aus Sicht der Besitztümer zu betrachten, durchaus charmant. Und insbesondere in unserer westlichen Welt kaum vorstellbar, denn zu schnell wechseln wir die Dinge, die uns täglich umgeben. Im Senegal haben die Dinge aber eben noch ihren Wert und diesen Aspekt fand ich durchaus nett.
Alles in allem: althergebrachtes, aber auch eine interessante Erzählperspektive. Macht euch selbst ein Bild.









