Fatou Diome

 3,7 Sterne bei 30 Bewertungen
Autor*in von Der Bauch des Ozeans, Was es braucht, das Leben zu lieben und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Fatou Diome wurde 1968 im Senegal geboren. ›Der Bauch des Ozeans‹ über Europa als Traumziel wurde in Deutschland mit dem LiBeraturpreis ausgezeichnet. Fatou Diome habe »mit spielerischem Witz, aber großer Genauigkeit einen Roman geschrieben, der ein komplexes Thema auf unterhaltsame Weise präsentiert«, so die Jury. Fatou Diome lebt seit 1994 in Straßburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Fatou Diome

Cover des Buches Der Bauch des Ozeans (ISBN: 9783257235210)

Der Bauch des Ozeans

(14)
Erschienen am 20.12.2005
Cover des Buches Was es braucht, das Leben zu lieben (ISBN: 9783257072488)

Was es braucht, das Leben zu lieben

(6)
Erschienen am 22.11.2023
Cover des Buches Ketala (ISBN: 9783257244892)

Ketala

(5)
Erschienen am 20.03.2019
Cover des Buches Ketala (ISBN: 9783257239355)

Ketala

(3)
Erschienen am 17.06.2009
Cover des Buches Eingeborne zuerst! (ISBN: 9783933995957)

Eingeborne zuerst!

(0)
Erschienen am 01.09.2012

Neue Rezensionen zu Fatou Diome

Cover des Buches Ketala (ISBN: 9783257244892)
Orishas avatar

Rezension zu "Ketala" von Fatou Diome

Orisha
Althergebrachtes aus dem Senegal...

Eine junge Frau stirbt. Zurück bleibt ihr Hab und Gut: Geschirr, ein Sofa, Bluse, Perlenkette und noch vieles mehr. Wie es im Senegal Brauch ist, soll ein Ketala abgehalten werden, um das Hab und Gut unter der Familien und unter Freunden aufzuteilen. Doch  bevor das Ketala ausgerufen wird, beginnen die Besitztümer der jungen Frau, sich an deren Leben zu erinnern.

 Ein Roman aus dem Senegal, mit Perspektiven, die durchaus mit den Traditionen brechen und irgendwie auch nicht. Eine junge Frau aus der gehobeneren Schicht, ein junger Mann. Eigentlich wollen sich beide nicht binden, doch das ist gesellschaftlich noch immer nicht anerkannt. Man geht nach Europa, um dort das vermeintlich bessere Leben zu finden, nur um festzustellen, dass es nicht existiert. Man spielt mit Sexualität(en), verpönt das eine, hebt das andere hervor - ein alter Schuh würde man sagen. Und dann noch eine Krankheit, die wohl immer unweigerlich mit dem afrikanischen Kontinent in Verbindung stehen wird.

Und hier liegt für mich der Knackpunkt. So spannend es war, ein Buch aus dem Senegal zu lesen, so althergebracht sind die Themen: Ehe, die Tabuisierung von Homosexualität, Krankheit. Alles Themen, die man - wenn man sich mit dem Kontinent regelmäßig beschäftigt - immer wieder auftauchen und die selten mal in neu erzählt werden. Das ist auch hier der Fall. Dabei ist die Perspektive, das Leben aus Sicht der Besitztümer zu betrachten, durchaus charmant. Und insbesondere in unserer westlichen Welt kaum vorstellbar, denn zu schnell wechseln wir die Dinge, die uns täglich umgeben. Im Senegal haben die Dinge aber eben noch ihren Wert und diesen Aspekt fand ich durchaus nett.

Alles in allem: althergebrachtes, aber auch eine interessante Erzählperspektive. Macht euch selbst ein Bild.

Cover des Buches Was es braucht, das Leben zu lieben (ISBN: 9783257072488)

Rezension zu "Was es braucht, das Leben zu lieben" von Fatou Diome

Ein LovelyBooks-Nutzer
Wenn man das Leben unter die Lupe nimmt…

Klappentext:

„Ein Boxer, den das Leben austrickst, ein Fischer ohne Fische, ein großherziger Hirte: Es sind Helden des Alltags, die diese Geschichten bevölkern. Der schüchterne Octave, die geflüchtete Samira und ein unverhoffter Schutzengel – sie alle eint die Suche nach einem erfüllten Leben in Liebe und Verbundenheit. Fatou Diome entführt uns auf eine Reise zwischen den Kulturen und Zeiten: von Paris über die französischen Alpen bis in den Senegal.“


Nach „Der Bauch des Ozeans“ ist dass das zweite Buch der Schriftstellerin welches ich genießen durfte. In ihrem aktuellen Buch beleuchtet sie ein paar wenige Personen und somit entstanden Geschichten ähnlich Kurzgeschichten. Alle ihre Figuren haben nur einen Wunsch: die Liebe zu finden und endlich ein erfülltes Leben genießen können. Kein einfacher Weg, vor allem wenn einem immer und immer wieder Steine zwischen die Beine gelegt werden. Diome beleuchtet aber nicht nur die Figuren selbst sondern geht weit über diese Grenzen hinaus. Sie geht in ihren Beschreibungen äußerst scharfsinnig vor. Ihr Blick und ihre daraus resultierenden Beschreibungen und Verläufe werden detailliert von ihr gesehen und genau das gibt sie auch dem Leser gekonnt weiter. Ihr Blick ist weit und offen und so grenzenlos! In ihren kurzen Geschichten ist sie äußerst vielseitig egal ob die Situation betreffend oder die Menschen die dort „spielen“. Vieles sieht auf den ersten Blick so aus, entpuppt sich aber ab einem gewissen Zeitpunkt als anders und manchmal sogar als falsch. Und immer und immer wieder kommt der Wunsch aller Figuren sehr harmonisch als Grundton hervor - wahrlich beeindruckend! Diomes Schreibstil ist besonders und man liest somit sehr aufmerksam. Sicherlich spricht sie nicht nur die „heile Welt“ an sondern auch „schwere“Themen aber genau dass macht dieses Buch auch aus! Ich vergebe hier gerne 4 sehr gute Sterne!

Cover des Buches Was es braucht, das Leben zu lieben (ISBN: 9783257072488)
dracomas avatar

Rezension zu "Was es braucht, das Leben zu lieben" von Fatou Diome

dracoma
Alltägliches, durch ein Vergrößerungsglas betrachtet

Fatou Diome legt in diesem kleinen Band 8 kleine Erzählungen vor, die alle eines gemeinsam haben: die große Empathie, mit der sich die Autorin ihrem Gegenstand widmet. Es sind nicht immer Menschen, die sie in den Mittelpunkt stellt. In einer der Geschichten ist es das sog. „kleine Schwarze“, das sich an unzählige glanzvolle Auftritte und aufregende Begegnungen erinnert und voller Trauer seine momentane Situation beleuchtet: vergessen an einem Kleiderbügel hängend, achtlos betrachtet, lieblos hin- und hergeschoben. 

Von dieser Geschichte abgesehen, lässt die Autorin einen bunten Figurenreigen auftreten. Alle Figuren leben sichtlich aus dem Erfahrungsschatz der Autorin, die sich als frankophone Afrikanerin zwischen zwei Kontinenten und zwei Kulturen bewegt. In einer Geschichte erzählt sie z. B. von ihrem senegalesischen Großvater, dem sie sich nach wie vor verbunden fühlt, und setzt ihm schreibend ein zärtliches Denkmal. Zwei andere Geschichten erzählen von einem körperbehinderten Nachbarn, von dem sie sich beobachtet fühlt. Daher stuft sie ihn empört als Spanner ein, und seine etwas lockeren Sprüche bestätigen sie in ihrem Urteil. Schließlich aber wird ihr klar, dass er lediglich „als Gentleman ... das Geplänkel“ genoss. Sie erkennt, dass er ihr nicht nur seine Freundschaft, sondern auch seinen Schutz anbietet. 

Die Autorin liebt es offensichtlich, die Perspektiven zu wechseln. Zwei weitere Geschichten gehen von einer eher alltäglichen Unfreundlichkeit aus, und die Autorin beleuchtet nun die beiden Beteiligten. Mit großer Empathie zeichnet sie das Psychogramm eines Mannes, der sich auf dem absteigenden Ast seines Lebens befindet und seine Mutter wegen ihrer Illoyalität anklagt – und auf der anderen Seite vertieft sie sich genauso akribisch in das Opfer seiner Unfreundlichkeit.

Was macht das Leben liebenswert? „Mit ein paar Löffeln Zuneigung machten wir es ein bisschen warmherziger“, auch wenn das Leben seinen „unangenehmen Beigeschmack der Realität“ dadurch nicht verliert.

Alle Geschichten leben von der menschenfreundlichen Haltung der Autorin und ihrer überbordenden Sprachlust, mit der sie lebhafte und originelle Bilder erschafft. So schreibt sie z. B. nicht einfach: „Ich erzählte ihm von meiner Reise“, sondern sie gestaltet den Satz üppiger:  „Meine Zunge peitschte die Minuten wie die Paddel der Niominka den Rücken des ungeheuerlichen Atlantik“. Das farbenprächtige Cover passt zu den Erzählungen.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

42 Bibliotheken

4 Merkzettel

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks