Fattaneh Haj Seyed Javadi Der Morgen der Trunkenheit

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Inhaltsangabe zu „Der Morgen der Trunkenheit“ von Fattaneh Haj Seyed Javadi

»Ehen zwischen Cousins und Cousinen werden im Himmel geschlossen«, heißt es in Persien.Teheran Anfang der dreißiger Jahre. Nachdem die selbstbewußte Mahbube mit ihren fünfzehn Jahren den Sohn einer Prinzessin abgelehnt hat, weist sie auch ihren Cousin zurück, der in sie verliebt ist. Warum? Das Mädchen hat sich in einen jungen Schreiner verguckt, und sie besteht auf ihrer Wahl. Wider Willen ringt der Vater sich dazu durch, ihr nachzugeben. Aber Mahbubes Leidenschaft ist den Bedingungen dieser Ehe nicht gewachsen. Die junge Frau findet sich mit ärmlichkeit und verletzenden Umgangsformen nicht ab. Als verlorene Tochter kehrt sie zurück – um die Nebenfrau ausgerechnet des abgewiesenen Cousins zu werden. Jetzt, als »Geliebte der Nacht«, lernt sie ihn lieben, aber sie hat ihn nicht für sich allein. Alles, was sie erreicht, ist ein Glück, das schmerzt.Alt geworden, erzählt Mahbube im Teheran der Gegenwart ihrer Nichte, die sich ebenfalls in den Kopf gesetzt hat, »unpassend« zu heiraten, ihr Leben: »Der nächtliche Wein ist nicht den Morgen der Trunkenheit wert.«

Dieses Buch lässt etwas zurück, macht nachdenklich und definiert Liebe so tiefgründig und, trotz aller Traurigkeit, wundervoll schön.

— mrssarahbe
mrssarahbe

emotionales Buch...die einem die Konsequenzen falscher Entscheidungen im Leben aufzeigt...hat mich sehr berührt

— fSadie
fSadie

Eintauchen in den Iran von damals und doch bestimmt noch aktuell. Eindringlich und bewegend.

— sun@work
sun@work

Wunderschöner Liebesroman mit einem Thema, das so alt ist, das man universell auf alle Orten und Zeiten auf diesem Planeten übertragen kann

— Kathrin81
Kathrin81

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  • Ein Buch über die Liebe

    Der Morgen der Trunkenheit
    mrssarahbe

    mrssarahbe

    12. July 2017 um 10:13

    "Liebe ist wie Wein, Mahube. Du mußt sie jahrelang hegen und pflegen, damit sie nach und nach zu ihrem wahren Geschenk heranreift. Damit sie berauschend wird."


    Mahube berichtet rückblickend über ihr Leben, ihre Lieben, ihre Fehlentscheidungen, ihr großes Leid und ihr stilles Glück.

  • Ein wunderschönes Buch

    Der Morgen der Trunkenheit
    MariaLara

    MariaLara

    07. November 2013 um 14:53

    In diesem Buch erzählt die alte Iranerin Mahbube ihrer Nichte ihre Lebensgeschichte. Sie, die aus einer wohlhabenden adligen theraner Familie stammt verliebt sich unsterblich in einen Schreinergehilfen aus der Unterschicht. Sie setzt die Heirat mit diesem Mann gegen alle Widerstände ihrer Familie durch und verlässt ihr Umfeld, um mit ihm zusammen zu sein. Sie glaubt an ihre große Liebe. Doch die Liebe kann die Schranken zwischen ihnen nicht überwinden. Trotz aller Widrigkeit bleibt sich Mahbube treu und geht mit Mut und Stolz ihren eigenen Weg. Ein sehr lesenswertes Buch, dass auf faszinierende Weise die Lebensgeschichte einer starken Frau erzählt.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Rezension zu "Der Morgen der Trunkenheit" von Fattaneh H. Seyed Javadi

    Der Morgen der Trunkenheit
    Kathi M.

    Kathi M.

    20. February 2011 um 15:54

    Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Selten hat mich eine Geschichte so gefesselt und beeindruckt... Die junge, adlige Mahbube wächst in einer wohlhabenden und sehr traditionsbewussten Familie im Iran auf. Sie entscheidet sich für ihre große Liebe - trotz aller Widerstände ihrer Familie - und geht ihren eigenen Weg mit Rahim, einem einfachen Schreinerlehrling. Doch das Leben bleibt nicht so unkompliziert, wie es Mahbube am Anfang scheint. Schon bald lernt sie die Grausamkeiten ihres Geliebten kennen und ihr wird bewusst, welche Entscheidung sie für ihr Leben getroffen hat. Trotz allem erträgt Mahbube die Umstände mit erhobenem Haupt und bleibt sich treu - am Ende kann sie dann durch ihre Stärke und ihren Mut voller Stolz auf ihr Leben zurück blicken. Die Geschichte dieser starken Frau hat mich schwer beeindruckt. Das Schicksal der jungen Frau hat mich nicht mehr losgelassen - schade, dass das Buch schon zu Ende ist. Auf jeden Fall ein empfehlenswerter Roman und von mir gibt es 5 Sterne!

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  • Rezension zu "Der Morgen der Trunkenheit" von Fattaneh H. Seyed Javadi

    Der Morgen der Trunkenheit
    bücherelfe

    bücherelfe

    10. July 2010 um 22:14

    „Ich möchte, dass du weisst, der nächtliche Wein ist nicht den Morgen der Trunkenheit wert“. Die junge Sudabeh ist fest entschlossen, zu heiraten. Dass der junge Mann, in den sie sich Hals über Kopf verliebt hat, nicht von ebenso vornehmer Herkunft wie sie selber ist, stört sie ganz und gar nicht. Was soll das schon ausmachen? Ist es nicht die Liebe, die zählt? Ihre Familie, die überzeugt ist, dass Sudabeh ins Unglück rennt, versucht händeringend, sie davon abzuhalten Und so kommt es dazu, dass die ebenfalls im Haushalt lebende Tante Mahbube, der geliebten Nichte Sudabeh ihre eigene Geschichte erzählt. Eine Geschichte aus dem Persien der dreissiger Jahre, die von einer falschen Entscheidung und deren Folgen handelt: Mahbube hatte sich von Rahim, dem Schreinerlehrling verzaubern lassen. Rahim, mit dem widerspenstigen Haar und dem verschmitzten Lächeln. In dessen Werkstatt die Hobelspäne unter seinen Füssen raschelten wie das Laub der Bäume im Herbst. All die Heiratskandidaten aus ihrer Schicht konnten ihr nicht das bieten, was Rahim vermeintlich bieten konnte. „Ich würde sogar in einer Hütte wohnen, wenn auch unter der Bedingung, dass dieser Mann mich beschirmen und seinen schützenden Schatten über mich breiten würde“. Schlussendlich setzte sich Mahbube durch und durfte Rahim heiraten. Der Preis für ihren Starrsinn war hoch. Vom Tage ihrer Hochzeit an, war es ihr verwehrt, ihrer Familie je wieder unter die Augen zu treten. Aber was bedeutete das schon? Endlich war sie sein. „Als betrachtete ich eine Statue oder ein Gemälde, das ich zu einem hohen Preis mit Mühe erstanden hatte“. Und was soll schon der Klassenunterschied. Sie würde aus ihrem Rahim schon noch etwas Bedeutendes machen. Zu spät wurde ihr bewusst, dass man mit dem Leben nicht spassen kann. Und dass Rahim sich nicht verändern lassen will. Sie vermisste nicht nur die Annehmlichkeiten ihres Elternhauses, sondern auch den sanften und würdevollen Umgang miteinander. Bald schon herrscht in Mahbube's neuem Zuhause Gezänk und Gewalt. Ganz besonders berührt hat mich bei diesem Buch die Sprache in Mahbube's Umfeld vor ihrer Heirat. Diese Menschen haben eine Sprache, die sich wie ein Gesang anhört. Ganz im Gegenteil zu Rahim und seinen Verwandten. Es hätte mich nicht gewundert, wären deren Unterhaltungen fett gedruckt, so lärmig kamen sie mir vor. Fazit: Dass dieses Buch nach seiner Veröffentlichung 1995 im Iran zum grössten Bestseller der letzten Jahre geworden ist, erstaunt mich nicht. Absolut lesenswert!

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