Faye Hell Keine Menschenseele

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Inhaltsangabe zu „Keine Menschenseele“ von Faye Hell

Ein Waisenkind findet in einer streunenden Katze einen echten Seelenverwandten, einem charismatischen Fernsehmoderator fliegen alle Herzen zu, für eine junge Frau geht ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung, eine einsame Liebesbuchautorin findet einen Menschen, mit dem sie ihr Leben und ihr Heim teilen kann und jemand ist unterwegs, um sich endlich seinem Peiniger zu stellen.

So einfach könnte es sein. Aber nichts im Leben ist so einfach.

Fünf Menschen, fünf Leben.
Eine gemeinsame Geschichte.
Ein gemeinsamer Albtraum.

Gewinner des Deutschen Phantastikpreises 2016 in der Kategorie "Bestes Debüt".

Wenn man das Genre Horror mit Sprachkunst auf ein sehr hohes Niveau hebt!

— Tom_Ehrenberger

Die Einzelschicksale sind außergewöhnlich und meisterlich erzählt.

— NiWa

Ein Drama, welches keine Zeit der Trauer lässt, denn nichts soll von dieser Wahrheit ablenken.

— DaRoSo

4.5 Sterne - Schonungslos, grausam, brutal - mit subtilen Hintergründen, die den wahren Horror zeigen ...

— Aleshanee

7/2017: ★ ★ ☆ ☆ ☆ wäre viel besser, wenn das Buch nur die Hälfte des Textes hätte

— SeattleRakete

Spannend, literarisch und absolut lesenswert.

— DunklesKapitel

Wortzauber, der tief unter die Haut geht!

— Mahashakti

Es hat mich fertig gemacht. Mehr als nur Gänsehaut!

— Julyie

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  • Spitze!

    Keine Menschenseele

    Tom_Ehrenberger

    03. April 2018 um 18:35

    Was soll ich sagen, dieses Buch hat mich gleich gepackt. Es wird mit der deutschen Sprache gespielt, mit der Angst und der Fantasie der Leser und natürlich mit den armen Akteuren im Buch. Beklemmend, doch auch wieder sehr einfühlsam zeichnet die Autorin die einzelnen Schicksale. Eine absolute Pflichtlektüre! Ich freue mich wirklich sehr auf weitere Werke der Autorin.

  • Vor der Abrechnung kann sich keiner drücken

    Keine Menschenseele

    NiWa

    23. March 2018 um 17:30

    Die Gäste eines Hotels haben eines gemeinsam: sie haben in ihrem Leben richtiges Glück gehabt. Ein Moderator, der zum Liebling aller Zuschauer geworden ist, ein Mann, der als Kind die unumstößliche Zuneigung eines Tieres gewonnen hat, eine Frau, die ihrer großen Liebe begegnet ist und eine Autorin, deren Bücher sich wie von selbst an die Spitze der Bestsellerlisten aufschwingen. Doch alles hat im Leben seinen Preis und den bekommen sie mit ihrer Hotelrechnung präsentiert.Dieser Horror-Roman basiert grundsätzlich auf fünf Kurzgeschichten, die sich zu einem furchteinflößenden Hotelaufenthalt verdichten. Als Gäste checken sie in diesem Hotel ein. Manche wissen gar nicht so recht, wie sie da überhaupt hingekommen sind, nehmen das aber als gegeben hin. Augenscheinlich sind sie sehr glücklich und wurden vom Schicksal verwöhnt. Doch in jedem dieser Leben hat sich ein unfassbares Grauen ereignet, von dem sie während ihres Aufenthalts eingeholt werden.Neben schrecklichen Episoden in der Vergangenheit ist das Zimmermädchen des Hotels eine weitere Gemeinsamkeit. Allesamt werden sie von diesem Dienstmädchen betreut, das meinem Gefühl nach aus dem Schlund der Hölle gekrochen ist. Sie ist kühl, äußerst distanziert und berechnend. Äußerlich habe ich einen androgynen ameisenartigen Körper vor Augen, der in ein steriles Dienstgewand gekleidet ist.Thematisch geht es wohl darum, dass man stets von der Vergangenheit eingeholt werden kann, auch wenn man scheinbar mit ihr längst fertig ist. Man sollte zu seinen Taten stehen und stets daran denken, dass man mit den Konsequenzen leben muss. Alles hat seinen Preis und vor der Abrechnung kann sich keiner drücken. Die Geschichten der Hotelgäste sind atmosphärisch und schön-schaurig erzählt! Es geht unter anderem um gefolterte Tiere, monströse Menschen und leidende Monster. Dabei verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart, wobei das Grauen aus jeder Seite spricht.Die Einzelgeschichten mochte ich extrem und konnte kaum genug davon bekommen. Sie sind fesselnd, grauslich und schrecklich exzellent!Leider habe ich mir mit dem Rahmen des Hotels sehr schwer getan. Diese Intermezzi waren mir zu abgedreht, teilweise obszön und richtig wirr erzählt. Die Übergänge zwischen Vergangenheitsbewältigung und Hotelgeschehen sind kaum merkbar ineinander geflossen. Das hat starke Konzentration erfordert und meinen Lesespaß gebremst. Diese Abschnitte haben mich an Stephen Kings "Shining" erinnert, waren mir aber inhaltlich sowie sprachlich zu orientierungslos und wirr erzählt. In kurzen Sätzen, manchmal nur einzelnen Wörtern, wird eine Flut von Emotionen transportiert, die mich lesetechnisch überfordert und mir das Lesevergnügen gekostet hat.Wenn dieser Rahmen um das Hotelgeschehen nicht so konfus gewesen wäre, dann hätte ich "Keine Menschenseele" sogar zum Highlight erklärt! Denn die Einzelschicksale sind außergewöhnlich und meisterlich erzählt. Daher spreche ich allein wegen der intensiven Hotelgast-Geschichten eine Leseempfehlung für Horrorfreunde aus, weil man diesem Buch bei Interesse unbedingt eine Chance geben muss.

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    • 7
  • Es ist schlimmer als nicht da.

    Keine Menschenseele

    DaRoSo

    13. March 2018 um 19:50

    Absicht und Resultat.Im Grunde eine Gleichung. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die keiner größeren Erwähnung bedarf – zumindest sofern kontrolliert. Absicht und Resultat… Absicht war, die einmal wieder eher enttäuschenden Abstecher in die Gefilde der deutschsprachigen Phantastik zu vergessen, oder zumindest zu relativieren.Absicht war nicht enttäuscht zu werden und eine temporäre Berieselung zu genießen – ein “leichtes” Buch.Absicht und Resultat; und hier dann eben als Ungleichung, als unkontrolliert und… froh darüber!   »Hölle ist kein Ort, Hölle ist ein Zustand!« (Schweisser: Eisenkopf – Hölle, 1994)Eben das ist es, was man in Faye Hells ”Keine Menschenseele” findet – was dort lauert: der Zustand der Hölle.   Statt einer seichten Lektüre, sticht, brennt, weint, schreit, … – nicht an oder auf, weder einer noch der Grenze; nein, dieGrenze selbst! – diese Ausnahmeautorin, eine Mannigfaltigkeit des Schmerzes, hinter den Tränen, die nie vergossen wurden, in, ja, förmlich durch meine Empathie; nährt, mästet sie mit dieser finalen Konsequenz… des nie Erwachens und ewigen Sterbens. Ein Drama, welches keine Zeit der Trauer lässt, denn nichts soll von dieser Wahrheit ablenken.   Der bisweilen psychodelische Wahn aus Garrett Cooks ”A God of hungry Walls” kollaboriert mit Stavaričs irrsinniger Poesie, trifft auf Poes wolkenverhangenen Horror und umgarnt mit Büchners ausschweifender Lyrik; ein Strudel, ein Orkan, ein alles in sich haltendes Tränenschloss aus Hoffnungslosigkeit und Agonie. Gleich einem Wundbrand frisst sich jede Seite, jedes Wort tiefer und unbarmherziger in diesen niemals enden wollenden, niemals enden könnenden, niemals enden sollenden Tod, in diesen Albtraum, welcher sich tatsächlich erst durch das Erwachen zu diesem manifestiert.   Tatsächlich finden sich hier weniger fünf Geschichten, die alsbald zu dieser einen Wahrheit verschmelzen, als fünf Perspektiven (oder Perspektivlosigkeiten?), die alsbald zu einer Frage verschmelzen und deren Antwort nur eine endgültige Wahrheit in der Vorläufigkeit des Moments ersehnt – die Perspektivlosigkeit als letzte Bastion.   Faye Hell hat hier ihrem Synonym alle Ehre gemacht: sie zeigt eine Hölle, die aus dem Herzen betrachtet wird – durchlebt wird… Gelebt ist.-Mehr Rezensionen auf dem Blog:Die Büchergnomen

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  • Menschliche Abgründe auf morbide Art des Grauens ans Licht gezerrt

    Keine Menschenseele

    Aleshanee

    28. October 2017 um 07:48

    Ich lese selten Horrorbücher, also so richtig Horror, vielleicht war deshalb dieses Buch so erschreckend, faszinierend, verstörend ... aber sehr genial! Wow, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Beim Lesen bin ich ja manchmal schon etwas zurückgeschreckt, denn die Ideen, die sich hinter den Geschichten verbergen sind zutiefst traurig und berührend - werden aber höchst grausam und offen zur Schau gestellt, die eine gruselige Faszination in mir geweckt haben.Der Aufbau des Buches ist total interessant, greift super ineinander und ist trotzdem auch so verquer wie die einzelnen Geschichten selbst. Im Vorder- und Hintergrund steht das Dienstmädchen des seltsamen Hotels, die aus der Ich Perspektive erzählt und jede der Geschichten einleitet. Diese handeln von fünf verschiedenen Personen, die alle etwas gemeinsam haben: eine dunkle Vergangenheit, die sie verfolgt, begleitet und bis heute nicht losgelassen hat. Dabei geht es nicht um "Grusel" Horror, sondern um den Blick in die großen menschlichen Abgründe, um das, was die Figuren geprägt hat in ihrem Leben und welche abartigen Geschichten, Gedanken und vor allem Taten daraus folgen können.Die Geschichten um die Figuren selbst und vor allem ihrer Vergangenheit ist auch in dieser Zeitform geschrieben. So konnte man die einzelnen Szenen immer gut auseinander halten. Jede davon ist anders, einzigartig und individuell, ein Prozeß der Erinnerung, ein Vermischen von Opfern und Tätern - manchmal subtil, manchmal auch mit einer brutalen Direktheit, dann auch mit obszöner Gewalt. Die Autorin scheut sich auch nicht und nimmt kein Blatt vor den Mund - wer keine extreme Grausamkeit in Büchern "gewohnt" ist was vor allem auch Tiere und Kinder betrifft, sollte hier lieber die Finger davon lassen. Natürlich gibt es heftigere Lektüre, aber ich lese in dem Genre nur selten und ich war teilweise schon ganz schön betroffen von einzelnen Szenen, die ich aber dann nicht an mich rangelassen habe. Der Schreibstil, wie soll ich das beschreiben ... es nimmt einen auf jeden Fall mit und entwickelt stellenweise einen richtigen Sog, dass man nicht mehr aufhören kann. Manchmal etwas ausufernd, wo man vielleicht etwas hätte kürzen können, das ist auch mein einziger Kritikpunkt, der mir einfällt. Aber gerade damit hat Faye Hell die Stimmungen aufgebaut, die wahren Tragödien ans Licht gezerrt die die Figuren erleben mussten, um sie dann wieder tief ins Dunkle zu stürzen zu lassen. Ich musste konzentriert lesen und anfangs war ich noch etwas orientierungslos, aber man findet dann doch schnell in den Rhythmus und den ungewöhnlichen Aufbau rein. Insgesamt ist es auf jeden Fall mal etwas völlig neues und anderes für mich gewesen, etwas schockierendes und erschreckendes, aber auch morbid faszinierendes, was einen tief in die Abgründe blicken lässt. Dabei zeigt es aber auch eine groteske Form von Entwicklungen, die sich aus einer Gesellschaft ergeben, in der Böses aus Bösem hervorgerufen wird. In der die menschliche Seele so sehr zerstört wird, dass sie sozusagen nicht mehr existiert, vegetiert und sich schließlich vollkommen im Nichts verliert. Es ist etwas schwierig für mich zu bewerten, da ich hier eigentlich keinerlei Vergleich habe - denn manches war für mich schon verstörend und wie schon gesagt ab und an etwas zu weitschweifig. Trotzdem waren die Ideen in ihrem Einfallsreichtum sehr originell, es konnte mich ziemlich fesseln und hat mich auch überraschen und mitnehmen können. Die Bilder im Kopf, die beim Lesen entstanden sind, werden mich auf jeden Fall sicher noch eine Weile nicht loslassen. Fazit: 4.5 Sterne© AleshaneeWeltenwanderer

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  • 7/2017: ★ ★ ☆ ☆ ☆ wäre viel besser, wenn das Buch nur die Hälfte des Textes hätte

    Keine Menschenseele

    SeattleRakete

    01. April 2017 um 11:47

    Faye Hell - MenschenseeleEndlich ein Buch zum gruseln.... Dachte ich mir. Leider hab ich schon im ersten Satz mit den Augen gerollt... Wer 3 Kommas in einem Satz hat, kommt bei mir nicht gut an. Viel zu weit hergeholt, warum muss man ständig erzählen, was wer anhat? Unnötig. 3 Kapiel durchgezogen, aber ich hab aufgegeben. Vielleicht komm ich nochmal darauf zurück und lese die restlichen 2 Kapitel .  

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  • Spannend, literarisch und absolut lesenswert.

    Keine Menschenseele

    DunklesKapitel

    21. August 2016 um 21:11

    Fünf Menschen, fünf Geschehnisse und fünf Erinnerungen an die dunklen Ereignisse in deren Leben. Ein gemeinsamer Wunsch: vergessen. Ein gemeinsamer Ort: das Hotel. Jeder der dieses mysteriöse Hotel bezieht, wird mit seinen schlimmsten und oftmals verdrängten Erinnerungen konfrontiert. Doch um Vergebung zu bitten, nach all den Jahren, kommt oftmals zu spät und man versucht zu fliehen, in einem Hotel, welches ihre Gäste aussucht und nicht umgekehrt. Diese fünf Menschen müssen sich ihrer Erinnerung stellen, koste es was es wolle.  Schon das erste Kapitel „Herzlich Willkommen“ lädt uns in die finsteren Geschehnisse eines kleinen Jungen mit seiner, noch anfangs geliebten Katze ein. Vor allem diese Geschichte lies mich erschaudern und erinnerte mich ein klein wenig an „Friedhof der Kuscheltiere“. Immer wieder wechselt die Autorin zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit der Personen, was die Spannung für mich ins unermessliche steigen lässt. Faye warnte mich von Lesebeginn an, an die literarische Art und Weise des Schreibstiles. Aber genau das ist es, was das Buch für mich besonders macht. Es ist eine schöne leserliche Abwechslung. Auch diese Liebe zum Detail, egal ob Charakterbeschreibung oder Umgebung, gibt dem Leser ein sehr reales Erlebnis der Geschichte. Es handelt nicht nur von schmerzhaften und dunklen Erinnerungen, sondern auch das Thema Liebe/Hass wird einem nähergebracht. Auch die Frage, warum wir Menschen böses tun lässt einen auf einen tieferen Gedankengang ein. Der Waise, der Herzensbrecher, die Liebende, die Autorin und die Gepeinigte – fünf Geschichten, ein Alptraum.

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  • Wortgewaltige Lektüre, die unter die Haut geht

    Keine Menschenseele

    Melanie_Vogltanz

    In "Keine Menschenseele" lernt der Leser ein ganz besonderes Hotel mit ganz besonderen Gästen kennen, die, obgleich grundverschieden, alle eine Gemeinsamkeit haben: ein finsteres Geheimnis in ihrer Vergangenheit. Das Buch ist in fünf nur grob verknüpfte Teile unterteilt, umrahmt von der Geschichte des aktuellsten Hotelgastes. Die gewählte Perspektive war für mich nicht immer ganz klar, vor allem beim Zimmermädchen, das mal aus der Ich-Perspektive erzählt, dann wieder in der dritten Person (aber dennoch im Fokus steht). Allzu viel Inhalt möchte ich gar nicht vorwegnehmen. In jedem Fall muss gesagt werden, dass "Keine Menschenseele" keine leichte Lektüre ist - und das gleich in doppelter Hinsicht, sowohl stilistisch als auch in Bezug auf das physische Gewicht des Buches. Über den Stil von Faye Hell gibt es einiges zu sagen: poetisch ist er, vielschichtig und wortgewaltig. Als ich einem Freund eine Seite aus dem Buch vorlas, fragte er mich, ob es sich um Lyrik handele, was viel über den musikalischen Rhythmus aussagt, den dieses Werk zweifellos besitzt. An manchen Stellen wird das Ausschweifende des Stils für meinen Geschmack etwas zu stark ausgereizt, zum Teil wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Von der poetischen Sprache sollte man sich aber nicht täuschen lassen: Das Buch enthält nur wenig Schönes und beinhaltet eine Menge Gore und Splatter, Schilderungen von Sex und Gewalt, die tief unter die Haut gehen. Das Bestrafen der Übeltäter nimmt den Perversitäten und Grausamkeiten ein wenig den Stachel, doch Zartbesaitete sind hier definitiv an der falschen Adresse. Einige Hommagen und literarische Querverweise finden sich ebenfalls bei Hell - die Anspielungen an das Overlook-Hotel in "Shining" zum Beispiel, oder an Lewis Carolls "Alice hinter den Spiegeln". Zweifellos handelt es sich um ein besonderes Debüt - Faye Hell hat eine Menge Potenzial, grandiose Ideen und kann verdammt gut schreiben. Was mir das Lesevergnügen leider etwas madig gemacht hat, waren die zahlreichen Typos im Buch - Fehler, die ein Korrekturprogramm für gewöhnlich aufspüren müsste (z.B. Reisverschluss anstelle von Reißverschluss), oder die falsche Zeichensetzung in der direkten Rede ("Ich zahle später, Lloyd,", sagt sie oder "Jetzt schon.", antwortet das Zimmermädchen). Und ich rede hier wirklich nicht von ein paar einzelnen Fehlern, die durchgerutscht sind, sondern von einem Problem, das sich durch das Buch durchzieht. Insgesamt kann ich daher keine volle Punktezahl vergeben, und für die nächste Auflage wäre ein sorgfältiges Korrektorat äußerst wünschenswert. Empfehlen will ich das Buch aber dennoch - für Fans des Perfiden, des Abartigen, die nicht vor menschlichen Abgründen zurückschrecken.

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    • 2
  • Das Buch lässt den Leser nicht mehr los

    Keine Menschenseele

    Mahashakti

    21. May 2016 um 21:25

    Inhalt Ein Waisenkind findet in einer streunenden Katze einen echten Seelenverwandten, einem charismatischen Fernsehmoderator fliegen alle Herzen zu, für eine junge Frau geht ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung, eine einsame Liebesbuchautorin findet einen Menschen, mit dem sie ihr Leben und ihr Heim teilen kann und jemand ist unterwegs, um sich endlich seinem Peiniger zu stellen. So einfach könnte es sein. Aber nichts im Leben ist so einfach. Fünf Menschen, fünf Leben. Eine gemeinsame Geschichte. Ein gemeinsamer Albtraum. Meine Meinung Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes und ich habe das Gefühl, dass ich ihm mit meiner Rezi gar nicht gerecht werden kann - egal, was ich schreibe... Für mich ist es keine leichte Unterhaltung gewesen. Es war anspruchsvolle Lektüre, die mich zum Nachdenken brachte, mir Gänsehaut verursachte und mich ein ums andere Mal das Atmen vergessen ließ - eisige Schauer den Rücken hinab inklusive. Das Buch hielt mich gefangen in dieser absurden und doch so real erscheinenden Welt - Seite um Seite, bis ich es beendet hatte. Gefangen in Schicksalen, die traurig, furchtbar und erschreckend zugleich waren. Fünf Schicksale, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hatten... und die auf den zweiten Blick doch so Vieles miteinander verband. Denn nicht nur das Hotel ist ein verbindendes Element zwischen den Kurzgeschichten. Auch verschiedene Charaktere verbinden die Einzelschicksale zu einem großen und erschreckenden Ganzen. Faye Hell zieht zum Ende des Buches geschickt die Fäden zusammen und hinterlässt den Leser trotzdem mit offenem Mund - vor Staunen und Schrecken zugleich. Vor Staunen, weil das Buch so ein Meisterwerk der Sprachkunst ist. Und vor Schrecken, weil die grausamen Schicksale so real nachklingen und sich tief in das Herz bohren. Auch wenn so Vieles in "Keine Menschenseele" surreal war, waren die Geschichten, das Leid und die Menschen doch umso realer und beinahe greifbar für den Leser. Hatte man im ersten Augenblick noch Mitleid mit jemandem, hätte man sich im nächsten doch am liebsten angewidert abgewandt und war doch gefesselt von der schrecklichen Absurdität. Noch ein paar Worte zum Schreibstil: er ist wunderbar bildhaft, aber nicht immer einfach. Häufige Perspektivenwechsel führen dazu, dass das Buch keine Lektüre für Zwischendurch ist. Man muss aufmerksam lesen, die Worte bewusst aufnehmen und über das Gelesene nachdenken. Wenn man sich aber darauf einlässt, wird man reich belohnt - mit kunstvollen Sätzen, die tief unter die Haut gehen.

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  • Anspruchsvolle und Gedankenanregend im Gruselpaket

    Keine Menschenseele

    Julyie

    "Die, die hierher kommen, sprechen nie wieder darüber. Oder sie sprechen nie wieder." Wissenswertes: Zum Buch Erschienen ist am 15.11.2015 mit 400 Seiten als Taschenbuch im Amrûn-Verlag. Es ist in 5 Abschnitte unterteilt und hat dadurch recht lange "Kapitel". Autorin: Seit ihrer frühesten Kindheit ist Faye vom Bösen fasziniert. Im Alter von elf Jahren schreibt sie ihre erste Horrorgeschichte. Eltern und Lehrer sind sich sicher: Das ist nur eine Phase, das vergeht. Doch es ist alles andere als eine Phase und vergeht erst recht nicht, viel eher verfeinert sich ihr Hang zum Diabolischen und nimmt professionelle Züge an. Seit 2007 ist sie Redakteurin des VIRUS Magazins (unter dem Namen Lili Marlene), dort verfasst sie vorrangig Rezensionen zu Horrorfilmen abseits des Mainstreams. In ihrer schriftstellerischen Arbeit verbindet sie subtiles Grauen mit expliziter Gewalt und Obszönität. Ein Leben ohne Horror, das ist für Faye undenkbar Warum das Pseudonym Faye Hell? Weil nicht nur das fiktive Leben die Hölle sein kein. Aber auch, weil selbst der schwärzesten Nacht stets etwas Helles innewohnt. Und sogar der Teufel ein Lichtbringer ist. Klappentext: Ein Waisenkind findet in einer streunenden Katze einen echten Seelenverwandten, einem charismatischen Fernsehmoderator fliegen alle Herzen zu, für eine junge Frau geht ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung, eine einsame Liebesbuchautorin findet einen Menschen, mit dem sie ihr Leben und ihr Heim teilen kann und jemand ist unterwegs, um sich endlich seinem Peiniger zu stellen. So einfach könnte es sein. Aber nichts im Leben ist so einfach. Fünf Menschen, fünf Leben. Eine gemeinsame Geschichte. Ein gemeinsamer Albtraum Erster Satz: „Falls Sie noch etwas brauchen, frische Handtücher, ein weiteres Kopfkissen, Briefpapier, eine Waffe, eine Überdecke...“. Cover: Schaurig schön. Ja das ist wohl das Erste was mir zu dem Cover einfällt. Wenn man auf der Verlagsseite die Bücher durchgeht, kommt man an dem Cover zu Keine Menschenseele wohl kaum vorbei, ohne es genauer zu begutachten. Ich finde dieses Cover sehr gelungen. Es ist düster, unheimlich, mysteriös und schweigsam. Und wie alle anderen Bücher des Verlags muss ich dieses mal wieder für seine Qualität loben. Sie schaffen es jedes mal, sei es ein dünnes oder ein Schinken die Taschenbuch Qualität hervorragend zu halten. Keine Leserillen beim Lesen! Spitze! Da kauft man wirklich wieder gerne Taschenbücher! Meinung: Ich muss erstmal gestehen, dass ich für dieses Buch wirklich lange gebraucht habe. Nicht weil es schlecht oder gar langweilig war. Sondern genau das Gegenteil! Faye Hell hat ein Buch geschaffen, dass man nicht einfach mal eben schnell zwischendurch lesen kann. Sondern ein sehr bedrückendes, ungewöhnlich, beängstigend und vor allem sehr, sehr anspruchsvolles Buch. Es gab Textpassagen die ich zwei Mal lesen musste. Wirklich! So komisch wie es klingt, aber das Buch braucht Zeit und vor allem viel, viel Aufmerksamkeit des Lesers. Die Spannung ist schon da, wenn man nur das Cover anschaut. Und bleibend bis zum letzten Satz. Man muss sich zwingen zwischendurch mal Luft zu schnappen, weil man das Atmen vergessen hat. Oder eine Pause einlegen, um sich unters Kopfkissen zu verstecken. Man stellt sich die ganze Zeit immer die Frage: Was hat es mit dem Hotel auf sich. Bis zum Schluss wird der Leser hinters Licht geführt und tappt im Dunklen. Wie der Klappentext bereits verrät, handelt dieses Buch von 5 verschiedene und doch gleiche Geschichten die ein ganzes ergeben. Wir lernen nicht nur die Personen in der Gegenwart kennen, nein sondern auch ihre dunkelsten Geheimnisse der Vergangenheit. Somit ist der Leser immer hautnah am Geschehen und sehr distanzlos gegenüber den Protagonisten. Nicht gerade selten hatte ich das Gefühl wahrhaftig daneben zu stehen. Und genau das macht dieses Buch zum Grusel-Faktor. Der immer wieder wechselnde Schreibstil sorgt für Abwechslung und unterhaltende Verwirrung. Es war daher nicht immer leicht dem Buch zu folgen. Zusammengefasst ist dieses Buch also sehr zu empfehlen, vor allem ich als totaler Neuling in diesem Genre bin vollkommen begeistert. Allerdings sollte man sich im klaren sein, dass Keine Menschenseele schwere Lektüre ist und nichts für zwischendurch. Jedoch vor allem etwas, für die späten dunklen Abendstunden unter der Bettdecke. Zitat: Ich überlegte, bevor ich antwortete, weil ich nicht das Falsche sagen will. Weil ich nicht lügen will, und auch nicht einfach schweigen kann.

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    • 6

    krimielse

    27. April 2016 um 14:28
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