Federica De Paolis Ich höre dir zu

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Inhaltsangabe zu „Ich höre dir zu“ von Federica De Paolis

Vom diskreten Charme des Indiskreten

Eine heimtückische Augenerkrankung ist der letzte Anstoß für Diego, an den Ort seiner Kindheit zurückzukehren. Seine Eltern sind tot, seine Schwester lebt in Amerika, doch die Wohnung der Familie wird gepflegt wie ein Museum. Nun verkriecht sich Diego hier – und macht eine interessante Entdeckung: Wenn das Telefon klingelt, kann das bedeuten, dass ein Hausbewohner telefoniert; dann kann Diego unbemerkt mithören. Das Belauschen des Lebens nebenan wird zur Sucht. Er hört der magersüchtigen Giulia zu, erfährt intime Details über Marta, über das Liebesleid von Irene und die Sehnsucht der einsamen Agnese. Als Diego eines Tages begreift, dass Giulia in Lebensgefahr schwebt, verlässt er die Rolle des heimlichen Zuhörers und beginnt, in das Schicksal seiner Nachbarn einzugreifen.

Die italienische Bestsellerautorin Federica de Paolis erzählt in einem feinfühligen Roman von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit und dem Mut, für sein Glück über den eigenen Schatten zu springen.

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  • Ich höre dir zu von Federica de Paolis.

    Ich höre dir zu

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. March 2013 um 01:58

    Lichtblitze durchzucken Diegos Augen und so entschließt er sich von Shanghai zurück nach Italien, in seine Heimat zu fliegen. Dort wohnt er in der Wohnung seiner Eltern, wo Monate zuvor schon seine Schwester Sonia Zuflucht gesucht hatte. Nun ist er alleine in der alten Wohnung als plötzlich das Telefon klingelt. Doch als er den Hörer abnimmt scheint schon ein Gespräch im Gange, seine Einwände können die Telefonierenden nicht hören. So verbringt Diego seine Tage als Phantomtelefonierer, den Gesprächen seiner Nachbarn lauschend, bis er eines Tages nicht mehr nur zuhören will. Eine ungewöhnliche Idee, ein Roman über das Hören, viel mehr noch das Zuhören und Geschichten erleben, die nicht die eigenen sind. Gespräche von Fremden, der Blick über den Gartenzaun, ohne erkannt und dafür zur Rechenschaft gezogen werden zu können, sind Leidenschaften, die jeder von uns ab und zu hegt und durch Erzähler Diego einmal schamlos ausleben kann. Dabei merkt man doch, dass die Leben anderer mindestens so komplex sind wie das eigene und es nicht reicht nur teilzuhaben ohne sich daran zu beteiligen. Dieser Roman macht Lust aufs Lauschen aber auch aufs Leben, denn passiv zu sein ist eben nicht genug, wenn man auch aktiv gestalten könnte. Ein bisschen Lebensernst, ein paar Liebeleien und ein Familiengeheimnis ergänzen die Handlung um das Telefon und das Ohr, welches sich eigentlich den eigenen Gesprächen zuwenden sollte. Diego der zu Anfang nicht weiß, ob er sein Augenlicht verlieren wird, verkriecht sich in sein Schneckenhaus, unfähig vor seinem Schicksal davon zu laufen. Doch nach und nach schlüpft ein Fühler hinaus, dann der nächste und Diego beginnt seine Umwelt wieder als etwas wundersames wahr zu nehmen, die Menschen mit ihren Geschichten zu lieben und sich zu trauen am Leben teil zu nehmen, sich anzuschmiegen an seine Nachbarinnen, sowohl emotional als auch physisch. Denn dieser Roman handelt neben dem Zuhören auch von Frauen, trotz des männlichen Erzählers, von ihrer Schönheit und Stärke und ihrem ganz eigenen Zauber. Von der Jugendlichen, die sich wünscht gesehen zu werden über die fehlerhafte Verlobte zur Krebskranken, die sich weigert ihr Leiden zu offenbaren. Sie alle sind teil von Diegos kleinem Universum, seinem Telefonanschluss, der zur Bühne ihrer Lieben und Leiden wird. Ziehen sich an, stoßen sich ab, kollidieren und verglühen, oft trotz der Bemühungen des aktiven Zuhörers. Und schaffen so einen mitreißenden Tanz vor den Augen des Lesers. Ein Roman über das Zuhören, die Frauen und den Sinn des Lebens, sehr unterhaltsam, berührend und liebevoll geschrieben.

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