Federica Tozzi

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Schön und verführerisch, Mode in der Kunst und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Federica Tozzi

Schön und verführerisch

Schön und verführerisch

 (1)
Erschienen am 05.05.2012
Mode in der Kunst

Mode in der Kunst

 (0)
Erschienen am 01.10.2014
Die Kunst des Genießens

Die Kunst des Genießens

 (0)
Erschienen am 01.09.2012
Wer hat's drauf und was steckt drunter?

Wer hat's drauf und was steckt drunter?

 (0)
Erschienen am 31.03.2013

Neue Rezensionen zu Federica Tozzi

Neu
HeikeGs avatar

Rezension zu "Schön und verführerisch" von Federica Tozzi

Rezension zu "Schön und verführerisch" von Federica Tozzi
HeikeGvor 6 Jahren

"Es ist gar nicht leicht, so schön zu sein, wie man aussieht." (Sharon Stone)
.
Bereits auf Seite 6 bleibt der Blick an einem faszinierenden Gemälde hängen. Die Abbildung zeigt eine sitzende junge Frau, die ein Zeichenbrett hält und dabei ist, mit einer Feder auf ein Blatt zu zeichnen. Sie ist im schlichten Empirestil gekleidet, das Haar passend dazu frisiert. Durch die zerbrochene Fensterscheibe geht der Blick auf ein Gebäude mit Balustrade, auf der ein Paar im Gespräch zu sehen ist. Das Licht fällt durch das Fenster und erhellt das junge Mädchen, es hat sich in ihren Locken und Falten des dünnen Musselinstoffes verfangen und taucht die Szene in ein bewegtes Licht- und Schattenspiel. Das verschattete ernsthafte Gesicht schaut den Betrachter mit einem melancholischen Blick an. Ein faszinierendes Porträt von Marie-Denise Villers, das die französische Künstlerin 1801 malte, möglicherweise ein Selbstbildnis. Das Mädchen ist schön...
.
"Am schönsten sind die Frauen so, wie Gott sie erschaffen hat - die Schneider können sie nur verderben." (Paul Gauguin)
.
Zeitlebens übte der weibliche Körper eine große Faszination auf Künstler aus. Peter Paul Rubens malte sie, Antonio Canova verewigte sie im Stein. Zwei der ältesten, bis heute erhaltenen steinzeitlichen Figuren, tragen die Namen Venus vom Galgenberg und Venus von Willendorf. Sie sind gewissermaßen die Vorläufer der vielen Venusdarstellungen im ersten Kapitel dieses Buches, das der Darstellung des weiblichen Körpers als Wohnstatt des Göttlichen gewidmet ist. Doch was muss es für ein Schock gewesen sein, in einer Welt, in der Frauen immer lange, hochgeschlossene Kleider, Hauben und Kopftücher trugen, plötzlich in einen Saal zu kommen und dort Tizians "Venus von Urbino" zu sehen - lang ausgestreckt und absolut hüllenlos! Noch rund 350 Jahre später fing der amerikanische Schriftsteller Mark Twain an zu schimpfen: Das sei nun wirklich das "schmutzigste, gemeinste, obszönste Gemälde, das die Welt besitzt".
.
... ich habe sündige Gedanken,
die sich um Körperlichkeit ranken,
Du sollst mich von dem Bösen,
das mich ergreift, erlösen ...
(D. Affolter-Mangold)
.
Vier weitere, thematisch gegliederte Kapitel hat die Autorin beigefügt. Sie führen von der Darstellung des nackten, weiblichen Körpers im Rahmen antiker Mythen bis hin zu den großen Frauenfiguren der Bibel und der Kirche, "darunter jungfräulich reine wie Maria und manche Heilige, sündige wie Eva und Maria Magdalena, aber auch gefährliche wie Judith oder Salome, wegen denen Männer nicht nur sprichwörtlich ihren Kopf verloren.", schreibt Federica Tozzi. Jeweils ein Gemälde oder eine Skulptur und ein passendes Zitat sind auf jeder Doppelseite abgebildet. So wird zum Beispiel Leonardo da Vincis "Leda und der Schwan" von Rainer Maria Rilke begleitet:
.
Er kam nieder
und halsend durch die
immer schwächere Hand
ließ sich der Gott
in die Geliebte los.
Dann erst empfand er
glücklich sein Gefieder
und wurde wirklich Schwan
in ihrem Schoß.
.
Als wahrliches Kleinod entpuppen sich die über 400 Seiten, die vor Schöngeist nur so sprühen. Die gelungene Kombination von Text und Bild ergötzt den Kunstliebhaber genauso wie den Bibliophilen. Ein Buch, in dem man jederzeit lesen, dessen Kunstwerke man immer wieder betrachten kann: eine visuelle Bereicherung par excellence.
.
Fazit: Ein ideales Geschenk für einen lieben Freund, das man letztendlich doch lieber auf seinem eigenen Tischchen zu liegen haben möchte. Auch wenn Oscar Wilde meinte: "Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!"

Kommentieren0
7
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 1 Bibliotheken

Worüber schreibt Federica Tozzi?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks