Federica Tozzi Schön und verführerisch

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Inhaltsangabe zu „Schön und verführerisch“ von Federica Tozzi

Es gibt wohl kein Motiv, das Künstler und Dichter mehr inspirierte als die verführerische Schönheit der Frauen. Sie werden inszeniert als göttliche Wesen oder als Femme fatale, als Unschuld oder als Sünderin. Das Kunstschaffen der Renaissance entdeckte in der Antikenrezeption eine vortreffliche Möglichkeit, den nackten weiblichen Körper als Venus, Europa oder Athene darzustellen, Aber auch die Erzählungen des Alten Testaments ermöglichten den Künstlern mit Motiven der "Susanna im Bade" oder "Lot und seine Töchter", selbst unter den strengen Augen der Kirche, die verfühererische Ausstrahlung von Frauen im Bild festzuhalten. Federica Tozzi hat die schönsten Frauen der Kunstgeschichte zusammengetragen und ihne Zitate verschiedener Dichter gegenübergestellt. Herausgekommen ist dabei ein wunderbares Geschenk für jede Frau.
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  • Rezension zu "Schön und verführerisch" von Federica Tozzi

    Schön und verführerisch

    HeikeG

    28. May 2012 um 16:35

    "Es ist gar nicht leicht, so schön zu sein, wie man aussieht." (Sharon Stone) . Bereits auf Seite 6 bleibt der Blick an einem faszinierenden Gemälde hängen. Die Abbildung zeigt eine sitzende junge Frau, die ein Zeichenbrett hält und dabei ist, mit einer Feder auf ein Blatt zu zeichnen. Sie ist im schlichten Empirestil gekleidet, das Haar passend dazu frisiert. Durch die zerbrochene Fensterscheibe geht der Blick auf ein Gebäude mit Balustrade, auf der ein Paar im Gespräch zu sehen ist. Das Licht fällt durch das Fenster und erhellt das junge Mädchen, es hat sich in ihren Locken und Falten des dünnen Musselinstoffes verfangen und taucht die Szene in ein bewegtes Licht- und Schattenspiel. Das verschattete ernsthafte Gesicht schaut den Betrachter mit einem melancholischen Blick an. Ein faszinierendes Porträt von Marie-Denise Villers, das die französische Künstlerin 1801 malte, möglicherweise ein Selbstbildnis. Das Mädchen ist schön... . "Am schönsten sind die Frauen so, wie Gott sie erschaffen hat - die Schneider können sie nur verderben." (Paul Gauguin) . Zeitlebens übte der weibliche Körper eine große Faszination auf Künstler aus. Peter Paul Rubens malte sie, Antonio Canova verewigte sie im Stein. Zwei der ältesten, bis heute erhaltenen steinzeitlichen Figuren, tragen die Namen Venus vom Galgenberg und Venus von Willendorf. Sie sind gewissermaßen die Vorläufer der vielen Venusdarstellungen im ersten Kapitel dieses Buches, das der Darstellung des weiblichen Körpers als Wohnstatt des Göttlichen gewidmet ist. Doch was muss es für ein Schock gewesen sein, in einer Welt, in der Frauen immer lange, hochgeschlossene Kleider, Hauben und Kopftücher trugen, plötzlich in einen Saal zu kommen und dort Tizians "Venus von Urbino" zu sehen - lang ausgestreckt und absolut hüllenlos! Noch rund 350 Jahre später fing der amerikanische Schriftsteller Mark Twain an zu schimpfen: Das sei nun wirklich das "schmutzigste, gemeinste, obszönste Gemälde, das die Welt besitzt". . ... ich habe sündige Gedanken, die sich um Körperlichkeit ranken, Du sollst mich von dem Bösen, das mich ergreift, erlösen ... (D. Affolter-Mangold) . Vier weitere, thematisch gegliederte Kapitel hat die Autorin beigefügt. Sie führen von der Darstellung des nackten, weiblichen Körpers im Rahmen antiker Mythen bis hin zu den großen Frauenfiguren der Bibel und der Kirche, "darunter jungfräulich reine wie Maria und manche Heilige, sündige wie Eva und Maria Magdalena, aber auch gefährliche wie Judith oder Salome, wegen denen Männer nicht nur sprichwörtlich ihren Kopf verloren.", schreibt Federica Tozzi. Jeweils ein Gemälde oder eine Skulptur und ein passendes Zitat sind auf jeder Doppelseite abgebildet. So wird zum Beispiel Leonardo da Vincis "Leda und der Schwan" von Rainer Maria Rilke begleitet: . Er kam nieder und halsend durch die immer schwächere Hand ließ sich der Gott in die Geliebte los. Dann erst empfand er glücklich sein Gefieder und wurde wirklich Schwan in ihrem Schoß. . Als wahrliches Kleinod entpuppen sich die über 400 Seiten, die vor Schöngeist nur so sprühen. Die gelungene Kombination von Text und Bild ergötzt den Kunstliebhaber genauso wie den Bibliophilen. Ein Buch, in dem man jederzeit lesen, dessen Kunstwerke man immer wieder betrachten kann: eine visuelle Bereicherung par excellence. . Fazit: Ein ideales Geschenk für einen lieben Freund, das man letztendlich doch lieber auf seinem eigenen Tischchen zu liegen haben möchte. Auch wenn Oscar Wilde meinte: "Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!"

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