Felicitas Andresen

 3,7 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf

Felicitas Andresen, geboren 1939 in Hemmenhofen am Bodensee, wo sie auch heute wieder lebt. Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Soziologie arbeitete sie als Schauspielerin am Theater und im Sozialwesen. Sie hat zahlreiche Romane und Erzählungen veröffentlicht und wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Thaddäus-Troll-Preis für Sex mit Hermann Hesse (2016).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Felicitas Andresen

Cover des Buches Die Frau mit den 3 Händen (ISBN: 9783910228382)

Die Frau mit den 3 Händen

(3)
Erschienen am 23.09.2024
Cover des Buches sex mit Hermann Hesse (ISBN: 9783947941056)

sex mit Hermann Hesse

(1)
Erschienen am 21.03.2024
Cover des Buches Sex mit Hermann Hesse (ISBN: 9783863514068)

Sex mit Hermann Hesse

(1)
Erschienen am 13.07.2015

Neue Rezensionen zu Felicitas Andresen

Cover des Buches Die Frau mit den 3 Händen (ISBN: 9783910228382)
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Rezension zu "Die Frau mit den 3 Händen" von Felicitas Andresen

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✎ Felicitas Andresen - Die Frau mit den 3 Händen

Als ich „Die Frau mit den 3 Händen“ schließlich beendet hatte, war ich ehrlich überrascht von meinen eigenen Gefühlen. Zu Beginn wollte ich das Buch fast beiseitelegen. Nach mehreren Anläufen war ich kurz davor aufzugeben, wollte es dann aber doch noch ein letztes Mal versuchen - und genau da hat es mich plötzlich gepackt. Ab diesem Punkt konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen.

Der Einstieg fiel mir schwer, vor allem der Zugang zu Jessica, der neunjährigen Protagonistin. Die Ich-Perspektive aus Sicht eines Kindes verlangte mir einiges ab, und ich musste mich erst an den Ton und die Sprache der Geschichte gewöhnen. Jessicas Alltag in der Nachkriegszeit und ihre innere Welt wirkten auf mich zunächst überraschend distanziert, obwohl die Autorin viel Gefühl in leisen Zwischentönen transportiert. Jessica spielt mit imaginierten Geschwistern, lebt stark aus ihrer Fantasie heraus. Doch diese Tiefe erschloss sich mir nicht sofort.

Irgendwann jedoch änderte sich etwas. Plötzlich steckte ich mitten in Jessicas Welt, spürte ihre Unsicherheit, ihre Sehnsucht nach Nähe, ihre stille Hoffnung. Es war, als gäbe es kein Buch mehr zwischen uns, sondern als würde ich direkt neben ihr stehen, ihre Schritte begleiten und miterleben, wie sich ihr Leben langsam verändert. An diesem Punkt hat mich die Geschichte vollkommen eingenommen.

Mit dieser Nähe kam bei mir auch ein neuer Gedanke auf: Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass hier mehr mitschwingt als reine Fiktion. Die Art, wie Emotionen, Erinnerungen und Beobachtungen geschildert werden, wirkte auf mich so persönlich und präzise, dass ich mich fragte, ob es sich zumindest in Teilen um eine Autofiktion handeln könnte. Nicht als feststehende Behauptung, sondern als leises Gefühl, das beim Lesen entstand und die Geschichte für mich noch greifbarer machte.

Die Entwicklung dieser jungen Figur ist leise, aber intensiv. Trotz Armut, Einsamkeit und Hunger versucht Jessica, sich selbst treu zu bleiben - und genau das hat mich tief berührt. Sie ist authentisch gezeichnet, beschreibend und rührend, ohne je ins Sentimentale abzurutschen. Besonders gegen Ende tat sie mir immer mehr leid und gleichzeitig habe ich mit ihr gehofft. Als sich ihr Leben schließlich wendet, habe ich mich ehrlich für sie gefreut.

Und doch ist „Die Frau mit den 3 Händen“ kein Buch, das jede*r sofort lieben wird. Es ist keine leichte Lektüre, verlangt Geduld und Offenheit - belohnt einen aber genau dann mit einer intensiven Nähe zu seiner Figur.

Mich hat dieses Buch am Ende sehr bewegt. Nicht nur wegen der Geschichte selbst, sondern auch, weil es mir erneut gezeigt hat, wie unterschiedlich wir Literatur wahrnehmen und wie sehr ein Buch erst im Kopf der Lesenden lebendig wird. Die Nachkriegszeit, das Theaterleben, die Einsamkeit und die Fantasie eines Mädchens sind hier keine bloße Kulisse, sondern wurden während des Lesens zu einem Teil von mir.

©2026 adlatb

Cover des Buches Die Frau mit den 3 Händen (ISBN: 9783910228382)
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Rezension zu "Die Frau mit den 3 Händen" von Felicitas Andresen

TanteGhost
Ein Kind in der Nachkriegszeit

Kurzweilig und interessant. Nah am Leben und absolut glaubhaft.


Inhalt: Jessica lebt im Berlin der Nachkriegszeit. Sie hat Geld wie Heu, weil sie ein Funkkind ist. Aber zu kaufen gibt es für das Geld wenig bis gar nichts.

In diesem Buch begleiten wir Jessica ein Stück ihres Lebens und auf ihrem Weg. Alle Zeichen stehen darauf, dass sie eine Karriere am Theater anstreben kann, soll sie doch als Kind schon den „Puck“ geben.

Doch bevor es zu ihrem großen Auftritt kommt, bekommen wir noch mit, wie sie vor einem seltsamen Mann flüchten kann, wie einfach und doch irgendwie glücklich sie mit ihrer Mama in einer Wohnung lebt. Wie der Vermietersohn meint, ihr zeigen zu müssen, wie es Männer und Frauen miteinander machen und wie sie dann die Aufnahmeprüfung für das Hölderlein-Mädchengymnasium schafft. – Am Tag des großen Auftritts muss Jessica feststellen, dass ihr noch nicht die Welt zu Füßen liegt. Stattdessen sabotiert man sie und und ihren Auftritt, was sie am Ende ins Krankenhaus und auf eine ganz andere Schule bringt.


Fazit: Ich weiß nicht, was mich bewogen hat, dieses Buch lesen zu wollen. Es kann aber auch gut sein, dass das eine Verbindung aus diesem niedlichen Mädchen auf dem Cover und dem Titel war. Der Klappentext hat mir nicht wirklich verraten, was genau mich da jetzt erwarten würde, aber bekommen habe ich ein leichtes Lesevergnügen, was man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Regt es doch sehr gut zum Nachdenken an.


In einem zunächst eigenartigen Schreibstil hat es mich durch die ersten Seiten getrieben. Der Name der Protagonistin wurde dann erst im zweiten Kapitel verraten. Aber ab dann lernen wir sie richtig kennen. Sie ist ein kleines Mädchen, welches aufgrund ihres geringen Alters noch nicht eingeschult ist, aber mit jeder Menge Fantasie ihren Alltag bund und abwechslungsreich gestaltet. Sie lebt in der Nachkriegszeit, kauf von ihrem vielen Geld, welches sie beim Funk verdient, der Mama ihr Geburtstagsgeschenk auf dem Schwarzmarkt und muss sich an der Bushaltestelle vor einem komischen Mann in acht nehmen. – Die ganze Zeit war mir, als wenn ich an der Seite des Kindes mit ein Stück durch ihr Leben gelaufen wäre.

Jessica führt ein nicht sehr behütetes Leben. Ihre Mutter muss viel und lang arbeiten und dem entsprechend lang ist Jessica allein. Die zwei Stunden Unterricht, die sie privat bei einer Lehrerin bekommt, reichen lang nicht aus, um ihren Wissensdurst zu stillen. So liest sie viel nebenher und rutscht fast zufällig vom Ballett ins Theatergeschehen hinein. 

Die Zeit, in der das Ganze spielt, ist zum einen sehr bildlich dargestellt, aber stellenweise fehlt mir dann doch etwas an Tiefe. Der Roman spielt nach dem Ende des 2. Weltkrieges in Berlin. Dazu finde ich, ist diese Situation mit den ganzen Ruinen leider nicht wirklich so richtig zur Geltung gekommen. Dadurch verliert leider auch die Tatsache an Bedeutung, dass der Vater von Jessica im Krieg geblieben ist. – Sie denkt leider auch viel zu wenig an ihn. Das finde ich leider etwas unrealistisch. Aber am Ende handelt es sich eben doch „nur“ um einen Roman.


Ich hatte beim Lesen ein großes Kopfkino und konnte kaum von dem Buch lassen. Das Kopfkino, welches ich stellenweise hatte, lies mir zum Teil echt die Spucke wegbleiben. Wie verdorben doch manche Kinder damals waren. Wahrscheinlich einfach aufgrund der Tatsache, dass die Erziehungsberechtigten noch eine ganze Menge mehr um die Ohren hatten.

Die Sticheleien und Hetzereien, besonders am Theater, kommen sehr gut rüber, obwohl ihnen im Text selber nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Ein angenehm kurzer Roman, der die Nachkriegszeit mal von einer anderen Seite beleuchtet und durchaus als zeitgenössischer Roman durchgehen kann. Mir hat es gefallen und eigentlich könnte ich durchaus öfter mal so etwas lesen.


Ich kann dieses Buch all jenen ans Herz legen, die sich für die Nachkriegszeit und Einzelschicksale interessieren. Zwar weiß ich nicht, ob es diese Jessica wirklich gegeben hat, aber wenn sie es gegeben hat, dann sie voll und ganz in ihre Zeit gepasst.

Cover des Buches Die Frau mit den 3 Händen (ISBN: 9783910228382)
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Rezension zu "Die Frau mit den 3 Händen" von Felicitas Andresen

Dominikus
Kleines Mädchen mit viel Fantasie



Felicitas Andresen erzählt in ihrem Buch, Die Frau mit den 3 Händen, von einem Mädchen, das selten spricht, aber viel Fantasie besitzt.

Der Schauplatz ist in der Gegend des Bodensees, in der Kriegs- und Nachkriegszeit.

Erst wird nur von das Kind geredet, bis sie dann Jessica wurde. Ihre Eltern sind Schauspieler und die Mutter nimmt sie oft mit ins Schauspielhaus. Jessica hat fast keinen Kontakt zu Gleichaltriegen, dadurch erschafft sie sich Fantasiegeschöpfe.

Die Autorin hat das einfühlsam geschildert. Mir gefällt das Buch und empfehle es weiter.



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