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Rezension zu "Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung: und andere sozialpsychologische Experimente" von Felicitas Auersperg

Tolle Einblicke und Hintergrund zu Experimenten
Ivonne_Gerhardvor 2 Jahren

Was es nicht alles gibt und was alles experimentiert und erforscht wird - wurde,... Für mich war es mal etwas ganz Neues, solch ein Buch zu lesen und die Thematik kennen zu lernen ;-) manches kennt man, in abgeänderter Form oder man kannte es, konnte es nur vorher nicht genau zuordnen,... Man lernt noch viel Neues kennen und bekommt Hintergründe,... Wie läuft ein exemperiment ab, was wird bezweckt, wie wird beeinflusst und verändert,... Unbewusst und bewusst,... Ein sehr ausführliches Buch mit vielen Experimenten und Lösungen. Für mich war es wirklich sehr interessant sowas mal zu erfahren ;-)

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awogflis avatar

Felicitas Auerspergs populärwissenschaftliches Sachbuch beschreibt die wichtigsten sozialpsychologischen Experimente, ihre Entstehung, den wissenschaftlichen Background, die genaue Versuchsanordnung und den Alltagsnutzen, den die Ergebnisse der Forschung implizieren.

Na? Bei meiner Inhaltsbeschreibung bereits ins Koma gefallen, weil das Buch so langweilig ist? Oh wie irrt Ihr Euch und seid gewaltig auf dem Holzweg! 😊🙂
Selten hat Psychologie derart viel Spaß gemacht, und ich habe gleichzeitig so nebenbei noch ein paar Sachen gelernt (dass es nicht ganz so viel war, liegt daran, dass ich in meinem Studium als Wahlfach Organisationspsychologie belegt habe).

Die beschriebenen Experimente sind unter anderem das weithin bekannten Milgram- und das Stanford Experiment, aber auch mir relativ unbekannte Versuchsanordnungen wie die titelgebende „Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung“, in der ein Wissenschaftler-Ehepaar beschloss, sein eigenes Kind zusammen mit einem Affen wie Geschwister aufwachsen zu lassen. Zuerst ging alles gut, solange die Entwicklung von Affe und Baby parallel verlief. Erst als der Affe in seinem Lernfortschritt auf Grund der Genetik hinter dem Sohn stark zurückfiel und dieser, anstatt die gelernte Sprache zu vertiefen, aus Altruismus nur noch genauso gut klettern lernen wollte wie sein Affenbruder, musste das Experiment erfolglos abgebrochen werden.

Auch die genaue Untersuchung menschlicher Phänomene wie kognitive Dissonanz, oder der Umstand, dass Menschen Personengruppen, mit denen sie noch nie in Interaktionen traten, mit einer signifikanten Tendenz negativ bewerten, sind aktueller denn je, wenn man die heutige Flüchtlingssituation und die daraus resultierenden Intoleranz-Probleme der ansässigen Bevölkerung bewertet. Die Leute müssten sich einfach nur persönlich kennenlernen. Das Harlowe-Experiment hat beispielsweise den früheren Behaviorismus in der Kindererziehung widerlegt, heute würde kaum noch ein vernünftiger Mensch ein Baby unentwegt schreien lassen, in der Generation unserer Eltern war diese Methode jedoch anerkannt – fast schon verpflichtend, um aus seinen Kindern keine Weicheier zu machen. Am spannendsten fand ich das Loftus-Experiment, das die Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen und unser Gedächtnis unter die Lupe nimmt und den Bystander-Effekt, warum und unter welchen Umständen genau viele Menschen in der Stadt wegschauen, wenn ein Verbrechen geschieht. So wird Psychologie zum reinen Vergnügen – mit extrem viel Praxisrelevanz.

    "In allen vier Experimenten zeigte sich, dass Menschen eher dazu geneigt sind zu helfen, wenn sie allein einen Notfall beobachten. Sobald sie sich in Gesellschaft befinden, teilen sie die Verantwortung und reagieren, insbesondere, wenn die anderen Augenzeugen unbekannt sind, langsamer oder gar nicht. Paradoxerweise bedeutet das, dass einem in Gefahr eher geholfen wird, wenn es nur wenige Beobachter gibt.“[…] Eine einfache, aber wirkungsvolle Strategie, um den Bystander-Effekt zu unterbrechen, ist, abwartende Zuschauer direkt anzusprechen und um Hilfe zu bitten. Damit erleichtern sie ihnen den kognitiven Prozess, in dem sie sich gerade verheddern, und kürzen die Entscheidungsfindung für Bystander erheblich ab.

Fazit: So sollte Wissenschaft immer vermittelt werden! Liest sich wie ein spannender Roman. Großartig!

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camilla1303s avatar

Das Buch „Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung“ von Felicitas Auersperg ist 2017 im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen und beschreibt sozialpsychologische Experimente einprägsamer als es jedes Lehrbuch oder jede Power-Point-Präsentation im Psychologiestudium schaffen würde.

Die Autorin des Buches, Felicitas Auersperg hat selbst Psychologie an der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien studiert und arbeitet nun dort als Universitätsassistentin, man mag meinen sie kann die einzelnen Experimente im Schlaf erzählen. Im Buch befasst sie sich mit dem Nutzen der einzelnen Experimente im Alltagsleben: vom weniger bekannten Hängebrückeneffekt bis zum berühmten Milgram-Experiment.

Psychologie war eines meiner Lieblingsfächer im Gymnasium, einige der sozialpsychologischen Experimente waren mir daher schon bekannt. Jedoch habe ich viele Experimente im Buch entdeckt, von denen ich noch nicht einmal etwas gehört habe: Flirten auf Hängebrücken bringt beispielsweise mehr Erfolg, als im Kaffeehaus. Einige Ideen und Ansätze kann ich sogar im Alltag umsetzen: Sei es um eine Situation zu beeinflussen, zu entschärfen oder lediglich um das Verhalten meiner Mitmenschen besser zu verstehen.

„Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung“ ist eine lesenswerte Lektüre für alle psychologieinteressierten Menschen. Und trotz der eigentlich sachlichen Thematik liest sich das Buch wie im Flug. Mit Leichtigkeit vermittelt es Wissen und man kann plötzlich mit Fremdwörtern wie „Pygmalioneffekt“ auftrumpfen und weiß sogar über dessen Bedeutung Bescheid, er hat übrigens mit der Hängebrücke zu tun.

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Gespräche aus der Community

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Verlag_Kremayr-Scheriaus avatar

Worum geht's?

Sozialpsychologen sind findige Leute.

Um die Dynamiken beim Aufeinandertreffen von Menschen zu untersuchen, verfallen sie oft auf ausgesprochen originelle Versuchsanordnungen: Sie regen Männer und Frauen dazu an, auf Hängebrücken zu flirten, sie schleusen Gesunde in psychiatrische Einrichtungen ein oder sie mischen sich unter Sektenmitglieder, die auf den Weltuntergang warten. Bisweilen ziehen sie sogar ein Kleinkind in der Gesellschaft eines gleichaltrigen Schimpansenjungen auf, wie im Titel angekündigt.


Felicitas Auersperg, Psychologin an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien, nimmt diese und viele andere Experimente unter die Lupe und befasst sich mit deren Nutzen für das Alltagsleben. Neben bekannten Untersuchungen, wie dem Milgram-Experiment, werden auch beinahe vergessene psychologische Forschungsleistungen beleuchtet, die ebenso aufschlussreich sind.
Spannend und unterhaltsam zu lesen, bieten die Experimente neben einem humorvollen Einblick in die psychologische Forschung auch wertvolle Anregungen, um die Erkenntnisse für alltägliche Probleme zu nützen.

Felicitas Auersperg

geboren 1989 in Wien, Studium der Psychologie an der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien, Master-Abschluss 2013. Danach Mitarbeit an zahlreichen wissenschaftlichen Projekten und Lehrauftrag an der MedUni Wien, derzeit Universitätsassistentin an der Psychologischen Fakultät der Sigmund-Freud-Privatuniversität.

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