Zu Beginn lernen wir Marie kennen, wissen aber noch nicht so genau, worauf das Buch hinausläuft und es wirkt etwas zäh. Es lohnt sich aber durchzuhalten, denn in dem Moment, wo die App ins Spiel kommt, wird das Buch zu einem echten page turner.
Marie ist eine erfolgreiche, selbstbewusste Frau. Nach der Trennung von ihrem Freund lädt sie sich die App „Boost“ herunter, um auf andere Gedanken zu kommen. Und nein, die Herausforderungen haben nicht immer etwas mit Sex zu tun. Gerade in den ersten Leveln, sind es viele nette kleine Herausforderungen, die einen dazu zwingen, über den eigenen Schatten zu springen oder seinem Umfeld etwas Gutes zu tun. Hier hat sich Felicitas Barca wirklich viele tolle Sachen einfallen lassen, die viel Spaß machen zu lesen. Dabei hat mir nur gefehlt noch mehr über Maries Innenleben zu erfahren, was die Boost-Aufgaben emotional bei ihr auslösen und in ihrer Seele bewirken.
Neben der Spannung, die aufgebaut wird, was Boost als nächstes verlangt und was Marie dabei erlebt, lädt die Geschichte dazu ein, sich über Chancen und Risiken einer solchen App Gedanken zu machen. Felicitas Barca hat das Konzept der App sehr sorgfältig durchdacht, was dem Buch eine hohe Glaubwürdigkeit verleiht und stark meine Phantasie angeregt hat, was so eine App in der Realität auslösen könnte.
Die Leidenschaft, die zwischen Marie und Chris entsteht, konnte ich gut mitempfinden und sie wird durch die Boost-Aufgaben, die die beiden erhalten noch interessanter gestaltet. Die Autorin versteht es sehr gut, Stimmungen zu erzeugen und greift dabei auch die einmalige Atmosphäre von Barcelona auf, in der der Hauptteil der Geschichte spielt. Auch die Dynamik zwischen Menschen in Gruppenszenen schildert sie sehr plastisch und glaubwürdig. Nur die Hindernisse, die im Laufe der Liebesgeschichte zwischen Marie und Chris auftauchen, haben mich nicht so überzeugt. Daher bin ich froh, dass diese immer relativ bald wieder ausgeräumt wurden.
In Summe scheint mir mehr ein Fokus auf dem Suspense Plot zu liegen. Zwischendurch gibt es immer wieder Szenen, die die Perspektive eines Unbekannten schildern, der sich in die App gehackt hat, damit Schindluder treibt und seine Spielschulden kompensieren möchte. So wie die Autorin regelmäßig die Sicht des anonymen Hackers einschiebt oder verdächtige Informationen und Verhaltensweisen im Laufe der Hauptgeschichte einflicht, wird man eingeladen, mitzurätseln und mitzufiebern.
Ansonsten erscheint mir Chris ein wenig zu gut, um wahr zu sein: Sieht mega gut aus, hat eine großartige internationale Karriere, kennt jeden und ist bei jedem beliebt, ist toll im Bett, kann singen und tanzen, hat einen super Charakter… Ich mochte hingegen, dass Marie und ihre Freundin selbst zwei im Job etablierte und erfolgreiche Frauen und nicht nur Empfangsdamen, wie sonst so häufig in den Geschichten, sind.
Mir hat es total gut gefallen, eine Romance zu lesen, die am technischen Puls der Zeit spielt. Eine echte Abwechslung zu den sonstigen Erzählmustern, sehr gut durchdacht und konstruiert und ein interessanter Beitrag zum Diskurs.
Kategorisierung
📚 Romance-Sub-Genre: Contemporary, Suspense
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: Adult
➿ Plot-Trope: Afraid to commit, Blind date, Forced proximity
🌎 Setting-Trope: Lovescape
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: Monogam
🔪 Spannung: Packend
💓 Emotionalität: Gering
🧠 Psychologische Tiefe: Oberflächlich
🧐 Glaubwürdigkeit: Teils teils
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Wenig
👫 Klassisches Rollenmodell: Weniger
💋 Anzahl Spicy Szenen: 5
🔗 Spielart Spicy Szenen: Vanilla
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: Oberflächlich
🎨 Originalität der Erzählweise: Teils teils
👀 Erzählperspektive: 3. Person