Felicitas Geduhn

 4,7 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf

Felicitas Geduhn wurde 1979 geboren. Dem Studium der Germanistik und Kulturwissenschaft in Bremen folgten einige berufliche Jahre in Berlin. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Metropolregion Hamburg.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Das vorletzte Haus am Fluss (ISBN: 9783311101789)

Das vorletzte Haus am Fluss

(3)
Neu erschienen am 20.08.2026 als Gebundenes Buch bei Kampa Verlag.

Alle Bücher von Felicitas Geduhn

Cover des Buches Das vorletzte Haus am Fluss (ISBN: 9783311101789)

Das vorletzte Haus am Fluss

(3)
Erschienen am 20.08.2026
Cover des Buches Sommer (ISBN: 9783737412124)

Sommer

(3)
Erschienen am 20.02.2023

Neue Rezensionen zu Felicitas Geduhn

Cover des Buches Das vorletzte Haus am Fluss (ISBN: 9783311101789)
thorstendoerps avatar

Rezension zu "Das vorletzte Haus am Fluss" von Felicitas Geduhn

thorstendoerp
Wie viel Ort steckt in jedem von uns?

Ein Storch landet auf dem Dach und fliegt wieder davon. Ein Fährmann setzt unbeirrbar über, Tag für Tag. Und das vorletzte Haus am Fluss kann nur das vorletzte sein, weil dahinter noch das letzte steht.

Dazwischen ist Suna, deren Gegenwart – und eben auch der Storch – sie zurückführt in ihre Vergangenheit und damit an den Ort ihrer Kindheit und Jugend. An einen Ort, der untrennbar mit ihrer Familie, ihrer Herkunft und ihrer eigenen Geschichte verbunden ist.

Das vorletzte Haus am Fluss ist ein leiser und dennoch kraftvoller Roman. Die Geschichte gleitet beinahe wie ein Pulsschlag durch die Seiten und besticht dabei durch ihre besondere Atmosphäre, eindringliche Szenen und vor allem durch die vielen wunderbaren Sätze und Absätze, die noch lange nachklingen.

Felicitas Geduhn hat ein wunderschönes Buch geschrieben: klug, bildreich und voller Zwischentöne. Ein Roman über Familie und Heimat. Über Heimat und Familie – wie herum auch immer.

Prädikat: sehr wertvoll und absolut gerne empfohlen.

Cover des Buches Das vorletzte Haus am Fluss (ISBN: 9783311101789)
A

Rezension zu "Das vorletzte Haus am Fluss" von Felicitas Geduhn

Anja_Stiller
Großartig

Sunas Wohnung ist schrecklich still und leer. Ihr Freund Just ist ausgezogen. Als sie einen verletzten Storch auf ihrem Dach findet, braucht sie die Meinung von ihrem Vater. Sie fährt raus aufs Land, zu ihrem Elternhaus. Dort lebt ihre Mutter, die sich am liebsten hinter ihrer Nähmaschine versteckt. Reden mag sie nicht so gern. Doch nicht nur Just, sondern auch ihr Vater ist verschwunden. Aber darüber spricht niemand. Zwischen Schweigen und der Dorfgemeinschaft versucht Suna Antworten zu finden. Darauf was mit ihrem Vater passiert ist und warum ihre Mutter so verschlossen ist. 


Manchmal beginnt eine Geschichte ganz leise, mit einer scheinbar unbedeutenden Handlung. Hier ist es der verletzte Storch auf Sunas Dach. Und dann, ganz langsam entwickelt sich Stück für Stück ein starker Roman über Verlust, Familie und das Schweigen. Das Schweigen über Dinge, die niemand wissen soll, die so gern vergessen werden wollen. Durch die zwei Zeitebenen erfährt der Leser von den unausgesprochenen Dingen, aber immer nur ein kleines Stück. Uns geht es wie Suna. Wir wollen mehr wissen, sind neugierig und brauchen Geduld. Ruhig, poetisch und atmosphärisch erzählt Felicitas Geduhn von diesen großen Themen. Sie nimmt uns mit in die Vergangenheit der Mutter. Erzählt von geplatzten Träumen und Verlusten. Und so langsam beginnt sich die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden. Dieses Dorfleben, das sich in all den Jahren kaum verändert hat. Und das Suna und ihre Mutter so sehr geprägt hat. Und am Ende stellt sich die eine große Frage: „Können wir uns jemals von unserer Vergangenheit und dem Heimatort wirklich lösen?“


Eine großer, berührender Roman, der seine großen Momente in zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Unausgesprochenen findet. Eine ganz große Empfehlung von mir. 

Cover des Buches Das vorletzte Haus am Fluss (ISBN: 9783311101789)
rockchickdeluxes avatar

Rezension zu "Das vorletzte Haus am Fluss" von Felicitas Geduhn

rockchickdeluxe
Ein großes Geheimnis bestimmt über Gehen und Ankommen


Just ist ausgezogen, dafür sitzt ein verletzter Storch auf Sunas Dach. Sunas Vater wüsste Rat, doch auch der ist verschwunden. Aus dem Heimatdorf, einfach weg. Schon seit Wochen. Kurzentschlossen fährt Suna aufs mecklenburgische Land, zu ihrer Mutter Conny. Die ist kaum sichtbar unter den Stoffbergen, sie schneidert die Kostüme für die alljährlichen Festspiele, an denen immer das gleiche Stück aufgeführt wird und das ganze Dorf dabei ist. Das Stück vom Fährmann.  


Wie damals schon regiert das Schweigen das Miteinander, nichts hat sich verändert. Nicht der Blick auf das letzte Haus am Fluss, in dem der Fährmann Krisch mit seinem Sohn Krisch wohnt. Schon immer. Über Generationen. Und so entrollt Felicitas Geduhn auf zwei Zeitebenen Sunas Gegenwart und Connys Vergangenheit, in der ein Geheimnis unter dem Schweigen begraben liegt. Und der Schlüssel zum Verschwinden von Sunas Vater. 


Es gibt die, die es an einem Ort nicht aushalten und die, die bleiben. Die, die gehen und die dafür kommen. Und es gibt die, die es nicht aushalten, dass immer jemand kommt und ein anderer geht. Die zwei Ufer sind geteilt durch den Fluss, durch Sehnen und Hoffen, Bewahren und Halten, verbunden durch den Fährmann.


Mit Urvertrauen hält er die Dinge zusammen, die zusammen gehören, ist die Konstante, im Leben von Suna und davor dem von Conny.


Felicitas Geduhn schreibt kraftvoll und bildreich, humorvoll und präzise. Sie erkundet am Beispiel unterschiedlicher Lebensentwürfe und Generationen die Frage, wie ein Ort die Menschen prägt , spielt mit den Sehnsüchten nach Heimat und Fernweh, Freiheit und Beständigkeit, Flucht und der Bereitschaft, sich verborgenem Schmerz zu stellen. 


Die Zeit dehnt sich aus in Das vorletzte Haus am Fluss, zieht sich in die Länge, umspannt verschwenderisch die Tage, um sich im nächsten Moment zusammenzuziehen und die Sekunden zu kondensieren. 


Das vorletzte Haus am Fluss bleibt spannend bis zum Schluss. Zwischen verhassten traditionellen Dorf-Narrativen, den Blicken der anderen, dem Drang nach Aufbruch und Selbstermächtigung, der Liebe und der Freundschaft, Verlust, Scham und Schmerz, dem Neuanfang und dem uralten Rhythmus der Fährzeiten.


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