Felicitas Hoppe

 3,5 Sterne bei 91 Bewertungen
Autorin von Hoppe, Iwein Löwenritter und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Autorin, Erzählerin und Kind des Rattenfängers: Felicitas Hoppe wird 1960 als drittes von fünf Kindern in der niedersächsischen Stadt Hameln geboren. Sie studiert in Tübingen, Oregon, Rom und auch in Berlin, wo sie heute als freie Schriftstellerin lebt. 1996 erscheint ihr Debüt „Picknick der Friseure“, für das sie bereits mit einigen renommierten Preisen ausgezeichnet wird. Für ihren 1999 erschienenen Roman „Pigafetta“ unternimmt Hoppe eine viermonatige Schiffsreise auf einem Containerfrachter. Besonderes Aufsehen erregt auch Hoppes Traumbiographie „Hoppe“, die 2012 erscheint. Kommentiert von der Biografin „fh“ erzählt der Roman eine andere Möglichkeit von Hoppes Leben: Ihr „Entführervater“ holt Felicitas aus Hameln weg, sie wächst in Brantford und Adelaide auf, schreibt auf ihren Reisen immer wieder an ihre vermeintlich imaginierten Geschwister nach Hameln. „Hoppe“ ist eine Autobiographie, die trotz der Trennung zwischen Autorin, Erzählerin und Figur funktioniert. Im Mai 2012 erkennt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung Felicitas Hoppe als herausragende Schriftstellerin an und die Jury der Akademie verleiht ihr den wohl bedeutendsten deutschen Literaturpreis, den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis. Daneben werden Hoppe zahlreiche weitere Preise und Stipendien verliehen, darunter der aspekte-Literaturpreis des ZDF. Ihre Bücher sind in mehrere Sprachen übersetzt worden und die Autorin unternimmt zahlreiche Lesereisen im In- und Ausland, beispielsweise nach Indonesien, auf die Philippinen oder in die USA. Hoppe veröffentlicht neben ihren Romanen regelmäßig in großen Zeitungen und Zeitschriften wie der Süddeutschen Zeitung oder der ZEIT. In ihren Werken greift sie gerne auf historische Ereignisse oder Figuren zurück, legt aber einen anderen Fokus auf die Erzählung, wie beispielsweise in ihrem 2006 erschienenen Roman „Johanna“, in dem es um Johanna von Orléans geht.

Neue Bücher

Cover des Buches Der amerikanische Traum (ISBN: 9783943897999)

Der amerikanische Traum

Erscheint am 01.11.2026 als Taschenbuch bei Verlag Text & Dialog.

Alle Bücher von Felicitas Hoppe

Cover des Buches Iwein Löwenritter (ISBN: 9783733510091)

Iwein Löwenritter

(16)
Erschienen am 19.11.2025
Cover des Buches Hoppe (ISBN: 9783596167449)

Hoppe

(17)
Erschienen am 26.09.2013
Cover des Buches Verbrecher und Versager (ISBN: 9783596167098)

Verbrecher und Versager

(9)
Erschienen am 01.07.2006
Cover des Buches Picknick der Friseure (ISBN: 9783104909813)

Picknick der Friseure

(8)
Erschienen am 06.07.2018
Cover des Buches Paradiese, Übersee (ISBN: 9783104909820)

Paradiese, Übersee

(7)
Erschienen am 06.07.2018
Cover des Buches Johanna (ISBN: 9783104909837)

Johanna

(5)
Erschienen am 06.07.2018
Cover des Buches Pigafetta (ISBN: 9783104909806)

Pigafetta

(6)
Erschienen am 06.07.2018
Cover des Buches Reisen (ISBN: 9783446284142)

Reisen

(5)
Erschienen am 21.04.2026

Neue Rezensionen zu Felicitas Hoppe

Cover des Buches Reisen (ISBN: 9783446284142)
Alriks avatar

Rezension zu "Reisen" von Felicitas Hoppe

Alrik
Wenn Reisen mehr ist als nur Kofferpacken

Manchmal liegt ein Buch vor einem und man denkt: Na gut, dann reisen wir eben los. Nur merkt man bei Felicitas Hoppe ziemlich schnell, dass hier niemand einfach den Koffer packt, Sonnencreme einsteckt und einen netten Reisebericht abliefert.


Reisen ist eher ein gedanklicher Aufbruch. Einer mit Umwegen, kleinen Stolperern, klugen Sätzen und diesem leichten Gefühl, dass man nach drei Seiten schon wieder mehr über sich selbst nachdenkt als über irgendeinen Ort auf der Landkarte.


Felicitas Hoppe schreibt über das Unterwegssein, über Freiheit, Sehnsucht, Rastlosigkeit und diese seltsame menschliche Angewohnheit, ständig irgendwohin zu wollen. Und ja, manchmal musste ich kurz innerlich die Hand heben und fragen: Moment, wo genau sind wir gerade? Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Reisen ist eben nicht immer geradeaus. Manchmal ist es Umweg, Müdigkeit, Staunen, Zweifel und ein belegtes Brötchen auf einem Bahnsteig, das erstaunlich viel über das Leben erzählt.


Sprachlich ist das Buch richtig stark. Klug, verspielt, manchmal fast schwebend. Kein Buch, das man mal eben nebenbei wegatmet, sondern eins, bei dem man zwischendurch innehält und denkt: Verdammt, schöner Satz. Gleichzeitig fordert es auch ein bisschen Geduld. Wer klare Reiserouten, exotische Schauplätze und Postkartengefühl erwartet, wird hier vielleicht nicht komplett abgeholt.


Für mich ist Reisen ein literarischer Essay mit Herz, Kopf und ordentlich Bewegung im Gepäck. Kein Wohlfühlurlaub, eher eine kluge Zugfahrt mit Fensterplatz, bei der draußen die Welt vorbeizieht und drinnen plötzlich ziemlich viel passiert.

Cover des Buches Reisen (ISBN: 9783446284142)
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Rezension zu "Reisen" von Felicitas Hoppe

Seitenmusik
Gedankenreisen mit Felicitas Hoppe

„Reisen“ von Felicitas Hoppe ist im Hanser Verlag erschienen und Teil der wunderschönen „Leben“-Reihe, die allein optisch schon jedes Bücherregal bereichert. Auf gerade einmal 128 Seiten denkt Hoppe über das Reisen nach – über Fernweh, Rastlosigkeit, Tourismus, Erinnerung und die Frage, warum Menschen überhaupt aufbrechen.

Worum geht es?

Dabei geht es weniger um klassische Reiseberichte als vielmehr um ein essayistisches Mäandern durch Gedanken, Beobachtungen und persönliche Erfahrungen. Ausgangspunkt ist Hoppes eigene Reisebiografie, die von Frachtschiffreisen, Literatur, Sehnsucht und Bewegung geprägt ist. Oder wie es auf dem Klappentext zum Buch treffenderweise heißt: „Ein Mensch muss reisen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.“

Meine Meinung

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war die sprachliche Kraft. Viele Sätze wirken fast wie kleine literarische Momentaufnahmen, die man sofort markieren möchte. Besonders hängen geblieben ist mir: „Sprache ist Macht und Erinnerung. Nicht wer fährt, sondern wer spricht, bestimmt den Fortgang der Dinge.“ (S. 83) Dieser Gedanke zieht sich unterschwellig durch das gesamte Buch und macht deutlich, dass Reisen bei Hoppe nie nur Fortbewegung ist, sondern immer auch ein Nachdenken über Perspektiven, Privilegien und Wahrnehmung.

Auch andere Passagen fand ich unglaublich stark beobachtet: „Tourismus ist ein Gesellschaftsspiel, ein Monopoly der verkauften Länder und Sitten“ (S. 31) oder „Jede Liebe, jede Reise lebt von demselben uralten Zauberwort […] Sehnsucht“ (S. 27). Gerade diese Mischung aus Ironie, Gesellschaftskritik und philosophischen Gedanken hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht.

Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass mir beim Lesen immer wieder ein klarer roter Faden gefehlt hat. Das Buch springt stark zwischen Gedanken, Erinnerungen und Beobachtungen, wodurch ich stellenweise den Zugang verloren habe. Manche Passagen wirkten auf mich eher wie lose Gedankensplitter als wie ein zusammenhängender Essay.

Hinzu kommt, dass einige Textstellen bei mir durchaus Irritation ausgelöst haben. Teilweise werden problematische Begriffe oder Formulierungen verwendet, die heute kritisch betrachtet werden müssen. Auch bestimmte Aussagen – etwa rund um psychische Gesundheit oder Suizid – empfand ich stellenweise als schwierig oder zumindest diskussionswürdig. Ich hatte dabei nicht das Gefühl, dass das Buch bewusst provozieren möchte, aber manche Formulierungen wirkten auf mich unnötig unsensibel.

Trotzdem steckt in „Reisen“ viel Klugheit. Besonders spannend fand ich die Gedanken über Tourismus als Privileg und über die Frage, ob es überhaupt noch „authentisches Reisen“ geben kann. Felicitas Hoppe beschreibt das Reisen nicht romantisch verklärt, sondern oft widersprüchlich, unbequem und voller gesellschaftlicher Schieflagen.

Fazit
„Reisen“ ist kein Buch, das man einfach konsumiert – eher eines, mit dem man sich auseinandersetzt. Sprachlich brillant, gedanklich interessant, aber für mich auch stellenweise zu sprunghaft und wenig greifbar. Für alle, die literarische Essays, Reflexionen über Fernweh und philosophische Gedankenspiele mögen. Weniger geeignet für Leser:innen, die einen klassischen Reisebericht oder einen klar strukturierten Zugang erwarten. Danke an den Hanser Verlag und netgalley.de für das digitale Rezensionsexemplar!

Cover des Buches Reisen (ISBN: 9783446284142)
Dan_Eders avatar

Rezension zu "Reisen" von Felicitas Hoppe

Dan_Eder
Schwer zugänglich

Ich habe mir sehr schwer dabei getan, in Felicitas Hoppes „Reisen“ hinein zu finden. Das Buch strotzt vor sehr komplexen Satzbauten und Wortverbindungen, und es fühlte sich für mich häufig so an, als würde sie um das Wesentliche nur herum schreiben.

Felicitas Hoppe berichtet darüber, wie sie selbst zum Reisen kam, wenn man das denn als Reisen bezeichnen kann - so schaut sie doch selbstkritisch darauf, ob ihre Art, sich durch die Welt zu bewegen, wirklich ein Reisen ist, oder nicht. Außerdem nimmt sie den Begriff reisen an sich auseinander, der aus ihrer Sicht weniger die Welt kennen lernt, es fiel mehr, ein km-sammeln ist. Eine durchaus interessante Sichtweise, die ich aber so nicht nachvollziehen kann und die, zumindest in meinem Umfeld auf niemanden, der Reisenden zutrifft. Sie hat doch einen sehr eigenwilligen Blick auf das Reisen. Gepaart mit sehr viel schwurbeliger Sprache, fällt es schwer, diese teilweise Selbstbeweihräucherung bis zum Ende durchzulesen. Da hätte ich detailliertere Berichte von ihren Reisen und Erlebnissen spannender gefunden.

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Zusätzliche Informationen

Felicitas Hoppe wurde am 22. Dezember 1960 in Hameln (Deutschland) geboren.

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Community-Statistik

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4 Leser*innen

Worüber schreibt Felicitas Hoppe?

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