Felicitas Hoppe

 3.8 Sterne bei 70 Bewertungen
Autorin von Hoppe, Iwein Löwenritter und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Felicitas Hoppe

Autorin, Erzählerin und Kind des Rattenfängers: Felicitas Hoppe wird 1960 als drittes von fünf Kindern in der niedersächsischen Stadt Hameln geboren. Sie studiert in Tübingen, Oregon, Rom und auch in Berlin, wo sie heute als freie Schriftstellerin lebt. 1996 erscheint ihr Debüt „Picknick der Friseure“, für das sie bereits mit einigen renommierten Preisen ausgezeichnet wird. Für ihren 1999 erschienenen Roman „Pigafetta“ unternimmt Hoppe eine viermonatige Schiffsreise auf einem Containerfrachter. Besonderes Aufsehen erregt auch Hoppes Traumbiographie „Hoppe“, die 2012 erscheint. Kommentiert von der Biografin „fh“ erzählt der Roman eine andere Möglichkeit von Hoppes Leben: Ihr „Entführervater“ holt Felicitas aus Hameln weg, sie wächst in Brantford und Adelaide auf, schreibt auf ihren Reisen immer wieder an ihre vermeintlich imaginierten Geschwister nach Hameln. „Hoppe“ ist eine Autobiographie, die trotz der Trennung zwischen Autorin, Erzählerin und Figur funktioniert. Im Mai 2012 erkennt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung Felicitas Hoppe als herausragende Schriftstellerin an und die Jury der Akademie verleiht ihr den wohl bedeutendsten deutschen Literaturpreis, den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis. Daneben werden Hoppe zahlreiche weitere Preise und Stipendien verliehen, darunter der aspekte-Literaturpreis des ZDF. Ihre Bücher sind in mehrere Sprachen übersetzt worden und die Autorin unternimmt zahlreiche Lesereisen im In- und Ausland, beispielsweise nach Indonesien, auf die Philippinen oder in die USA. Hoppe veröffentlicht neben ihren Romanen regelmäßig in großen Zeitungen und Zeitschriften wie der Süddeutschen Zeitung oder der ZEIT. In ihren Werken greift sie gerne auf historische Ereignisse oder Figuren zurück, legt aber einen anderen Fokus auf die Erzählung, wie beispielsweise in ihrem 2006 erschienenen Roman „Johanna“, in dem es um Johanna von Orléans geht.

Alle Bücher von Felicitas Hoppe

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Hoppe

Hoppe

 (16)
Erschienen am 26.09.2013
Iwein Löwenritter

Iwein Löwenritter

 (12)
Erschienen am 12.04.2011
Verbrecher und Versager

Verbrecher und Versager

 (9)
Erschienen am 01.07.2006
Picknick der Friseure

Picknick der Friseure

 (7)
Erschienen am 01.03.2006
Paradiese, Übersee

Paradiese, Übersee

 (6)
Erschienen am 01.03.2006
Johanna

Johanna

 (5)
Erschienen am 01.03.2008
Pigafetta

Pigafetta

 (6)
Erschienen am 01.03.2006
Der beste Platz der Welt

Der beste Platz der Welt

 (3)
Erschienen am 26.08.2009

Neue Rezensionen zu Felicitas Hoppe

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M

Rezension zu "Prawda" von Felicitas Hoppe

Sprach-Wucht und Lebensbetrachtungen en Masse
michael_lehmann-papevor 9 Monaten

Sprach-Wucht und Lebensbetrachtungen en Masse

Die alte Weisheit, dass es „die Wahrheit“ nicht gibt, sondern nur unter den unermesslich vielen kleinen Handlungen, Lebensweisen, Überzeugungen, Symbolen der Menschen vielleicht so etwas wie einen „roten Faden des Lebens“ oder eine „differenzierte Wahrheit“ zu finden wäre, diese Erkenntnis trifft in diesem sprachgewaltigen Buch den Leser mit Wucht.

Wobei schon die ersten Seiten dem jeweiligen Leser zeigen werden, ob er sich auf der Sprachebene Felicitas Hoppe einfinden kann oder nicht. Denn so dicht, eigen, assoziierend und ständig fast schon gedrängt „auf Beobachtung“, was Land, Leute und Begebenheiten angeht, verbunden mit kleinen, historischen Rückblicken und allgemeinen Einsichten ins Leben und dessen Verlauf, wie Hoppe in diesem Roman mit unerschöpflicher Sprache vor Augen führt, dass muss man schon mögen, um nicht den roten Faden in all dem zu verlieren.

Ursächlich hatten, vor 80 Jahren, zwei russische Schriftsteller, Ilf und Petrow, den Weg vorgegeben. Einmal von Westen nach Osten durch die USA mit Abstechern nach Nord und Süd, um Land und Leute während der Autotour in Augenschein zu nehmen. Wohl aus Spionagegründen für die damalige UDSSR. Was den beiden, im Übrigen, letztlich auch nicht geholfen hat in ihrem geliebten Moskau. Das aber nur am Rande.

Nun nimmt Hoppe selbst die Fahrt in Angriff. Will den Spuren der beiden folgen. Und reist doch mit ganz anderem Blick. Was schon damit beginnt, dass die Auswahl des Fahrzeuges und eines eventuellen Mitreisenden in besonderer Form stattfindet. Dann aber mit Red Ruby, dem Ford Explorer, mit AnnAdams, der Besitzerin, mit Jerry, der „Fotografin von Bräuten am Straßenrand, mit Forma, dem „Copiloten“ der dringend immer ans Steuer möchte und Becky, die man erst langsam näher kennenlernen wird, startet der Motor.

Allein die Reisegruppe ist schon in sich spannungsgeladen und je in den Personen interessant genug für einen ganzen Roman, samt Auto selbst.
„Kein Zweifel möglich; Red Ruby hatte sich mit Sedric verbündet und in ein autonomes Auto verwandelt“.
Was weit hergeholt ist und so nicht stimmen wird, was aber mit der Vernetzung des Autos vielleicht zusammenhängen könnte. So dass die Frage, ob vorher, am Ende der Reise, tatsächlich ein Festmahl im weißen Haus mit chinesischen und neuseeländischen Diplomaten und „König und Königin“ samt Lang Lang am Klavier wirklich so stattgefunden hat, oder ab Hoppe hier in überbordender Fantasie dem Leser vor allem das „Thanksgiving“ aus der Sicht des Truthahns dringend nur nahebringen wollte.
„Des allamerikanischen Wappentiers, das alle essen, weil es keiner liebt. Selbstverständlich und unvermeidlich“.

Was nur einen winzigen Einblick in die rasant vorbeifließenden Themen und Begegnungen des Reiseromans darstellt, der sich auch dem ersten Mann auf dem „elektrischen Stuhl“ widmet wie dutzenden, hunderten anderer, abseitiger Ereignisse und Begebenheiten, die einen ganz anderen „Mainstream“ der modernen, amerikanischen Welt ergeben, als er in den Medien ansonsten vorwiegend betrachtet werden kann.

Mit präzisen und poetisch beschriebenen, den Nagel auf den Kopf treffenden Betrachtungen des modernen Lebens und Menschen.

„Doch wo immer wir uns Quartier aufschlugen, Königin Jerry legte den Rucksack gar nicht erst ab, sondern öffnete…..sofort den Uaberkasten, um den magischen Zugangscode einzugeben….Kam der Kontakt nicht zustande, wurde sie unruhig“. Denn was ist der Mensch heutzutage, ohne Internetzugang, social media, Mails und Nachrichten aller Art?

Ganz eigen im Stil, intensiv und dicht zu lesen, eröffnet Hoppe ein Kaleidoskop an Eindrücken, die in ihrer schieren Masse schon beeindrucken, in ihrer sprachlichen Reflektion dann im Buch den Leser umgehend in den Bann schlagen. Wie gesagt, wenn man sich auf diesen besonderen Stil einlässt.

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Buchhandlung_am_Schaefersees avatar

Rezension zu "Hoppe" von Felicitas Hoppe

Purzelbäume im Kopf
Buchhandlung_am_Schaeferseevor 3 Jahren

Interessiert mich das Leben der Schriftstellerin Felicitas Hoppe?
 - Nein. Eigentlich nicht.
Und ist mir diese Person im Buch sympathisch?
 - Nein. Auch das nicht wirklich.
Aber eine Freundin hat mir dieses Buch geschenkt, also habe ich trotzdem angefangen zu lesen.

Ich wusste, dass es keine klassische Autobiographie, sondern ein mehrbödiges Spiel aus verschiedenen Fiktionen und Vorstellungen, aus dem die Wahrheit nicht zu extrahieren ist. Das konnte ich mir interessant vorstellen.

Also: Los ging's! Nach kurzen anfänglichen Schwierigkeiten war ich mittendrin in dieser wilden Welt der Felicitas Hoppe. Ob Kanada, USA, Hameln oder Australien - es war im Grunde egal, wo die Handlung sich abspielte, denn die äußere Handlung interessierte mich tatsächlich auch beim Lesen nicht sonderlich. Und trotzdem freute mich immer wieder unbändig auf das Weiterlesen, auf diese sprachlich so lebendige Welt, auf diese Vorstellungskraft, die so offensichtlich thematisiert wird und den Leser trotzdem so gefangen nimmt, dass man im Geist lauter Purzelbäume macht.

Wie macht die Autorin das?
 -Ich habe keine Ahnung. Aber ich bin begeistert!

Irgendwie verrückt das Ganze. Ein literarisches Spiel mit Leben und Wahrheit, das beim Lesen wahnsinnig viel Freude macht.

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W

Rezension zu "Hoppe" von Felicitas Hoppe

Rezension zu "Hoppe" von Felicitas Hoppe
WinfriedStanzickvor 6 Jahren

Wer hätte schon nicht einmal davon geträumt, sich seine eigenen Biographie zurechtzuschreiben, sein eigenes Leben so zu fantasieren, wie man es vielleicht gerne gehabt hätte oder in der Zukunft noch haben würde.
Die Schriftstellerin hat sich diesen Traum erfüllt und sogar noch ein erfolgreiches Buch daraus gemacht. In diesem erzählt sie auf eine witzige Art eine etwas skurrile Geschichte, in der sie permanent das Reale ihres eigenen Lebens als Felicitas Hoppe mit dem Fantastischen ihrer Traumfigur „Hoppe“ vermengt.

Beim Lesen dieser einander gereihten einzelnen Geschichten des jungen Mädchens Hoppe und ihrem Vater, mit dem sie um die halbe Welt fährt, muss man sich erst an einen besonderen Stil gewöhnen. Hat man sich aber erst einmal auf Felicitas Hoppes imaginäre Anderwelt eingelassen, begegnet einem die berührende Geschichte eines heranwachsenden Mädchens, die sich auf der einen Seite vertrauensvoll anlehnen möchte, auf der anderen Seite aber aufsässig und trotzig die Einsamkeit sucht.

Über dem ganzen Buch schwebt eine Patina von Melancholie. Ein Bedauern darüber, dass vor lauter Abschieden (die es in diesem Buch in großer Zahl gibt), dem Menschen ( jedenfalls bei Hoppe) eigentlich gar nicht möglich ist, so etwas hinzubekommen, wie mit seiner Existenz Wurzeln zu schlagen. Alles ist vergänglich, sogar die Dauer des Ruhms dieses Buches.

Aber für eine Schriftstellerin gibt ja immer die Möglichkeit, mit einem neuen Buch weitere Dimensionen menschlicher und eigener Existenz auszuloten. Das wird die mehrfach preisgekrönte Felicitas Hoppe mit Sicherheit bald tun.

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Felicitas Hoppe wurde am 22. Dezember 1960 in Hameln (Deutschland) geboren.

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von 1 Lesern aktuell gelesen

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