Dieses Buch war mal wieder ein Fall von „lese ich mal hier im Urlaub, weil ich gerade nichts Besseres zur Verfügung habe“. Und tatsächlich habe ich mich am Anfang etwas schwer getan, zum Glück bin ich jedoch am Ball geblieben und wurde mit einem in meinen Augen wunderbaren leisen Italien-Krimi belohnt.
Warum leise? Weil die Atmosphäre der Toskana, die beschriebenen Orte, Düfte, Landschaften, Restaurants und Spezialitäten auf eine einzigartige Weise miteinander verwoben sind. Bei der Flut sogenannter „Urlaubskrimis“, die häufig in Italien oder Südfrankreich spielen, verliert man leicht die Lust, wenn die Geschichten wie ein Reiseführer wirken und die Handlung nur gezwungenermaßen dort angesiedelt ist.
Hier ist einfach alles anders. Alles wirkt wie aus einem Guss, anders kann ich es nicht sagen. Das liegt sicher am schriftstellerischen Talent der Autorin. Auch die Dialoge zwischen den Hauptfiguren sind poetisch bis philosophisch gestaltet. Und was die Poesie betrifft – ein Faible für Dichtkunst kann beim Lesen dieses Buches nicht schaden, denn immer wieder werden Gedichte zitiert oder angedeutet.
Insgesamt bleibt für mich das Fazit: Das Buch liest sich einfach gut und man lässt sich auf die Charaktere sehr gerne ein!
Worum geht es?? Es ist der vierte Band einer Reihe um die Münchner Kommissarin Laura Gottberg. Sie wird von ihrem italienischen Kollegen Angelo Guerrini um Amtshilfe gebeten als ein deutscher Schriftsteller in der Nähe von Siena unter ungeklärten Umständen tot aufgefunden wird. Laura und Angelo kennen sich wohl aus einem Vorgängerband und sind nicht nur Kollegen...
Dass es sich bereits um den vierten Band einer Reihe handelt, stört beim Lesen nicht, da keine Vorkenntnisse nötig sind, um in die Geschichte einzutauchen.
Der Todesfall führt zu einigen weiteren Mordversuchen, die Aufklärung gestaltet sich einigermaßen zäh, aber da die Geschichte einfach so bildhaft und mit so angenehm gesetzten Worten in Szene gesetzt wurde liest man (jedenfalls ich) sehr gern einfach weiter und weiter...
Gut gefallen hat mir sowohl die Interaktion des „Liebespaars“ als auch die aufkeimende Freundschaft zwischen den beiden Vätern (Laura hat ihren Vater mit nach Italien genommen, der seit dem Tod seiner italienischen Frau Trübsal blies).
Ich war traurig zu erfahren, dass Felicitas Mayall bereits verstorben ist . Ich werde versuchen, noch einige andere Bände der Reihe zu lesen.
Für mich 5 * und eine eindeutige Leseempfehlung!


























