Felicitas Richter

 4.3 Sterne bei 12 Bewertungen
Felicitas Richter

Lebenslauf von Felicitas Richter

Wenn man als einziges Mädchen unter drei Brüdern aufwächst, muss man wohl recht hart im Nehmen sein. Meine Mutproben bestanden darin, vom Dach eines Schuppens oder über einen Bach zu springen oder auch mal Münzen auf die Bahngleise zu legen - damals gab es noch keine Münz-Press-Automaten an jedem Museum. Bei uns war immer etwas los. Aus diesem Grund war es wohl auch nie eine Frage, mit meinem besten Freund und Ehemann Kinder zu haben - inzwischen vier zwischen 9 und 17 Jahren. Ebenfalls klar war: ich liebe meinen Beruf als Dipl. Sozialpädagogin in der Erwachsenenbildung zu sehr, um mich zwischen Familie und Beruf entscheiden zu können. Ich habe also beides - manchmal ein Balance-Akt! Irgendwann habe ich kapiert: Ich kann nicht einfach so leben wie als Single und 300 % mehr leisten. Außerdem habe ich als Elternkursleiterin, Eltern-Medien-Beraterin, Coach schnell gemerkt: das geht allen berufstätigen Eltern so. Die Work-Life-Balance scheint fast überall zu versagen. Woran liegt's? Ich meine, das Konzept passt nicht und habe eins entwickelt, das besser passt: "simple present". Das lebe ich jeden Tag - mal mehr und mal weniger erfolgreich. Ansonsten bin ich Speakerin (neudeutsch: ich halte kurzweilige Vorträge fürs Business), Trainerin und Coach. Mit meiner lebhaften Familie lebe ich in der Nähe von Berlin am Rande der Märkischen Schweiz - habe es nur 100 m zum Naturpark, in dem ich einem meiner Leidenschaften, dem Nordic Walking, nachgehe. Ansonsten liebe ich gute Bücher, das Kino und selbst gemachten Chai Latte.

Alle Bücher von Felicitas Richter

Schluss mit dem Spagat

Schluss mit dem Spagat

 (12)
Erschienen am 23.03.2015

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Eva-Maria_Obermanns avatar

Rezension zu "Schluss mit dem Spagat" von Felicitas Richter

Kein Raum fürs Ich
Eva-Maria_Obermannvor 3 Jahren

Felicitas Richterin ist Mutter von vier Kindern und bringt Eltern bei, ihren Alltag so zu organisieren, dass sie nicht in die Stressfalle tappen und dabei noch Zeit für sich haben. In ihrem Buch hat sie nun einige Tipps aufgeschrieben. Dabei steigt sie immer mit einem guten Beispiel, oft auch aus ihrer eigenen Erfahrung, ein und verdeutlicht verschiedene Problematiken im Leben mit Kind, Beruf, Partnerschaft und Freizeit, die doch oft ähnlich klingen und im Grunde auch alle zum gleichen Ergebnis führen: Stress, Zeitnot, Hektik, schlechte Laune.

Schön ist, dass Felicitas Richter dabei nicht nur die Mütter anspricht, sondern gezielt von Eltern redet und auch hin und wieder die Väter in ihren Beispielen auftauchen. Elternschaft ist hier keine weibliche Angelegenheit, sondern eine menschliche. Gleiches gilt auch für die Probleme, die sie aufführt. Sie zeigt selbst an einer Stelle auf, dass nicht nur Eltern die Probleme von Stress, Überarbeitung, etc. kennen, sondern im Grunde die meisten Menschen im Alltag rotieren und ein bisschen Entschleunigung brauchen.

Ihre Tipps sind dabei eigentlich nur Kleinigkeiten, bei denen die größte Schwierigkeit ist, sie in den Alltag so zu integrieren, dass sie nicht einfach wieder geschluckt werden können. Und es sind wirklich gute Tipps. Ich kenne einige davon aus dem autogenen Training und vom Yoga, habe sie schon seit Jahren zu kleinen Ritualen gemacht und sehe sie als selbstverständlich an. Darum hat mir das Buch vor allem wieder einmal gezeigt, dass meine alltäglichen Methoden für andere eben nicht so selbstverständlich sind. Das hilft mir, den Blick zu schärfen und ein anderes Verständnis für meine Mitmenschen zu entwickeln.

Zum Anderen aber zeichnet das Buch so das Bild eines immer gelassenen Geschöpfs, das niemand aus der Bahn werfen kann. Dieses Weichzeichnen macht die Elternschaft, so wie Felicitas Richterin sie „lehrt“ zu etwas Übermenschlichem. Der Raum fürs absolute Chaos, für Wut und Streit, für ein Aufbrausen, nach dem wir uns wieder beruhigen können, fehlt mir. Doch ich bin überzeugt, dass er nötig ist. Erstens, weil uns alles „simple present“ nichts hilft, wenn wir damit alleine dastehen und weder Partner, Kinder noch andere Mitmenschen am gleichen Strang ziehen. Dann gibt es zwangsläufig Streit, der aus Missverstehen entsteht.

Und zweitens, weil das Leben keine gerade Linie ist, keine planbare Sache. Wenn ich immer nur durchatme und versuche, gelassen eine Sichtweise zu finden, mit der ich mich arrangieren kann, fehlt mir das ICH, die ureigene direkte Reaktion. Nach einem „Urschrei“ kann ich mich fassen und habe nicht das Gefühl, alles runter geschluckt zu haben. Und genau der Aspekt fehlt in dem Buch. Dass es uns erlaubt, uns nicht hinter einer Ruhe von „Kann man eben nicht ändern“ zu verstecken, sondern auch einmal aus der Haut zu fahren, um uns selbst zu erkennen. Eine Mischung aus Ruhe und Lärm finde ich viel effektiver.

Trotzdem habe ich mit Schluss mit dem Spagat ein Buch gefunden, dass ich zum Reinlesen und Durchprüfen vielen gestressten Mitmenschen in die Hand geben würde.

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Lesestunde_mit_Maries avatar

Rezension zu "Schluss mit dem Spagat" von Felicitas Richter

Stressfrei - eigentlich ganz einfach, aber …
Lesestunde_mit_Marievor 3 Jahren

Mit diesem Ratgeber hat Felicitas Richter ein recht praxisnahes Werk geschaffen, um vor allem Eltern, aber eigentlich auch sonst jedem stressgeplagten Zeitgenossen, die Besinnung auf sich selbst und den Moment nahe zu bringen.

Besonders gefallen haben mir die für jede Familie nachvollziehbaren, weil lebensnahen Beispielsituationen, die einen immer wieder aus dem Tritt, der Fassung oder einfach an den Rand der Verzweiflung bringen.

Wer die Doppelbelastung zwischen Beruf und Familie kennt, kann meist ein Lied davon singen, wie gestresst und ausgebrannt man sein kann, wie getrieben man sich fühlt. Immer wieder der Spagat zwischen Familie und Beruf. Dann Stress mit Kita, Schule und Partner. Hinzu kommen Kinderkrankheiten, Fortbildung und Krach mit Kollegen, Freunden, Verwandten. So hetzt man durch die (Kinder-)Jahre, die man doch eigentlich genießen sollte!

Felicitas Richter berichtet hier aus eigener Erfahrung und daher findet man sich hier sicher in vielen Beispielen wieder. Mir jedenfalls ging es so. Aus diesenErfahrungen hat sie ein recht einfaches – eben simples - Konzept entwickelt und nach der englischen Gegenwartsform benannt: SIMPLE PRESENT!

Eigentlich ist auch alles ganz einfach, wenn man den Überblick über alle Aufgaben hat und sich nicht alle Arbeit aufhalst, Abstand vom Perfektionismus nimmt und im hier und jetzt lebt, sprich present ist und den Augenblick achtet, erfährt und genießt. Wie man das schaffen kann, was sich so einfach anhört, aber gar nicht so „simpel“ in die Tat umzusetzen ist, lernt man Schritt für Schritt durch dieses Buch.

Manchmal fiel mir zwar die Abgrenzung zwischen den einzelnen Kapiteln schwer und ich hatte das Gefühl einiges schon einmal gelesen zu haben, aber vielleicht lag das auch daran, dass ich eben noch nicht simple present bin oder aber vielleicht war es auch Absicht der Autorin durch Penetration Wirkung zu erzielen.

Jedenfalls stelle ich fest, dass ich dort, wo ich bewusst Abstand vom Multitasking nehme und achtsamer mit meinem Umfeld und mir selber umgehe, ein klein wenig entschleunigt werde und am Ende sogar das Gefühl habe, mehr geleistet zu haben.

Fazit:
Toller Ratgeber mit einfachem Konzept, den man Stück für Stück lesen sollte. Eventuell hätte er sogar kompakter ausfallen können. Außerdem eine tolle Geschenkidee für alle stressgeplagten Freundinnen! Mein neues Motto: Sei SIMPLE PRESENT!

Kommentare: 1
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Kuhni77s avatar

Rezension zu "Schluss mit dem Spagat" von Felicitas Richter

ein toller Ratgeber der einen daran erinnert mehr an Sich zu denken
Kuhni77vor 3 Jahren

Ausschnitt Inhaltsangabe:

Mit »simple present« lernen Sie eine überzeugende Methode kennen, um der Multitaskingfalle zu entkommen und mitten im Stress gelassen zu bleiben: Versuchen Sie erst gar nicht, alle Lebensbereiche zu vereinen. Widmen Sie sich vielmehr immer nur einer Aufgabe, aber dieser voll und ganz. Indem Sie sich nicht mehr von den Anforderungen treiben lassen und sich verausgaben, gewinnen Sie Ihre Souveränität zurück. Wie Sie entscheiden, welche Aufgabe jetzt »dran« ist, und die notwendige Präsenz aufbauen, um nicht ständig an all das Unerledigte zu denken, zeigt Felicitas Richter in ihrem Ratgeber.

Meinung:

Ich war wirklich sehr gespannt auf das Buch und hoffte dass ich einige Tipps erhalte, die ich in unserem turbulenten Alltag umsetzen kann. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mir hat das Lesen, blättern und einfach nur darin stöbern immer wieder geholfen, an mich zu denken und einfach mal abzuschalten und einen Gang runter zu drehen. Wir leben viel zu sehr im Zeitdruck, hetzten von einem Termin zum anderen, wollen alles direkt und gleich erledigt haben und sind dann abends immer wieder enttäuscht nicht alles geschafft zu haben oder wieder keine Auszeit gehabt zu haben. Aber warum machen wir es uns so schwer? Warum können wir so wenig abgeben, stehen ständig unter Strom und wollen alles sofort erledigt haben? Ganz einfach: Weil wir viel zu oft denken „Das muss so sein!“

Das Buch hat mir immer wieder vor Augen gehalten, dass ich jeden Tag auch einmal an mich denke, mir bewusst eine Auszeit nehme und neue Energie/Kraft tanke. Einiges habe ich wieder im Familienalltag ins Leben gerufen, was wirklich gut funktioniert.

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Felicitas Richter wurde am 08. Oktober 1970 in Deutschland geboren.

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