Felix Bohr

 4,6 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor*in von Vor dem Untergang, Hitlers treues Volk und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Felix Bohr, geboren 1982 in Trier, studierte Geschichte und katholische Theologie in Berlin und Rom und promovierte in Göttingen über die bundesdeutsche »Kriegsverbrecherlobby«. Er ist seit 2012 für den SPIEGEL tätig, zunächst als Redakteur im Ressort Deutschland/Panorama und politischer Korrespondent in Baden-Württemberg, aktuell in der Leitung des Geschichte-Ressorts.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Vor dem Untergang (ISBN: 9783518475492)

Vor dem Untergang

(3)
Erscheint am 19.05.2026 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Felix Bohr

Cover des Buches Vor dem Untergang (ISBN: 9783518475492)

Vor dem Untergang

(3)
Erscheint am 19.05.2026
Cover des Buches Hitlers treues Volk (ISBN: 9783328114932)

Hitlers treues Volk

(2)
Erscheint am 13.01.2027
Cover des Buches Kriegsgefangene (ISBN: 9783421070128)

Kriegsgefangene

(1)
Erschienen am 26.04.2023
Cover des Buches Die Kriegsverbrecherlobby (ISBN: 9783518428405)

Die Kriegsverbrecherlobby

(1)
Erschienen am 04.10.2018
Cover des Buches Verlorene Heimat (ISBN: 9783421070401)

Verlorene Heimat

(1)
Erschienen am 20.11.2024

Neue Rezensionen zu Felix Bohr

Cover des Buches Vor dem Untergang (ISBN: 9783518475492)
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Rezension zu "Vor dem Untergang" von Felix Bohr

wsch
Der Alltag Hitlers, seiner Entourage, seines Terror-Regimes...

Der Alltag Hitlers, seiner Entourage, seines Terror-Regimes...

Hitler verbrachte mit wenige Tage dauernden Abwesenheiten zwischen dem 24.06.1941 und dem 20.11.1944 insgesamt mehr als 800 Tage in seiner Wolfsschanze. Wer nicht weiß, wo diese ganze zum Großteil verbunkerte, mit bis zu 7 Meter dicken Betondecken ausgestattete Anlage zu finden ist: im hinteren Buchdeckel ist eine Übersichtskarte, die in etwa die Region in Nord - Süd-Ausdehnung von Leningrad bis zur Krim, in West - Ost-Ausrichtung von Łódź bis Stalingrad abbildet. 

Die Ausdehnung, die Bestandteile, die jeweils unterschiedlich abgesicherten Sperrkreise werden im vorderen Buchdeckel dargestellt. 

Beides durchaus wichtig zu wissen, um sich hinsichtlich der sehr viel wichtigeren Informationen, die das Buch bietet, orientieren zu können.


Schon nach dem sehr umfangreichen Quellen- und Literaturverzeichnis nach zu urteilen, saugt sich Felix Bohr diese Infos nicht aus den Fingern. Alles, was er beschreibt, hält einer Überprüfung stand. Und der Autor beschreibt (endlich) des 'Führers' Alltag. Keine Entscheidungen oder besser gesagt in seinem Größenwahn getroffene Fehlentscheidungen. Keine Weltkriegsschlachten, keine Psychogramme von Himmler, Heydrich, Goebbels oder Göring. Sondern Hitlers Kriegsalltag. Vom späten Frühstück in der Mittagszeit bis zu den von ihm abgehaltenen Monologen, die sich bis in die frühen Morgenstunden hinziehen konnten.


Dass dabei der Alltag des 'Büro-Teams' von Hitler, beispielsweise seiner Sekretärin Traudel Junge, seiner Bediensteten, der Wachmannschaften zur Sprache kommen - keine Frage.


Der Autor warnt meines Erachtens absolut zu Recht davor, dass die gesprengten im Wald liegenden Beton-Überreste der Bunkeranlagen von zahlreichen völlig geschichtsvergessenen AfDlern als eine Art ‚Kultstätte‘ instrumentalisiert werden. Welche Schande für die deutsche Demokratie!


Was mich verblüfft hat: dem Autoren ist es gelungen, acht Original-Fotos zu finden, die den Wolfsschanzen-Alltag sehr gut verdeutlichen. In anderen Werken findet man, wenn überhaupt Bilder von den Auswirkungen, die die von Graf von Stauffenberg platzierte Bombe in der Wolfsschanze hinterlassen hat. Diese Fotos habe ich sonst keinem Werk, welches sich mit der Nazi-Diktatur befasst, gefunden.


Meines Erachtens sind die 243 Seiten absolut lesenswert! 

Denn sie beleuchten das, was sonst zum Großteil im Dunkeln bleibt: Hitlers Alltag.


Cover des Buches Hitlers treues Volk (ISBN: 9783421070456)
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Rezension zu "Hitlers treues Volk" von Felix Bohr

strickleserl
Dem Führer hinterher

Millionen Menschen wurden als Arbeitssklaven ausgebeutet und schließlich ermordet. Friedliche Nachbarländer wurden brutal überfallen und erobert. Christen verehrten einen menschlichen Führer statt Christus. Wer widersprach, riskierte sein Leben. Das Dritte Reich war eine Zeit schwersten Unrechts. Wie konnte ein ganzes Volk diesem Wahnsinn zustimmen?

 

Lange Zeit lautete die Antwort vieler Eltern und Großeltern: Wir haben davon nichts gewusst. Doch stimmt das auch? Schon früh wurden Juden öffentlich entrechtet, ausgegrenzt und verfolgt. Dennoch jubelte ein ganzes Land dem Mann zu, der für diese Politik stand. Warum?

 

Genau dieser Frage geht das Buch nach. In 24 Aufsätzen beleuchtet es unterschiedliche Aspekte der gesellschaftlichen Zustimmung zum Nationalsozialismus. Jeder Beitrag gleicht einem Puzzleteil – gemeinsam zeichnen sie das Bild eines Landes, das die NS-Ideologie begeistert aufnahm. Themen sind unter anderem die Stimmung in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg, die Wirtschaftskrise, antisemitische Einstellungen, das propagierte Gemeinschaftsgefühl, aber auch Bereiche wie Sport, Freizeit und Urlaub. Die faschistische Ideologie durchdrang alle Lebensbereiche, bot einfache Antworten und stiftete Sinn. Abschließend richtet das Buch den Blick auf die Gegenwart und stellt die beunruhigende Frage, ob sich Geschichte wiederholen könnte.

 

Die Beiträge sind leicht verständlich und in ihrem Stil an Zeitschriftenartikel angelehnt. Zahlreiche Bilder unterstützen und veranschaulichen den Text. Viele Kapitel stützen sich auf Tagebucheinträge und zeitgenössische Schriften aus den frühen Jahren des Dritten Reiches, was den dargestellten Meinungen besondere Authentizität verleiht. Auffällig ist, wie selten Zweifel oder Angst zum Ausdruck kommen: Stattdessen dominieren Begeisterung und Euphorie über das „neue“, vereinte Reich – ein Zukunftsprojekt, an dem angeblich alle teilhaben konnten. Alle zumindest, die den vorgegebenen Anforderungen entsprachen. Die anderen wurden aussortiert.

 

Fazit: Das Buch ist spannend, aufschlussreich und gut gestaltet. Die thematische Vielfalt deckt zahlreiche Lebensbereiche ab, und die Quellenverweise verleihen den Beiträgen hohe Glaubwürdigkeit. Sehr empfehlenswert – insbesondere für Leser, die sich für die deutsche Geschichte interessieren.

Cover des Buches Vor dem Untergang (ISBN: 9783518432181)
Buecherseele79s avatar

Rezension zu "Vor dem Untergang" von Felix Bohr

Buecherseele79
Hinter dicken Betonwänden

"Am Ende seiner Mission hatte Hitler mit seinem Volk den Kontinent in Trümmer gelegt. Die vom Wahnsinn und Fanatismus ihrer Zeit zeugenden Steinriesen im Görlitzer Forst sind jedoch mehr als solche." (Seite 243)

Felix Bohr hat eine unglaublich spannende und sehr intensive Reise in die "Wolfsschanze" geplant. Vielen mag der Begriff gar nichts mehr sagen, aber wir beginnen von vorne.

Aufenthaltsorte hatte Hitler einige, die Wolfsschanze war eine mitten im Wald, geschützt vor den Augen der Welt, bestens bewacht und nur sein engster Kreis hat sich hier regelmäßig aufgehalten bzw. mit Hitler getroffen.

Das Buch ist in unterschiedliche Themen unterteilt und alle sind auf ihre Weise interessant, eine bewegende Zeitreise und vom packenden Schreibstil auch immer zu verstehen und nachzuvollziehen.

Was kaum einer womöglich weiss, ist, dass Hitler zum Ende hin die meiste Zeit in der Wolfsschanze verbrachte. Hier war er vor den Augen des Volkes geschützt, hier hatten die Feinde keinen Zutritt, hier konnte er seinen Feldzug, seinen Krieg aus - und verbreiten.

Mit vielen Blickwinkeln erzählt Felix Bohr das gesundheitliche Abbauen des Führers, dass er die Öffentlichkeit scheute, dass der Mythos vom "Erlöser" aber aufrecht erhalten werden musste und alle in den Reihen von Hitler dies auch taten und such bemühten.

Die Memoiren der Anhänger fanden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Büchern ihr Publikum, natürlich wusste niemand von der Schoa, hier muss ich den Autor ausdrücklich loben, denn er setzt sich mit dem Geschriebenen der Anhänger und dem, was sie erlebten, ausführlich auseinander und deckt viele Ungereimtheiten sowie Schönreden auf.

Was wusste Hitler von der Judenverfolgung? Wer gab diese "in Auftrag"? Wer in seiner Nähe wusste auch davon? Wie lief ein Tag an Adolf Hitler seiner Seite ab?

Der Titel zum Buch ist vortrefflich formuliert denn zu dieser Zeit baute Hitler gesundheitlich, auch gerade mental, stark ab. Er sah überall Gespenster, wollte Realitäten nicht akzeptieren oder annehmen, seine Generäle litten unter seiner Führung.

Das Attentat von Stauffenberg wird in diesem Buch thematisiert, hat das kleine Leben in der Wolfsschanze durchgerüttelt. Und nochmals alles verstärkt und zum Endsieg gerufen.

Zum Ende waren dem Führer Volk und Militär absolut egal, ihn interessiere nur noch ein Sieg gegen die Alliierten. Das Vermächtnis der Wolfsschanze findet zum Abschluss noch großen Anklang da der Autor dieses Wort, diesen Ort mehr in das Gedächtnis rückt und klar macht-  dieses Wort, dieser Ort kann man sich nicht schönreden oder romantisieren. 

Ganz klar ein Buch was mehr Öffentlichkeit und mehr Bewusstsein braucht. 

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