Felix Bonke Die Tochter der Patientin

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Inhaltsangabe zu „Die Tochter der Patientin“ von Felix Bonke

Eigentlich hatte Niklas nicht vor, Arzt zu werden. Im harten Klinikalltag als Assistenzarzt droht er oft genug zu scheitern. Bis die Begegnung mit einer Patientin sein Leben verändert. Melanie Hoffmann leidet an einer unheilbaren Krankheit. Der junge Arzt und die Patientin fassen Vertrauen zueinander, für keinen der beiden eine uneigennützige Angelegenheit: Paulina, die Tochter der Patientin, gehört für Niklas zu den Frauen, die bisher außerhalb seiner Reichweite lagen. Für Melanie Hoffmann hingegen stellt Niklas einen letzten Versuch dar, das kaputte Verhältnis zu ihrer Tochter zu kitten. Denn Paulina wuchs ohne ihre Mutter in Chile auf. Und Melanie Hoffmann hütet ein dunkles Geheimnis aus der Zeit der chilenischen Diktatur. Je tiefer Niklas in die Familiengeschichte hineingezogen wird, desto mehr muss er sich entscheiden, zu welchem Menschen er selbst werden will.

Ein sehr langatmiger Start aber ab der Mitte ziemlich überraschend!

— Linatost
Linatost

Ein tolles Buch, welches die Frage stellt: Welche Wege im Leben gehen wir, weil wir es wollen und welche sind vom Schicksal vorherbstimmt!?

— YumikoChan28
YumikoChan28

Vielschichtig und ungewöhnlich

— Schnuck59
Schnuck59

Ein rundum perfektes Buch mit zwei Hauptpersonen, die komplex sind wie das echte Leben. Gefühlvoll, witzig, tiefgründig und gut recherchiert

— Thoronris
Thoronris

Die perfekte Mischung aus Familiengeheimnis, Ärztealltag und Liebesdrama! Spannend, manchmal etwas traurig, und abwechslungsreich.

— Lia48
Lia48

Eine geschichte mit sehr viel Details aus Krankenhausalltag

— marpije
marpije

Ein gelungener Roman über Zufälle, Gefühle, Begegnungen, Liebe und den Tod

— isabellepf
isabellepf

Insgesamt ein gelungener Roman!

— booksbybecca
booksbybecca

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  • Leserunde zu "Die Tochter der Patientin" von Felix Bonke

    Die Tochter der Patientin
    Felix_Bonke

    Felix_Bonke

    "Schon immer hegte ich diese eigentümliche Faszination für Frauen, über denen ein Schatten von Unglück liegt." Felix Bonke erzählt in seinem Debütroman Die Tochter der Patientin von Zufällen und Fügungen, von Liebe und Tod. Perfekt für alle Fans von Nick Hornby, Frank Goosen, oder Sven Regener. Leichtfüßig und gefühlvoll führt Felix Bonke den angehenden Assistenzarzt Niklas und Paulina, die widerspenstige Tochter aus gutem Hause, durch seinen Debütroman. Dank seines Insiderwissens eröffnet der Autor Lesern einen höchst interessanten und zugleich oft genug skurrilen Blick in den Wahnwitz eines großstädtischen Krankenhauses – der Roman wird damit auch zur Milieustudie. Von der dörflich-urbanen Atmosphäre Münchens aus erzählt Felix Bonke ein internationales Setting, das bis nach Chile reicht.Inhalt:Eigentlich hatte Niklas nicht vor, Arzt zu werden. Im harten Klinikalltag als Assistenzarzt droht er oft genug zu scheitern. Bis die Begegnung mit einer Patientin sein Leben verändert. Melanie Hoffmann leidet an einer unheilbaren Krankheit. Der junge Arzt und die todkranke Patientin fassen Vertrauen zueinander, für keinen der beiden eine uneigennützige Angelegenheit: Paulina, die Tochter der Patientin, gehört für Niklas zu den Frauen, die bisher außerhalb seiner Reichweite lagen. Für Melanie Hoffmann hingegen stellt Niklas einen letzten Versuch dar, das kaputte Verhältnis zu ihrer Tochter zu kitten. Denn Melanie Hoffmann hütet ein dunkles Geheimnis aus der Zeit der chilenischen Diktatur. Je tiefer Niklas in die Familiengeschichte hineingezogen wird, desto mehr muss er sich entscheiden, zu welchem Menschen er selbst werden will.Eine Leseprobe gibt es hier zum Herunterladen.Der Autor:Felix Bonke, Jahrgang 1979, ist Facharzt für Innere Medizin. Sechs Monate seines Studiums absolvierte er in Chile. Seit vielen Jahren ist er als Poetry Slammer, Lesebühnenautor und Literaturveranstalter aktiv. 2001 trat er erstmals auf dem größten, regelmäßig stattfindenden Poetry Slam Europas im Münchner Substanz auf. Bereits viermal nahm er als Vertreter Münchens an den deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften teil. Felix Bonke lebt in München und in Flintsbach am Inn.Felix Bonke auf Facebook: https://www.facebook.com/FelixBonkeAutor/Liebe Leserinnen und Leser,schön, dass ihr euch für die Leserunde zu meinem Buch "Die Tochter der Patientin" interessiert! Mein Verlag Hockebooks hat 20 Exemplare (wahlweise E-Book oder Print) zur Verlosung bereitgestellt. Wenn ihr Lust habt, Testleser zu werden, dann bewerbt euch jetzt, indem ihr kurz darlegt, welcher Aspekt der Geschichte euch am meisten interessiert. Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen und Eindrücke und freue mich riesig, die Hintergründe des Buches an dieser Stelle mit euch zu diskutieren.Viel Glück!Euer Felix Bonke→ Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur aktiven Teilnahme am Austausch in der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken.

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  • Ungeahnter Schwung in der Story

    Die Tochter der Patientin
    Linatost

    Linatost

    21. July 2017 um 16:43

    Zugegeben hab ich mich anfangs recht schwer mit dem Buch getan. Fast bis zur Hälfte des Buches hat es gedauert eh ich voll in der Story war. Direkt zu Anfang des Buches lernen wir Niklas und Paulina kennen. Niklas unser Protagonist hat gerade seine erste Stelle als Arzt angefangen. Noch völlig unbeholfen hangelt er sich von einen Tag zu dem anderen. Auch sonst ist sein Leben nicht gerade auf der Sonnenseite. Nach der Trennung von seiner Langzeitfreundin hat er als Single nicht wieder richtig Fuß fassen können. Gleich zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn lernt er die Patientin Melanie Hoffmann kennen, diese Patientin begleitet uns durch das restliche Buch. Anfangs lernen wir sie als Lebenslustig kennen, jemand der mit sich und der Welt im Reinen ist, einzig die Beziehung zu ihrer Tochter ist noch in Arbeit. Diese Tochter, Paulina, übt eine magische Anziehung auf unseren Protagonisten aus, der auch gleich versucht ihr näher zu kommen. Das ganze zieht sich nun aber doch sehr in die Länge. Mit einem kurzem Zwischenspiel die Ex zurück zu gewinnen, bis er dann doch wieder dazu kommt Paulina für sich gewinnen zu wollen. Nach der Hälfte des Buches wurde ich aber von der Handlung doch sehr überrascht! Wegen eines Zwangsurlaubs entschließt er sich Paulina in ihrer Heimat Chile zu besuchen und entdeckt dort die Wahre "Identität" und das "Doppelleben" von Melanie Hoffmann. Ab da an konnte mich das Buch durchaus begeistern. Leider zog es sich zum Schluss doch nochmal ein klein wenig in die Länge. Auch sprachlich fand ich das Buch etwas schwierig. An manchen Stellen wurden zu viele Worte verloren, ein bisschen Hemingway hätte hier gut getan. Der Autor hat es aber geschafft nie ins Kitschige abzudriften, was mich mit der Story wieder aussöhnt.

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  • Wie das Leben so spielt...

    Die Tochter der Patientin
    YumikoChan28

    YumikoChan28

    13. July 2017 um 15:41

    Ich, die mit Ärzten und Krankenhäusern im Allgemeinen mal so gar nichts anfangen kann, lacht sich ausgerechnet einen Roman an, in dem ein junger Assistenzarzt die Hauptrolle übernimmt. Aber der Debutroman Die Tochter der Patientin von Felix Bonke liefert nicht nur detailreiche Aspekte aus dem Krankenhausaltag, sondern auch Situationen aus dem täglichen Leben, setzt sich mit der Liebe und dem Tod auseinander und hält ein spannendes Familiengeheimnis parat. Und genau da sind wir dort angelangt, wo mein Leserherz höher schlägt.... Inhalt:Eigentlich hatte Niklas nicht vor, Arzt zu werden. Im harten Klinikalltag als Assistenzarzt droht er oft genug zu scheitern. Bis die Begegnung mit einer Patientin sein Leben verändert. Melanie Hoffmann leidet an einer unheilbaren Krankheit. Der junge Arzt und die Patientin fassen Vertrauen zueinander, für keinen der beiden eine uneigennützige Angelegenheit: Paulina, die Tochter der Patientin, gehört für Niklas zu den Frauen, die bisher außerhalb seiner Reichweite lagen. Für Melanie Hoffmann hingegen stellt Niklas einen letzten Versuch dar, das kaputte Verhältnis zu ihrer Tochter zu kitten. Denn Paulina wuchs ohne ihre Mutter in Chile auf. Und Melanie Hoffmann hütet ein dunkles Geheimnis aus der Zeit der chilenischen Diktatur. Je tiefer Niklas in die Familiengeschichte hineingezogen wird, desto mehr muss er sich entscheiden, zu welchem Menschen er selbst werden will... Die Hauptcharaktere: Dirk Niklas: Er ist der junge Assistensarzt, der anfänglich noch als sehr tolpatschig, aber dennoch liebenswert rüber kommt. Da er seinen richtigen Vornamen nicht mag, rufen seine Freunde und Kollegen ihm beim Nachnamen. Nicht wirklich wissend, was er eigentlich selbst vom Leben erwartet, ist er häufig überfordert in seinem Job. Erst zum Ende hin, wird ihm klar, was er wirklich will. Zu seiner Patientin Melanie Hoffmann, baut er ein sehr inniges Verhältnis auf.... Melanie Hoffmann:Melanie ist Patientin in dem Krankenhaus, in dem Niklas arbeitet und totkrank. Das Verhältnis zu ihrer Tochter Paulina ist nicht gerade das Beste. Das mag daran liegen, dass Melanie ein lang gehütetes Geheimnis hat... Paulina Hoffmann: Paulina ist die Tochter von Melanie und somit quasi die Namensgeberin des Romans. Sie ist in Chile geboren und dort aufgewachsen. Allein für ihr Studium kommt sie nach Hamburg. Als sie Niklas kennen lernt und auch noch oft danach, ist sie sehr sprunghaft und man weiß nicht immer, wie man sie einschätzen soll. Beschäftigt man sich aber eingehender mit ihr, kann man ihr Verhalten doch irgendwie verstehen. Martin Hoffmann: Martin ist der Exmann von Melanie und Paulinas Vater. In seiner Familie gab es nicht immer nur Harmonie. Er kümmerte sich zwar jahrelang um seine Tochter, aber auch sein Verhältnis zu seiner Tochter ist nicht gerade das Beste... Nacho: Nacho ist der Mitbewohner und beste Freund von Niklas. Er ist ein Draufgänger, gerade was Frauen angeht. Aber er hat das Herz am rechten Fleck und immer am richtigen Ort, wenn es darum geht Niklas aufzubauen.... Meine Meinung: Schon zu Anfang des Buches war ich total begeistert von dem Schreibstil, den Felix Bonke an den Tag legt. Authentisch und flüssig schafft er es die Geschichte trotz gemälichen Beginns voran zu bringen. Und auch, wenn ich die Handlung die ersten Achtzig Seiten nicht wirklich ernst nehmen konnte, so änderte sich das, je mehr ich vorankam und ich habe diesen Roman zunehmend gern gelesen. Auch die medizinischen Belange sind super recherchiert und man merkt, dass der Autor selbst Facharzt für Innere Medizin ist.Am Besten haben mir die Beschreibungen Chiles und auch der Handlungsstrang der dort spielte gefallen. Aber auch sonst konnte der Roman in vielerlei Hinsicht überzeugen. Die Protagonisten werden im Laufe der Geschichte immer glaubwürdiger und man schließt sie irgendwann ins Herz. Besonders Niklas war mir sehr sympathisch. (und das obwohl er Arzt ist) Von ihm würde ich mich 100 %-tig gerne behandeln lassen...Abschließend ist zu sagen, dass Die Tochter der Patientin ein super authentischer Roman ist, den ich absolut gerne gelesen habe.... Abschließendes Fazit: Ein tolles Buch, welches die Frage stellt, welche Wege wir im Leben gehen, weil wir es wollen und welche vom Schicksal vorbestimmt sind...

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  • Eine gelungene Mischung.

    Die Tochter der Patientin
    banditsandra

    banditsandra

    05. July 2017 um 23:53

    Felix Bonke ist ein wirklich schöner Debütroman gelungen. Was mir wirklich ausserordentlich gefallen hat, ist sein Schreibstil. Man ist total mittendrin und er ist überhaupt nicht platt. Es werden auch unangenehme Dinge thematisiert, Tod, Politik, Krankenhausalltag, ohne dabei zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommen. Man muss sagen er hat halt einfach genau beschrieben wie es ist. Die Protagonisten polarisieren. Und sowas finde ich super! Auch dürfen sich seine Charaktere entwickeln. Niklas z.B. ist mir mit seinem Selbstmitleid sehr auf die Nerven gegangen aber vielleicht auch weil man manche Situationen so gut nachempfinden kann. Aber er darf eine wunderbare Entwicklung hinlegen und am Ende habe ich ihn fast gemocht.Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten reinzukommen. Aber dann lies sich das Buch wirklich gut weglesen.Fazit: Nichsts seichtes aber auf jeden Fall interessant und Lesenswert.

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  • Die Unwägbarkeiten des Lebens

    Die Tochter der Patientin
    Schnuck59

    Schnuck59

    25. June 2017 um 18:42

    In seinem Debütroman „Die Tochter der Patientin“ schreibt Felix Bonke eine Geschichte rund um einen Assistenzarzt, seine todkranke Patientin und deren Tochter. Felix Bonke, geboren 1979, lebt in München und in Flintsbach am Inn, ist Facharzt für Innere Medizin und lebte während seines Studiums sechs Monate in Chile. Seit vielen Jahren ist er im literarischen Bereich aktiv. Der junge Assistenzarzt Niklas betreut die todkranke Patientin Melanie, zu der er ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Als er deren Tochter Paulina kennen lernt erfährt er immer mehr über deren nicht einfache Familienverhältnisse, bei denen die Zeit chilenischer Diktatur eine Rolle spielt. Der Schreibstil ist flüssig, aber auf seine Art ungewöhnlich. Der medizinische Hintergrund und die Kenntnisse von Chile des Autors werden deutlich. Die Geschichte entwickelt sich durch viele Einzelteile erst nach und nach zu einem Gesamtbild. Dies ist wohl auch der Bezug zum Coverbild. Die unterschiedlichen Charaktere sind gut ausgearbeitet. Die persönliche Entwicklung von Niklas wird deutlich. Die Persönlichkeitsstörung von Paulina ist gut herausgearbeitet. Die familiären Hintergründe, die Situationen im Krankenhausalltag und die politische Situation in Chile sind deutlich herausgestellt. Unwägbarkeiten mit Zufällen und Fügungen, Liebe und Tod, die das Leben interessanter machen, findet man in diesem Roman. 

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  • Eine mitreißende Charakterstudie

    Die Tochter der Patientin
    Thoronris

    Thoronris

    24. June 2017 um 15:18

    Ein Buch wie "Die Tochter der Patientin" lässt sich nicht so leicht rezensieren, zu viel passiert hier, zu viel müsste man besprechen. Felix Bonke vermittelt spannende Einsichten in den Alltag eines Krankenhaus-Arztes. Er arbeitet ein spannendes Stück chilenischer Geschichte auf. Er erzählt eine feurige Liebesgeschichte. Alles drei würde alleine schon genug Stoff für einen Roman hergeben, doch zusammen ergibt sich ein prächtiges Gemälde über die Irrungen und Wirrungen der Menschen, das seinesgleichen sucht. Ich werde hier also nur einen Aspekt behandeln, nämlich jenen, der mich in Romanen stets am meisten fasziniert: die Charaktere und ihre Entwicklung. So spannend der Klinikalltag auch beschrieben ist und so lehrreich die Ausführungen über Chile und Pinochet auch sind, es sind die Charaktere, die dieses Buch zu einem schimmernden Juwel machen. Der Ich-Erzähler Niklas, von Beruf Arzt ohne Leidenschaft, ist ein wahnsinnig durchschnittlicher Mann. Er wäre sterbenslangweilig, wenn er nicht eine atemberaubende Fähigkeit zur Selbstreflexion hätte. Vielleicht liegt es daran, dass er als Arzt oft einen kühlen Kopf bewahren muss, doch die Art, wie er sich selbst und sein Handeln von Außen betrachten kann, ist erstaunlich. Trotzdem - oder vielleicht sogar genau deswegen? - ist er seinen Emotionen hilflos ausgeliefert und taumelt beinahe willenlos durchs Leben. Er fühlt sich zu den schönen, aber traurigen Frauen hingezogen, was ich ihm nicht verübeln kann. Traurige Frauen waren schon in den Glanzzeiten Hollywoods vor bald 100 Jahren die faszinierendsten Geschöpfe. Er erliegt ihnen, weil er sie nicht durchschauen kann. Genau so eine Frau ist Paulina. Sie ist ein zutiefst unglücklicher Mensch, doch sie weigert sich, unglücklich zu sein. Sie hat in ihrer Kindheit herbe Verletzungen erfahren, die sie nie verarbeitet hat, so dass sie als junge Erwachsene vor allem eines will: rebellieren. Sie stilisiert sich selbst als Diva, als eine immer gut gelaunte, aber gleichzeitig launenhafte Frau, die unnahbar und nicht zu beeindrucken ist. Wenn sie dann doch einmal Tränen zeigt, hat sie ihre Umgebung sofort um den Finger gewickelt, weswegen sie gerne zu dieser Manipulation greift. Sie manipuliert alles und jeden und insbesondere Niklas. Paulina erscheint aus der Sicht von Niklas voller Gegensätze und irrational in ihrem Verhalten, doch wenn man darunter schaut und sich in ihre Situation versetzt, werden ihre Handlungen plötzlich klar und folgen einem offensichtlichen Muster. Es ist faszinierend zu sehen, wie Niklas gleichzeitig lernt, Paulina immer besser zu verstehen, und sie gleichzeitig immer wieder verstehen kann und will. Er erkennt ihre Manipulationen, doch auch er kann sich ihr nicht vollends entziehen. Denn er weiß, hinter all ihrer sorgfältig aufgebauten Fassade steckt eine verletzliche, aber trotzdem starke, interessante, kluge Frau, eine Frau, in die er sich verliebt und sie es sich zu lieben lohnt. Doch die Angst, dass Paulina immer öfter manipulativ und immer seltener ehrlich sein wird, hält ihn zurück. Umgekehrt ist auch Niklas für Paulina Segen und Fluch. Er verkörpert alles, wonach sie sich sehnt: Ehrlichkeit, Bodenständigkeit, Geborgenheit. Doch gerade, weil er ehrlich ist, lässt er nicht zu, dass sie ihn manipuliert - und damit ist er unbequem. Kann sie wirklich die Kraft und das Vertrauen aufbringen, sich auf einen derart unbequemen Menschen einzulassen? Sie fürchtet Ablehnung so sehr, dass es ihr schwer fällt, seine wiederholten Abfuhren zu verarbeiten und sich nicht verscheuchen zu lassen. Neben diesen beiden gibt es noch Nacho, den Mitbewohner von Niklas, der selbst mit seiner Vergangenheit zu hadern hat, aber eine gänzlich andere Strategie für die Bewältigung sucht. Paulinas Mutter Melanie, die mit Krebs als Patientin von Niklas die Geschichte überhaupt ins Rollen bringt und selbst so eine schillernde Person ist, dass neben ihr alle anderen zu verblassen drohen. Selbst die kleinste Nebenfigur erscheint so komplex und authentisch, dass man zu keiner Sekunde daran zweifelt, dass dies alle echte Personen sein könnten.  Fazit: In seinem Debüt-Roman "Die Tochter der Patientin" beweist Felix Bonke, dass er ein Meister des Erzählens ist. Nicht nur sein Schreibstil ist gleichzeitig amüsant und gefühlvoll, auch die Figuren, die er aufbaut und entwickelt, sind komplex und authentisch. Seine intime Charakterstudie baut er vor dem Hintergrund eines Arztromans, versehen mit Geschichtsstunde und Romantik, so geschickt auf, dass man gar nicht so recht mitbekommt, wie die Personen plötzlich zum Leben erwachen. Für mich ist dieser Roman das Highlight der ersten Hälfte 2017.

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  • Ein Buch zum Schmunzeln und ab und an auch zum Nachdenken

    Die Tochter der Patientin
    marreh

    marreh

    21. June 2017 um 18:24

    "Die Tochter der Patientin" von Felix Bonke erzählt die Geschichte eines jungen Arztes in München, der sich beruflich wie privat erst mal noch finden muss und dabei auf die Patientin Melanie Hoffmann und deren Familie trifft. Er begleitet sie als Arzt, aber mehr noch als Freund durch die letzten Wochen ihres Lebens und stieigt immer tiefer in ihre Vergangenheit ein, die ihn bis nach Chile führt. Er deckt Geheimnisse auf - und kommt auch Paulina, Melanies Tochter, immer näher.  Doch diese scheint alles andere als pflegeleicht zu sein.Ein klasse geschriebener Roman ,der tief hinter die Kulissen eines Krankenhauses blickt und auf der anderen Seite eine deutsch-chilenische Familiengeschichte beleuchtet: konservative Familienstrukturen und flammernder Widerstand gegen ein Unrechtsregime. Beides verbindet der Autor erstklassig. Aus Sicht von Niklas wird der Leser von Anfang bis Ende bestens unterhalten, nicht zuletzt auch aufgrund des so leicht wirkenden Erzählstils, der neben inhaltich doch auch bewegenden und tiefergehenden Themen, auch viel an Witz und Humor bereit hält. Eindeutige Leseempfehlung!

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  • Die perfekte Mischung aus Familiengeheimnis, Ärztealltag und Liebesdrama!

    Die Tochter der Patientin
    Lia48

    Lia48

    16. June 2017 um 02:54

    In "Die Tochter der Patientin" lernen wir den angehenden Assistenzarzt Dr. Niklas kennen. Dieser muss sich im Klinikalltag erst noch zurechtfinden. Sich vor Kollegen zu behaupten oder die Distanz zu Patienten zu wahren, fällt ihm noch sehr schwer. So kommt es eines Tages dazu, dass sich Arbeit und Privatleben anfangen zu überschneiden. Denn er begegnet Melanie Hoffmann, seiner tumorkranken Patientin. Niklas ist beeindruckt von deren Lebensenergie und Tatendrang. Er selbst weiß noch gar nicht so genau, was er mit seinem Leben überhaupt anfangen soll. Sein Studiengang war eher Glückssache und seine langjährige Beziehung ist mittlerweile in die Brüche gegangen. Niklas besucht Melanie immer öfter und erfährt nach und nach von einem gut gehüteten Familiengeheimnis. Als er Paulina, die Tochter Melanies kennenlernt, ist er angetan von deren Schönheit. Doch bald muss er feststellen, dass das Mutter-Tochter-Verhältnis zerrüttet ist und Paulinas Verhalten viele Rätsel verbirgt. Und ehe Niklas sich versieht, steckt er schon mitten im Chaos... Mir hat das Buch gut gefallen. Schon nach wenigen Sätzen, hatte ich mich an den Schreibstil gewöhnt und bin in der Geschichte angekommen. Dadurch, dass es viele Geschehnisse gab, blieb die Geschichte in Bewegung. Die verschiedenen Themen (z.B. Krankheit, Leben, Tod, Klinikalltag, Liebe, Familienverhältnisse...) und die verschiedenen Schauplätze (Klinik, zu Hause, Chile) machten die Geschichte interessant und ließen keine Langeweile aufkommen. Mein Kritikpunkt - falls man es so nennen kann - habe ich an den Charakteren. An Niklas hat mich gestört, dass er als Protagonist teilweise so voller Selbstmitleid und unsicher war. Sowie dass er seine Vorhaben nicht konsequent durchzog und immer wieder in die gleichen Verhaltensmuster zurückfiel. Da hätte ich ihn manchmal gerne gepackt und durchgeschüttelt! Paulinas Temperament und ihre Stimmungsschwankungen waren sehr anstrengend. Aber zur Geschichte haben sie gepasst. Insgesamt war es ein vielleicht etwas ungewöhnlicher aber interessanter Roman, dem ich 4 Sterne gebe. Für mich war es die perfekte Mischung aus Familiengeheimnis, Ärztealltag und Liebesdrama!

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  • Die Tochter der Patientin

    Die Tochter der Patientin
    marpije

    marpije

    15. June 2017 um 14:32

    Das Buch ist keine Liebesgeschichte, hier ist viel mehr von Bedeutung der schwirige Umgang mit der Tod, die Begnegungen mit Menschen und die Zufälle welche können das Leben ändern.Niklas, ein junge Assistenzarzt trifft in seinem Klinikalltag Melanie Hoffman, eine krebskranke Patientin, obwohl ihre Krankheit unheilbar ist, Melanie ist lebensfroh, optimistisch und fast immer gut gelaunt - zwischen sie und Niklas entsteht ein Band, der junge Arzt besucht sie oft und spricht mit sie viel über Vergangenheit und über ihre Tochter Paulina. Paulina zieht Niklas magnetisch an , er kennt sie nicht aber ist fasziniert von iihrerPersönlichkeit. Paulina und Niklas kommen sich immer näher, dank Melanie er erfährt über ihrer Tochter viel aus Kindheit, er weiß dass sie war ohne Mutter in Chile aufgewachsen und die Verhältnis zwischen ihnen nicht so gut ist. Niklas will helfen den beiden Frauen die Nähe finden und selber verliert sein Herz auf die sehr launische junge Frau...Das Buch ist erzählt aus Perspektive von Niklas, wir erfahren viel aus der Krankenhausalltag  und über der stressigen Beruf - zwischen Tod und Heilung , zwischen Patienten und ihren Familien. Hier neben den Hauptstrang ist viele kleine Nebengeschichten zu finden, die erzählen über die Krankheiten und über die Patienten, die haben mir sehr gut gefallen.Die Personen haben unterschiedliche Charakteren, die sind gut ausgebaut mit scharfen Riss und deutlichen Eigenschaften . Niklas und Melanie sind für mier die Sympathie Träger, ich habe sofort die wärme zu den beiden gespürt, anders war bei Paulina, ihre " Wildheit" und ihre Laune haben zwischen uns ein Mauer gebaut, ganz unsympathisch war mir Nach mit seinem Macho Lebenstil.Die Atmosphäre ist eher bedrückend, da kommen hier auch ein Paar fröchliche Momente, aber über die ganze Geschichte hat der Tod die dunkle und schwere Flügel ausgebreitet.Der Schreibstil ist flüssig aber braucht Zeit um sich auf ihn zu gewöhnen, am Anfang war mir das alles ein bisschen zäh, doch später die Geschichte hat ein Tempo noch bekommen.Sehr empfehlenswert für alle welche haben "Durst" auf Krankenhausgeschichten.

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  • Interessanter Roman mit einigen Längen

    Die Tochter der Patientin
    Hollysmum

    Hollysmum

    15. June 2017 um 09:36

    Dirk Niklas ist Assistenzarzt in einem Münchner Krankenhaus. Er steht noch relativ weit unten in der Hierarchie des Krankenhauses und kämpft noch mit den alltäglichen Dingen der Bürokratie und um Respekt bei seinen Vorgesetzten. Ebenfalls verarbeitet er die Trennung seiner langjährigen Freundin Anna. Stehts zur Seite steht im dabei sein Mitbewohner Nacho,mit Mal mehr, Mal weniger gut gemeinten Ratschlägen.Eines Tages lernt er die Tochter einer Tumorpatientin kennen und ist sofort völlig fasziniert von dieser wunderschönen Frau. Die beiden lernen sich näher kennen,doch auch zu der Mutter baut Niklas ein freundschaftliches Verhältnis auf. Das bringt ihn in Bedrängnis denn um seine Patientin steht es schlechter und die möchte auf jeden Fall verhindern das ihre Tochter das weiß.Immer tiefer taucht Niklas in die Geschichte der Familie ein die unzählige Geheimnisse birgt. Fazit: Ich habe mich recht schwer getan mit diesem Roman. Der Schreibstil ist intelligent und klar. Die Grundidee der Handlung ist gut aber die Protagonisten haben mich doch einiges an Nerven gekostet. Die Tochter ist eine richtige Dramaqueen, die anderen Leuten das Leben schwer macht. Niklas hängt oft in seiner selbstmitleidigen Phase fest was über mehrere Seiten ausgedehnt wird. Im Geiste habe ich oft die Augen verdreht. Alles in allem ist ein solider Roman der aber sicherlich etwas spritzigen und besser zu lesen wäre wenn man einige Passagen etwas kürzer gehalten hätte.

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  • Krankenhausalltag und Gefühlschaos

    Die Tochter der Patientin
    Siko71

    Siko71

    15. June 2017 um 09:11

    Der Einstieg in diesen Roman fiel mir am Anfang schwer. Der Schreibstil war erstmal gewöhnungsbedürftig - meiner Meinung nach. Aber nachdem ich dann weitergelesen habe wurde die Geschichte immer plausiebler.Dr. Dirk Niklas - Assistenzarzt, kommt mit einer Situation zusammen, die nicht jedem liegt. Er macht die Bekanntschaft mit Paulina Hoffmann, deren Mutter hat Krebs im Endstadium und versucht die Situation so gelassen wie möglich zu nehmen. Paulina allerdings ist mit der ganzen Situation überfordert und stürz von einem Gfühlsausbruch in den Nächsten. Niklas hat sich unterdessen mit der Mutter - Melanie Hoffmann - angefreundet und erfährt viel aus ihrer Vergangenheit.Ein Roman, der nicht nur eine Liebesaffäre beinhaltet - nein, er schreibt auch über weiter Schicksale in der Klinik. Und jedes einzelen Schicksal läßt den Leser nachdenken.  Ein Buch, in dem das ständige Auf und Ab im Leben sehr gut geschildert wird. Daher ist mir der Roman  3 Sterne wert.

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  • Gute Geschichte

    Die Tochter der Patientin
    Jule_liest

    Jule_liest

    14. June 2017 um 17:08

    Rezension zu „Die Tochter der Patientin“ von Felix BonkeMeinung:Zunächst habe ich nicht so gut in die Geschichte gefunden. Der Stil hat mich irritiert, ohne dass ich sagen kann, warum genau. Vielleicht weil er etwas anspruchsvoller ist und mich dazu die Figuren irritiert haben. Nach einigen Kapiteln hatte ich mich aber an den Stil gewöhnt und damit auch mehr Spaß am Lesen. Die Gespräche zwischen Paulina und Niklas haben mir zu Beginn sogar sehr gefallen, da die beiden so herrlich ironisch und sarkastisch miteinander gesprochen haben. Das wichtigste an diesem Roman sind wohl die Charaktere. Wie schon gesagt haben auch die mich zunächst irritiert. Niklas war mir sehr unsympathisch. Ich habe für so unsichere, sich selbst bemitleidende Charaktere einfach wenig über. Er hat zudem in seinem Beruf sehr inkompetent gewirkt, was wohl jeden Arzt unsympathisch macht. Außerdem fand ich die Art und Weise wie er sich Paulina genähert hat schon fast gruselig. So benimmt sich doch kein normaler Mann, der bei Verstand ist. Niklas entwickelt sich aber zum Glück in der Geschichte und so wurde er mir immer sympathischer.Bei Paulina war es ein größeres auf und ab. Zunächst mochte ich sie sehr, wobei der Leser nicht viel über sie erfährt. Dann fand ich ihre Launen sehr anstrengend. Zum Ende hin war ich aber auch mit ihr wieder versöhnt. Mit am interessantesten an der Geschichte ist sicherlich die Vergangenheit von Paulinas Mutter Melanie, der Patientin. Diesen Teil habe ich mit Spannung verfolgt und er hätte auch gern noch etwas ausführlicher sein dürfen. Wenn man sich erstmal an den Stil gewöhnt hat, ist der Roman gut zu lesen und aufgrund der Thematik definitiv mal etwas Anderes. Wer also die Krankenhausthematik sowie Chile mag und nicht vor Drama zurückschreckt, er sollte hier mal reinlesen.

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  • Der schmale Grad zwischen Leben und Tod

    Die Tochter der Patientin
    isabellepf

    isabellepf

    12. June 2017 um 19:42

    "Die Tochter der Patientin", ist ein gelungener Roman über Zufälle, Begegnungen, Gefühle und den unausweichlichen Tod, die den jungen Assistenzarzt Niklas Tag täglich begegnen, bis sich sein Leben jedoch ändert, als er die Tochter seiner todkranken Patientin kennen lernt, geschrieben von Felix Bonke.Der junge Niklas wohnt mit seinem Mitbewohner Nacho in einem Wohnheim im Norden von München und hatte eigentlich nicht vor jemals Arzt zu werden. Denn im harten Klinikalltag als Assistenzarzt droht er oft genug zu scheitern, und doch wagt er den Schritt und tritt seinen ersten Arbeitstag voller Eifer in einer Münchner Klinik an. Sein Leben ändert sich jedoch Schlagartig, mit der Begegnung einer Patientinnen und deren Tochter. Melanie Hoffmann leidet an einer unheilbaren Krankheit, und wird täglich von ihrer Tochter Paulina besucht, die es dem Arzt sichtlich angetan hat. Doch diese gehört für Niklas zu den Frauen, die bisher ausserhalb seiner Reichweite lagen. Für Melanie Hoffmann hingegen stellt Niklas einen letzten Versuch dar, das kaputte Verhältnis zu ihrer Tochter zu kitten. Der junge Arzt und seien Patientin fassen immer mehr Vertrauen zueinander und eine tiefe Verbundenheit und Freundschaft entsteht. Niklas erfährt, das Paulina ohne ihre Mutter in Chile aufgewachsen ist, und merkt schnell, das hinter Melanies Fassade ein dunkles Geheimnis aus der Zeit der chilenischen Diktatur schlummert. Doch die Familienumstände sind komplizierter als gedacht und je mehr Niklas hineingezogen wird, umso näher lernt er Paulina und ihre Art kennen. Er muss sich entscheiden, zu welchem Mensch er werden möchte und welche Chancen sie selbst haben. Doch um dies zu erfahren, müssen die beiden zuerst über sich hinauswachsen, und Gefühle, Fügungen und den Tod zulassen.  Sehr gut gefallen hat mir der locker, leichte Schreibstil des Autors, der den Leser abholt und in die Geschichte von Niklas, Melanie und Paulina eintauchen lässt. Zügig und flüssig gelangt man durch die Kapitel und merkt schnell, das der Autor selbst ein Facharzt für Innere Medizin ist, und ein breites Wissen in seinem Bereich vermitteln kann. Interessante Thesen und zahlreiche medizinische Fachbegriffe lassen den Roman authentisch wirken, sodass der Leser einen guten Einblick in den stressigen und hektischen Krankenhausalltages erhält. Nicht selten ist es ein schmaler Grad zwischen Leben und Tod, Gefühle und traurigen Umständen die ein Arzt täglich erlebt, die auch an Niklas Nerven zehren. Kennen gelernt habe ich Niklas, als einen etwas verschlossenen jungen Mann, der sich auf Frauen nach seiner gescheiterten Beziehung nicht einlassen kann. Doch nachdem er Melanie und Paulina kennen lernt, wächst er regelrecht über sich hinaus, kann Verantwortung tragen, Gefühle zeigen und selbstsicher hinter Entscheidungen stehen. Paulina hingegen, ist eine sehr temperamentvolle junge Frau, die durch das frühe Verlassen ihrer Mutter zu Beginn etwas verschlossen wirkte. Jedoch im Laufe der Geschichte ihr volles chilenisches Temperament entfachte, und dadurch nicht nur ihre Mitmenschen und Ärzte, sondern auch mich etwas mit ihrer selbstherrschenden und sprunghaften Art genervt hat. Eine sehr liebenswerte und nette Person war Melanie, die mir sehr ans Herz gewachsen und sypathisch war. Denn sie hatte durch ihre unbeschwerte Art zu Jeder Zeit versucht das Beste aus ihrem Leben und ihrer Krankheit zu machen. Als dann das vorhersehbare Ende nahte, war ich selbst emotional angeschlagen und habe mitgetrauert. Mir hat der Roman und die Geschichte von Melanie und Niklas den jungen Assistenzarzt sehr gut gefallen. Denn als Leser lernt man nicht nur einige medizinische Fachbegriffe kennen, sondern bekommt auch interessante Fakten über die politische Situation Chiles in den 70er und 80er Jahre vermittelt. Nur Paulinas Temperament war nicht immer ganz einfach zu ertragen. Ein lesenswerter und gelungener Roman über Gefühle, Zufälle, Begegnungen, Liebe und den Tod.

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  • -DIE TOCHTER DER PATIENTIN-

    Die Tochter der Patientin
    booksbybecca

    booksbybecca

    10. June 2017 um 20:54

    Titel: Die Tochter der PatientinAutor: Felix BonkeVerlag: hockebooksPreis: 12,99€ (Taschenbuch)Inhalt:Eigentlich hatte Niklas nicht vor, Arzt zu werden. Im harten Klinikalltag als Assistenzarzt droht er oft genug zu scheitern. Bis die Begegnung mit einer Patientin sein Leben verändert. Melanie Hoffmann leidet an einer unheilbaren Krankheit. Der junge Arzt und die Patientin fassen Vertrauen zueinander, für keinen der beiden eine uneigennützige Angelegenheit: Paulina, die Tochter der Patientin, gehört für Niklas zu den Frauen, die bisher außerhalb seiner Reichweite lagen. Für Melanie Hoffmann hingegen stellt Niklas einen letzten Versuch dar, das kaputte Verhältnis zu ihrer Tochter zu kitten. Denn Paulina wuchs ohne ihre Mutter in Chile auf. Und Melanie Hoffmann hütet ein dunkles Geheimnis aus der Zeit der chilenischen Diktatur. Je tiefer Niklas in die Familiengeschichte hineingezogen wird, desto mehr muss er sich entscheiden, zu welchem Menschen er selbst werden will. Meine Meinung...: ...zum Cover: Ich persönlich finde das Cover recht unspektakulär - das Design lässt zu wünschen übrig und wäre mir somit in der Buchhandlung höchstwahrscheinlich nie aufgefallen. Natürlich hat dies keinen Einfluss auf den Inhalt, doch wäre das Cover ein absoluter Blickfang, würden sicherlich mehr Leute auf das Buch aufmerksam werden. ...zum Schreibstil: Felix Bonkes Schreibstil ist überaus humorvoll, sodass ich oft beim Lesen lachen musste. Zudem baut er häufig medizinische Begriffe, oder spanische Wörter ein, wodurch deutlich wird, dass er Ahnung von beiden Bereichen hat. Insgesamt bin ich mehr als zufrieden mit seinem Schreibstil. ...zu den Protagonisten: Den Hauptprotagonisten und Ich-Erzähler Niklas, mochte ich wirklich gerne, und kam gut mit ihm zurecht. Seine Art war angenehm, dezent und insbesondere lustig. Paulina, die in der Handlung ebenfalls eine wichtige Rolle spielte, hat mich manchmal mit ihrer Unentschlossenheit und ihren Zickereien ein wenig verrückt gemacht, weshalb ich sie am liebsten erwürgt hätte. Doch schließlich braucht eine gute Geschichte einfach jemanden, der die Leser zum Kopfschütteln bringt. Melanie, die schwerkranke Patientin in der Handlung, konnte mich hingegen von Anfang an mit ihrer sympathischen Art überzeugen. ...zu der eigentlichen Handlung: Eigentlich konnte mich die Handlung wirklich begeistern, denn man erfuhr als Leser viele geheimnisvolle Dinge rund um Chile und dessen früheren Diktatur Pinochet. Auch die Patientenfälle, für die Niklas als Arzt zuständig war, waren höchst interessant und gut veranschaulicht. Doch ein Teil der Handlung hat mich gravierend gestört: die Liebesgeschichte. Ich möchte nichts vorwegnehmen, weshalb ich nur FOLGENDES dazu sage: Die Liebesbeziehung von Niklas zu einer anderen Figur hat mir leider gar nicht gefallen. Es herrschte ein ständiges Hin und Her, und zudem wurde Niklas von dieser gewissen Person schlecht behandelt. Die gemeinte Frau hat sich unmöglich aufgeführt und das große Opfer gespielt. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich den Teil der Handlung einfach weggelassen. Fazit: Auch wenn ich von der Liebesgeschichte ziemlich enttäuscht war, hat mir der größte Teil der Geschichte trotzdem enorm gut gefallen. "Die Tochter der Patientin" sollte auf jeden Fall von etlichen weiteren Personen gelesen werden und wird von mir sicherlich an viele weiterempfohlen. Somit bekommt das gute Stück 4/5 Sterne in der Bewertung!

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  • Arztroman mit Tiefe

    Die Tochter der Patientin
    maulwurf789

    maulwurf789

    07. June 2017 um 16:29

    "Die Tochter der Patientin" ist der Debütroman des Autors Felix Bonke um den jungen Assistenzarzt Niklas. Dieser hatte eigentlich gar nicht vor Arzt zu werden und droht nun oft im hektischen, betriebsamen Klinikalltag zu scheitern. Eines Tages ändert die Begegnung mit der todkranken Patientin Melanie Hoffmann jedoch alles. Die beiden fassen schnell Vertrauen zueinander, was sich für beide recht vorteilhaft auswirkt: Während Paulina, die Tochter Melanies, bisher für Niklas zu der Kategorie 'unerreichbare Frauen' gehörte, versucht Melanie nun ihrerseits das zerrüttete Verhältnis zu ihrer Tochter durch Niklas zu kitten. Denn Melanie hütet ein dunkles Geheimnis in ihrer Vergangenheit, aus der Zeit der chilenischen Diktatur. Niklas wird immer tiefer in die Familiengeschichte hineingezogen und muss sich schon selbst bald fragen, welcher Mensch er eigentlich ist bzw. sein möchte.Das Cover zeigt die aus vielen Puzzleteilen zusammengesetzte Silhouette einer jungen Frau, der Titel ist in schlichtem Schwarz wiedergegeben, sodass es im Endeffekt recht unscheinbar wirkt.Felix Bonke erzählt in einem lockeren, leichten Schreibstil die Geschichte rund um Niklas, Paulina und Melanie. Als Leser findet man sich schnell in die Handlung ein. Deutlich merkt man, dass Bonke sich als Facharzt für Innere Medizin in diesem Bereich sehr gut auskennt: Zahlreiche medizinische Fachbegriffe lassen den Roman authentisch wirken, geben dabei dem Leser jedoch nie das Gefühl etwas nicht zu verstehen. Man erhält einen guten Einblick in das Leben in einem großstädtischen Krankenhaus: Der hektische Betrieb sowie der schmale Grad zwischen Leben und Tod, Sterben und Lebenerhalten. Stück für Stück setzt sich die Geschichte aus vielen kleinen Puzzleteilen der Vergangenheit und Gegenwart zusammen - ein deutlicher Bezug zum Cover. Themen wie Krankheit, Liebe, Sterben, Fügungen und Zufälle spielen eine zentrale Rolle.Der Protagonist und Ich-Erzähler Niklas war mir von Anfang an sympatisch. Im Laufe der Handlung muss er sich immer wieder fragen, welcher Mensch er eigentlich ist bzw. zu welcher Person er werden möchte. Dabei wächst und reift er an seinen Selbstzweifeln.Paulina ist die Figur der widerspenstigen Tochter aus gutem Hause. Um ehrlich zu sein, wurde ich nie richtig mit ihr warm. Sie hat ihre ganz eigene Art, auch im Umgang mit ihren Mitmenschen. Melanie hingegen ist meine absolute Lieblingsfigur. Sie ist eine nette und fröhliche Person, hat ihr Herz am rechten Fleck. Beim Umgang mit ihrer Krankheit hat sie ihre ganz eigene Art, die ich sehr bewundere: Anstatt sich unterkriegen zu lassen, versucht sie noch so viel wie möglich aus ihrem Leben herauszuholen, erleidet dabei immer wieder Schicksalsschläge, die sie jedoch keineswegs bremsen. Hut ab!Schlussendlich kann ich nur sagen, dass mir dieses Buch wirklich gut gefallen hat. Definitiv kein klassischer Arztroman. Hier werden leichtfüßig und gefühlsvoll die Charaktere in all ihren Facetten und Eigenheiten beschrieben. Auch die politische Situation Chiles in den 70er und 80er Jahre rückt in den Vordergrund.Vier Sterne!

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