Felix Gasbarra

Alle Bücher von Felix Gasbarra

Cover des Buches Im Innern des Wals (ISBN: 9783257602470)

Im Innern des Wals

 (9)
Erschienen am 20.11.2012

Neue Rezensionen zu Felix Gasbarra

Cover des Buches Fünf Wochen im Ballon (ISBN: 9783257202410)Papiertiger17s avatar

Rezension zu "Fünf Wochen im Ballon" von Jules Verne

von Vorurteilen durchsetztes Abenteuer
Papiertiger17vor 3 Jahren

Eigentlich eine recht unterhaltsame Abenteuergeschichte, die jedoch durch ihren rassistischen Ton das Lesevergnügen erheblich schmälert. Die Einwohner Afrikas werden hier entweder als aggressive Wilde oder Kannibalen dargestellt. Schnell werden sie von den (europäischen) Hauptfiguren mit Affen verglichen oder mit der Flinte ohne Skrupel niedergestreckt. Schade, dass Jules Verne hier nur einen von Vorurteilen durchdrungenen Blick auf Afrikaner bedient.

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Fünf Wochen im Ballon (ISBN: 9783257202410)Stefan83s avatar

Rezension zu "Fünf Wochen im Ballon" von Jules Verne

Flug über den schwarzen Kontinent
Stefan83vor 11 Jahren

„Die Welt kennt sechs Kontinente: Europa, Afrika, Asien, Amerika, Australien und Jules Verne“, behauptete einst der französische Poet und Journalist Claude Roy. Und wenngleich diese Aussage geographisch nicht zu belegen ist, wird damit doch Vernes Stellenwert innerhalb der Weltliteratur äußerst treffend beschrieben. Nur wenige waren in ihrer Schriftstellerkarriere derart produktiv. Und noch weniger haben einer Epoche in solchem Maße einen Stempel aufgedrückt. Die Werke des in Amiens geborenen Franzosen haben bis heute nichts von ihrem Reiz verloren, verbinden weiterhin ganze Generationen. Bücher wie „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, „20.000 Meilen unter dem Meer“ oder „Reise um die Erde in 80 Tagen“ sind, nicht nur aufgrund der vielen Verfilmungen, zeitlose Klassiker. Weniger Aufmerksamkeit wird dagegen, zumindest im deutschsprachigen Raum, Vernes Debütwerk geschenkt, was insofern verwundert, da „Fünf Wochen im Ballon“ im Jahre 1863 den Boden für den späteren Erfolg des Autors bereitete. Entdeckt wurde Jules Verne damals von Pierre-Jules Hetzel, einem engagierten Jugendbuchverleger, der das Potenzial des Romans sofort erkannte und in seiner Begeisterung einen 20-Jahres-Vertrag mit dem jungen Talent abschloss. Der Beginn einer produktiven Partnerschaft, welche letztlich sogar 41 Jahre währte.

„Fünf Wochen im Ballon“ erzählt die Geschichte des visionären Dr. Samuel Fergusson, der vor der Königlich Geographischen Gesellschaft in London seinen Entschluss verkündet, Afrika per Gasballon von Ost nach West durchqueren zu wollen und dabei die Lage der seit Jahrtausenden geheimnisumwitterten Quellen des Nils zu ergründen. An der Seite des Abenteurers stehen sein treuer Diener Joe und (nach langer Überzeugungsarbeit zur Teilnahme überredet) sein schottischer Freund, der passionierte Jäger Dick Kennedy. Möglich wird diese Reise dank einer zusätzlichen Vorrichtung im Ballon, welche das Gas im Inneren erhitzt, um ein Aufsteigen zu ermöglichen. Durch Abkühlen des Gases wird wiederum ein Absinken bewirkt. Eine geniale Idee Fergussons, welche das Abwerfen von Ballast und das Ablassen von Wasserstoff überflüssig macht und ein derart ambitioniertes Unternehmen zumindest theoretisch erst möglich macht.

Nach längeren Vorbereitungen nimmt die Reise in Ballon auf der Insel Sansibar ihren Anfang. Von nun an treiben die drei Freunde quer über den schwarzen Kontinent, kämpfen gegen Stürme, Regengüsse, Fieber, abergläubische und böswillige Eingeborene, wilde Tiere, Hitze, Durst und Verzweiflung – angetrieben von ihrem unbändigen Willen, als gefeierte Entdecker in das Empire zurückzukehren …

„Fünf Wochen im Ballon“ ist dieser bestimmte Typus Abenteuerroman, dem man sich, trotz zahlreicher Überzeichnungen und teils fantastischer Behauptungen, einfach nicht entziehen kann, zumal Jules Verne der Spagat zwischen publikumswirksamer Erzählweise und (natur)wissenschaftlicher Belehrung immer gelingt. So visionär der französische Autor in seinen Ideen doch war – nie hat er den Pfad des Realismus gänzlich verlassen. Im Gegenteil: Jules Verne nahm den damaligen Wissenstand stets als Ausgangspunkt für seine Geschichten, welche er mit Fakten unterfütterte, ohne dabei den Leser zu ermüden. All das will ihm jedoch in seinem Erstlingswerk noch nicht so recht über die volle Distanz gelingen. Besonders in der ersten Hälfte wirken die vielen ausführlichen Beschreibungen von Gebirgszügen, Flussläufen und Waldformen wie eine Aneinanderreihung von Lexikaeinträgen und die Geschichte kommt, trotz zahlreicher Gefahrenmomente, einfach nicht in die Gänge. Das liegt unter anderem auch daran, dass das Aufeinandertreffen mit primitiven „Negerstämmen“ aus heutiger Sicht eher zum Schmunzeln als zum Mitzittern verführt.

Erst ab Mitte des Buches fügen sich die vielen Hintergrundinformationen über historische Afrika-Expeditionen oder geographische Details besser in die Handlung ein, kann der Leser ein wenig von der Faszination nachempfinden, welche der noch zum großen Teil unentdeckte schwarze Kontinent im 19. Jahrhundert auf die mitteleuropäischen Entdeckungsreisenden ausgeübt haben muss. Der Charme des Reiseabenteuers beginnt seine Wirkung zu entfalten, auch weil die Lage für die drei Gefährten zusehends prekärer wird und der Spannungsbogen dadurch deutlich nach oben zeigt. Die Diogenes-Ausgabe wartet zudem mit zahlreichen Illustrationen (Bildstiche aus der französischen Erstausgabe) auf, die einzelne Szenen der Reise bildlich hervorheben und anhand einer Karte die gewählte Route nachvollziehen lassen. Besonders letztere ist auch vonnöten, will man Fergussons Längen- und Breitengradangaben nicht mittels neben dem Buch platziertem Atlas enträtseln. Dabei würden einem wohl dann auch Vernes kritische Zwischentöne entgehen, welche für die damalige Zeit äußerst erstaunlich sind. So prangert er hier bereits (während auf der anderen Seite des großen Teichs der Sezessionskrieg gerade seinen Höhepunkt erreicht) die Gefahren der Verschwendung von natürlichen Ressourcen an und erkennt die Überlegenheit der Eingeborenen angesichts der Gnadenlosigkeit der absoluten Wildnis. Wo andere Zeitgenossen ein Loblied auf die Zivilisation und die Überlegenheit der Europäer gesungen haben, hält sich Jules Verne auffällig zurück.

„Fünf Wochen im Ballon“ war Vernes Durchbruch als Autor und bis zu seinem Tod nach „Reise um die Erde in 80 Tagen“ sein meistverkauftes Buch. Allein schon deshalb, sollte dieser Titel, über dessen durchaus vorhandene Schwächen ich letztlich gern hinweggesehen habe, in keiner Buchsammlung fehlen. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Titel aus dem beeindruckenden Gesamtwerk dieses großartigen Schriftstellers – mit ihm gibt es wahrlich ganze Kontinente zu entdecken.

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Im Innern des Wals (ISBN: 9783257202137)Hallogens avatar

Rezension zu "Im Innern des Wals" von George Orwell

Rezension zu "Im Innern des Wals" von George Orwell
Hallogenvor 13 Jahren

Da ich die Erzählungen schon aus den "Meistererzählungen" kannte, schreibe ich nur etwas zu den Essays, die mir deutlich missfallen haben. Es sind literarische Kampfschriften, in denen Orwell andere Autoren regelrecht diffamiert. Er unterstellt H. G. Wells fast schon eine Nähe zu Hitler, nur weil er ihn falsch einschätzte, und kritisiert Wells’ totalen Wissenschaftsglauben. Ähnlich ruppig beschreibt er Mark Twain als feige und ruhmsüchtig, als Hofnarren und dem Franzosen Anatole France weit unterlegen. Auch einen Nobelpreisträger verreißt er, kritisiert aber ausgerechnet hier (Rudyard Kipling) nicht ganz so scharf wie bei den anderen beiden Autoren. Kipling wirft er nur vor, dass er Protagonisten des Kolonialismus zu Helden mache, und ergötzt sich sonst eher an albernen Sarkasmen ("er ist ein guter schlechter Dichter", "kein Faschist, aber ein Präfaschist"), statt klare Worte zu finden.


Die Brillanz mit der zum Beispiel Umberto Eco einst die "James Bond"-Romane zerpflückte, erreicht er dabei nie, sondern wirkt eher wie ein Nestbeschmutzer, der einem jeden Spaß am Lesen nimmt, sich als Alleininstanz in der Bewertung von Literatur aufspielt. Ich habe danach ehrlich gesagt keine Lust mehr auf den Autor. Es mag alles stimmen, was er da schreibt, aber die Art und Weise ist billig und unwürdig, teils anbiedernd. Nur wegen der enthaltenen Erzählungen gibt es zwei Sterne.

Kommentieren0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks