JUGENDLICHE IN DER GROPIUSSTADT...
Ein heißer Sommer in der betonharten Gropiusstadt. Gino, Julius und Lukas kiffen, chillen, saufen, glotzen Mädchen hinterher. Bis Sanchez in ihr Leben tritt mit seiner charmanten und echt coolen Art. Er überredet die Jungs zu einem Einbruch. Sie ziehen das Ding völlig dilettantisch durch, aber es funktioniert. Nur wie vertickt man geklaute Computer, wenn man erst 15 ist und keine Hehlerkontakte hat? Sanchez macht eine Türken- Connection klar. Doch es kommt alles anders als geplant. (Verlagsbeschreibung)
Wenn ein Debütroman gleich verfilmt wird, dann muss er überzeugend sein... Stand-Up-Comedian Felix Lobrecht wuchs mit zwei Geschwistern bei seinem alleinerziehenden Vater in Berlin-Neukölln auf und schrieb darüber den autobiografisch inspirierten Coming-of-Age-Roman, der authentisch und schnörkellos die Abgründe einer Jugend im Prekariat aufzeigt. Die überzeugende Autorenlesung des (leider gekürzten) Hörbuchs (4 Stunden und 22 Minuten) macht das Ganze noch authentischer.
"Ich wünschte, ich hätte mir mehr ausdenken müssen." (F. Lobrecht)
Hier wird in schnellen Dialogen und in glaubhafter (und wenig zimperlicher, teils abstoßender) Jugendsprache eine Geschichte mitten aus der sozialen Realität der Häuserblocks erzählt, wo Gewalt und Langeweile den Alltag prägen. Der Witz kommt dabei allerdings auch nicht zu kurz. Die Charaktere werden im Verlauf zunehmend plastischer, man kann sie sich richtig gut vorstellen. Mögen muss man sie dabei ja nicht unbedingt. Es wird deutlich, wie schwierig es ist, in solch einem sozialen Umfeld aufzuwachsen und Wege zu finden, um sich zu behaupten oder auch nur zu überleben. Dealer, Gangs oder auch die eigenen Eltern - alles wird zur Bedrohung. Da einer Abwärtsspirale aus Gewalt, Alkohol und Drogen zu entkommen, gelingt bei weitem nicht jedem.
Das Ende des Romans war dann doch überraschend offen, was mich zunächst irritierte, dann aber nicht unpassend erschien. Alles in allem ein glaubhafter und durchaus auch interessanter Einblick in eine Welt, die man tatsächlich niemandem wünscht...
© Parden















