Felix Longolius

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen

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Ich mag mich irren

Ich mag mich irren

 (3)
Erschienen am 26.10.2017

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Rezension zu "Ich mag mich irren" von Felix Longolius

Ein Kopf voll mit einer ganzen Welt
Kunterbuntegruneweltvor einem Jahr

Felix Longolius´Erzählungen über den bisherigen Verlauf seines Lebens in und mit der Psychose, empfand ich als eine Mischung aus berührend und faszinierend. Stück für Stück setzt sich sein Krankheitsbild zusammen und auch für den Leser ist es manchmal schwer herauszufinden was real und was Wahnvorstellung ist.
Für mich war es sehr interessant zu sehen wie die Schizophrenie immer mehr ausartete, und für mich als nicht Betroffene, immer abstruser wurde. Leider waren manchmal ein paar Zeitsprünge drin, bei denen ich nicht richtig mit kam und oft innehalten musste.
An sich liest sich das Buch ganz gut durch, trotzdem habe ich für die guten 200 Seiten (In der eBook Version) fast eine Woche gebraucht und hatte teilweise das Gefühl seitentechnisch nicht mit dem Buch voran zukommen.
Es enthält unglaublich viel komprimierte Geschichte, mit tosenden Gefühlen und großer Verzweiflung. Schön ist vor allem, dass Felix Longolius, trotz viel negativer Gefühle, grund optimistisch bleibt. In seinen Psychosen trägt er immer maßgeblich dazu bei Demoktratie und Menschenrechte zu verbreiten und Kriege zu verhindern.
Ich wünsche Herrn Longolius viel Erfolg im weiteren Umgang mit seiner Psychose!
Empfehlen würde ich das Buch grundsätzlich allen, da ich es super interessant fand und es definitiv den Horizont erweitert

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Kaffeetasses avatar

Rezension zu "Ich mag mich irren" von Felix Longolius

Einblicke in das Leben mit Schizophrenie, eingehend und schonungslos
Kaffeetassevor einem Jahr

Psychische Erkrankungen sind oft eines: Verwirrend und für die Umwelt nur schwer nachvollziehbar, da sie so unlogisch erscheinen. Und so ist das auch mit der Schizophrenie, für einen gesunden Menschen ist diese Erkrankung absolut nicht greifbar, umso mutiger finde ich den Schritt von Felix Longolius seine Erkrankung zum Thema im vorliegenden Buch zu machen.

An manchen Stellen erscheinen seine Erzählungen amüsant und lustig, doch wenn man bedenkt, dass es für Felix "Realität" ist, was er denkt und wie er handelt, dann wird einem bewusst, wie tragisch und schonungslos seine Erkrankung ist. Was mit kleinen Episoden anfängt wird mit der Zeit immer mehr und immer schlimmer und so droht ihm sein Leben zu entgleiten. Er berichtet auch von seinem Aufenthalt in der Psychiatrie und nimmt dafür kein Blatt vor den Mut. Dafür mein größter Respekt.

Durch die schizophrenen Episoden wirkt die Erzählung manchmal etwas wirr, aber dennoch konnte ich immer gut folgen. Ich fand den Schreibstil sehr angenehm. Gleichzeitig fühlte ich manchmal wie ein sensationslüsterner Voyeur, gleichzeitig aber auch war ich schockiert.
Dieses Buch lässt mich mit vielen verschiedenen Gefühlen zurück, ich fand den Einblick in diese Erkrankung jedenfalls sehr gut!

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seschats avatar

Rezension zu "Ich mag mich irren" von Felix Longolius

Interessanter Erfahrungs- und Leidensbericht
seschatvor einem Jahr

Felix Longolius (*1980) lebt bis zu seinem 22. Lebensjahr ein normales, unauffälliges Leben in Hamburg, als bei ihm paranoide Schizophrenie diagnostiziert wird. Auf einmal beginnt er Stimmen zu hören, will die Welt retten und kommuniziert gar mit Außerirdischen. Was zuerst klingt wie ein schlechter Film, ist für Felix nun Wirklichkeit. Beruflicher Stress, ein zerrüttetes Verhältnis zu seiner Mutter und das Dauerkiffen setzen ihm zu, so stark, dass er eine Psychose nach der anderen durchlebt. Hierbei verschwimmen Wahn und Realität bis zur Unkenntlichkeit. Und die starken Psychopharmaka, die Felix einnehmen muss, tragen auch einen Teil zu Felix' schwankender Persönlichkeit bei. 

In diesem Buch legt der Patient Felix Longolius derart schonungslos ehrlich Zeugnis über seine Erkrankung und die damit einhergehende, verstörende Gedankenwelt ab, dass man als Leser viel Geduld und Ausdauer braucht, um die Lektüre nicht vorher abzubrechen. Ich habe mehrmals mit dem dargebotenen Stoff aus Biografie und abstrusen Gedankengängen gehadert, weil darin Felix' fließender Wandel zwischen realer Welt und Parallelwelt zum Tragen kam, aber schlussendlich hat mein Interesse am authentischen Erfahrungsbericht obsiegt. 

Es ist erstaunlich, dass der Autor mit seiner mehr als fragilen Konstitution es geschafft hat, seine Gedanken und Erlebnisse niederzuschreiben. Mithilfe der Co-Autorin Charlotte Krüger ist ihm dieses Kunststück gelungen, wovor der interessierte Leser nur seinen Hut ziehen kann. 

FAZIT
Unverstellter Einblick in die Welt eines an Schizophrenie erkrankten Patienten, der für den interessierten Laien einiges Wissenswertes wie Verstörendes bereithält. 

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