Felix Mertikat

 4.2 Sterne bei 22 Bewertungen

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Steam Noir - Das Kupferherz 1

Steam Noir - Das Kupferherz 1

 (15)
Erschienen am 01.10.2011
Jakob

Jakob

 (7)
Erschienen am 01.05.2010

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Rezension zu "Steam Noir - Das Kupferherz 1" von Felix Mertikat

Innovativer Steampunk aus deutschen Landen
Serkalowvor einem Jahr

Ein (für mich) gutes Comic muss ich immer mehrmals lesen. Beim ersten Mal nimmt mich die Geschichte so gefangen, dass ich relativ schnell über die Seiten fliege. Darum muss das Werk mindestens einen zweiten Durchgang bekommen, damit ich mich auf das konzentrieren kann, was das Comic vom Buch und vom Film unterscheidet. Seine graphische Ebene.

Im Moment lese ich alle 4 Bände der »Kupferherz«Geschichte aus diesem Grund noch einmal.
Die Geschichte, wird ohne zu Spoilern im Klappentext ausreichend genug dargestellt, man muss einfach nur verinnerlichen, dass es bei einem Vierteiler im ersten Band tatsächlich »nur« eine Einführung geben kann.

Diese Exposition ist aber mehr als gelungen.
Felix Mertikat, seines Zeichens der Comiczeichner, der lt. eigenen Angaben nie ein solcher werden wollte, hat hier wirklich Großes geleistet.

Man muss die Welt, die der Geschichte zugrunde liegt, nicht kennen. Es ist schön, dass Verena Klinke (die ab Band 2 auch die Story weiter schreibt) im Anhang eine Einführung gibt. Gebraucht hätte es dies nicht.

Optisch ist »Steam Noir« wirklich Steampunk vom Feinsten. Architektur, Kleidung und Fahrzeuge erinnern, ebenso wie das politsche System an das deutsche Kaiserreich. Gewürzt mit ein paar dampfbetriebenen KIs, den im Steampunk (warum eigentlich?) so beliebten im Äther schwebenden Schollen, auf denen sich die Kontinente befinden.
Dazu haben wir eine grundlegende apokalyptische Stimmung, die nicht aus dem industriellen Dampf, sondern hier aus der alle Jahre wieder erfolgenden Kollision mit der Toteninsel Vineta herrührt.
Dies führt zu Vermischungen von Menschen mit mechanischen Teilen, hier »Verzerrungen« genannt, und u.A. der kompletten Überflutung eines Stadtteils.

Auch wenn ich finde, dass Felix Mertikat mit Frauengesichtern einige Probleme hat, sie erscheinen mir oft zu steif, so ist er was Panelanordnung, Perspektiven und Detailreichtum anbelangt, ein ganz großer Künstler.
Allein die Idee, die einzelnen Bilder mir verschmierten, tintenklecksähnlichen, statt gerade gezogener Linien zu umrahmen ist fantastisch.
Sehr schön finde ich auch, dass die Geschichte den Zeichnungen genügend Raum gibt, so gibt es immer wieder große Einseiten oder Doppelseitenbilder gibt, die wenig Text enthalten aber den Ideenreichtum und den sehr feinen Strich von Felix Mertikat hervorheben.

Die, dem Setting geschuldete beklemmende, ja düstere Atmosphäre der Zeichnungen und der Farben, wird durch die Geschichte, speziell den Humor einiger Figuren und ihrer Dialoge angenehm gebrochen.

»Steam Noir« beweist vor allem Eins: Steampunk aus Deutschland, der nicht in einer Art viktorianischen England spielt, funktioniert. Das Verwenden von genretypischen Klischees kann zu einer innovativen Geschichte und einem grandiosen Weltenentwurf führen.

4 Sterne für einen vielversprechenden Beginn.

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JokerReviewss avatar

Rezension zu "Steam Noir - Das Kupferherz 1" von Felix Mertikat

Interessante Welt!
JokerReviewsvor 2 Jahren

Heute geht es mal um eine Comic-Reihe, die sicher nur eingefleischte Comic-Fans kennen dürften. Allerdings verdient diese Geschichte viel mehr Aufmerksamkeit, denn was die beiden deutschen "Erfinder" Felix Mertikat und Benjamin Schreuder hier kreiert haben, klingt nach dem ersten Band durchaus interessant. Zwar ist die gesamte Welt etwas komplex und am Anfang kam ich auch schwer in diese Geschichte rein, doch im späteren Verlauf wird vieles gut erklärt und die Geschichte wurde zunehmend interessanter.

Der Leonardsbund schickt ein dreiköpfiges Ermittlerteam zu einem Haus. Das Team besteht aus dem Bizzaromant Heinrich Lerchenwald, der Tatortermittlerin Frau D. und dem Maschinenmenschen Richard Hirschmann. In diesem Haus ist eine "Seele" eingedrungen und hat ganz schön Chaos angerichtet. Ein kleines totes Mädchen, welches hinter der Kaminwand lebendig eingemauert wurde, wurde anscheinend von der "Seele" mitgenommen. Auch die Vorbesitzer des Hauses verschwanden vor einigen Jahren. Nach einigen Recherchen findet Lerchenwald heraus, dass auch der Sohn der Vorbesitzer und die Adoptivtochter Lisa, die mit einem Kupferherz ausgestattet war, verschwunden sind. Doch auch andere Gestalten scheinen hinter dem Kupferherz her zu sein, denn Lerchenwald bekommt plötzlich unangenehmen Besuch vom Kalendarischen Orden.

Ich hatte anfangs ein wenig Probleme, um mich so richtig auf die Welt einzulassen. Man wird richtig ins kalte Wasser geworfen, ohne dabei genügend Hintergrundinformationen zu bekommen. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber an den Stil und der Comic wird von Seite zu Seite interessanter. Die Zeichnungen sind absolut skurril und die Atmosphäre war durchgehend düster. Mich hat dieser Zeichenstil sehr faszinierend und wir bekommen wirklich sehr skurrile Gestalten zu sehen. Die trostlose und kaputte Welt wird wirklich sehr gut dargestellt und besonders das Ende hat mich dazu verleitet, auch Band 2 irgendwann dranzunehmen.


Bei den Charakteren hatte ich so bisschen meine Schwierigkeiten. Zwar ist gerade das dreiköpfige Ermittlerteam sehr interessant, aber irgendwie fehlen dabei noch so die richtig markanten Typen, die lange in Erinnerung bleiben. Heinrich Lerchenwald steht deutlich im Mittelpunkt der Geschichte und der gesamte Plot ist auf ihn ausgerichtet. Seine Persönlichkeit hat mir schon mal sehr gut gefallen, allerdings wurde sein Charakter noch etwas zu wenig beleuchtet, als dass ich bereits jetzt schon eine Bindung zu ihm aufbauen konnte. Frau D. fand ich von den 3 Hauptfiguren am schwächsten. Sie wirkt momentan noch etwas belanglos, aber ich bin mir sicher, dass sie noch wichtig wird. Der für mich interessanteste Charakter war Richard Hirschmann, der für mich großes Potenzial hat und einen ganz besonderen Charakter, trotz seiner Erscheinung, hat.

Fazit : Der erste Band von Steam Noir - Das Kupferherz war ein sehr interessanter Einstieg, mit kleineren Schwächen. Da der Comic nur 4 Teile hat, bin ich wirklich gespannt wie diese Geschichte zu Ende geführt wird. Der Zeichenstil ist überragend und der düstere Stil spricht mich total an. Ich bin wirklich gespannt auf Band 2.

8,5/10



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SitataTirulalas avatar

Rezension zu "Steam Noir - Das Kupferherz 1" von Felix Mertikat

Steampunk vom Feinsten
SitataTirulalavor 3 Jahren

"Steam Noir: Das Kupferherz 1" war mein erster wirklicher Erwachsenen-Comic. Denn abgesehen von einigen vereinzelten Manga-Reihen und dem Lustigen Taschenbuch, das man bei gefühlt jedem auf dem Klo findet, bin ich eigentlich mehr ein Freund von Buchstaben als von Bildern. Aber als es mir zufällig in die Hände fiel, hat mich nicht nur das Titelbild total angesprochen, sondern auch der Klappentext.

Die Handlung spielt in einer zerstörten, zerrissenen Welt, deren Überreste als Schollen durch den Äther treiben. Eine davon ist die sogenannte Totenscholle "Vineta". Die Seelen Verstorbener gehen dorthin und sehen einander dort wieder. Doch in den "Blinden Tagen", einem Phänomen, das niemand ganz versteht, kehren etliche Seelen in die Welt der Lebenden zurück und richten dort immensen Schaden an. Der Leonardsbund, für den auch der Bizarromant Heinrich Lerchenwald arbeitet, bemüht sich darum, dieses Phänomen nicht nur zu erforschen und zu begreifen, sondern vor allen Dingen die Lebenden vor den Seelen zu schützen. Bislang wurden noch unbekannte Seelen registriert und in ein Ghetto umgesiedelt, wo sie niemandem schaden konnten. Doch mit der Entwicklung neuer Waffentechnologien zieht die obere Etage allmählich andere Saiten auf, mit denen Lerchenwald alles andere als einverstanden ist. Gleichzeitig muss er zusammen mit seiner Kollegin Frau D und ihrem Vorgesetzten Herr Hirschmann eine verschwundene Kinderleiche wiederfinden, in deren Brust sich angeblich ein Kupferherz befinden soll. Lerchenwald hat noch nie von so einer Gerätschaft gehört, doch plötzlich nimmt man ihn gehörig in die Mangel wegen dieses Kupferherzens. Was hat es damit auf sich?

Benjamin Schreuder und Felix Merikat entführen in eine wirklich düstere Welt. Neben den zurückkehrenden Seelen und den ganz normalen Menschen gibt es noch andere Bewohner Landsbergs. Solche Menschen zum Beispiel, die durch eine Krankheit oder einen Unfall Gliedmaßen verloren haben, die durch Maschinenteile ersetzt wurden. Oder gleich richtige Maschinenmänner, wie Herr Hirschmann einer ist. Alles wirkt trostlos und düster, aber auch durchaus faszinierend. Nach und nach wird man in diese Welt eingeführt, deckt beim Lesen hier und da Zusammenhänge auf und beginnt allmählich zu begreifen. Die Bilder, die die Geschichte begleiten, sind stimmungsvoll und haben mich persönlich sehr angesprochen. Ein Steampunk-Fan kommt eigentlich kaum daran vorbei, wenigstens einmal einen kleinen Blick nach Landsberg und in die Welt von Lerchenwald und Frau D zu werfen - vier wirklich gute Blümchen von mir!

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