Felix Römer

 4.3 Sterne bei 4 Bewertungen

Alle Bücher von Felix Römer

Kameraden

Kameraden

 (4)
Erschienen am 10.03.2014
Die narzisstische Volksgemeinschaft

Die narzisstische Volksgemeinschaft

 (0)
Erschienen am 24.05.2017

Neue Rezensionen zu Felix Römer

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Rezension zu "Kameraden" von Felix Römer

Einblicke in die Wehrmacht
Sokratesvor 6 Jahren

Amerikanische Verhörprotokolle ermöglichten es dem Autor Felix Römer zu erforschen, inwieweit deutsche Wehrmachtssoldaten ideologisch geprägt und im Krieg tatsächlich eingebunden waren, insbesondere hinsichtlich Kriegsverbrechen, persönlichem Engagement und dem Wissen um die nationalsozialistischen Großverbrechen (Holocaust etc.). Während noch andere Wissenschaftler sich auf die Verhörprotokolle der führenden Köpfe der Wehrmacht konzentriert hatten (vgl. Sönke Neitzel), ermöglichten es Felix Römer die immensen Protokollberge, das intellektuelle „Innenleben“ der Wehrmachtssoldaten auszuloten. Herausgekommen ist eine sehr lebhafte und anspruchsvolle Darstellung von Ursache-Wirkungs-Beziehungen, die in gleicher oder leicht variierender Art und Weise bereits Kollegen wie Sönke Neitzel oder Harald Welzer festgestellt haben. Der Krieg veränderte nicht nur die Persönlichkeit der Soldaten, sondern eben auch ihre Denk- und Referenzrahmen, in denen sie ihr eigenes und das Verhalten der Truppe bewerteten. Recht und Unrecht wurde zum Teil neu definiert, die Bewertungsregeln verschoben sich, Rechtfertigungen fanden sich. Loyalität gegenüber der Truppe und dem Führer wurde hochgehalten. Vom Holocaust wussten viele, zum Teil verurteilten sie die Ereignisse auch. Massenerschießungen im Osten waren bekannt; diejenigen, die an den Erschießungskommandos mitwirkten, reflektierten nicht unbedingt kritisch darüber. Die Loyalität im praktischen wie intellektuellen Sinne war bei sehr vielen Soldaten sehr stark ausgeprägt. Das Buch komplettiert insoweit eine mittlerweile breite Forschungsliteratur über die Motivationslagen der Wehrmachtssoldaten. Deutlich wird einmal mehr, wie willig und loyal doch Soldaten im Krieg werden (können) und wie wichtig es daher ist, einerseits Krieg zu verhindern, aber andererseits auch, ethische Maximen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Krieg und Diktatur zu verhindern helfen.

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Gespräche aus der Community

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FelixRoemers avatar

Liebe BücherfreundInnen,

ich möchte euch gern zu einer Leserunde für mein literarisches Debüt einladen.

Zunächst ein paar Worte zu mir, damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt: Ich stehe seit fünfzehn Jahren als Poetry Slammer auf der Bühne, 2006 war ich deutscher Vize-Meister, 2007 Meister im Team-Wettbewerb. Eine lange Zeit, die nun aus meiner Sicht reif war, um meine Gedichte in die Buchform zu bringen. Der Berliner Satyr Verlag gibt nun meine Lyrik unter dem treffenden Titel „Verhinderter Held. Mach doch! Aber wenn nicht, halt die Fresse“ heraus.

Den Buchteaser könnt ihr euch hier anschauen:

www.vimeo.com/134238341

Auf Facebook findet ihr mich:

www.facebook.com/slamrockfelixroemer/

In meinen Gedichten geht es um die Leidenschaften, die das Leben manchmal köstlich, manchmal schwer, immer aber liebenswert machen. Und um die verpassten Gelegenheiten, die Missverständnisse, um nicht ausgesprochene Worte – man könnte sagen um das, was uns vorantreibt und in die Irre führt, was uns daran hindert, die Helden zu sein, die wir gern wären. Meine Poesie mag für manche stellenweise heftig sein, aber so ist das Leben oft auch. In Schreib- und Performanceworkshops arbeite ich mit bildungsfernen und straffällig gewordenen Menschen, genauso wie mit Managern aus der Wirtschaft. Schreiben ist meine Art aus verpassten Chancen Gutes entstehen zu lassen.

Mein Verlag schreibt über das Buch: „Kaum ein anderer Bühnenpoet schafft den Spagat zwischen Unterhaltung und Ernsthaftigkeit so gut wie Felix Römer. Auf der Bühne besticht er durch seine markante Stimme, seinen Humor und seine Leidenschaft. In seinen Texten treffen sich Pathos und Melancholie, Ernst und Komik, analytischer Scharfsinn und bissige Pointen.
Er reimt und erzählt über das Leben als Poet, über Punkrock, verhinderte Helden, Fleisch als Metapher und immer über die Liebe zum Leben. Felix Römers Texte lassen niemanden kalt, sie sind eindringliche Poesie mit Durchschlagskraft.“

Ich möchte euch noch zwei Eindrücke präsentieren, damit ihr wisst, was euch erwartet:

Du sagtest,
du habest mir deine Liebe in die Hand gelegt
gleich einer kleinen Blume
und ich habe sie verdursten lassen.
Das stimmt so nicht!
Du hast mir
deine Liebe ins Gesicht geworfen
gleich einem rohen Stück Fleisch
und da ist sie dann verwest.

***

Ich frage mich, warum ich nichts gelernt habe aus all dem Scheiß, warum ich morgens immer noch ein Quietschen im Atem habe, das sich anhört wie ein altes Windrad, warum ich immer noch ausschließlich Kaffee und Kippen frühstücke und warum ich immer noch rumhure, als gäbe es keine Liebe. Trotz der Kinder und trotz des Krebses; seltsam, dass man sich dadurch nicht von selber ändert.

Jetzt freue ich mich auf eure Bewerbungen und den Austausch mit euch. Während wir auf die Bücher warten könnten wir gern über verpasste Gelegenheiten sprechen. Wo seid ihr verhinderte Helden gewesen und was hat euch im Weg gestanden? Ebenso gern können wir uns über Poetry Slam unterhalten. Eure Fragen sind mir auch herzlich willkommen!


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