„Musik über den Wassern“ von Felix Söring.
Der Autor entführt die Leser:innen in ein düsteres, dystopisches Hamburg. 🌆 Nach einem zweijährigen Koma erwacht Erik Pohlmann in einer Welt, die er nicht wiedererkennt: Die Straßen sind leer, die Stadt zerstört, eine Pandemie hat fast alle ausgelöscht. Was folgt, ist ein Überlebenskampf – physisch und psychologisch. Und welche Menschen kennt er und wird er wiedererkennen?
Die Idee, Erik in diese anarchische Welt zu versetzen, ist packend. Durch eine Amnesie und die daraus folgende Orientierungslosigkeit von Erik, tauchen wir selbst in die postapokalyptische Realität ein. Das zerstörte Hamburg ist atmosphärisch dicht beschrieben und wirkt wie ein düsteres Mahnmal. 💥🏚️
Der Roman behandelt große Themen: Identität, Familie, Liebe und den Zerfall der Gesellschaft. Die Frage „Wer bin ich?“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Dies verleiht dem Buch emotionale Tiefe, die weit über typische Dystopien hinausgeht.
Stilistisch ist der Roman stark und schafft eine intensive Atmosphäre. 🌫️ Allerdings verliert der Spannungsbogen zwischendurch etwas an Dynamik – einige Passagen könnten straffer erzählt sein. Dennoch fesselt die Geschichte mit ihren lebendigen Charakteren und der ungewöhnlichen Thematik.
„Musik über den Wassern“ regt zum Nachdenken über die Zerbrechlichkeit von Gesellschaft und Identität an. Ein gutes Werk mit origineller Idee und starker Bildsprache
Felix Söring

Lebenslauf
Felix Söring, geboren 1967 in Hamburg, arbeitete nach seinem Studium der Betriebswirtschaft und Soziologie für verschiedene Großunternehmen als Führungskraft. Daneben betrieb er ein Tonstudio in Hamburg, in welchem zahlreiche Musikproduktionen entstanden. Als freier Musikjournalist schrieb Söring für diverse Zeitungen und Zeitschriften. Inzwischen arbeitet er als Berufsschullehrer. 1999 erschien sein Kinderroman »Wammeltin Wammel - Abenteuer eines Bergmonsters«, 2014 der autobiographische Romanbericht »Penne auf Herz!«. Für seinen Roman »Auf deinem Mond ein Feigenbaum« wurde er 2019 für den Deutschen Selfpublishing-Preis nominiert. Anfang 2025 ist sein dystopischer Thriller »Musik über den Wassern« erschienen. Felix Söring lebt in einer bunten Patchwork-Familie in Hamburg.
Alle Bücher von Felix Söring
Auf deinem Mond ein Feigenbaum
Auf deinem Mond ein Feigenbaum
Musik über den Wassern
Musik über den Wassern
Neue Rezensionen zu Felix Söring
Nach zwei Jahren im Koma erwacht Erik Pohlmann. Für die Ärzte ein Wunder, für Erik Pohlmann ein Schock - sein Leben vor dem Koma ist wie ausradiert. Und vom Klinikpersonal erhält er kaum Auskunft. Eine Pandemie war im Gange, als Erik ins Koma fiel. Auf eigene Faust versucht Erik draussen sein früheres Leben wiederzufinden und wacht in einer neuen Welt auf...
"Ohnehin fühlte er sich die meiste Zeit wie ein durchs Weltall treibender Astronaut - Lichtjahre von der Erde entfernt. Es gab kein Oben und kein Unten, nur ein ständiges Rotieren, in welchem sich Fiktion und Wirklichkeit zu einem zähen Brei aus vagen Vermutungen vermischten." (Seite 194/195)
"Musik über den Wassern" ist ein spannender und bewegender Roman der sich mit Gedächtnisverlust und einer neuen Weltordnung auseinandersetzt.
Der Schreibstil ist spannend, sehr düster, mit Wissenslücken die mit zusammen mit Erik Pohlmann zu ergründen versucht. An sich zwei Themen die sich perfekt hier ergänzen und einen tollen Roman ergeben.
Nach zwei Jahren Koma erwacht Erik Pohlmann. Und zu Beginn weiss weder er noch die Leserschaft wie lange er im Koma lag. Dann fällt auf dass Erik kaum Erinnerungen an sein voriges Leben hat. Geduld ist das Gebot der Stunde, aber im Krankenhaus erfährt Erik gar nichts.
Kleine Rückblicke und das Aufblitzen von Erinnerungen gibt es, aber in wie weit kann man diesen trauen?
Erik nimmt sein Leben selbst in die Hand und haut aus dem Klinikum ab...und plötzlich stehen wir, zusammen mit Erik, in einer ganz neuen Welt. Hamburg und seine bekannten Stadtteile sind nicht wieder zu erkennen, die Pandemie hat schlimmer gewütet, mit schlimmsten Ausmaßen, die man erstmal begreifen muss. Und ich denke dass der Autor nicht viel Fiktion hier hinzufügen musste, denn so würde es womöglich in Deutschland ablaufen.
Mit Erik versuchen wir in dieser neuen Welt klar zu kommen, aber wenn man selbst nicht weiß wer man war, jetzt ist, dann sind alle neuen Bilder und Ereignisse überfordernd. Aber ein bisschen kann sich Erik auf sein Gedächtnis verlassen und mit der Zeit erfahren wir sind bisschen mehr.
Interessant wird es als Erik seine Mutter im Altersheim aufsucht um mit ihr über sich zu reden, was in den letzten zwei Jahren passiert ist, was er für ein Mensch war/ist. An hier nimmt die Geschichte nochmals Fahrt auf mit Wendungen, Entdeckungen und Beziehungen festigen/aufbauen - aber dazu möchte ich nicht mehr sagen.
Der Autor führt uns in eine Welt die komplett zerlegt wurde, Grundgesetze oder ein normaler Ablauf ist nicht mehr gegeben. Ein wirklich düsteres und erdrückendes Bild über Ungerechtigkeit, Verlassen worden sein, dem Schicksal überlassen. Und vielleicht eine kleine Warnung was wir glauben wollen und ob diese Entscheidung sinnvoll für alle ist...
Was mich sehr berührt hat, immer freut - der Titel des Buches findet man auch in der Geschichte wieder, das war einfach schön.
Ein Roman der zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit bangt auf der Suche nach sich selbst in einer von einer Pandemie geplagten Welt. Nicht für jedes Gemüt etwas, aber auf jeden Fall absolut lesenswert.
Inhalt
Jan und Carmela führen eine deutsch-italienische Ehe. Ihr größter Schatz ist ihre gemeinsame Tochter Matilda. Doch dann erkrankt Carmela unheilbar an Krebs und verstirbt. Für Vater und Tochter bricht die Welt zusammen. Doch anstatt gemeinsam diese Krise zu bewältigen, bewegen sie sich auseinander und finden nicht mehr in den normalen Alltag zurück. Nach einigen Monaten bekommen sie einen Brief aus der Toskana - von Carmela.
Nun beginnt eine alles verändernde Abenteuerreise.
Meine Meinung
Bereits ab der ersten Seite faszinierte mich der einzigartige Schreibstil. Felix Söring bewegt sich auf sprachlich hohem Niveau und verwendet viele Fremdwörter. Obwohl ich das eine oder andere googeln musste (auch wenn sich der Sinn aus dem Satz ergab), war dieses Wortspiel für mich ein absoluter Lesegenuss! Sein Schreibstil ist weiters sehr bildgewaltig und intensiv. Absolute Aufmerksamkeit und bewusstes genießen sind notwendig.
Jan und Matilda sind die Haupt-Protagonisten. Durch ihre Erinnerungen lernen wir auch Carmela sehr genau kennen. Alle Personen sind einzigartig und werden realistisch und authentisch beschrieben. Selbst die Nebenfiguren sind lebensecht und standen mir bei ihrem jeweiligen Auftreten vor Augen.
Die Geschichte handelt nicht von einer typischen Abenteuerreise, auch wenn man einen Einblick in verschiedene italienische Orte bzw die italienische Kultur bekommt. Vielmehr spielen Mechanismen der Trauerverarbeitung und -bewältigung eine große Rolle. Jede Entwicklung der Charaktere in diesem Prozess ist nachvollziehbar.
Fazit
Ein absolut empfehlenswertes Buch, das noch lange in mir nachklingen wird! Für mich mein neues Lieblingsbuch!
Sprachlich einzigartig, emotional sehr berührend und mit einer sehr intensiven Geschichte in die man zunehmend vollständig eintaucht. Ich bin zutiefst beeindruckt und begeistert von diesem literarischen Meisterwerk.
Gespräche aus der Community
Anlässlich meiner Nominierung zum Deutschen Selfpublishing-Preis 2019, möchte ich gerne mit Euch über mein Buch ins Gespräch kommen.
Das Ende finde ich wundervoll gelungen. Das letzte Kapitel hat sich für mein Gefühl etwas gedehnt bevor es dann zuletzt zu einem rührenden Abschluss der Reise führte.
Mehr von diesen Emotionen hätte ich mir die gesamte Geschichte über gewünscht.
Zusätzliche Informationen
Felix Söring wurde am 12. Februar 1967 in Hamburg (Deutschland) geboren.
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