Felix Salten

 4,3 Sterne bei 91 Bewertungen
Autor*in von Bambi, Bambi und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Felix Salten (1869-1945) lebte als Journalist und Schriftsteller in Wien, Berlin und im Exil in der Schweiz. Die Filmrechte zu seinem Welterfolg »Bambi« verkaufte er für eine lächerlich geringe Summe an Walt Disney.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde (ISBN: 9783150208175)

Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde

Erscheint am 15.07.2026 als Taschenbuch bei Reclam, Philipp.
Cover des Buches Bambi (ISBN: 9783737410052)

Bambi

(44)
Neu erschienen am 30.06.2026 als Gebundenes Buch bei marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg.

Alle Bücher von Felix Salten

Cover des Buches Bambi (ISBN: 9783737410052)

Bambi

(44)
Erschienen am 30.06.2026
Cover des Buches Bambi (ISBN: 9783964280749)

Bambi

(8)
Erschienen am 24.11.2020
Cover des Buches Bambis Kinder (ISBN: 9783293004566)

Bambis Kinder

(5)
Erschienen am 21.02.2013
Cover des Buches Bambi (ISBN: 9783963720420)

Bambi

(4)
Erschienen am 14.02.2025
Cover des Buches Bambi / Bambis Kinder (ISBN: B00473VOMY)

Bambi / Bambis Kinder

(2)
Erschienen am 01.01.1940
Cover des Buches Josefine Mutzenbacher (ISBN: 9783854091066)

Josefine Mutzenbacher

(2)
Erschienen am 01.08.1988

Neue Rezensionen zu Felix Salten

Cover des Buches Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde (ISBN: 9783150114971)
julzpaperhearts avatar

Rezension zu "Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde" von Felix Salten

julzpaperheart
Bambi ohne Disney Glanz

Das Buch erzählt die Geschichte von Bambi, einem jungen Reh, das im Wald aufwächst und nach und nach die Welt um sich herum kennenlernt. Im Mittelpunkt stehen das Erwachsenwerden, der Umgang mit Verlust und das Leben in der Natur.


Der Einstieg ist ruhig und sehr beobachtend. Vieles wird über Naturbeschreibungen und kleine Szenen vermittelt, wodurch die Handlung eher im Hintergrund bleibt. Man braucht etwas Zeit, um sich auf diese Erzählweise einzulassen.


Im Verlauf begleitet man Bambi durch verschiedene Lebensphasen, von unbeschwerten Momenten bis hin zu deutlich ernsteren Erfahrungen. Der Wald und seine Bewohner spielen dabei eine zentrale Rolle und prägen die Atmosphäre stark.


Die Erzählweise bleibt insgesamt eher ruhig und teilweise distanziert, was nicht immer leicht zugänglich ist. Einige Passagen wirken dadurch etwas lang, auch wenn die Grundstimmung sehr konsequent bleibt.


Im Vergleich zum Disney Film ist das Buch deutlich ernster und weniger verspielt. Die Geschichte wirkt erwachsener und weniger auf eine kindliche Perspektive reduziert, wodurch auch die Themen rund um Gefahr und Tod präsenter sind.


Insgesamt ein atmosphärischer Klassiker, der mich vor allem in seiner Naturdarstellung interessiert hat, mich aber nicht durchgehend emotional erreicht hat.


Cover des Buches Bambi (ISBN: 9783963720420)
linhelests avatar

Rezension zu "Bambi" von Felix Salten

linhelest
Kein Vergleich mit Disney

Bambi zählte zu meinen ersten und liebsten Disneyfilmen (ja, obwohl die Mutter stirbt - Ich hatte immer schon ein Ding mit Melodrama 😬). Den neuesten Kinofilm hab ich noch nicht gesehen, aber dieses wundervolle Bilderbuch bekommen. 


Der Wunderhaus-Verlag macht für mich mit Abstand die schönsten Bilderbücher von bekannten Märchen und auch bei BAMBI war ich begeistert von den großartigen Illustrationen, in diesem Fall von Michaël Cailloux. 


Der Fokus der Geschichte liegt auf den natürlichen Sinneserfahrungen und Wahrnehmungen, die Bambi im Laufe seines Lebens macht. 


Die Bedrohung des Lebensraumes und des Lebens selbst durch den zerstörerischen Menschen ist hierbei immer omnipräsent und die wechselnde Stimmung wird durch die Gestaltung  des Buches toll wiedergegeben. 


Wer auf der Suche nach wirklich schönen Bilderbüchern ist, sollte definitiv mal beim Verlag vorbeischauen. :) 

„Es genügt, dass du es fühlst. Du wirst es später begreifen.“ (S. 149)

Inhalt:

Das kleine Rehkitz Bambi wird mitten in tiefsten Dickicht geboren. Mit seinen Freunden Faline und Gobo erlebt er zunächst eine weitgehend sorglose Kindheit. Gemeinsam lernen sie die Welt kennen und ergründen die kleinen und großen Geheimnisse des Waldes. Jedoch müssen sie bald auf schmerzliche Weise erfahren, dass das Leben im Wald nicht nur friedlich verläuft, sondern auch große Gefahr droht und ihnen dramatische Geschehnisse bevorstehen...

Er fühlte sich von etwas Dunklem bedroht, er verstand nicht, wie die anderen so heiter und sorglos sein konnten, wenn doch das Leben so schwer und gefährlich war. In dieser Stunde ergriff ihn das Verlangen, weit fortzugehen, immer tiefer und tiefer in den Wald hinein. (S. 69)

Meine Meinung:

Die Idee ein komplettes Buch ausschließlich aus der Sicht von Tieren zu erzählen ist außergewöhnlich und besonders. Ich gehe davon aus, dass es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Jahr 1922 kaum Bücher mit dieser Grundidee gegeben hatte. Der Schreibstil ist wunderschön und ansprechend. Der Wald wird sehr atmosphärisch, anschaulich und detailreich beschrieben, weshalb man sich beim Lesen richtig in die Natur hineinversetzt fühlt. Man hat beim Lesen den Eindruck, dass man die Liebe des Autors zur Natur und den Tieren spüren kann.

Man findet leicht in die Lebenswelt der Tiere hinein und kann die Gedanken und die Gefühle von Bambi und all den anderen Tieren sehr gut nachvollziehen. Zum Beispiel wird Bambis Kindheit und wie er den Wald entdeckt sehr einfühlsam und mit Liebe zum Detail beschrieben: Er hält anfangs Schmetterlinge für geheimnisvolle, fliegende Blumen. Auch die Begegnungen mit all den anderen Waldbewohnern (z.B. Igel, Waldkauz, Hase…) sind für ihn aufregend und neu. Außerdem kommt er kaum aus dem Staunen heraus als er zum ersten Mal auf einer Wiese steht und die unglaublichen Ausmaße des blauen Himmels erkennt und spürt wie es sich anfühlt mitten im strahlenden Sonnenschein zu stehen. Insgesamt wird ein recht realistisches Bild vom Leben der Tiere gezeichnet und der tägliche Überlebenskampf wird nicht beschönigt. 

Die Geschichte ist stellenweise sehr dramatisch und traurig. Obwohl auch der gleichnamige Disney-Zeichentrickfilm einige solche Geschehnisse zeigt, finde ich das Buch im Vergleich dazu noch düsterer und erschütternder. Sowohl im Buch als auch im Film macht einem das Schicksal von Bambis Mutter sehr betroffen. Darüber hinaus bricht im Buch auch noch über Herrn und Frau Hase und ihren Kleinen großes Unglück herein und auch Bambis Kindheitsfreund Gobo widerfährt Schlimmes. 

Hervorheben ist auch wie gekonnt und eindrücklich die Gefahr beschrieben wird, die von den Menschen ausgeht. Diese Gefahr wird beim Lesen richtig greifbar. Die Tiere nennen den Menschen ausschließlich „Er“. Bereits die ungewöhnliche und unverwechselbare Witterung, die von „Ihm“ ausgeht, löst bei ihnen große Ängste aus. Da die Tiere die Funktionsweise eines Gewehres nicht kennen, ist es für sie absolut unerklärlich und zutiefst erschreckend, dass „Er“ bewirken kann, dass Vögel tot vom Himmel fallen und ihre Artgenossen auch in großer Distanz noch der Tod ereilen kann. Auch die Fähigkeit von „Ihm“ die Laute mancher Tiere nachzuahmen und sie so in eine tödliche Falle zu locken wird einigen von ihnen beinahe zum Verhängnis. 

Die Geschichte regt zum Nachdenken darüber an wie der Mensch mit der Natur umgeht und hinterlässt ein Gefühl der Beklemmung. Das Grauen der Treibjagd wird sehr eindringlich beschrieben. Man ist mittendrin wenn alle Tiere – ungeachtet ob Raubtier oder Beutetier – bis zur Erschöpfung um ihr Leben rennen und sich gezwungen sehen verletzte Freunde zurückzulassen um so zumindest ihr eigenes Leben zu retten. Es bleibt einem auch in Erinnerung wie entsetzt die Tiere sind als eine alte Eiche von den Menschen gefällt wird, die eine solche Konstante in ihrer aller Leben gewesen ist.

Zugleich gibt es aber auch schöne und hoffnungsvolle Momente: Zusammenhalt, Freundschaft, Liebe, Mut und Überlebenswille werden thematisiert. Außerdem geht es darum Schönes und Gutes auch in den kleinen Dingen des Lebens zu erkennen und darum Mut aus der Überzeugung zu schöpfen, dass auch auf schwere Zeiten irgendwann wieder bessere folgen werden.

Ein weiteres wichtiges Thema der Geschichte ist das Erwachsenwerden. Man erlebt wie Bambi seinen Erfahrungshorizont erweitert und immer mehr über die Welt um ihn herum lernt. Er schließt Freundschaft mit den Rehkitzen Gobo und Faline und muss lernen Stück für Stück unabhängiger von seiner Mutter zu werden. Er lernt, dass es Jahreszeiten gibt und auf die wunschschöne Zeit des Sommers der bitterkalte Winter folgt, der ihm große Entbehrungen abverlangt. Bambi verliebt sich schließlich in Faline und der Kreis schließt sich indem Bambi selbst zum Fürst des Waldes wird, den er als Kind immer so sehr bewundert und mit Ehrfurcht bedacht hatte.

Zum Schluss möchte ich noch die wunderschönen Illustrationen von Hans Bertle erwähnen, die die Geschichte perfekt ergänzen.

Fazit:

Es handelt sich um eine herzerwärmende, rührend und schöne Geschichte, die aber stellenweise auch unglaublich traurig und dramatisch ist. In dieser Geschichte steckt mehr als es auf den ersten Blick scheint und es gibt auch einige nachdenklich stimmende Stellen. Meiner Meinung nach ist es kein Kinderbuch, sondern eines für Erwachsene. Die Geschichte ist aufgrund ihrer atmosphärischen, eindrücklichen und gefühlvollen Schilderungen auf jeden Fall sehr zu empfehlen und bleibt einem in Erinnerung.

Übrigens kann ich denjenigen denen dieses Buch gefällt, auch das Buch „Perri“ empfehlen, das ebenfalls von Felix Salten geschrieben wurde. Es ist einige Jahre später als „Bambi“ erschienen ist. Darin steht ein kleines Eichhörnchen namens Perri im Mittelpunkt und es gibt einen kurzen Gastauftritt von Bambi.

Zum Schluss noch ein besonders schönes Zitat in dem es darum geht wie Bambi als kleines Rehkitz noch keinen Begriff von der Zeit hat und versucht zu verstehen was „bald“ bedeutet:

„Bald.“ Er kam zu dem Ergebnis, „bald“, sei gewiss nicht „gleich“. Aber er wurde sich nicht einig darüber, in welcher Zeit dieses „bald“ aufhöre, „bald“, zu sein und anfange, „lange“ zu werden. (S. 14)

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