Felix de Mendelsohn, Psychoanalytiker und spezialisiert auf Gruppentherapie beschreibt in diesem Buch den Umgang mit Träumen, versucht die Entstehung derer zu klären und ihre Hintergründe zu erforschen.
Waren Sigmund Freud und Carl Gustav Jung Pioniere auf dem Gebiet der (analytischen) Traumforschung und mussten diese erst mühsam Datenmaterial und Fakten zusammentragen, so kann Felix de Mendelsohn bereits auf einiges an Material zurückgreifen. Er ist auch nicht zu eitel, um davon Gebrauch zu machen und so ist in diesem Buch ein breites Spektrum an Erfahrungen zusammengetragen und aufgearbeitet worden.
Das es nicht für jeden Traum die entsprechende Deutung gibt - und jeder Traum, der es Wert scheint analysiert zu werden, seinen eigenen Zugang benötigt - wird mit jeder Seite des Buches deutlicher. De Mendelsohn macht daraus auch kein Geheimnis und stellt eine kompetente Analyse in den Vordergrund. Nicht der Traum alleine ist es, der uns etwas sagen kann, sondern unser Umfeld und die Gesamtheit unserer Erfahrungen – erst daraus (und mit dem entsprechenden Hintergrundwissen) lässt sich sagen, was uns unser Geist in unseren Träumen mitteilen will.
Die Aufbereitung des Themas Traumanalyse ist dem Autor und Experten sehr gut gelungen. Selbst wer sich noch nicht mit der Materie beschäftigt hat, wird verstehen was uns der Autor sagen möchte – ohne, dass man selbst Psychologie studiert haben muss. Die geschichtlichen Hintergründe sind auf das Wichtigste reduziert und geben dennoch einen guten Einblick in die Entstehung der Traumanalyse.
Wer sich ein Buch erwartet mit dessen Hilfe er nach der Lektüre jeden seiner Träume entschlüsseln kann, wird jedoch enttäuscht werden. Traumanalyse, welche über den esoterischen Bereich hinausgeht, braucht immer kompetente Begleiter. Diese Tatsache wurde vom Autor nicht direkt erwähnt, ist jedoch beim aufmerksamen Lesen nicht zu übersehen.


