Felix zu Löwenstein FOOD CRASH

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Inhaltsangabe zu „FOOD CRASH“ von Felix zu Löwenstein

„Bio? Als Luxus für Reiche ist das ja ganz nett. Aber jetzt wird’s ernst. Fast sieben Milliarden Menschen müssen ernährt werden, und es werden ständig mehr. Jetzt muss industriell produziert werden: mit Pestiziden, Kunstdünger, Gentechnik!“ Diese These klingt doch nach gesundem Menschenverstand! Aber ist sie wirklich zutreffend? Oder gehen wir damit der Agrarindustrie auf den Leim, für die der Hunger in der Welt die Grundlage für ein florierendes Geschäft mit Pestiziden, Düngemitteln und Gentechnik-Saatgut ist? In seinem Buch FOOD Crash macht der international angesehene Fachmann für Ökolandbau Felix zu Löwenstein verständlich, dass eine industrielle Landwirtschaft, die auf der Übernutzung von Ressourcen aufbaut, kein Weg zur Lösung, sondern eine Sackgasse ist. Und dass nicht die mangelnde Produktionssteigerung, sondern der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln, die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sowie mangelnde Gerechtigkeit zum Zusammenbruch des globalen Ernährungssystems führen. Mit seiner zugespitzten These 'Wir werden uns entweder ökologisch ernähren oder gar nicht mehr' betreibt Löwenstein keine apokalyptische Schwarzmalerei. Vielmehr zeigt er an spannend und lebendig erzählten Beispielen, wie es im Einklang mit der Natur – und damit nachhaltig – gelingen kann, die Ernährungsgrundlage der Menschheit zu sichern. Und er beschreibt, welche Hebel politischen und privaten Handelns dafür in Bewegung gesetzt werden müssen.

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte.

— Magpie

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  • Rezension zu "FOOD CRASH" von Felix zu Löwenstein

    FOOD CRASH

    kecke

    26. January 2012 um 18:07

    Nachdem ich das Buch „Anständig Essen von Karin Duve“ gelesen hatte war das Buch „Food Crash“ ein Musthave für mich. Ich danke dem Lovleybooks-Team und Karin Fiedler, dass sie mir diese Lesefreude ermöglicht haben! Nun aber zu Autor und Buch: Felix zu Löwenstein promovierte 1982 in Agrarwissenschaft und ist Biolandwirt. Als Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) vertritt er die Interessen der deutschen Bio-Landwirtschaft, des Weiteren ist er Vorstand des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL). Sein Buch “Food Crash” möchte er nicht als wissenschaftliche Abhandlung, sondern als Diskussionsbeitrag verstanden wissen. Und dieser Diskussionsbeitrag hat mir persönlich viele Dinge offenbart und klar gemacht, welche mich in ihrem ganzen Ausmaß ergriffen haben und auf mein Bild auf einiges stark verändert. Er erläutert, dass sich im allgemeinen Denken zum Thema Ernährung scheinbar zwei Ansätze zur Agrarkultur, und damit zur aktuellen und zukünftigen Ernährung der Welt, gegenüber stehen, die momentan heiß diskutiert sind und werden: Auf der einen Seite die industrialisierte Nahrungserzeugung, welche den einzig wahren Weg zur Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung durch Gentechnik, maximales Düngen und alle andern Arten von ´Viel-Erzeugung´ darstellen. Zum anderen jene Nahrungserzeugung, die vor allem den Reichen vorbehalten zu sein scheint, welche sich die ökologische Landwirtschaft zu eigen macht, um die Sicherheit möglichst naturbelassener Lebensmittel für sich allein in Anspruch nehmen zu können und zu sichern. Hierbei schwingt immer mit, dass der ökologische Ansatz, aufgrund seines höheren Aufwandes, für eher weniger Ertrag, zum einen immer wesentlich teuer im Produkt ist als industriell erwirtschaftete Lebensmittel, vor allem aber wäre die biologisch-ökologische Erzeugung von Nahrungsmitteln gar nicht in der Lage, Nahrung für zur Zeit 7 Milliarden Menschen in ausreichender Menge zu produzieren. Dies wird gern als eigentliches Gegenargument für eine industrialisierte Nahrungserzeugung herangezogen. Das Beachtenswerte am Buch von Felix zu Löwenstein ist seine Zuwendung zu genau diesem Argument. In Anbetracht der These des Untertitels, dass in Zukunft entweder ökologisch Nahrungsmittel erzeugt werden oder gar nicht mehr, legt er ein hochinteressantes Kapitel über ´Ökologische Intensivierung´ vor. Mit voller Absicht nutzt er fundiert und nachvollziehbar den Begriff ´Intensivierung´, der bisher nur in Zusammenhang mit intensiver und chemiebasierter Landwirtschaft als feststehendem Begriff im Raume stand und zeigt Wege auf, wie man die ökologisch-biologische Landwirtschaft strategisch und gezielt in benötigter Menge ausweiten könnte. Dabei arbeitet er heraus, welche politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gewährleistet sein müssten, damit eine Sicherstellung der Ernährung der Welt unter Berücksichtigung biologisch-ökologischen Wirtschaftens in der Landwirtschaft gelingen könnte. Felix zu Löwenstein zeigt auf, dass ein Umsteuern von industrielle Lebensmittel zu biologisch-ökologischen Wirtschaftens bereits mehr als überfällig und unvermeidbar ist. Ebenso wichtig für seinen Ansatz ist die Beschäftigung mit der Tatsache, dass 50% der Lebensmittel in ihrer Herstellungskette einfach entsorgt werden, also somit 200% an Nahrungsmitteln weltweit erstellt werden müssen, damit 100% tatsächlich beim Endverbraucher landen. Unter Auswertung ernstzunehmender Studien und unter Betrachtung der Misswirtschaft in der aktuellen Form der Lebensmittelerzeugung gelingt es Ihm nachzuweisen, dass eine Umstellung auf Formen des biologischen Anbaus tatsächlich für genügend Nahrungsmittel sorgen würde und nur auf diesem Weg eine sinnvolle Welternährung ermöglicht werden könnte. Mit Kompetenz legt er nicht nur eine mögliche Alternative zur aktuellen ´Ernährungs-Lage´ vor, sondern legt ebenso fehlgeleitete Rahmenbedingungen (Krieg, Misswirtschaft, Missverständnisse, Treibhausgase, Überfischung, Massentierhaltung, Gentechnik- und vor allen Dingen, wie dies alles mit der Ernährungssituation zusammenhängt) offen und zeigt, wie es besser (und gesünder) gehen könnte, ohne das ein Mangel entstehen würde oder die Preise für die Ernährung ins Utopische springen würden. Ein wirklich sehr lesenswertes Buch, das trotz wissenschaftlichem Anklang für einen Laien gut nachvollziehbar ist. Jedes Argument ist verständlich und einleuchtend. Was er aber auch klar macht ist, dass jeder einzelne von uns eine ´Eigen´-Verantwortung in diesem System hat, somit müssen wir alle handeln.

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  • Rezension zu "FOOD CRASH" von Felix zu Löwenstein

    FOOD CRASH

    Sophia!

    13. November 2011 um 23:58

    „Ich finde es wichtig, zu verstehen, welche Ursachen hierfür verantwortlich sind, dass jeder sechste Einwohner unseres Planeten Hunger leidet, dass er heute Abend mit den Schmerzen eines leeren Magens schlafen geht. [...] Wir müssen das nicht hinnehmen! Es gibt Lösungen. Wir können und müssen zuvor aber ein paar Bedingungen schaffen, damit Lösungen möglich werden. Wie das geht – und wie es nicht geht -, davon handelt dieses Buch: davon, wie wir einen Zusammenbruch des globalen Ernährungssystems verhindern können.“ _ Die Ernährung der Weltbevölkerung zählt seit jeher zu einem der größten Probleme, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Damit reiht sich die Thematik ein in eine ganze Verkettung von Schwierigkeiten, wie etwa Umwelt, Gentechnik oder Sicherheitspolitik, aus der sich ein gewaltiger Teufelskreis ergeben kann. Gerade im Hinblick auf die Ernährungsdebatte fällt auf, dass der Umgang mit Nahrungsmitteln vor allem in westlichen Industrienationen extrem pervertiert ist. Allein die Existenz unzähliger „All-You-Can-Eat“- Veranstaltungen oder Essenswettkämpfen ist der beste Beweis hierfür. Oder aber auch die Tatsache, dass Großkonzerne Überschüsse einfach wegwerfen. Einerseits wird der Wert von Nahrungsmitteln nicht mehr erkannt während andererseits hungernde Menschen um ihr Überleben bangen. Eine gerechte Verteilung scheint geradezu ein Ding der Unmöglichkeit geworden zu sein. _ Der Autor des Textes, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, führt seinen Lesern die aktuellen Missstände vor Augen und macht somit klar, dass es endlich Zeit ist zu handeln. Vor einer solchen Entwicklung, die ausschließlich ins Negative zu wachsen scheint, kann kaum jemand die Augen verschließen. Und doch erfordert es Mut, sich der bitteren Wahrheit zu stellen. Korrupte Regierungen wie beispielsweise in Ruanda oder im Kongo, haben es sich dem Anschein nach zur Aufgabe erklärt, dass bekannte Matthäus-Prinzip umzukehren. Denn dort heißt es: „Wer nichts hat, dem wird genommen.“ und die Lage der Ärmsten der Armen verschlechtert sich zusehends. Reichere Nationen pflegen es, Ackerflächen in anderen Ländern zu erwerben, deren Ertrag exportiert wird und nicht der dort ansässigen Bevölkerung dient. Eine weitere erschreckende Bilanz: Jedes Jahr gehen durch Degradationsprozesse fruchtbare Böden im Umfang von zehn Millionen Hektar verloren. Statistiken, graphische Darstellungen und Tabellen, z.b. zum Getreideverbrauch, verdeutlichen die geschilderten Prozesse des Autors. Es besteht dringender Änderungsbedarf dieser Situation. Daher präsentiert dieses Werk nicht nur die unglückliche Lage, sondern vielmehr auch Lösungsvorschläge, zu denen der Kauf von Biolebensmitteln gehört, eine regionale oder saisonale Selektion, der hohe Wert von Selbsterzeugnissen oder etwa der Vorschlag, weniger Fleisch zu essen. Ausführliche Erläuterungen versuchen den Sinn dahinter verständlich zu machen. _ Fazit: Ein hochinteressanter Text, der bisher ungeahnte Kreisläufe ersichtlich macht und für die Problematik der Ernährungssituation sensibilisiert. (Vielleicht auch ein Anstoß, um über die Massenproduktion von Lebensmitteln und den damit einhergehenden Anstieg von Lebensmittelunverträglichkeiten nachzudenken.)

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  • Rezension zu "FOOD CRASH" von Felix zu Löwenstein

    FOOD CRASH

    LadyMacbeth

    26. October 2011 um 08:19

    Felix zu Löwenstein studierte Agrarwissenschaft (und promovierte 1982 erfolgreich) und ist seit den 1990er Jahren Biolandwirt. Er vertritt als Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Interessen der deutschen Bio-Landwirtschaft politisch, ist im Vorstand des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) – und er hat eine Menge zu sagen: Er möchte sein Buch “Food Crash” nicht als wissenschaftliche Abhandlung, sondern als Diskussionsbeitrag verstanden wissen. Und dieser Diskussionsbeitrag hat mir persönlich viele Dinge offenbart, die ich vorher nicht in ihrem ganzen Ausmaß begriffen habe. Ich habe zum Beispiel nie darüber nachgedacht, dass “Biosprit” in irgendeiner Art und Weise schlecht sein könnte – eher im Gegenteil. Monokulturen, die Ackerland beschädigen und Tieren ihren Lebensraum nehmen, kamen mir gar nicht in den Sinn. Felix zu Löwenstein spricht so viele Aspekte an: Krieg, Politik, Misswirtschaft, Missverständnisse, Treibhausgase, Überfischung, Massentierhaltung, Gentechnik – und vor allen Dingen, wie dies alles mit der Ernährungssituation weltweit zusammenhängt. Das macht sein Buch sehr komplex. Trotzdem ist seine Argumentation auch für einen Laien gut nachvollziehbar. Jeder Aspekt, den er aufzeigt, jedes Argument, das er vorbringt, ist verständlich und einleuchtend. Ich habe noch nie über die “Nachhaltigkeit” von Landwirtschaft nachgedacht – denn mir war nicht klar, wie viel Pflege eine Anbaufläche benötigt und wie wichtig ist es, ein ökologisches Gleichgewicht herbeizuführen, um den Boden fruchtbar zu halten. Anbaufläche ist wertvoll! Das habe ich begriffen. Sie ist so wertvoll, dass sie geschützt werden muss. Als natürliche Ressource, die bei falscher Behandlung irgendwann aus ihrem Gleichgewicht gerät und verloren geht, muss sie mit Nachhaltigkeit bestellt werden. Das kommt allen zu Gute – den Tieren, den Menschen, der Natur. Löwenstein gibt in seinem Buch nicht gut gemeinte Ratschläge; Anhand von Beispielen zeigt er, wo und in welchem Rahmen eine “intensivierte” ökologische Anbauweise bereits Erfolg hat und wie sie umsetzbar ist. Er gibt einen Anhaltspunkt, welche Rahmenbedingungen sich ändern müssten, damit eine ökologische Landwirtschaft im “großen Stil” ermöglicht – eine konventionelle Landwirtschaft mit ihren schädlichen Folgen eingedämmt – wird. Zu Recht gibt er an, dass es unmöglich ist zu sagen, ob die ökologische Landwirtschaft einen Ertrag erbringen wird, der auch in Zukunft groß genug ist, um die Menschen weltweit zu ernähren – aber sie ist eine Chance und das ist der springende Punkt. Eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft schont die natürlichen Ressourcen, erzielt ebenfalls hohe Erträge, wenn sie richtig angewendet wird und trägt dazu bei, die Vielfalt in Flora und Fauna zu erhalten. Jeder von uns kann dazu beitragen, etwas an diesen Rahmenbedingungen zu verändern. Ich habe mir vorgenommen, wirklich nur noch so viele Lebensmittel zu kaufen, wie ich auch verbrauche (was mit einer Essstörung zugegebenermaßen etwas schwierig ist, aber ich will es wirklich versuchen!) und deutlich weniger Fleisch zu essen. Das Buch ist in jedem Fall lesenswert (und ich werde es heute Abend auch direkt an meinen Freund weiterreichen) – aber mit Lesen alleine ist es nicht getan. Nach- und Umdenken ist wichtig; Und vor allen Dingen müssen wir handeln. Jeder einzelne von uns.

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  • Rezension zu "FOOD CRASH" von Felix zu Löwenstein

    FOOD CRASH

    michael_lehmann-pape

    25. September 2011 um 12:40

    Intensivierung der ökologischen Landwirtschaft als Ausweg Im bisherigen, allgemeinen Denken, stehen sich zwei Ansätze zur Agrarkultur und damit zur aktuellen und zukünftigen Ernährung der Welt scheinbar gegenüber. Auf der einen Seite die industrialisierte Nahrungserzeugung, welche durch Intensivierung, Gentechnik, maximales Düngen und alle andern Arten von „Mehr-Erzeugung“ den Königsweg zur Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung sieht und zum anderen jene „Inseln der Glückseligen“ (vor allem der Reichen), welche sich der ökologischen Landwirtschaft zuwenden um die Sicherheit möglichst natur belassener Lebensmittel für sich in Anspruch nehmen zu können. Argumentativ schwingt hierbei immer mit, dass der ökologische Ansatz aufgrund seines höheren Aufwandes für eher weniger Ertrag zum einen immer wesentlich teuer im Produkt nachher ist, als rationell erwirtschaftet Lebensmittel (eben nur für reichere Menschen geeignet), vor allem aber (und dies ist das eigentliche Argument für eine industrialisierte Nahrungserzeugung), wäre die biologisch-ökologische Erzeugung von Nahrungsmitteln gar nicht in der Lage, Nahrung für zur Zeit 7 Milliarden Menschen in ausreichender Menge zu produzieren. Sachlich ist das Beachtenswerte am Buch von Felix zu Löwenstein (der durchaus weitreichende Erfahrungen im Feld der biologischen Landwirtschaft besitzt) ist seine Zuwendung zu genau diesem Argument. Unter der steilen These des Untertitels, dass in Zukunft entweder ökologisch Nahrungsmittel erzeugt werden oder gar nicht mehr, legt er ein hochinteressantes Kapitel über „Ökologische Intensivierung“ vor. Fundiert und nachvollziehbar nutzt er hier den Begriff „Intensivierung“, der bisher nur in Bezug auf intensiv und chemiebasierte Landwirtschaft als feststehender Begriff im Raume steht und zeigt Wege auf, die ökologisch-biologische Landwirtschaft strategisch und gezielt zu in benötigter Menge auszuweiten. Natürlich verbleibt zu Löwenstein nicht bei einfachen Postulaten, sondern arbeitet minutiös heraus, welche politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen entfaltet werden müssen, damit eine Sicherstellung der Ernährung der Welt unter Berücksichtigung biologisch-ökologischen Wirtschaftens in der Landwirtschaft gelingen kann. Rahmenbedingungen, die bereits vor der eigentlichen Arbeit beginnen, nämlich mit dem Vorverkauf der zukünftigen Ernte. Und damit einhergehend auch mit Monokulturen, die hohen Einfluss auf bestehende und zukünftige Nahrungsmittelknappheiten haben („Ethanol vom Acker“ wird hier noch einmal eindrücklich Als Fehlentwicklung vor Augen gestellt). Über die Qualität industrieller Lebensmittel ist bereits vielfach geschrieben worden, das „Schnitzel aus der Tierfabrik“ schockiert daher nicht mehr sonderlich, zeigt aber ebenfalls in der Argumentationskette zu Löwensteins auf, das ein Umsteuern im großen Stil bereits überfällig ist. Ebenso wichtig für zu Löwensteins Ansatz ist die Beschäftigung mit der Tatsache, dass 50% der Lebensmittel in ihrer Herstellungskette bis dann zum Endverbraucher und zudem von diesem dann als letztes Glied der Kette einfach entsorgt werden, somit 200% an Nahrungsmitteln weltweit erstellt werden für die 100%, die tatsächlich genutzt (gegessen) werden. Unter Auswertung ernstzunehmender Studien und unter Betrachtung der letztlich eher „Misswirtschaft“ zu nennenden aktuellen Form der Lebensmittelerzeugung gelingt es zu Löwenstein sodann, nachhaltig nachzuweisen, dass eine Umstellung auf Formen des biologischen Anbaus mitsamt eines Welthandels der Lebensmittel tatsächlich zum einen für genügend Nahrungsmittel sorgen könnte und zum zweiten nur auf diesem Weg eine „Ernährungssouveränität“ ermöglicht werden könnte, die auch Verwerfungen an den Spekulationsmärkten den Boden entziehen würde. Fundiert und mit Kompetenz legt Felix zu Löwenstein nicht nur eine mögliche alternative zur aktuellen Lage im Blick auf die Erzeugung von Lebensmitteln vor, sondern legt ebenso fehlgeleitete Rahmenbedingungen offen und zeigt letztlich einfach, wie es besser (und gesünder) gehen könnte, ohne das Mangel an der Tagsordnung wäre oder die Preise für die Ernährung ins Utopische hin sich entwickeln würden. Höchst lesens- und bedenkenswert und in Teilen durchaus auch gegenwärtig schon für den Verbraucher umsetzbar.

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