Große Empfehlung für die Teehändlerin-Saga von Fenja Lüders! Als ich die beiden Bücher neulich durchlebt habe, kam es mir vor, als würde ich einige Wochen auf dem "Friesenhof" in der Krummhörn leben: so nah waren mir die drei Schwestern Gesa, Hannah, Helga und Tante Alma. Und so lebensecht kam mir der arbeitsreiche Alltag auf dem Bauernhof vor. Bin tief in das Lebensgefühl im ostfriesischen Marschland um 1948 eingetaucht.
Die Autorin Fenja Lüders (von ihr mag ich auch die Speicherstadt-Saga "Der Duft der weiten Welt") hat mich mit den facettenreichen Figuren, authentisch geschilderten Schauplätzen und ihrer warmherzigen und stimmungsvollen Erzählweise begeistert. Die Lebenswege der Familienmitglieder de Fries haben mich bewegt.
Im vorliegenden "Friesenhof" Band 2 müssen die drei Schwestern einige Schicksalsschläge meistern und oft liegen freudige Ereignisse und Trauer dicht beieinander (so war es auch für mich beim Lesen eine emotionale Achterbahnfahrt). Dabei hat mich berührt, wie die Schwestern trotz einiger Streitpunkte zusammenhalten und sich gegenseitig stärken. Besonders habe ich die weise "Tanti" Alma ins Herz geschlossen. Und das Aufblühen von Helga hat mich gefreut.
Die verbotene Liebe zwischen Gesa (Teespezialistin) und dem verheirateten Teehändler Keno nimmt einige dramatische Wendungen. Auch mit der jungen Bäuerin Hannah (ihrem polnischen Mann und den Kindern) habe ich mitgefiebert.
Der Roman bietet viele anschauliche Details. Schön beschrieben ist, wie der Tee zum Alltag auf dem Bauernhof gehört. Zum Ritual des Teetrinkens gehört Kandiszucker (Kluntje) und ein Löffel Sahne. Faszinierende Einblicke habe ich erhalten in das Herstellen der "Ostfriesentee"-Mischung (jede Ernte-Saison aufs Neue) aus verschiedenen Sorten Schwarztee.

















