Carl Tohrberg

von Ferdinand Schirach 
3,8 Sterne bei12 Bewertungen
Carl Tohrberg
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Positiv (8):
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In der Kürze, liegt die Würze! Fesselnde Kurzgeschichten mit Suchtgefahr, großartig geschrieben.

Kritisch (3):
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Ambitioniertes Ziel - weit verfehlt.

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Inhaltsangabe zu "Carl Tohrberg"

Ein Berliner Bäcker macht die beste Torte seines Lebens. Carl Tohrberg feiert Weihnachten. Der pensionierte Richter Seybold lernt die andere Seite des Gesetzes kennen. Drei meisterhaft erzählte Geschichten, in denen Ferdinand von Schirach von den Abgründen schreibt, die sich hinter scheinbar ganz alltäglichen Dingen auftun.
Erneut stellt von Schirach in diesen Stories sein Ausnahmetalent als Erzähler unter Beweis, über das »Die Welt« schrieb: »Beim Lesen dieser Geschichten hat man Glückserlebnisse wie sonst nur bei der Lektüre von Fitzgerald oder Capote, da sitzt jedes Wort, da ist alles an seinem Platz, Poesie durch Klarheit.«

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442715749
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:80 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:11.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    isasbuecherblogs avatar
    isasbuecherblogvor einem Monat
    Carl Tohrberg - Ferdinand von Schirach

    Nach Schuld und Verbrechen ist Carl Tohrberg mein drittes Buch von Ferdinand von Schirach und ich glaube ich werde von seinen Büchern nie genug bekommen. Warum dies so ist und was mir an seinen Geschichten so gefällt, könnt ihr im Folgenden lesen.

    Zum Autor:

    Ferdinand von Schirach mag nicht der idealtypische Autor sein. Sein Hauptfokus lag vermutlich auf seinem Jurastudium und seiner späteren Kanzlei, in der er auch so manch eine Prominenz ihn nach Rat fragen kam. Mit seinem Beruf als Strafverteidiger kamen mit der Zeit auch seine Geschichten, denn das was er tagtäglich erleben darf, muss einfach die ganze Welt wissen.
    Carl Tohrberg wurde 2017 im btb-Verlag veröffentlicht.

    Zum Inhalt:

    Ein Berliner Bäcker macht die beste Torte seines Lebens. Carl Tohrberg feiert Weihnachten. Der pensionierte Richter Seybold lernt die andere Seite des Gesetzes kennen. Drei meisterhaft erzählte Geschichten, in denen Ferdinand von Schirach von den Abgründen schreibt, die sich hinter scheinbar ganz alltäglichen Dingen auftun.

    Meine Meinung:

    Klein aber fein. Ja das trifft ziemlich auf Carl Tohrberg von Ferdinand von Schirach zu. Es umfasst drei wahre Geschichten über drei ganz unterschiedliche Menschen, die sich auf 64 Seiten verteilen. Man könnte meinen, dass auf so wenigen Seiten nicht allzu viel Inhalt zu finden ist, aber Schirach schafft es wieder präzise und auf den Punkt gebracht seine ganz eigenen Geschichten zu erzählen. Und wie man es von Schirachs Werken gewohnt ist, ist das Cover wieder schlicht – aber doch so vielsagend. Mir gefällt es wie immer sehr gut und sieht in jedem Bücherregal toll aus (es muss nicht immer ein aufwändiges Cover sein, oft liegt die Sache im Detail und das kann eben auch sehr minimalistisch gestaltet sein).

    Leider fehlen in Carl Tohrberg die klassischen Kommentare von Schirach, die man von seinen früheren Werken Schuld und Verbrechen kennt und liebt. Die einzelnen Schicksäle der Protagonisten werden rational und sachlich – ohne jegliche Emotion – erzählt. Dies ist für mich ein klarer Kritikpunkt, denn mir fehlt das menschliche an der Erzählweise. In seinen Werken Schuld und Verbrechen konnte ich die Schicksale nachvollziehen und mitfühlen – bei Carl Tohrberg ist mir dies nur schwer gelungen – was ich persönlich sehr schade finde, denn auch diese Geschichten sind tiefgründig und zeigen deutlich, was das Leben aus einem Menschen machen kann.

    Ferdinand von Schirach gelingt es wieder einmal drei faszinierende Geschichten – Der Bäcker, Seybold und Carl Tohrberg – zu schreiben, die einem vor Augen führen, wie sich das Leben drehen und wenden kann. Das was es zu Scheinen mag, muss nicht immer der Wahrheit entsprechen. Ein seinem Werk Carl Tohrberg zeigt er erneut, dass jeder für sein Glück verantwortlich ist und das viele sich selbst im Weg stehen. Er hält einem wahrlich den Spiegel vors Gesicht und lässt einen immer wieder über das eigene Leben nachdenken.

    Von mir gibt es trotzdem eine Leseempfehlung und 4/5.

    Eure Isa.

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    Patnos avatar
    Patnovor einem Monat
    Kurzmeinung: In der Kürze, liegt die Würze! Fesselnde Kurzgeschichten mit Suchtgefahr, großartig geschrieben.
    Vom Meister der Kurzgeschichte

    Wer ist Carl Tohrberg? Dieser Frage wollte ich mit dem gleichnamigen Buch von Ferdinand von Schirach auf den Grund gehen. Doch zuvor begegnete mit ein Bäcker aus Berlin, der wunderbare Torten zaubern kann und dessen heile Welt plötzlich zerbricht. Anschließend lernte ich Richter Seybold kennen, der seine Arbeit über alles liebte und als Pensionär den Boden unter den Füßen verlor. In der dritten Kurzgeschichte ging es schließlich um Carl, der seit seinem Unfall als Kleinkind das rechte Bein hinterher zog. Er liebt das Malen und die Mathematik. Leider fehlt ihm die Anerkennung und Achtung seiner Familie. Wie werden scheinbar normale Menschen zu Mördern? Wie stark sind diese Menschen von ihrem Umfeld beeinflusst? Drei prägnante Storys umfasst dieses kleine Büchlein, ideal für unterwegs - im Handtaschenformat. Unverkennbar der typisch Schirachsche Schreibstil, den ich so mag. In der Kürze liegt viel Würze! Gerade bei Kurzgeschichten finde ich es schwierig, Spannung zu erzeugen und dabei noch Emotionen beim Leser hervorzurufen. Ferdinand von Schirach gelingt dies hervorragend. Er schreibt unverblümt, punktgenau und gut verständlich. Jede seiner Episoden stimmt nachdenklich und bleibt lange im Gedächtnis. Ich mag diese Doppelmoral, die er in seinen Erzählungen gekonnt verpackt, genauso wie den Aha-Effekt am Ende. Nichts ist wie es scheint und hinter jeder Tat steht ein Schicksal, ein Mensch. Schirachs Botschaft ist eindeutig. Er ist ein beeindruckender Erzähler, ein Profi der Kurzgeschichte. Inzwischen habe ich bereits vier Bücher von Schirach gelesen, die mich alle begeistern konnten. Meine 5 Sterne - Leseempfehlung! Auch als Mitbringsel für gute Freunde geeignet! Fesselnder Lesestoff für zwischendurch mit Suchtgefahr!

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    kleine_welles avatar
    kleine_wellevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Drei kurze, aber sehr gelungene Geschichten.
    Klein aber fein

    Ein schmales Büchlein mit drei Geschichten. Natürlich wieder drei wahre Geschichten.

    Diese Rezension wird wohl etwas kürzer ausfallen, als meine sonstigen. Aber das liegt einfach daran, dass dieses Buch „nur“ 62 Seiten umfasst. Nur in Anführungszeichen, weil es trotzdem großartig ist. Aber erstmal zum Cover:
    Dieses finde ich hier dann doch mal zu schlicht. Ja, auch das kann vorkommen. Selten aber trotzdem. Vielleicht weil es einfach zu weiß ist. ;)
    Alle drei Geschichten sind wiedermal wunderbar erzählt. Ferdinand von Schirach weiß wie er seine Leser fesseln muss, selbst bei so wenigen Seiten.
    Der Bäcker ist schon direkt ein guter Einstieg. Ein ehemaliger Konditormeister, der anscheinend leichte Probleme mit seiner Wut hat.
    Aber Schirach erzählt gewohnt berichtend und durch diese scheinbare Distanz zu der Geschichte, fühlt man sich mittendrin.
    Seybold enthält keinen speziellen Mordfall und scheint erstmal etwas ruhiger, aber auch hier lauert die Spannung im Hintergrund.
    Und dann Carl Tohrberg. Hier kann ich einfach nur wow sagen. Ich ziehe meinen Hut vor der Erzählkunst des Autors.

    Mein Fazit: Trotz der Kürze ist dieses Buch sehr eindrucksvoll erzählt. Jede Geschichte ist einfach nur spannend und gut. Natürlich ist dieses schmale Büchlein schnell gelesen, aber für zwischendurch genau richtig. Obwohl man doch zum Nachdenken kommt. Einfach lesenswert! :)

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 4 Monaten
    In wenigen Worten alles gesagt

    »Drei Kurzgeschichten über drei Menschen«

    Drei kurze Geschichten, die es in sich haben, wie bei Ferdinand von Schirachs Büchern gewohnt.

    »Der Bäcker«, die erste Geschichte handelt von einem Konditormeister, der einstmals in seiner Bäckerei kunstvolle Torten kreierte. Nach seiner Haftentlassung leitet er einen Backshop, vertreibt geschmacklose Fertig-Backwaren aus der Fabrik, die er nur aufbacken muss.

    »Seybold«, Manfred Seybold ist Amtsrichter, der akkurateste unter ihnen. »Fast alle Straftaten kommen ihm seltsam vor, er versteht die Angeklagten nicht, ihre Motive bleiben ihm fremd.« Auch Seybold muss einmal in Rente gehen ...

    Der Anfang der letzten Geschichte, Carl Tohrberg: »Carl sprach nie viel. Als Kleinkind hatte ihn seine Mutter aus Versehen von einer Kommode fallen lassen, seitdem zog er das rechte Bein nach.« Kurz beschrieben, die Familiengeschichte von Carl, dem Versicherungsangestellten, der sich mit der Mathematik der Statistik beschäftigt, am Ende ein steht ein Weihnachtsfest ...

    Ferdinand von Schirach beschäftigt sich wie immer mit der Seele des Menschen. Wir lesen in der Zeitung von Straftaten, manche lassen uns vor Entsetzen erstarren, oder vor Belustigung den Kopf schütteln. Wenn man eine Geschichte verstehen will, muss man hinter die Fassade schauen. Genau das macht der Autor. In kurzen, präzisen Sätzen zieht er die Quintessenz, die zu einem Ereignis führt. Von Schirach ist ein Meister der Verdichtung! 63 Seiten in einem Buch vom Format eines Reclam-Heftchens, drei Lebensläufe, drei Katastrophen und dreimal hat der Leser Anteilnahme dafür, was sich hinter einer solchen Zeitungsmeldung verbergen könnte, was nicht bedeutet, dass er Verständnis zeigen muss. Der Autor bewertet nicht, versucht auch nicht, Mitleid zu erhaschen. Es geht lediglich um das Aufzeigen menschlicher Abgründe. Eine distanziere Erzählhaltung, die lediglich Fakten benennt, nüchterne Berichterstattung. Bei Ferdinand von Schirach finden wir keine bildhafte Sprache, und doch berühren uns seine Geschichten. Sie setzen in der Primäremotion (genetisch) an, etwas, das jeder versteht: Wut, Liebe, Freude, Zugehörigkeit, Ekel, Verachtung, Trauer. Und er leitet hinüber zur Sekundäremotion (erlernt), Stolz, Misstrauen, Scham, Neid, Eifersucht, Unsicherheit, Einsamkeit, Hass, Ausgrenzung, Enttäuschung, Verletzung der Seele. Er braucht keine Bilder, um etwas zu beschreiben, der Autor serviert uns auf dem Tablett, was in jedem von uns steckt.

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    Booklove91s avatar
    Booklove91vor 5 Monaten
    Dreimal Schirach

    Inhalt:
    Ein Berliner Bäcker macht die beste Torte seines Lebens. Carl Tohrberg feiert Weihnachten. Der pensionierte Richter Seybold lernt die andere Seite des Gesetzes kennen. Drei meisterhaft erzählte Geschichten, in denen Ferdinand von Schirach von den Abgründen schreibt, die sich hinter scheinbar ganz alltäglichen Dingen auftun.

    Meine Meinung:
    Das kleine Büchlein besteht aus den kurzen Geschichten "Der Bäcker", "Seybold" und "Carl Tohrbergs Weihnachten".

    Dies ist bereits mein fünftes Buch von Ferdinand von Schirach und ich war wieder sehr gefesselt und überrascht.

    Ich finde den Schreibstil des Autors sehr faszinierend und einzigartig.
    Seine Geschichten - auch wenn sie relativ kurz sind -  wirken defintiv nach - schockieren sogar teilweise.

    Das Cover finde ich wieder einmal gelungen und passt super in die "Reihe". Die einzelnen Bücher von Schirach können unabhängig voneinander gelesen werden.

    Absolute Leseempfehlung meinerseits und vor allem super für zwischendurch.

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    nana_what_elses avatar
    nana_what_elsevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ambitioniertes Ziel - weit verfehlt.
    Carl Tohrberg von Ferdinand von Schirach

    Die Gabel dringt in den faltigen Hals, die Zacken perforieren ihre Halsschlagader.
    Aus: Carl Tohrberg. Drei Stories von Ferdinand von Schirach, Seite 59. Textrechte: btb


    Klappentext: Ein Berliner Bäcker macht die beste Torte seines Lebens. Carl Tohrberg feiert Weihnachten. Der pensionierte Richter Seybold lernt die andere Seite des Gesetzes kennen. Drei meisterhaft erzählte Geschichten, in denen Ferdinand von Schirach von den Abgründen schreibt, die sich hinter scheinbar ganz alltäglichen Dingen auftun. Textrechte: btb


    Rezension: Die essayistischen Texte von Ferdinand von Schirach sind gebündelte Anregungen zum Nachdenken, reich an Gedankenspielen und geprägt von einer sprachlichen Nüchternheit, welche sie zu einer außergewöhnlichen Lektüre machen. Selbige Qualitäten in Form von Kurzgeschichten zu gießen, war scheinbar das ambitionierte aber weit verfehlte Ziel des Autors.

    Den drei Kurz(kurzkurz)geschichten Der Bäcker, Seybold und Carl Tohrberg, die in dem schmalen Bändchen versammelt sind, fehlen überzeugende Spannungsbögen und ein reißender Handlungsfluß; vielmehr plätschert jede der Stories gemächlich und ohne erkennbare Höhen und Tiefen vor sich hin. Die schnörkellose, übertrieben nüchterne Sprache trägt ihr Übriges dazu bei, dass Mord und Totschlag serviert werden, wie ein Wetterbericht, den man unaufgeregt zwischen Verkehrsnachrichten und Werbezeit sendet.

    Ein bisschen frech ist auch der Preis des Büchleins (€ 8,30 zahlt man in Österreich dafür), handelt es sich beim Titel um ein 64 Seiten (!) umfassendes, in Schriftgröße 14 (oder gar 16?) gehaltenes Büchlein im Format A5.


    Im Gefängnis hatten sie gesagt, es würde sich nie etwas ändern,
    daran musste der Bäcker jetzt denken.

    Aus: Carl Tohrberg. Drei Stories von Ferdinand von Schirach, Seite 15. Textrechte: btb



    Persönliches Fazit: Ebenso lang, wie man benötigt, um das Büchlein zu lesen, währt auch der Eindruck danach: nur wenige Minuten. Zwar ist die Kurzgeschichtensammlung Carl Tohrberg kein ausgemachter Flop, der fade Nachgeschmack, den sie hinterlässt, ist aber dennoch enttäuschend.

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    sinaslesewelts avatar
    sinasleseweltvor 7 Monaten
    Kurzweilige Unterhaltung

    #carltohrberg von #ferdinandvonschirach umfasst drei Kurzgeschichten auf 63 Seiten ("Der Bäcker", "Seybold" und "Carl Tohrberg"). Die Geschichten sind wirklich sehr kurz (da sie zu den wenigen Seiten auch noch sehr groß geschrieben wurden), dennoch treffen sie aber den richtigen Nerv. Gut geschrieben und wirklich interessant. Aufgrund der Kürze der Geschichten möchte ich nicht viel auf den Inhalt der Geschichten eingehen, da im Grunde jedes Wort fast schon eines zu viel ist. Nur so viel: Es geht um Irrtümer, ein erfülltes Leben und eine schwere Kindheit. Wie bei Schirach üblich, geht es bei jeder Geschichte um Fälle der Justiz.
    Ein gutes Buch für Zwischendurch und wer die Bücher von Schirach mag wird auch damit seine Freude haben. Ob man allerdings wirklich den Neupreis für diese kurzweiligen Geschichten zahlen möchte, sollte man sich vorher gut überlegen.
    Das Buch wurde mir vom @bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! 💓

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    Bibbeyvor 8 Monaten
    Tolle Sammlung!

    INHALT
    Eine echte Inhaltsangabe ist hier schwer, denn es handelt sich um drei Stories von Ferdinand von Schirach, die alle drei unterschiedlich sind und deren Inhalt ich aufgrund ihrer Kürze nicht zusammenfassen möchte. Aber alle drei Geschichten haben etwas gemeinsam: Sie zeigen auf, dass es hinter jeder Fassade Abgründe gibt, dass ein Leben nicht so ist, wie es scheint. Dass Persönlichkeiten sich vielleicht nicht ändern, aber auf jeden Fall gut verstecken können.

    MEINUNG
    Ich bin begeistert, genauso wie die vielen Kritiker, Blogger und Leser vor mir. Die Sprachgewalt, die von Ferdinand von Schirach ausgeht, ist wirklich beeindruckend und er schafft es auf den wenigsten Seiten, einen zu begeistern. Ich finde es nicht übertrieben, wenn er etwa mit Kafka verglichen wird, in meinen Augen ist dieser Autor wirklich ein Künstler.

    Obwohl es sich wie bereits erwähnt um sehr kurze Geschichten handelt, habe ich bei allen drei am Ende echtes Herzklopfen wegen des Ausgangs der Handlung gehabt. Das schaffen einige “große” und dicke Bücher nicht!

    Obwohl mich das Buch inhaltlich wirklich auf ganzer Linie begeistern konnte und ich allerspätestens jetzt ein wirklicher Fan dieses Autors geworden bin, komme ich nicht umhin, anzumerken, dass ich acht Euro für dieses dünne Büchlein schon sehr happig finde. Und dann musste ich zudem feststellen, dass ein Druckfehler übersehen wurde … jedenfalls kann ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen, warum von Schirach plötzlich ein Wort getrennt haben sollte und das Mitten in der Zeile …

    Dafür möchte ich aber dem Autor und der Bewertung dieses Buches kein Buchherz abziehen, das wäre nicht fair und würde nicht wiederspiegeln, wie grandios ich das Buch fand!



    FAZIT
    Lesens- und empfehlenswert, nicht nur für Fans von Kurzgeschichten! Ferdinand von Schirach weiß einfach, wie man den Leser begeistern kann, bei mir hat er es geschafft!



    5 VON 5 BUCHHERZEN! ♥♥♥♥♥

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    Sigismundvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Wieder typisch Schirach!
    Typisch Schirach

    In kurzen Sätzen, mit nur wenigen Worten charakterisiert der erfahrene Strafverteidiger und Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach (53) überaus eindrucksvoll die drei Hauptpersonen seines im September als Taschenbuch vom btb-Verlag wiederaufgelegten Erzählbandes "Carl Tohrberg" (2012). Wie mit leichtem Pinselstrich skizziert er ganz normale Menschen, wie sie jeder täglich treffen kann, und zeigt in drei kurzen Erzählungen zugleich die verborgenen Abgründe menschlicher Schicksale. Schirach lässt uns tiefer in die Menschen schauen: Wir lernen Amtsrichter Seybold kennen, der nach vorbildlichem, aber langweiligem Leben erst nach seiner Pensionierung unerwartet die andere Seite des Gesetzes kennenlernt. Den freundlichen Bäcker an der Ecke, der eher zufällig zum Doppelmörder wird. Und dann eben Carl Tohrberg, den von der eigenen Mutter verkannten Maler und missachteten Sohn. "Carl Tohrberg", das sind drei spannende, psychologisch interessante und typische Schirach-Geschichten, die man in dieser Kürze wunderbar zwischendurch, auf der Fahrt zur Arbeit oder auf der Heimfahrt lesen kann.

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    eulenmatzs avatar
    eulenmatzvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Für Fans wieder drei Kurzgeschichten im gewohnten Ferdinand von Schirach Stil. Einziger Krtikpunkt ist die Seitenanzahl.
    Von Schirach in Reinform

    INHALT:
    Ein Berliner Bäcker macht die beste Torte seines Lebens. Carl Tohrberg feiert Weihnachten. Der pensionierte Richter Seybold lernt die andere Seite des Gesetzes kennen. Drei meisterhaft erzählte Geschichten, in denen Ferdinand von Schirach von den Abgründen schreibt, die sich hinter scheinbar ganz alltäglichen Dingen auftun.

    MEINUNG:
    Ich bin seit Jahren Fan von Ferdinand von Schirach und kaufe jedes herausgebrachte Buch von ihm ungesehen. Bei Carl Tohrberg handelt es sich um eine Neuauflage des bereits im Piper Verlag erschienenen Carl Tohrbergs Weihnachten. Man mag es kaum glauben, aber ich hatte dieses Büchlein in meiner Sammlung noch nicht. Büchlein ist das richtige Stichwort, denn es enthält lediglich drei Kurzgeschichten auf ca. 60 Seiten.

    Die drei Geschichte überzeugen wieder durch von Schirachs klaren, schnörkellosen Erzähl- und Schreibstil, den ich, wie viele andere sicherlich auch, sehr schätze. Er berichtet wieder von drei Schicksalen. Drei Männern, von denen man zu Beginn nicht ahnt, was sich bei ihnen für Abgründe auftun. Ich liebe diesen Moment, wo man einfach schockiert ist, obwohl man schon etwas geahnt hat. Wieder einmal zeigt von Schirach, dass wir in einen Menschen nicht hinein sehen können und dass sich hinter der Fassade oft mehr verbirgt als es auf den ersten Blick erahnen lässt.

    Die 60 Seiten, die auch mit relativ großer Schrift befüllt sind, ließen sich innerhalb einer knappen Stunde weg lesen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis mag hier fragwürdig erscheinen. Man muss selbst entscheiden, ob sich hier die Ausgabe lohnt.

    FAZIT:
    Schön war es wieder einmal etwas von Ferdinand von Schirach zu lesen. Die drei Kurzgeschichten ähneln denen aus Verbrechen und Schuld. Für Fans, wie mich, auf jeden Fall ein Muss. Ein Stern Abzug lediglich für die Kürze des Büchleins.

    Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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