Ferdinand Schlingensiepen Vom Gehorsam zur Freiheit

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 0 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Vom Gehorsam zur Freiheit“ von Ferdinand Schlingensiepen

Sechs Porträts von Menschen, die sich zum Widerstand gegen das NS-Regime entschlossen und aktiv wurden: Sophie Scholl, Helmuth James von Moltke, Adam von Trott zu Solz, Dietrich Bonhoeffer, der englische Bischof George Bell und der Gefängnispfarrer Harald Poelchau. Ihre Motivation, ihr Denken und Handeln waren verschieden, doch sie hatten eines gemeinsam: eine christliche Grundhaltung. Anschaulich und berührend schildert Ferdinand Schlingensiepen, der Harald Poelchau, Freya von Moltke und George Bell noch persönlich kennengelernt hat, den mutigen Weg der Protagonisten.

Stöbern in Biografie

Am Ende der Welt ist immer ein Anfang

Leider nicht das erwartete unterhaltsame Lebens- und Reiseabenteuer, sondern teils schwere Schicksalskost und zu viel Spirituelles.

Lunamonique

Dichterhäuser

Ein großartiges Geschenk an alle, die Literatur & ihre Dichter lieben/besser kennenlernen wollen. Diese Fotos! Ein wahres Fest fürs Auge!

Wedma

Penguin Bloom

Inspiriert einfach...

WriteReadPassion

Und was machst Du so?

Eine interessante Lektüre, die dazu führt, die eigene Biografie und Berufswahl zu hinterfragen.

seschat

Gegen alle Regeln

Sehr persönlicher Bericht, der nahe geht.

miss_mesmerized

Von Beruf Schriftsteller

Ein sehr lesenswerter Einblick in das Leben des berühmten Schriftstellers Haruki Murakami - nicht nur für Bibliophile!

DieBuchkolumnistin

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Wofür man lebt

    Vom Gehorsam zur Freiheit
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    05. May 2014 um 12:41

    Wofür man lebt Sechs „Biografien aus dem Widerstand“ sind es, denen der Theologe Ferdinand Schlingensiepen in diesem Buch nachgeht. Wobei der Titel des Buches dem theologischen Denken Bonhoeffers entlehnt ist, in dessen „dritter Phase“ der „Gehorsam“ nicht entfällt, aber durch die „persönliche Freiheit“ stark erweitert wird (was für Bonhoeffer dann bedeutete, auch „Mord“ in Erwägung ziehen zu können, ohne sich „anderen Menschen“ gegenüber dafür rechtfertigen oder verantworten zu müssen). Natürlich wäre die Liste derer, die im Widerstand auf die ein- oder andere Weise Kontur und unnachgiebige Persönlichkeit gezeigt haben, mittlerweile hundertfach zu erweitern (was an anderem Orte ja auch geschehen ist). Hier legt Schlingenspiepen erkennbar ein Augenmerk gerade auf die christlich fundierte Haltung der Personen, überwiegend in „klassisch“ protestantischer Ausprägung. Was angemessen erscheint, denn die „Bekennende Kirche“ war eine ihre Mitglieder durchaus „formende“ protestantische Kirche und eine der wenigen Instanzen, die lange und laut auch öffentlichen Widerspruch gab. Vieles an Widerstand hatte seine Wurzeln in diesem „aufrechten Protestantismus“. Diese Konzentration ist aber in Teilen auch verantwortlich für die ein oder andere Länge und unnötige Komplexität im Buch. Gelingt die Verbindung von Biographie, Haltung, Person und Handeln bei Harald Poelchau, dem „Gefängnisengel“, Gefängnisseelsorger und „Helfer in der Not“ für hunderte Menschen sehr gut, bewegt es den Leser bei diesem gerade in den hartem Momenten, in denen er Freund um Freund auf die Hinrichtung vorbereitete und in diese hinein begleitete, ist gerade bei diesem Überlebenden auch sehr spannend zu lesen, wie in „Friedenszeiten“ dann er sich einfach und schlicht in das „Unbesondere“ wieder eingliederte und einfach seiner Arbeit nachging, so finden sich an anderem Orte im Buch doch zu starke Ausschweifungen in theologische Grundsatzdiskussionen. Vor allem im Kapitel über Bonhoeffer dürfte einem unbedarften Leser und theologischem Laien dann doch der Faden hier und da verloren gehen. Verständlich ist es durchaus, dass Schlingenspiepen, einer der „Biographen Bonhoeffers“, hier sehr in die Tiefe geht und die Persönlichkeit und die biographischen Äußerlichkeiten Bonhoeffers nur aus dessen theologischer Entwicklung heraus herzuleiten verseht. Dennoch, die drei theologischen Entwicklungsstadien Bonhoeffers, die Begriffe von „Zucht“, „Gehorsam“ und „Freiheit“ sind doch komplexe Themen, die durchaus kürzer hätten angedeutet werden können. Wobei auch nur hier in diesem Kapitel solche „theologischen Tiefen“ vollzogen werden, die anderen Portraits sind durchweg stimmig und gut zu lesen und ergeben anregende Einblicke auch in nicht breit bekannte Ereignisse und Seiten der entsprechenden Personen. Die Mahnung Schlingenspiepens vor allem aber, die durch alle Portraits hindurch scheint und die Schlingenspiepen seinen „roten Faden“ gibt, bleibt dem Leser haften und hallt lange nach. Personen, die damals in ihrer inneren Haltung wussten, wofür es sich lohnt, das eigene Leben zu riskieren, zu sterben, verweisen in dieser klaren Haltung den Menschen der Gegenwart in seiner ganz anderen Zeit und Befindlichkeit auf die Frage, wofür es sich „lohnt, zu leben“. Eine durchaus wichtige und nicht immer offenkundig mit klaren Antworten versehen Frage. Die sich stellt. In jedem Leben. Auch wenn sie nicht immer in christlichem Glauben ihre Antwort finden wird. Alles in allem beeindruckende und flüssig zu lesende „Einblicke“ in den Kern aufrechter Menschen, von Sophie Scholl über Graf von Moltke hin zu Dietrich Bonhoeffer, die ihr Leben aufs Spiel setzten für das „Höhere“ ihres Lebens. Bei Bonhoeffer mit zu ausführlicher theologischer Darstellung.

    Mehr