Ferdinand von Schirach

 4,2 Sterne bei 3.568 Bewertungen
Autor von Verbrechen, Schuld und weiteren Büchern.
Autorenbild von Ferdinand von Schirach (© Michael Mann)

Lebenslauf

Insiderwissen: Der Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach wurde 1964 in München geboren. Seit 1994 arbeitet er in Berlin als Anwalt und Strafverteidiger. Zu seinen Mandanten gehörten das frühere Politbüro-Mitglied Günter Schabowski, der ehemalige BND-Spion Norbert Juretzko, Industrielle, Prominente und Angehörige der Unterwelt. 2009 publizierte er seinen Debütband "Verbrechen", in dem er seine skurrilsten und unglaublichsten Fälle niederschrieb und welcher bereits verfilmt wurde. Seine Bücher wurden zu Millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen bisher in 40 Ländern

Neue Bücher

Cover des Buches Sie sagt. Er sagt. (ISBN: 9783844551914)

Sie sagt. Er sagt.

 (1)
Neu erschienen am 12.03.2024 als Hörbuch bei Der Hörverlag.
Cover des Buches Sie sagt. Er sagt.: Filmhörspiel nach dem Theaterstück (ISBN: B0CW3BQ1S5)

Sie sagt. Er sagt.: Filmhörspiel nach dem Theaterstück

 (1)
Neu erschienen am 07.03.2024 als Hörbuch bei Der Hörverlag.
Cover des Buches Sie sagt. Er sagt. (ISBN: 9783442774661)

Sie sagt. Er sagt.

 (25)
Neu erschienen am 27.02.2024 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Ferdinand von Schirach

Cover des Buches Verbrechen (ISBN: 9783492053624)

Verbrechen

 (743)
Erschienen am 01.08.2009
Cover des Buches Schuld (ISBN: 9783442714971)

Schuld

 (553)
Erschienen am 12.02.2017
Cover des Buches Der Fall Collini - Filmausgabe (ISBN: 9783442718665)

Der Fall Collini - Filmausgabe

 (541)
Erschienen am 08.04.2019
Cover des Buches Tabu (ISBN: 9783442714988)

Tabu

 (255)
Erschienen am 12.02.2017
Cover des Buches Strafe (ISBN: 9783442770526)

Strafe

 (215)
Erschienen am 10.10.2021
Cover des Buches Terror (ISBN: 9783442714964)

Terror

 (198)
Erschienen am 11.09.2016
Cover des Buches Kaffee und Zigaretten (ISBN: 9783442719747)

Kaffee und Zigaretten

 (168)
Erschienen am 12.04.2020
Cover des Buches Die Würde ist antastbar (ISBN: 9783442715008)

Die Würde ist antastbar

 (156)
Erschienen am 12.02.2017

Videos

Neue Rezensionen zu Ferdinand von Schirach

Cover des Buches Der Fall Collini - Filmausgabe (ISBN: 9783442718665)
Fries avatar

Rezension zu "Der Fall Collini - Filmausgabe" von Ferdinand von Schirach

Großes Kino
Frievor 8 Tagen

'Die Toten wollen keine Rache, nur die Lebenden wollen sie'

'Er wollte eine Robe anziehen und seine Mandanten verteidigen'.

Von Schirach's Bestseller 'der Fall Collini' wurde mit Elyas M'Barek und Franco Nero verfilmt.

Caspar Leinen wollte immer Strafverteidiger werden. Mit Fabrizio Maria Collini erhält er seinen ersten Fall über den Notdienst der Strafverteidiger.
Der bisher völlig unbescholtene Collini hat scheinbar grundlos einen der reichsten Männer der Bundesrepublik, Hans Meyer, erst mehrfach erschossen und dann die Leiche misshandelt.
Wie der eigentlich unerfahrene Leinen, all das umsetzt, was er im Studium gelernt hat und damit auch den satten Anwalt der Anklage, Mattinger, mit seinen eigenen Mitteln schlägt ist großartig beschrieben.
Obwohl Leinen das Opfer kannte, er war ihm nur unter seinem wahren Vornamen 'Jean-Baptiste' nicht bekannt, unternimmt er alles, um seinen Mandanten zu verteidigen.
Das geltende Recht der Bundesrepublik treibt mir dabei die Schamesröte ins Gesicht.

Eine grandiose Geschichte, schnörkellos erzählt. Großes Kino.


Cover des Buches Sie sagt. Er sagt. (ISBN: 9783442774661)
TaHas avatar

Rezension zu "Sie sagt. Er sagt." von Ferdinand von Schirach

Wieder ein brilliantes Werk vom Meister des juristischen Sachverstandes
TaHavor 11 Tagen

Er sagt. Sie sagt

Ferdinand von Schirach

Erschienen am 28.2.2024

Bei: btb

144 Seiten

 

Klappentext:

Katharina Schlüter, eine erfolgreiche TV-Moderatorin, behauptet, ihr ehemaliger Geliebter habe sie missbraucht: Aus zunächst einvernehmlichem Sex sei eine Vergewaltigung geworden. In dem Strafprozess steht Aussage gegen Aussage – ein Dilemma, das eine ungeheure Sprengkraft entfaltet. Denn über die berufliche und private Zukunft zweier Menschen hinaus, geht es um nichts weniger als um die Werte, aber auch Vorurteile, die uns als Gesellschaft ausmachen.

 

Meinung:

Der Titel des Buches ist dem Schlussplädoyer des Vertreters der Nebenklage, Biegler, entnommen: Er sagt. Sie sagt.  Und so eigentümlich er auch klingen man: es hätte keinen treffenderen Titel gegeben.

Was bin ich fähig zu glauben? Wo liegen meine eigenen Vorurteile und wo mein Selbstverständnis verborgen? Wie weit reicht meine Vorstellungskraft und welcher Einlassung bin ich bereit, glauben zu schenken? Wem glaube ich, die Wahrheit gesagt zu haben und warum? Kann ich mir in diesem Fall überhaupt ein Urteil bilden? Natürlich geht es in diesem schmalen Theaterstück nicht um mich – ganz klar. Aber es verhandelt so unmittelbar, so nah und direkt einen Fall von Aussage gegen Aussage, dass es dann doch wieder um den jeweiligen Lesenden geht. Die Richter stehen als Stellvertreter für die Lesenden: Wir sollen uns ein Urteil bilden. In dubio pro reo?  Gibt es aber überhaupt Zweifel und wenn ja an welcher Stelle und an wessen Version der Geschichte?

Was ist die Wahrheit?

Wie kommen die beiden Anwälte - Breslau und Biegler – zu ihrer Verteidigungsstrategie? Wir Lesenden wissen nicht mehr als die einzelnen Protagonisten, folgerichtig erwartet uns am Ende auch kein Urteil, sondern die große Frage: Wer hat jetzt die Wahrheit gesagt? Sind wir fähig zu entscheiden? Können wir uns ein Urteil bilden?

Ein geschriebenes Theaterstück über eine mögliche Vergewaltigung einer erfolgreichen Frau mittleren Alters durch ihren ehemaligen Geliebten kurz nach der Trennung, die mit einvernehmlichem Sex begann – zugegeben: das schmale Buch hat eine Handlung, der man sich nicht unbedingt zum Vergnügen widmet. Doch die Geschichte entfaltet die Lebensläufe der Beteiligten und entlarvt hier bereits so manches Vorurteil, das man unbewusst mit sich herum trägt: Beide sind erfolgreich, beide haben Familie, beide sind sich bewusst, dass die Familie an der Beziehung kaputt gehen wird, beide hadern mit  der Situation, beide verlieren viel durch die Beziehung und noch mehr durch den Prozess, ebenbürtige Personen, kein Machtgefälle. Das sind nicht die typischen Figuren, die man bei einer Verhandlung über ein so heikles und schweres Thema wie Vergewaltigung erwarten würde. Aber es ist auch Schirach! Natürlich! Keiner kann juristische Praxis besser vergegenwärtigen.

 

Bleibt nur die Frage:

Warum lese ich ein Buch über eine Verhandlung einer möglichen Vergewaltigung? Ist es Voyeurismus? Ist es die blanke Neugierde, was Schirach dieses Mal bei mir als Lesende auslösen wird? Welche Fragen ich fähig bin, mir zu stellen? Oder nehme ich das Thema hin – trotz wochenlangen Zauderns – für den Nervenkitzel, wieder in eine juristische Debatte eingebunden zu werden? Für die Spannung? Zugegeben: Schirach schafft es jedes Mal aufs Neue, dass Menschen ohne juristischen Sachverstand gefesselt sind von seinen Werken – ich nehme mich da überhaupt nicht aus. Und wann hat man schon einmal die Chance, so unmittelbar an Rechtssprechung teilhaben zu können?

Fazit:

Schirach ist brillant! Er sagt. Sie sagt. Steht seinen vorherigen Werken in nichts nach und ist uneingeschränkt empfehlenswert – nur nicht in der Bahn – es besteht die reale Gefahr, deutlich zu weit zu fahren, weil man alles um sich herum vergisst.  

Cover des Buches Sie sagt. Er sagt. (ISBN: 9783442774661)
Ellinorliests avatar

Rezension zu "Sie sagt. Er sagt." von Ferdinand von Schirach

Wer sagt die Wahrheit?
Ellinorliestvor 16 Tagen

Während es in den letzten beiden Büchern, die ich vorgestellt habe lediglich um eine negative Haltung Frauen gegenüber, um verbale Angriffe ging, wird es diesmal körperlich.

In Ferdinand von Schirachs Neuestem Theaterstück „Sie sagt, er sagt“ ist ein Mann angeklagt, seine frühere Geliebte vergewaltigt zu haben. Die beiden hatten eine Affäre, trennten sich jedoch. Mehrere Monate später trafen sie sich zufällig erneut. Die alte Leidenschaft war wieder da und sie schliefen miteinander. Doch die Frau bekam plötzlich Schuldgefühle und bat ihn aufzuhören, was er jedoch nicht tat. Soweit die Anklage. Während des Prozesses werden jedoch verschiedene Seiten aufgezeigt, plötzlich erscheint alles nicht mehr so eindeutig.

Beim Lesen musste ich selbstverständlich an Prima Facie denken, welches nur knapp einen Monat zuvor erschien: in beiden geht es um eine Vergewaltung, bei der der vorangegangene S*x einvernehmlich war, die Beteiligten waren jeweils sehr gebildete, beruflich erfolgreiche Personen. Zudem war Prima Facie ursprünglich auch ein Theaterstück.

Die Perspektive ist jedoch jeweils eine andere: so begleiten wir in Prima Facie das Opfer, kennen jeden seiner Gedanken; bei Schirach dagegen wohnen wir einer Gerichtsverhandlung bei, können daher die Tatsachen nicht aus erster Hand kennen. Hierdurch wird eine andere Spannung erzeugt, insbesondere durch die unerwartete Wendung am Schluss. Gerade diese fand ich sehr gelungen, sie zeigt auch, wie leicht Zuschauer*innen (oder in diesem Fall eine Leserin) manipuliert werden können.

Sie sagt, er sagt ist eine spannende kurzweilige Lektüre, die wieder einmal die Frage aufwirft: warum wird ein Nein nicht als solches akzeptiert?

Gespräche aus der Community

Ich habe gerade das angehängte Buch fertig und bin auch ganz angetan. Mit der Geschichte "Summertime" habe ich allerdings ein Problem. Es geht um eine nicht auf Sommerzeit umgestellte Uhr, das habe ich soweit verstanden. MEINTE ICH! ...bis ich dann den letzten Absatz las: "Schmied begriff die Sache mit der Zeit erst Monate nach seiner Pensionierung..." Was gibt es denn da NOCH zu verstehen? Was habe ich übersehen? Wurde Schmied gelinkt? Irgendwie stehe ich da jetzt auf dem Schlauch. Wer erklärt es mir?
Zum Thema
13 Beiträge
H
Letzter Beitrag von  HubHervor 3 Monaten

Mir geht es wie jajax1, ich bin auch ein später Leseeinsteiger und absoluter Fan von Schirach geworden. In kurzer Zeit habe ich jetzt viele seiner Bücher gelesen und bin zum ersten Mal beim Lesen „gestolpert“ und wusste zunächst auch nicht warum ich das Ende dieser Geschichte nicht verstanden habe. Nachdem ich jetzt die ganzen Kommentare gelesen habe, komme ich für mich nur zu dem einen Schluss. Es war ein Fehler des Autors mit der Sommer und Winterzeit. Wenn es im April gewesen wäre, wäre alles schlüssig und die Geschichte mit der Scheidung von Melanie Boheim zu Ende. Alles andere wirkt zu sehr konstruiert. Schierachs Geschichten sind sonst klar und präzise und es braucht nicht so viele Spekulationen, wie es gewesen sein könnte.

Zusätzliche Informationen

Ferdinand von Schirach im Netz:

Community-Statistik

in 3.040 Bibliotheken

auf 346 Merkzettel

von 100 Leser*innen aktuell gelesen

von 80 Leser*innen gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks