Ferdinand von Schirach

 4.2 Sterne bei 1.948 Bewertungen
Autor von Verbrechen, Schuld und weiteren Büchern.
Ferdinand von Schirach

Lebenslauf von Ferdinand von Schirach

Insiderwissen: Der Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach wurde 1964 in München geboren. Seit 1994 arbeitet er in Berlin als Anwalt und Strafverteidiger. Zu seinen Mandanten gehörten das frühere Politbüro-Mitglied Günter Schabowski, der ehemalige BND-Spion Norbert Juretzko, Industrielle, Prominente und Angehörige der Unterwelt. 2009 publizierte er seinen Debütband "Verbrechen", in dem er seine skurrilsten und unglaublichsten Fälle niederschrieb und welcher bereits verfilmt wurde. Seine Bücher wurden zu Millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen bisher in 40 Ländern

Neue Bücher

Kaffee und Zigaretten

 (1)
Neu erschienen am 04.03.2019 als Sonstige Formate bei Luchterhand Literaturverlag.

Alle Bücher von Ferdinand von Schirach

Sortieren:
Buchformat:
Verbrechen

Verbrechen

 (646)
Erschienen am 01.09.2011
Schuld

Schuld

 (427)
Erschienen am 13.02.2017
Der Fall Collini

Der Fall Collini

 (333)
Erschienen am 13.02.2017
Tabu

Tabu

 (189)
Erschienen am 13.02.2017
Die Würde ist antastbar

Die Würde ist antastbar

 (115)
Erschienen am 13.02.2017
Strafe

Strafe

 (95)
Erschienen am 05.03.2018
Carl Tohrbergs Weihnachten

Carl Tohrbergs Weihnachten

 (31)
Erschienen am 12.11.2012
Glück und andere Verbrechen

Glück und andere Verbrechen

 (6)
Erschienen am 13.02.2012

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Ferdinand von Schirach

Neu

Rezension zu "Verbrechen" von Ferdinand von Schirach

Alfred Hitch... äh Schirach präsentiert
lex-booksvor 2 Tagen

"Verbrechen" war das literarische Debüt des Berliner Strafverteidigers Ferdinand von Schirach. Es ist eine Anthologie mit elf Kurzgeschichten, von denen offenbar viele annehmen, sie beruhten auf realen Kriminalfällen. Tatsächlich sind nur einzelne Komponenten "wahr", wie Schirach in Interviews mit Verweis auf seine Schweigepflicht des Öfteren betont.

"Könnte dieses oder jenes so oder ähnlich wirklich passiert sein?" Dieser Gedanke schleicht sich beim Lesen natürlich trotzdem ein und trägt zum Reiz des Ganzen bei. Die Erzählweise unterstützt das auch: Schirach erzählt sprachfertig, aber nüchtern, sachlich. Mit kühler Nähe zu den Figuren, die dennoch Eindruck hinterlassen. In allen Geschichten geht es um die Schuldfrage, auch vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen und familiären Einflusses. Mit anderen Worten: Zum Verbrecher wird niemand geboren, die Welt schleift uns.

Mir hat das Buch gut gefallen. Inhaltlich sind die 8 bis 32 Seiten langen Geschichten recht unterschiedlich, teilweise überraschend. Manche lesen sich wie ein Märchen ("Der Äthiopier"), andere wie eine Tragödie ("Das Cello"). Wieder andere wären eine gute Vorlage für einen Tarantino-Streifen. Etwa die Sache mit der Matchaschale oder die mit den rechten Schlägertypen, die im Bahnhof einen "Buchhalter" attackieren. Völlig irre, manchmal brutal und auf eigentümliche Weise unterhaltsam. Kennt noch jemand die alten "Alfred Hitchcock präsentiert"-Folgen? Ich fühlte mich ein wenig daran erinnert. Allein die seltsamen Wendungen, die die Ereignisse mitunter nehmen.

Am Ende jeder Geschichte tritt Schirach selbst in Erscheinung und übernimmt die Verteidigung. Wieder so eine Sache, die den Anschein von Echtheit erweckt. Was man sich in diesem Falle tatsächlich wünscht. Denn obgleich das komplizierte Verhältnis von Recht und Moral jeweils deutlich wird, scheinen mir deutsche Gerichte zumeist sehr verantwortungsvoll und menschlich zu urteilen. Beruhigend!

Kommentieren0
2
Teilen

Rezension zu "Verbrechen" von Ferdinand von Schirach

Kurzweilige Lektüre für True-Crime-Fans
Faancyvor 6 Tagen

Als True-Crime-Fan kann man mit "Verbrechen" auf jeden Fall nichts falsch machen. Die Fälle sind skurril und erschreckend. Die Erzählweise ist sehr nüchtern, nur auf das Nötigste beschränkt. So lassen sich die einzelnen Fälle immer mal gut zwischendurch lesen. Insgesamt ist es ein sehr kurzweiliges Buch. 

Für meinen Geschmack war der Schreibstil vielleicht ein bisschen zu neutral und distanziert. Ich hätte mir gerne jeweils ein Kommentar von Schirach gewünscht. 
Aber wie gesagt, wer sich für diese Thematik interessiert, wird Gefallen an dem Buch finden. 

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Der Fall Collini" von Ferdinand von Schirach

Fiktiv? Nur auf den ersten Blick.
lex-booksvor 9 Tagen

Mein erster "Schirach" - ich fand ihn gut, aber nicht überragend gut. Es ist ein kurzer, in klarer Sprache verfasster Roman über Schuld in juristischem und moralischem Sinne. Mehr noch: Schirach beleuchtet ein ungeheuerliches Kapitel in der deutschen Justizgeschichte, das mir tatsächlich nicht bekannt war. Ich war entsetzt.

"Der Fall Collini" gibt Rätsel auf: Fabrizio Collini, ein pensionierter Deutsch-Italiener, der nie aktenkundig geworden ist, erschießt den Industriellen Hans Meyer und traktiert die Leiche anschließend brutal mit Tritten. Gleich danach stellt er sich der Polizei . Zu seinem Motiv schweigt er. Für Caspar Leinen, der Collini als Pflichtverteidiger zugeteilt wird, ist es der erste größere Fall. Als sich im weiteren Verlauf herausstellt, dass das Opfer der Vater seines Kindheitsfreundes Philipp ist, möchte er sein Mandat niederlegen, überlegt es sich aber noch einmal anders. Obwohl die Verurteilung Collinis wegen Mordes unabwendbar scheint, will Leinen seine Sache gut machen und beginnt zu recherchieren.

Mit Justizthrillern à la Grisham hat das Buch wenig gemein. Schirach erzählt seine David-gegen-Goliath-Geschichte - junger, unerfahrener Anwalt gegen etablierte Vertreter der Justiz - straff, nüchtern, manchmal etwas hauptsatzlastig. Dabei gewährt er Einblicke in juristische Abläufe. Das funktioniert auch gut, liest sich interessant und gefällig. Ab und zu stört schmückender Firlefanz, etwa die angerissene Liebesgeschichte zwischen Caspar Leinen und Philipps Schwester Johanna. Oder die persönliche Beziehung Leinens zum Opfer, deren Handlungszweck man anders hätte erfüllen können. Und schließlich die Inszenierung von Collinis Motiv, die populär als Wende-auf-den-letzten-Drücker eingebaut wird, obwohl die Zusammenhänge früh erahnbar sind.

Was fesselt, ist der reale juristische Hintergrund und die Erkenntnis, dass zwischen Recht und Unrecht manchmal nur die Beharrlichkeit eines motivierten Anwalts steht. Das nimmt man dem Buch trotz einiger Klischees tatsächlich ab. Schirach legt die Fakten des Falles neutral dar. Collini selbst bleibt während der gesamten Verhandlung passiv und die Wertung obliegt am Ende dem Leser.

Fazit: Literarisch nicht so beeindruckend wie gedacht. Wirkt aber nach!

Kommentare: 4
16
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Ich habe gerade das angehängte Buch fertig und bin auch ganz angetan. Mit der Geschichte "Summertime" habe ich allerdings ein Problem. Es geht um eine nicht auf Sommerzeit umgestellte Uhr, das habe ich soweit verstanden. MEINTE ICH! ...bis ich dann den letzten Absatz las: "Schmied begriff die Sache mit der Zeit erst Monate nach seiner Pensionierung..." Was gibt es denn da NOCH zu verstehen? Was habe ich übersehen? Wurde Schmied gelinkt? Irgendwie stehe ich da jetzt auf dem Schlauch. Wer erklärt es mir?
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Ferdinand von Schirach im Netz:

Community-Statistik

in 1.725 Bibliotheken

auf 211 Wunschlisten

von 46 Lesern aktuell gelesen

von 28 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks