Strafe

von Ferdinand von Schirach 
4,5 Sterne bei82 Bewertungen
Strafe
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Ferdinand von Schirach "Strafe" 192 Seiten Wie man es von Schirach gewohnt ist; spannend, kurzweilig, fesselnd!

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Wie vom Autor gewohnt spannende und berührende Geschichten.

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Inhaltsangabe zu "Strafe"

Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind?
Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem neuen Buch "Strafe" zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden "Verbrechen" und "Schuld" zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von "gut" und "böse" oft sind.
Ferdinand von Schirach verurteilt nie. In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern. Seine Geschichten sind Erzählungen über uns selbst.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783630875385
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Luchterhand
Erscheinungsdatum:05.03.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    Marcsbuechereckevor einem Monat
    Mindestens genauso gut wie die anderen Geschichten

    Schon seit Jahren bin ich ein Fan dieses Autors! Seine beiden Bände "Verbrechen" und "Schuld" habe ich in einem Rutsch gelesen und auch bei diesem Band hier war ich vollkommen gefangen und konnte das Buch nicht zur Seite legen. 
    Gefangen? Ja, gefangen in einem Sumpf aus Niederträchtigkeit, Verrat und den anderen Abgründen der menschlichen Seele.
    Erneut ist es Schirach gelungen in diesem Band kurz und präzise verschiedene Fälle zu beschreiben und dabei auch immer dem Leser ein wenig den Spiegel vorzuhalten, denn auch, wenn man selbst nicht unbedingt straffällig geworden ist, sind die beschriebenen Mensch doch wie Sie und ich. Normal, ohne besonders große Auffälligkeiten und rutschen dennoch ab. 
    Auch in diesem Band fragt man sich nicht  selten, wie verdreht doch das Rechtssystem sein kann: immerhin werden eindeutig schuldige freigesprochen und andere werden verurteilt und dies alles wegen "kleiner" Fehler in der Verhandlung oder auch schon davor.
    Hinzukommt, dass es Schirach gelingt das Buch in einer Art zu Schreiben, die es einem so vorkommen lässt, als lese man nicht, sondern der Autor säße sich in der Kneipe neben einen und fange an zu erzählen. 
     
    Fazit:
     
    Auchg dieses Buch lässt mich nachdenklich zurück. Wie schnell wird aus einem ruhigen ein auffälliger Bürger und wie schnell kann sich das Blatt um 180 Grad drehen? Ein wirklich gelungenes Werk. 
     
    Viel Spaß beim Lesen.

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    steffischultzzzs avatar
    steffischultzzzvor 2 Monaten
    Schuld, Unschuld oder Strafe?

    In „Strafe“ von Ferdinand Schirach werden einzelne Kurzgeschichten erzählt, die oberflächlich betrachtet zunächst einmal eindeutig erscheinen - jedoch werden sie durch bestimmte Gegebenheiten bzw. anderen Sichtweisen komplett in ein anderes Licht gerückt. Ich fand die Geschichten trotz des distanzierten Schreibstils zum Ende hin immer sehr erschreckend, was mich wiederum sehr zum Nachdenken angeregt hat.

    Von der Länge her sind sie ideal für Zwischendurch. Doch von der Intensität her ist es dafür wiederum überhaupt nicht geeignet. Man benötigt nach jeder Erzählung immer ein wenig Zeit um sich das Geschriebene zu verinnerlichen und etwas sacken zu lassen.

    Einige Geschichten haben mir mehr zugesagt, was bei einer Sammlung natürlich normal ist. Aber so ist definitiv für jeden etwas dabei.

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    jackdeckvor 2 Monaten
    Strafe

    Belletristik vom Feinsten. Von Schirach stellt in seiner Erzählung die Einsamkeit und Ihre Auswirkungen da. 12 Geschichten über das Thema „Strafe“, ob gerecht oder ungerecht.
    Und erneut schafft es Ferdinand von Schirach auf grandiose Weise, menschliche Schicksale eindrucksvoll in nur wenige Zeilen zu packen, so dass man oftmals meint, einen ganzen Roman gelesen zu haben. Von Schirach bleibt seinem Stil treu und zieht seine Leser in gewohnter Manier in seinen Bann. In fast jeder Geschichte fühlt man sich angesprochen und vermeint, Dinge aus seinem eigenen Leben zu entdecken, die einem entweder selbst widerfahren sind oder über die man zumindest schon einmal nachgedacht hat. Auf diese Weise inklusive der Tatsache, dass der Literat lange Jahre als Strafverteidiger arbeitete entsteht eine nur noch von intensiver Authentizität gewirkte Spannung, die durch mit anschaulichen Details präzise skizzierten Figuren, die vor dem geistigen Auge lebendig werden, zuweilen unerträglich wird und den Leser voll in unheilschwangeren Bann zieht.

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    heinokos avatar
    heinokovor 3 Monaten
    Meisterhafte Erzählkunst

    Meisterhafte Erzählkunst

     

    Ein kleines Buch. Schönes Papier. Große Schrift. Ein Zitat von Kierkegaard vorangestellt: „Wenn alles still ist, geschieht am meisten.“

     

    Zwölf Erzählungen. Zwölf? Eine Zahl von Symbolwert. Zwölf Erzählungen, die ein Ganzes umschließen. Zufall? Wohl kaum. Der große Ferdinand von Schirach erzählt in einer packenden Mischung von distanziertem Beobachten und empathischer Ruhe. Er benötigt nur wenige Worte, um gewaltige Inhalte in Szene zu setzen, so gewaltig, dass uns Lesern der Atem stockt. Irregeleitete Menschen, vom Leben an den Rand gespülte Menschen, aus der Zeit gefallene, gestrandete Menschen. Menschen, die tatenlos auf ihr Leben wie auf ein leeres Blatt Papier starren. Menschen, die im Rad der zunehmenden Verzweiflung gefangen sind. Aus normalen Tagesabläufen kriecht plötzlich das Entsetzliche hervor, nur ganz kurz, aber dieser Moment genügt, damit das Opfer sich aufbäumt und zum Täter wird. So viele verlorene, entsetzlich traurige, unendlich einsame Menschen, deren Leben im Sog der Einsamkeit in die Irre geht.

     

    Schicksal oder Schuld, Vorsatz oder Zufall, Wille oder Fügung? Die vorliegenden zwölf kleinen Erzählungen umschließen große Lebensthemen. Sie sind in größter Präzision geschliffene kleine Erzähl-Diamanten, in Schmuckfassung gebracht von einem der ganz großen Wortkünstler.


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    B
    booksaremyfirstlovevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Schirach lässt mich mehr und mehr an der Menschheit zweifeln
    Schockierend zu was die Menschen fähig sind

    Genau wie sein Buch 'Schuld' beinhaltet auch Schirachs Buch 'Strafe' eine Ansammlung von Kurzgeschichten. Sie beschreiben den Alltag von Menschen, manchmal gewöhnlich, manchmal ziemlich außergewöhnlich. Sie alle kommen auf die ein oder andere Art mit dem Gesetz in Konflikt. Manchmal als Anwälte, die ihre Mandanten vertreten, manchmal als Angehörige, manchmal als Täter selber. Ob sie verurteilt werden und eine Strafe erhalten oder von aller Schuld freigesprochen werden, ist dabei nur Nebensache. Als Leser wird man selber dazu angeregt zu urteilen und zu verurteilen. Die Strafe ist nicht von dem Gericht gegeben, sondern von dem Leser selber.


    Der Schreibstil von Schirach ist gewohnt sachlich. Ohne selber zu urteilen beschreibt er die Schicksale. Er schafft es die Situationen so zu vermitteln, dass die Gefühlsregungen, die beim Lesen entstehen, vom Leser selber kommen. Dazu nutzt er vorwiegend kurze, prägnante Sätze und lässt nebensächlich einige Details einfließen, die die ganzen Geschichten realistisch wirken lassen.


    Wieder einmal zeigt Schirach deutlich, dass man nicht strikt zwischen 'gut' und 'böse' unterscheiden kann. Ein Mensch kann noch so ein - auf den ersten Blick - normales Leben führen, es benötigt nur ein Ereignis, einen Schicksalsschlag um sie zu einem Verbrechen zu treiben. Die Motive sind dabei vollkommen weitschichtig, wie die Menschen und Motive selber.


    Ich bin ein Fan von Ferdinand von Schirach geworden. Er schafft es immer wieder einem zu verdeutlichen, dass Schuld und Strafe ziemlich subjektiv geprägt sind.

    Ich habe durch dieses Buch wirklich an der Menschheit zweifeln lassen.


    Leider haben mir die Kurzgeschichten nicht so gut gefallen wie in seinen anderen Büchern. Ich empfand sie gewohnt schockierend, aber teilweise ein wenig überzogen, teilweise auch ein wenig zu sachlich und langweilig.

    Dennoch werde ich mit Freude weiter seine Bücher lesen!




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    Patty_Angelvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das den Leser fordert
    12 Fälle, knapp und anspruchsvoll serviert

    Ferdinand von Schirach ist ein bekannter Strafverteidiger. Fast jeder kennt ihn als Autor verfilmter Kriminalgeschichten. Sein hier besprochenes Buch „Strafe“ konfrontiert uns mit knappen Berichten über kriminelle Handlungen. Sparsam an Worten stellt er jeweils den Ablauf eines Verbrechens und die anschließende juristische Prozedur vor: der Weg zum Verüben des Verbrechens, die eigentliche Tat, die Gerichtsverhandlung und das von Richtern und Schöffen gefundene Urteil. Die Wortkargheit seines Erzählstils zeigte sich auch in den Titeln seiner bisherigen Bücher, die jeweils nur aus einem Wort bestehen: „Verbrechen“ - „Schuld“ - „Tabu“...
    Manche meinen, dass eine solch karge Schreibweise nicht wirklich Literatur genannt werden darf. In der Wochenzeitung „Die Zeit“ konnte ich in diesem Sinn den Satz von Ulrich Greiner, einem Buchkritiker, lesen: „Ferdinand von Schirach kann nicht schreiben. Es fehlt ihm die Gabe der Imagination, des Herbeizauberns einer neuen Welt, der literarischen Subtilität.“ Was mich persönlich betrifft, kann und will ich diesem vernichtenden Urteil auf keinen Fall zustimmen. In der Kürze liegt die Würze, denn der Leser selbst ist zur Interpretation eingeladen, zur psychologischen Deutung, die Ferdinand von Schirach bei seinen Geschichten nicht mitliefert. Ich liebe Autoren, die den Leser fordern, anstatt ihm alles mundgerecht zu servieren.

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    sinasleseweltvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Schirach ist ein Autor, dessen Bücher man sich auf jeden Fall mal ansehen sollte.
    Sehr gut!

    #ferdinandvonschirach erzählt in #strafe 12 Kurzgeschichten über die verschiedensten Schicksale. Mal aus der Sicht eines Anwaltes/ einer Anwältin, mal aus der Sicht eines Täters. Schirach beschreibt kurz und knackig, nie über das wesentliche hinaus und trotzdem nie zu wenig. Er selbst bleibt stets neutral, drängt die Leser in keine Richtung und überlässt diesen selbst die Beurteilung der Taten. Dabei verdeutlicht er anschaulich, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt und dass ein Mensch, der eine Straftat begeht, nicht gleich böse sein muss. Schirach ist ein Autor, dessen Bücher man sich auf jeden Fall mal ansehen sollte. Sehr lesenswert 👍 Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! 💖 (ISBN: 978-3-630-87538-5 / 189 Seiten / 18,00 €

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    Pokerfacevor 5 Monaten
    Strafe

    Zum Buch:

    Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind?

    Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem neuen Buch "Strafe" zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden "Verbrechen" und "Schuld" zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von "gut" und "böse" oft sind.

    Ferdinand von Schirach verurteilt nie. In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern. Seine Geschichten sind Erzählungen über uns selbst.

    Meine Meinung:

    Ich bin kein Fan von Kurzgeschichten. Um die Wahrheit zu sagen: ich mag sie nicht einmal. Wenn es geht (und es geht meistens), dann meide ich Bücher mit Kurzgeschichten. Was mich nun dazu bewogen hat mir ausgerechnet ein Buch mit Kurzgeschichten zu kaufen, kann ich noch nicht einmal sagen. Auf jeden Fall habe ich es getan und mir das Buch von Herrn Schirach zugelegt.

    Morgens beim Friseur habe ich angefangen zu lesen und es dann nicht mehr aus der Hand gelegt. Quasi inhaliert. Eingesaugt. Zwölf Geschichten die wir lesen können und dann für uns entscheiden, ob wir die "Strafe" (die ja nicht vollzogen wurde) für angemessen halten, oder nicht. Und da kann es durchaus unterschiedliche Meinungen geben. Eine Geschichte habe ich meinem Mann vorgelesen und wir haben darüber fast einen ganzen Abend diskutiert, weil wir unterschiedlicher Meinung waren.

    Klare, einfache Sätze, stellenweise emotionslos, einfach erzählt wie die Geschichte war, so ist das Buch geschrieben.  Und mich haben die Geschichten darin nicht mehr losgelassen.

    Fazit:

    So gut, dass ich mir die anderen Bücher von Herrn Schirach auch noch zulegen werde.

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    Frau_J_von_Ts avatar
    Frau_J_von_Tvor 5 Monaten
    Ein typischer Schirach

    „Strafe“ ist der neue Erzählband von Ferdinand von Schirach. Mit diesem Band liegen nun 12 neue, fesselnde Erzählungen eines grandiosen Erzählers vor.
    Es geht um die 12 Schicksale verschiedener Menschen, ihren Verbrechen die sie begangen haben, oder eben auch nicht und um die Strafen die sie für ihr Handeln erhalten haben.
    Schirach erzählt wie immer sachlich, klar und präzise, aber immer so fesselnd, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Er ist dafür bekannt, in seinen Geschichten niemals eine wertende Rolle einzunehmen und auch hier schafft er es wieder, auf genau diese Art und Weise den Leser zum Nachdenken anzuregen. Was mir an von Schirachs Geschichten immer besonders gefällt, ist die meist unerwartete Wendung am Ende einer Erzählung, welche durch seine sachliche Erzählweise immer besonders intensiv auf den Leser einwirkt.

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    N
    ninaliestvor 6 Monaten
    Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen

    Ferdinand von Schirach beendet mit "Strafe" seine Trilogie. Wie in den beiden anderen Büchern "Verbrechen" und "Schuld" gelingt es ihm auch hier den Leser zum Nachdenken anzuregen. Dies ist kein Buch, das man am Stück lesen sollte. Auch wenn es aufgrund der nüchternen und dennoch spannenden Erzählweise sehr schwer fällt das Buch nicht an einem Abend durchzulesen, empfehle ich die zwölf Geschichten zu portionieren. Denn nach jeder Geschichte sollte man sich die Zeit nehmen, um über das Geschriebene und seine eigene Moral nachzudenken.

    Für mich sind Schirachs Bücher perfekt, um sie neben Romanen zu lesen, da man immer mal wieder ein Kapitel lesen kann. Übrigens kommt vermutlich mein gesamtes Wissen über das Deutsche Recht aus Schirachs Büchern.

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