Fereshta Ludin , Sandra Abed Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch

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Inhaltsangabe zu „Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch“ von Fereshta Ludin

Nach dem Kopftuch-Urteil vom März 2015 brandaktuell: Gefährlich ist der Islam?“, „Die dunkle Seite des Islam“, „Allahs rechtlose Töchter“: wenn es um den Islam geht, spielen Medien in Deutschland oft mit der Angst und Unwissenheit ihrer Leser. Vorurteile werden so zementiert: Der Islam sei eine rückständige und gewalttätige Religion, die nicht nur Frauen und Andersgläubige unterdrücke, sondern auch auf eine stille Eroberung des Westens abziele. Wie weit diese Vorstellung von der Wirklichkeit entfernt ist, führt die Biografie der deutsch-afghanischen Lehrerin Fereshta Ludin vor Augen. Als junge Referendarin kämpft sie um ihr Recht auf Selbstbestimmung. In ihrem Fall selbstbestimmt als Lehrerin ein Kopftuch tragen zu dürfen. Eine unterdrückte Frau? „Ich habe mir Männer ausgesucht, die das nicht getan haben.“ Fereshta Ludins Autobiografie „Die Enthüllung“ steht exemplarisch für den Lebensweg emanzipierter deutscher Muslima. Sie gibt einen seltenen Einblick in für Nichtmuslime oft unbekannte Lebenswelten – und regt an, das Bild des Islams und das muslimischer Frauen in Deutschland kritischer zu hinterfragen. Das Buch macht Mut, einen zweiten Blick zu wagen, und festzustellen, dass es die spannende Geschichte einer Frau zu entdecken gilt, die sagt: "Deutschland ist meine Heimat."

Starkes Buch über eine starke Frau!

— skurril
skurril

Eine sehr interessante Biographie einer starken Persönlichkeit

— Julitraum
Julitraum

Die Geschichte einer starken Frau, die um ihre Rechte kämpft!

— Areti
Areti

Ein Buch über eine starke Frau

— seschat
seschat

Ein Buch,welches Einblicke in das Leben der Fereshta Ludin gewährt,aber vor allem ist es ein Plädoyer gegen Vorurteile und Diskriminierung!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Meine Hochachtung für Fereshta Ludin. Ihr Buch sollte eine Pflichtlektüre für viele sozial inkompetente Menschen sein!

— Nisnis
Nisnis
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  • Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch

    Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch
    Tigerbaer

    Tigerbaer

    Das Buch „Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch“ habe ich innerhalb weniger Stunden verschlungen und bereits während des Lesens ging mir die Frage "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! Aber wie gelangen wir zu den Tätigkeitswörtern?" von Stanislaw Jerzy Lec durch den Kopf. Wenn man diese Frage etwas abwandelt und fragt „Toleranz, Offenheit, Aktzeptanz! Aber wie gelangen wir zu den Tätigkeitswörtern?“, dann trifft dies meine Gedanken bei der Buchlektüre wie den sprichwörtlichen „Nagel auf den Kopf“. „Das Kopftuch-Urteil“ ist sicherlich eines von vielen Schlagwörtern, die man mit Fereshta Ludin verbinden kann. Die afghanische Lehrerin klagte sich Anfang der 2000er Jahre durch alle gerichtlichen Instanzen bis vor das Bundesverfassungsgericht, um im staatlichen Schuldienst ein Kopftuch tragen zu dürfen. Ich gebe zu, dass ich das Urteil und die damit verbundenen gesellschaftlichen Diskussionen seinerzeit eher nebenher zur Kenntnis genommen habe bzw. mich nicht weiter damit beschäftigt habe. Die Frage, ob eine Lehrerin in der Schule ein Kopftuch tragen darf, hätte ich jetzt mal so ganz spontan mit „Ja, warum auch nicht!?“ beantwortet. Erst durch das Buch habe ich mich nun intensiver mit Frau Ludin und ihrer Entscheidung, die ihr und das Leben unzähliger anderer Menschen nachhaltig beeinflusst hat, beschäftigt. Frau Ludin erzählt von ihrer Kindheit, Familie, dem Leben in den Ländern Afghanistan, Saudi-Arabien, Amerika und Deutschland und die Vor- wie auch Nachgeschichte des „Kopftuch-Urteils“. Das Buch hat mich auf ganz verschiedenen Ebenen bewegt und ich spüre, wie sich in mir Fragen formen, ich Dinge zu hinterfragen beginne und mein Blick sich ändert. Erschreckt und beschämt hat mich bei den Erzählungen von Frau Ludin das hohe Maß an Diskriminierung, dass ihr gerade auch in Deutschland begegnet ist und mir ist vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise und den damit verbundenen Diskussionen schmerzlich bewusst geworden, wie dünn unser „Deckmantel der Toleranz für andere Kulturen und Traditionen“ doch in Wahrheit ist. Ein minimaler Ruck an der Decke und eine hochmütige Menschenunfreundlichkeit zeigt ihr hässliches Gesicht. Ich muss mich selbst zukünftig viel mehr in die Pflicht nehmen, meine Meinung deutlicher zu vertreten und Menschenunfreundlichkeit fest ins Gesicht zu schauen und ihr entgegen zu treten. Bisher habe ich – so war mein Empfinden beim Lesen – dies nicht lautstark genug getan. Vielen Dank Fereshta Ludin, dass Sie ihren Weg mit einer so großen Überzeugung gegangen sind und für so viel mehr als „ein Kopftuch“ stehen!

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  • Buchverlosung zu "Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch" von Fereshta Ludin

    Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch
    Levante_Verlag

    Levante_Verlag

    Passend zum aktuellen Urteil des Verfassungs-Gericht hat der Deutsche Levante Verlag das Erscheinen der Autobiografie von Fereshta Ludin vorgezogen. Sie war es, die 2003 darum kämpfte, als Lehrerin mit Kopftuch in einer Schule zu unterrichten.  Ich hatte Gelegenheit, das Buch schon zu lesen und fand die Lebensgeschichte von Frau Ludin total packend: Fereshta Ludin, geboren 1972, kam als Tochter eines afghanischen Diplomaten erstmals im Alter von fünf Jahren nach Deutschland. Danach lebte die Familie in Saudi-Arabien, kehrte aber 1986 in die Bundesrepublik zurück. Ludin studierte in Baden-Württemberg auf Lehramt für Grund- und Hauptschulen, erhielt nach dem Referendariat aber keine Einstellung an staatlichen Schulen, weil sie ein Kopftuch trägt. Sie klagte bis zum Bundesverfassungsgericht, das ihr 2003 im sogenannten Kopftuchurteil Recht gab.  Im Buch bin ich einer Frau begegnet, die das Vorurteil, dass Frauen mit Kopftuch immer unterdrückte Frauen sind, ausräumt. Die Autorin erzählt eindrücklich, wie es ist, in Deutschland als erkennbare Muslima zu leben.  Das Buch erscheint am 02.04. Und Ihr bekommt Eure Exemplare sofort zugeschickt, sobald sie bei uns eintreffen. Bitte mailt mir in den Verlag an cm@levante-verlag.de, wo Ihr Eure Rezension postet. Unter allen Teilnehmern verlosen wir am Stichtag 15 Bücher. Freut Euch auf eine spannende Lebensgeschichte mit einem brandaktuellen Thema! Ich freue mich auf Eure Mail Christoph.

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  • "Nicht aufgeben"

    Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch
    skurril

    skurril

    04. June 2015 um 11:49

    Das hat sich wohl auch die Autorin der Autobiografie "Enthüllung der Fereshta Ludin", namentlich Fereshta Ludin, des Öfteren gedacht. Fereshta Ludin wird 1972 als 5. Kind des späteren afghanischen Botschafters Muhammad Bashir Ludin in Kabul geboren. Als der Vater Botschafter Afghanistans wird, zieht die Familie nach Bonn, später nach Saudi-Arabien. Mit 14 Jahren kommt Ferestha mit ihrer Mutter wieder nach Deutschland.  Fereshta macht ihr Abitur und bekommt von einigen tollen Lehrern viel Unterstützung, erfährt hingegen auch damals schon viel Abneigung und Skepsis. Noch in Saudi-Arabien hatte sie sich aus religiösen Gründen dazu entschieden, ein Kopftuch zu tragen und nun gehört es einfach zu ihr, zu ihrer Persönlichkeit. Viele Lehrer, Mitschüler und auch fremde Menschen auf der Straße können dies, damals wie heute, nicht akzeptieren. Nach dem Abitur studiert Fereshta auf Lehramt. Bis sie allerdings den Lehrberuf nach Beendigung des Studiums ausüben darf, vergeht eine Weile, denn ihr werden jeden Menge Steine in den Weg gelegt. Nur wegen ihres Kopftuchs. Nicht nur von unbekannten Menschen, sondern auch von Politikern und Personen des öffentlichen Lebens.  Fereshta geht mit allen ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln gegen dieses Berufsverbot vor und bekommt letzten Endes im Jahr 2003 vom Bundesverfassungsgericht recht: Das Land Baden-Württemberg darf es ihr nicht verbieten, zu unterrichten, da es keine gesetzliche Grundlage für ein derartiges Verbot gibt. Kurz darauf erlassen einige Länder, darunter Baden-Württemberg, die sog. "Kopftuchgesetze". Eine dagegen gerichtete Klage der Autorin bleibt erfolglos. Hier hat sie dann doch "aufgegeben" und keine weiteren Klagen mehr eingereicht. Nunmehr hat, zu Fereshtas großer Freunde, das Bundesverfasungsgericht am 15.03.2015 entschieden, dass das "Kopftuchverbot" nicht mit den Grundrechten vereinbar ist. Endlich.  Bis hierhin war es ein langer Weg, und es ist unglaublich, wie Fereshta all dies durchstehen und nie den Mut verlieren konnte. Während ich die Biografie gelesen habe, musste ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, so unglaublich erschien mir alles, was die Autorin erfahren hat. Diskriminierung wegen eines Stückes Stoff - muss das sein? Beleidigungen auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln wegen eines Stückes Stoff - muss das sein? Wie auch der Autorin ist es mir unverständlich, wie man sich gegenüber anderen Menschen derart verhalten kann.  Mir hat die Biografie sehr gut gefallen und wie Fereshta denke ich, dass es vielen Menschen helfen würde, ihre Worte und ihre Geschichte zu lesen. Einfach, um ein besseres Verständnis vom Islam zu bekommen und auch um zu sehen, wie sich eine Frau mit Kopftuch, die derartige Diskriminierungen erleiden muss, fühlt. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, die Autorin würde irgendwie übertreiben oder die Erlebnisse zu subjektiv schildern, um den Leser auf ihre Seite zu ziehen. Ehrlichkeit ist es, die Fereshta Ludin an den Tag legt und die es dem Leser ermöglicht, mitzufühlen und zu verstehen.  Man kann das Buch sehr gut lesen, der Schreibstil ist einfach gehalten und im Anhang des Buches werden in einem Glossar einige Begriffe erläutert. Das hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Zeittafel im Anhang des Buches. Hier kann man kurz zusammengefasst nochmal das Leben der Autorin nachvollziehen. Nachdem ich einige andere Rezensionen gelesen habe und dort darauf gestoßen bin, dass sich die Rezensenten gewünscht hätten, dass die Autorin mehr auf die Einzelschicksale von Muslimas eingeht, die zum Tragen des Kopftuchs gezwungen werden und die nicht in einer so "lockeren" Familie aufgewachsen sind, kann ich dem nur zustimmen. Auch ich habe während des Lesens gedacht, dass es auch nicht alle so frei entscheiden können wie sie. Dies deutet die Autorin auch häufiger an, geht aber nicht weiter darauf ein. Wünschenswert wäre es auch gewesen, dass die Autorin ihre Gründe für das Nichtablegen des Kopftuchs näher dargelegt hätte. Es ist ja nicht nur so, dass sie das Kopftuch ablegen muss. Viele Menschen erfahren in ihrem Beruf Einschränkungen, die ebenfalls ihre Persönlichkeit betreffen können.  Alles in allem aber eine sehr gelungene Biografie, die zum Nachdenken anregt und mir sehr gut gefallen hat, insbesondere da ich meine eigene Einstellung hier noch einmal überdenken und "prüfen" konnte. Ich habe das Buch im Rahmen einer Buchverlosung erhalten und bedanke mich noch einmal recht herzlich dafür, dass ich dabei sein durfte.

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  • Die Geschichte der Fereshta Ludin

    Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch
    Birgit-B

    Birgit-B

    16. May 2015 um 15:52

    Als Tochter des afghanischen Botschafters hat Fereshta Ludin in verschiedenen Ländern gelebt bevor sie mit 14 Jahren nach Deutschland, ihrer jetzigen Heimat, kam. Nach einer wohlbehüteten aber von Schicksalsschlägen gezeichneten Kindheit muss sie sich nun wieder in einer fremden Kultur zurechtfinden, ist aber ehrgeizig und lernt schnell. Ferestha kommt gut zurecht, begegnet aber immer wieder Abneigung und Fremdenhass ihr gegenüber. Ein Problem stellt offenbar besonders ihr Kopftuch dar, welches sie als gläubige Muslimin entschieden hat zu tragen. Während ihrer Ausbildung zur Lehrerin erlebt sie wegen ihrer Kopfbedeckung starke Benachteiligung und später wird es ihr sogar verboten, mit Kopftuch Kinder zu unterrichten. Schließlich geht die junge Frau vor Gericht und will erreichen, dass Religionsfreiheit gelebt werden darf. In ausdrucksstarker, melodischer Sprache lernen wir die Geschichte dieser starken Frau, von ihrer Kindheit an bis zum heutigen Zeitpunkt, kennen. Ihre Schilderungen wirken ehrlich und strotzen nur so vor innerer Kraft. Die Geschichte verläuft linear und bietet somit Orientierung, ohne jemals langatmig zu sein. Im Gegenteil, ich empfand das Werk als anregend und mitreißend. Es regt dazu an, seine eigenen Einstellungen zu überprüfen und sich mit der Thematik genauer auseinanderzusetzen, was bei der heutigen Aktualität nur zu empfehlen ist. Die Autorin besitzt beeindruckende Stärke und doch zerbricht sie fast an der enormen Last, die sie während der Jahre rund um den Prozess trägt. Ich bewundere sie und ihren ehrlichen Bericht, bedauere das Unrecht, das ihr widerfahren ist, nur habe ich das Gefühl, es fehlt mir etwas. Bei all den Konflikten, die sie wegen ihrem Kopftuch bewältigen muss, fehlt mir eine noch genauere Erklärung, was  ihre Beweggründe sind. Meiner Meinung nach ist sie im Recht und doch weiß ich nicht um ihren persönlichen Antrieb. Weiters hätte ich gern erfahren, wie sie auf die vielen geschilderten Vorurteile der Menschen aber auch auf tatsächliche Missstände in arabischen Ländern reagiert. Mit den Vorurteilen sind auch wir konfrontiert und vielleicht haften uns manche an,  gerade deshalb hätt ich gerne gewusst, wie sie über all die im Buch erwähnten Themen (beispielsweise Unterdrückung der Frau) denkt. Alles in Allem eine gelungene, interessante Biografie, die teilweise noch mehr ins Detail gehen und noch klarer hätte sein können.

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  • Eine sehr interessante und bewegende Biographie einer unheimlich starken Persönlichkeit

    Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch
    Julitraum

    Julitraum

    22. April 2015 um 20:39

    Die Biographie von Fereshda Ludin ist wirklich beeindruckend. Geschrieben ist sie ganz hervorragend. Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen und das Buch ist gut aufgebaut. Frau Ludin beginnt mit dem Leben ihrer Eltern in Afghanistan, beschreibt das Leben dort und man erfährt recht schnell, daß ihre Eltern sehr gebildete und moderne Menschen waren. Fereshda war das Nesthäkchen und schien schon als kleines Mädchen ein sehr aufgewecktes Kind zu sein. Ihr Stolz auf die Mutter, die als Lehrerin in Afghanistan arbeitete, ist unschwer erkennbar. Ihr Vater studierte in den USA und arbeite danach wieder in Afghanistan, später war er schließlich Botschafter in Deutschland. Ludin beschreibt die politische Veränderung in Afghanistan und den schmerzhaften Prozess für ihre Familie, als sie nicht mehr in ihr geliebtes Land zurückkehren kann. Die Famile zieht nach Saudi-Arabien, wo der Vater eine gute Stelle findet, doch hier kommt der nächste Schicksalsschlag, der Vater stirbt sehr früh. Dennoch wächst Frau Ludin weiterhin wohl umsorgt auf. Bildung ist in ihrer Familie sehr wichtig und auch Ludin selbst ist sehr ehrgeizig im Lernen und in derAusübung ihres Glaubens. Ohnehin wird in ihrer Familie diskutiert und wert auf die Meinung jedes einzelnen gelegt. Keine Spur von Unterdrückung, selbst als kleines Kind kommt sie zu Wort. Der Zusammenhalt in der Famile hat mich sehr oft beim Lesen beeindruckt. Schon früh entschließt sich Ludin, ein Kopftuch zu tragen, obwohl ihr Glauben, das nicht von ihr verlangt. Es ist Auslegungssache und oft ein persönliches Empfinden. Ihre Mutter beispielweise trägt kein Kopftuch. Als ein Teil der Familie wieder nach Deutschland zurückkehrt, weil es in Saudi-Arabien keinen Schulplatz mehr für Ludin gibt, muß sie wieder ganz von vorne beginnen. Die Sprache ist eine große Hürde für Ludin, doch sie verliert nie den Mut und schafft es durch unermüdlichen Einsatz von der Hauptschule aufs Gymnasium und schließlich zum Lehramtsstudium. Daneben engagiert sie sich sehr für andere Jugendliche. Doch im Studium und der anschließenden Referendarzeit beginnen die Auseinandersetzungen um das Kopftuch, das sie trägt. Ein schier aussichtsloser Kampf beginnt für Ludin, der ihr Unermessliches abverlangt. Erschreckend fand ich die Anfeindungen in Deutschland gegen Ludin und das Verhalten der Presse. Ungemein beeindruckt hat es mich wie souverän, sie das noch alles meistern und überwinden konnte. Mir hat sich ihre Einstellung zum Kopftuch nach und nach erschlossen. Ich kann ihre Haltung durchaus verstehen, verstehe aber auch die Haltung des Staates. Wenn sie sich einerseits wundert, warum "so ein Stück Stoff" so wichtig ist, sie es andererseits aber nicht einmal in Erwägung zu ziehen scheint, doch nachzugeben und das Kopftuch für den Unterricht abzulegen, kann ich sie nicht so recht verstehen. Sie spricht von Einzelschicksalen unterdrückter Muslima. Das kam mir dann doch etwas zu euphorisch vor. Schade fand ich, daß sie nicht mehr die Haltung der deutschen Gerichte und von Frau Schavan verstehen wollte und auch wenig darauf einging, wie tolerant Deutschland doch ist. Hier dürfen bspw. Moscheen gebaut werden, während dies in islamischen Ländern, eher die Ausnahme ist. Die Gerichte bzw. die staatlichen Instanzen wollten bestimmt nicht Frau Ludin in ihrem Glauben einschränken, sondern eher den unterdrückten Muslimas helfen, damit ihren Unterdrückern nicht noch scheinbare Unterstützung gewährt wird, wenn sogar Lehrerinnen in der Schule das Kopftuch tragen. Natürlich aber hätten sie sich einmal Frau Ludins Standpunkt erklären lassen sollen. Aber dies sind eben oft die Vorurteile und Vorbehalte gegen jedes Anderssein, das aber leider nicht nur in Deutschland so ist. Gut fand ich gegen Ende, daß Frau Ludin doch noch Selbstzweifel erkennen ließ, aber sie hat ihre Haltung klar gemacht und ich hoffe, daß sie mit ihrem Buch eine Vielzahl von Menschen erreicht, die ihre Vorbehalte vielleicht ein wenig verlieren. Gerne hätte ich in Bezug auf das Tragen des Kopftuchs und die Bedeutung im Islam etwas mehr erfahren und die Tatsache, daß Frau Ludin so wenig auf unterdrückte Frauen und Mächen, die es ja nicht nur als Einzelschicksale gibt, einging hat mich ein wenig enttäuscht, aber es ging ja auch schließlich um ihre Biographie, daher von mir doch volle 4 Punkte für diese bewegende Biographie.

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  • Ein Plädoyer gegen Vorurteile, am Beispiel von Fereshta Ludin

    Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Inhalt: Dies ist die Autobiografie, der aus Afghanistan stammenden Lehrerin Fereshta Ludin, die um 2003, einen der mutigsten Schritte wagte, die ein Mensch gehen kann. 1972 als Tochter eines afghanischen Diplomaten geboren, wächst Fereshta Ludin, als jüngstes Kind, mit 4 Geschwistern in recht wohlhabenden Verhältnissen auf. Im Alter von 5 Jahren macht sie zum ersten Mal Bekanntschaft mit ihrer späteren Heimat Deutschland. Doch zuerst wächst Ludin in Saudi-Arabien auf, ihre Familie zieht sie zu einer weltoffenen, politisch interessierten und einem eigen bestimmten Mädchen heran, bis ein schwerer Schicksalsschlag das Leben der Familie verändert. Mit gerade einmal 6 Jahren verliert Fereshta Ludin ihren Vater, was das Familienleben deutlich erschwerte. Später führten die Wege der Familie zurück nach Deutschland, wo sie auf soziales Unverständnis sowie politisch und gesellschaftlich fragwürdige Entscheidungen und Handlungen stießen. Mit großem Enthusiasmus und viel Fleiß bestand Fereshta Ludin ihr Abitur und begann mit ihrem großen Traum, einem Studium in Baden-Württemberg auf Lehramt für Grund-und-Hauptschulen. Doch schon bald stößt sie hierbei an ihre ungewollten Grenzen, auf die sozialen Vorurteile gegenüber einer anderen Kultur. Denn das Land Baden-Württemberg verweigert der jungen Lehrerin nach ihrem Referendariat, eine Einstellung an staatlichen Schule, wegen des Tragens eines Kopftuchs. Diese/s soziale und gesellschaftliche, sowie politisch von Vorurteilen geprägte Unverständnis/Ungerechtigkeit, bringt Fereshta Ludin im Jahre 2000 sogar vor das Bundesverfassungsgericht, welches ihr 2003 im sogenannten Kopftuchurteil Recht gab. Doch schon bald muss Ludin merken, dass Recht bekommen, noch lange nicht bedeutet, dass man auch das Recht erhält. Gesellschaftlich und medial gilt Fereshta Ludin schon lange nur noch als "die mit dem Kopftuch"... Fereshta Ludin, eine Frau die für ihr Recht kämpft und die dabei einen bemerkenswerten Weg ging ! Meinung: Diese Autobiografie ist ein Paradebeispiel, unserer zum Teil gesellschaftlichen Inkompetenz, in Sachen Vorurteile gegenüber andere Kulturen und dem missglückten Versuch, mit dem Umgang anderer Nationalitäten. Eine wahre Geschichte, über eine Frau, die eigentlich den Respekt aller Menschen verdient hätte, weil sie für das wichtigste Gut der Menschheit gekämpft hat, die eigene individuelle Freiheit. Ludins Lebensgeschichte, löste in mir ein Unverständnis für die Gesellschaft meines Heimatlandes aus und es ließ mich an einigen Stellen mit einem fremdschämenden Kopfschütteln, auf die schrecklichen und diskriminierenden Ereignisse blicken. Diese Geschichte gibt Einblicke in den Umgang unserer Gesellschaft mit anderen Kulturen und Religionen ( womit ich keines Falls sagen möchte, dass in Deutschland ,dies so an der Tagesordnung steht) und die damit verbundene Vorurteile, und es stellt eben auch die Frage, wie weltoffen ist/war Deutschland wirklich. Natürlich spiegelt diese Geschichte nur ein Beispiel wider, in diesem Fall das von Fereshta Ludin und dennoch ist es ein Paradebeispiel für Diskriminierung und Unwissenheit von uns Menschen, an bzw. über anderen Kulturen und es zeigt auch auf, mit welchen teils äußerst fragwürdigen Methoden unsere Medien zu arbeiten versuchen. Fereshta Ludin kämpfte für ihr Recht und stieß auf eine Gesellschaft und eine mediale Berichterstattung, die eines Menschen kaum würdig war: Falsche Berichterstattungen, Diskriminierung, Bedrohungen und einer medialen und sozialen Demütigung. Trotzdem kämpfte sie weiter, bis an ihre Grenzen und darüber hinaus und bekam erst weit nach ihrem Kampf das Recht, für das sie jahrelang gekämpft hatte! Fazit. Für mich ist diese Autobiografie ein wichtiger Ansatz gegen die Vorurteile, gegenüber anderer Länder, Nationalitäten und deren Kulturen und Religionen. Ein Buch, welches sicherlich interessante Einblicke in das Leben der Fereshta Ludin gewährt, aber vor allem ist es ein äußerst gut geschriebenes und überzeugend einfühlsames Plädoyer gegen Vorurteile und Diskriminierung !

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  • Die Geschichte einer starken Frau, die um ihre Rechte kämpft!

    Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch
    Areti

    Areti

    22. April 2015 um 00:00

    „Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch“ ist die Autobiographie der momentan wohl bekanntesten Muslima Deutschlands: Fereshta Ludin, die 1972 in Afghanistan geboren ist, kam als Tochter eines afghanischen Diplomaten erstmals im Alter von fünf Jahren nach Deutschland. Danach lebte die Familie in Saudi-Arabien, wo Fereshta aufwuchs und zur Schule ging. 1986 kehrte ihre Familie zurück nach Deutschland. Fereshta Ludin studierte in Baden-Württemberg auf Lehramt für Grund- und Hauptschulen, erhielt nach dem Referendariat aber keine Einstellung an staatlichen Schulen, weil sie ein Kopftuch trägt. Sie klagte bis zum Bundesverfassungsgericht, das ihr 2003 im sogenannten Kopftuchurteil Recht gab.  Meine Meinung: Dieses Buch zeigt das Leben einer außerordentlich starken Frau. Ihr werden immer wieder Hindernisse in den Weg gelegt, sie hat mit Vorurteilen zu kämpfen und dennoch bleibt sie stark und kämpft um ihre Rechte. Immer wieder hat sie mit Ungerechtigkeiten zu kämpfen und muss viele Fragen wegen ihres Kopftuches beantworten, das ja – nach Meinung vieler – ein Symbol der Unterdrückung sei. Obwohl sie ein außerordentlich gutes Referendariat abgelegt hat, soll sie nur auf Grund ihres Kopftuches nicht an staatlichen Schulen eingestellt werden. Ihr wird vorgeworfen, dass sie eventuell die Schüler und Schülerinnen missionieren wolle und eindeutige Botschaften sende, wenn sie im Unterricht ein Kopftuch trage. Fereshta Ludin hat einen unglaublich guten Schreibstil. Ich hätte nie gedacht, dass eine Autobiografie mir so schnell durch die Finger rinnt. Immer wieder musste ich mit dem Kopf schütteln, aufgrund der Ungerechtigkeiten, die in dieser Welt herrschen. Sie erzählt ihr Leben auf eine Art und Weise, die einen mitfiebern lässt. Fazit: Dieses Buch zeigt deutlich, dass man nicht alle Muslime über einen Kamm scheren kann. Nicht alle Musliminnen, die ein Kopftuch tragen, werden dazu „gezwungen“. Nicht alle Frauen, die ein Kopftuch tragen, sind Türkinnen. Und nicht alle Muslime kann man mit Terrorgruppen gleichsetzen. Solche Vorurteile und Ungerechtigkeiten sollten dringend überdacht werden. Ich kann dieses Buch jedem nur empfehlen! Es ist absolut lesenswert!

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  • Der Kampf um ein Stück Stoff - und um mehr Toleranz

    Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch
    Ginevra

    Ginevra

    15. April 2015 um 21:46

    Fereshta Ludin, geb. 1972 in Afghanistan, ist derzeit die bekannsteste Muslima Deutschlands. Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts wurde ihr zugestanden, ihren Hijab, das "Kopftuch", auch in ihrem Beruf als Lehrerin tragen zu dürfen. Das bis dato geltende generelle "Kopftuchverbot" wurde abgeschafft - die Pressestimmen und die Bevölkerung sind seitdem darüber geteilter Meinung. Mich hat dieses Urteil sehr bewegt, da ich z.B. auch durch iranische und afghanische Bücher das Kopftuchtragen bzw. die Vollverschleierung von Frauen ziemlich rätselhaft fand - welche Gründe und welches Selbstbild stecken dahinter? Es erschien mir altmodisch und diskriminierend. Durch die Lektüre dieser ausführlichen, dennoch kurzweiligen Biographie der Fereshta Ludin wurde mein Bild von modernen muslimischen Frauen erweitert: wir lernen in diesem Buch eine differenzierte, intelligente und gefestigte Persönlichkeit kennen.  Schon in ihrer Kindheit erlebte Fereshta viele Höhen und Tiefen. Geboren als Tochter eines afghanischen Ministers, der sein Amt verlor und emigrierte, später als hochangesehener Botschafter in Deutschland lebte, dann wieder alles verlor und früh verstarb - die gesamte Familie war Spielball der unruhigen politischen Lage in ihrem Heimatland. Sie lernte viele verschiedene Kulturen und Ansichten kennen, besuchte gute Schulen und setzte sich mit vielen aktuellen Themen auseinander. Die junge Fereshta entschied sich dafür, sich zu verschleiern, als Zeichen ihrer Gläubigkeit - ohne sich dadurch als Frau einem Männerregime zu unterwerfen. Ihrer Überzeugung nach ist die Verschleierung kein Zeichen der Unterwürfigkeit ist: wenn es dies wäre, so wäre sie "die erste, die das Kopftuch auszieht"! Sie betrachtet sich als "Weltbürgerin", die aufgrund ihrer religiösen Überzeugung respektiert werden möchte - ohne zu provozieren oder zu missionieren. Sie tritt ein für "Wahre Emanzipation und Menschlichkeit" - das Kopftuch gibt ihr "Frieden und Geborgenheit". Die schöne Ausgabe des Deutschen Levante- Verlags mit einem farbenfrohen Cover und einigen privaten Familienfotos der Autorin trägt wesentlich zum Lesevergnügen bei. Mich hat dieses Buch nachdenklich gemacht - eine sehr empfehlenswerte Lektüre!

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  • Das Porträt einer mutigen, modernen Frau

    Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch
    seschat

    seschat

    14. April 2015 um 12:13

    Den Buchtitel "Die Enthüllung der Fereshta Ludin" kann man ruhig wörtlich verstehen, denn in diesem Buch lüftet die aus Afghanistan stammende Autorin sprichwörtlich ihren Schleier - vielmehr ihr Kopftuch - für den Leser, damit dieser einen unmittelbaren Blick auf ihre Person/ihr Leben erhält. Die heute 43-jährige Fereshta Ludin wurde 2003 durch das sog. "Kopftuch-Urteil" schlagartig in Deutschland berühmt. Damals kämpfte die überzeugte Muslima für ihr Recht, als Lehrerin im Staatsdienst ein Kopftuch zu tragen. Danach verbaten die meisten Bundesländer das Tragen des Kopftuchs als unmittelbares Signum des Islams im Klassenzimmer, obschon Freshta Ludin vor dem Bundesverfassungsgericht Recht bekommen hatte. Erst in diesem Jahr, 2015, wurde das pauschale Kopftuchverbot in den Ländern wieder aufgehoben. In ihrer Autobiografie zeichnet die mutige Frau ein beängstigendes Bild dieser Zeit, in der sie von der Presse als fanatische "Kopftuchlehrerin" abstempelt wurde. Infolge hatte Fereshta Ludin mit vielen Vorurteilen und heftigen Anfeindungen zu kämpfen. Man wollte ihr das Referendariat und damit die Chancen auf den beruflichen Aufstieg nehmen – doch sie gab nicht auf. Während andere muslimische Lehrerinnen ihr Kopftuch abnahmen, um in ihren Beruf arbeiten zu können, behielt Fereshta Ludin ihre eiserne Haltung bei. Sie tat und tut es aus Überzeugung. Für sie ist das Kopftuch kein Mittel zur religiösen Bekehrung oder Unterjochung der Frau, sondern Ausdruck ihrer individuellen Freiheit – die laut Grundgesetz für jeden deutschen Staatsbürger unantastbar ist. Abgesehen von diesen schwierigen Jahren der öffentlichen Gängelung, deren schmerzliche Folgen Burnout und Scheidung waren, wird der persönliche Werdegang der Autorin in den Blick genommen. Sie wächst mit 4 Geschwistern in Afghanistan auf. Ihr Vater ist ein angesehener Diplomat und ihre Mutter Lehrerin. Die Eltern bevorzugen trotz ihrer Religiosität eine fortschrittlich-westliche Erziehung, bei der alle Kinder gleichberechtigt aufwachsen und ihre eigene Meinung haben dürfen. Ausgelöst durch den politischen Putsch Anfang der 70er-Jahre zieht die Familie nach Bonn. Hier ist der Vater afghanischer Botschafter. In Deutschland lernen die Kinder eine ganz andere Welt kennen und schätzen, auch wenn das Heimweh groß ist. 1978 machen sie gemeinsam eine Pilgerfahrt nach Mekka, die alle finanziellen Reserven aufbraucht. Infolge bleibt die Familie erst einmal in Saudi-Arabien. Als dann überraschenderweise Fereshtas Vater stirbt, kommt es bald darauf wieder zu einem Umzug. Gerade als sich Fereshta eingelebt und die arabische Sprache gelernt hat, geht es zurück nach Deutschland. In Deutschland muss sich die noch junge Fereshta wieder umstellen. Als Asylsuchende lebt sie mit ihrer Mutter in einem Asylheim in Frankfurt, während die älteren Geschwister studieren oder in einem anderen Land leben. Fereshta wird als Ausländerin wahrgenommen, ihre vormals sehr guten schulischen Leistungen kommen nicht zum Tragen, weil sie nicht die deutsche Sprache spricht. Zudem wird sie wegen ihres Kopftuchs gemobbt. Erst als sich engagierte Lehrer ihrer annehmen und mit ihr Deutsch üben, kann sie von der Hauptschule auf die Realschule wechseln. Bald darauf schafft sie es sogar, das Gymnasium in Darmstadt zu besuchen und Abitur zu machen. Durch die vielen Wohnortswechsel beherrscht sie mehrere Sprachen, so z.B. Dari, Arabisch, Englisch und Deutsch. Weitere positive Entwicklungen stellen sich ein. Sie beginnt ein Lehramtsstudium (Englisch, Deutsch und Gemeinschaftskunde) und heiratet den zum Islam konvertierten Khaled. Auch wenn sie sich mehr und mehr ehrenamtlich für ein besseres Verständnis des Islams einsetzt, die Vorbehalte bleiben. Das bekommt sie an der Universität und vor allem in ihrer Zeit als Referendarin zu spüren. Hier sind es Professorinnen und Mentorinnen, die sie aufgrund ihres Glaubens schlechter bewerten und ihre Leistung dabei vernachlässigen. Trotz allem versteht sich Fereshta Ludin als Deutsche. Sie liebt dieses Land, in dem sie als Multilkultifrau angesehen werden könnte, denn sie sagt über sich selbst: „Mit Deutschland verbinde ich immer den Geschmack von Apfeleis. Ich bete morgens auf Arabisch, dann frühstücke ich mit meinem Mann auf Deutsch. Bei meiner Mutter schalte ich auf Persisch um. Und das Leben draußen spielt sich auf Schwäbisch ab.“ Sie ist eine selbstbewusste, gebildete, starke Frau, die für ihre Rechte kämpft und sich nach Anerkennung sehnt. Sie ist ein Paradebeispiel für Integration in Deutschland, wenn es nicht so viele Bedenkenträger und Ahnungslose in diesem Land gebe. Dieses Buch sollten besonders jene lesen, die vor Pauschalurteilen und rassistischen Diskriminierungen nicht zurückschrecken. Mir hat besonders der ehrliche Tonfall dieses beeindruckenden Buches gefallen. Zudem bewundere ich Fereshta Ludins selbstkritischen Umgang mit ihrem Glauben. Sie hinterfragt und prangert an. Das machen nicht viele. Fazit Eine beeindruckende Biografie, die in den Köpfen vieler Deutscher hoffentlich zum Umdenken führen wird.

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  • Meine Hochachtung! Ihr Buch sollte eine Pflichtlektüre für viele sozial inkompete Menschen sein.

    Enthüllung der Fereshta Ludin: Die mit dem Kopftuch
    Nisnis

    Nisnis

    Die Autobiographie „Enthüllung der Fereshta Ludin“, „Die mit dem Kopftuch“, erzählt die Legende von Fereshta Ludins bisherigem Leben. Einst in Afghanistan geboren, Tochter eines Diplomaten und eines von vier Kindern einer achtungswerten, weltoffenen und moslemischen Familie, wächst sie in Saudi-Arabien und schließlich in Deutschland auf. Ihr frühkindliches Leben entfaltete sich in wohlhabenden Verhältnissen, bis sich das Berufsleben des Vaters, aus selbsterwählten politischen Motiven, wandelte und der tragische Tod des liebevollen Vaters die ganze Familie veränderte. Im Jahr 2000 wagt sie sich mutig mit einer Klage vor das deutsche Gericht, um als Lehrerin und Muslima mit Kopftuch unterrichten zu dürfen. Nach viel Fleiß und Mühen während ihres Studiums und ihres Referendariats ist es ihr größter Wunsch, das eigenständig gewählte Kopftuch, in der Eigenschaft ihrer Identität und des „sich wohl Fühlens“ tragen zu dürfen. Längst hat sie ihre besonderen Fähigkeiten im Unterrichten und im Umgang mit Schülern unter Beweis gestellt, längst ist sie ein sehr engagierter, weltoffener und verantwortungsvoller Mensch, dem im Besonderen die Schüler am Herzen liegen. Ihre soziale Kompetenz verdankt sie der liebevollen und religiösen Erziehung durch ihre Eltern und durch ihre Wertschätzung gegenüber den kulturellen Unterschieden, die sie als Kind und Jugendliche erleben durfte. Seit ihrem Schritt der Klageerhebung vor Gericht, definiert man sie niemals mehr als Mensch sondern nur noch als „die mit dem Kopftuch“. Ihr Anliegen wird zum politischen Machtkampf. Sie leidet, sie kämpft, sie wird krank und durchläuft ein jahrelanges, demütigendes Martyrium. Erst im März 2015 kippt das Bundesverfassungsgericht das pauschale Kopftuchverbot für Lehrerinnen, das deutsche Bundesländer nach dem Urteil von 2003 erlassen hatten. Dies ist ein besonders glücklicher Tag für Fereshta Ludin. Die Geschichte von Fereshta Ludin hat mich aufs äußerste berührt. Ihre Erlebnisse machen mich traurig und ich muss mich manches Mal fremdschämen. Ich kann kaum glauben, wie man diese Frau hat so leiden lassen können. Sicher, es war ihre Wahl den Weg der Klage zu gehen, doch der Leidensweg der damit in Gang gesetzt war, wurde durch Menschenhand kreiert. Fereshta Ludin verdient in meinen Augen höchsten Respekt. Ich bewundere ihre Fähigkeit so weltoffen zu sein, vor allem nachdem sie so viele entsetzliche Ereignisse aushalten musste. Sie wurde verletzt, gedemütigt, bedroht und sie hat gekämpft. Ihre unglaubliche Stärke schöpft sie aus ihrem Glauben und doch kann ich es mir kaum vorstellen, derartige Erlebnisse aushalten zu können. Diese bewegende Geschichte hat mich von Seite zu Seite getrieben. Sie hat mich gefesselt und in ihren Bann gezogen, und so konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil ist von einer schönen und sorgfältigen Sprache geprägt, der mir sehr gefällt. Ich wünsche Fereshta Ludin nur das Beste für ihre Zukunft. Mein Fazit: Wer die Geschichte von Fereshta Ludin neutral bewerten möchte, der sollte dieses Buch lesen, um den Fall Fereshta Ludin nicht nur als einen Fall zu erkennen. Es gibt Einblicke in ein bewegtes Leben, es zeigt allgemein akzeptierte unsoziale politische Reaktionen auf und es zeigt ein Leben unter Diskriminierung. Jeder Leser wird berührt sein. Meine besondere Buchempfehlung gilt denen, die Fereshta Ludins Leben schwer gemacht haben, sei es auch „nur“ ein herablassender Blick für sie gewesen.

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    Levante_Verlag

    Levante_Verlag

    13. April 2015 um 09:53