Feridun Zaimoglu Isabel

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Inhaltsangabe zu „Isabel“ von Feridun Zaimoglu

Isabel ist eine schöne Frau, sie arbeitet als
Gelegenheitsdarstellerin, ist mit der Liebe am
Ende, verlässt ihren Freund und beschließt, ihr
Leben neu zu entwerfen. Es ist die Zeit nach
den Sensationen, sie verabschiedet sich von
der Lust und wählt den Weg in die Keuschheit.
Dann trifft sie Marcus, einen Kriegsheim
-
kehrer aus dem Kosovo-Einsatz. Ihre Begeg
-
nung verändert beider Leben und führt sie auf
eine faszinierende und bedrohliche Reise in
Marcus‘ Vergangenheit.
Sprachmächtig, genau in der Beobachtung und
bewusst in der Verknappung erzählt Feridun
Zaimoglu von Liebe, Schmerz, Reue und Rache.

Randfiguren einer Gesellschaft nach dem Krieg - offen und auch mal ungemütlich dargestellt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, sowohl vom l

— HEIDIZ

lesenswert

— BubuBubu

Dichte Atmosphäre, meist in Halbsätzen, beinahe fragmentarisch. Gewöhnungsbedürftig, aber stimmig.

— wandablue

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  • Wundervolles Buch

    Isabel

    HEIDIZ

    03. May 2017 um 13:48

    Ich habe den Autor auf der Buchmesse in Leipzig getroffen. Es war ein unvergessliches Erlebnis. "Isabel" hatte ich vorher schon gelesen und möchte nun meine Gedanken zum Buch zusammenfassen.   ·  Taschenbuch: 240 Seiten ·  Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Oktober 2015) ·  Sprache: Deutsch ·  ISBN-10: 3596032008 ·  ISBN-13: 978-3596032006 ·  Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 1,4 x 19 cm   PREIS: 9,99 Euro   Die Geschichte ist eine Geschichte einer geendeten Liebe, der von Isabel, die ihren Freund verlässt, um ihr Leben neu zu gestalten. Dann ist da noch Marcus, der aus dem Krieg zurück kehrt. Die beiden lernen sich kennen. Es sind die menschlichen Beweggründe, die der Autor thematisiert.   Das Buch umfasst "nur" 236 Seiten, dennoch hat es soooo viel Inhalt, der auf den Punkt - und an Stellen, wo man es sich als Leser wünscht, detailliert - dargestellt ist. Durchweg ist Spannung gegeben und man kann sich sehr gut in die Gefühlswelt der Charaktere hinein versetzen. Zaimoglu schreibt literarisch interessant und lebendig fesselnd. Er greift seine fiktiven Charaktere so auf, dass man sie dem Autor abnimmt, meint, genauso müsse es passiert sein. Er geht in die Tief ohne langatmig zu werden und hat mich mit diesem Buch - mit dieser Geschichte - zu 100 Prozent überzeugt.   Randfiguren einer Gesellschaft nach dem Krieg - offen und auch mal ungemütlich dargestellt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, sowohl vom literarischen Stil als auch vom Inhaltlichen.

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  • Alexanderplatz

    Isabel

    BubuBubu

    25. August 2015 um 11:32

    Alexanderplatz, Berlin. Eine Frau, nicht mehr ganz so jung mit Migrationshintergrund. Lebt in einer eigenen Wohnung und treibt sich mit dem Pöbel rum. Ausgestiegen aus einem bürgerlichen Leben, beschließt ihr Leben neu zu entwerfen. Sie kehr kehrt der Lust den Rücken zu und wählt die Keuschheit.  Sie trifft den Soldaten, ihre Geschichten kreuzen sich. Gewalt, Tod und Reue. Er, traumatisiert nach einem Kosovo-Einsatz, verändert ihr Leben.  Leben am Rande der Gesellschaft. Feridun Zaimoglu verwendet in diesem relativ kurzen Roman kurze Satzfregmente.  Auch wenn es zunächst eine ungewöhnliche Sprache ist, und es etwas dauert sprachlich in diesen Roman reinzufinden wirken seine Worte sehr stark.  Es dauert ein bisschen bis die Handlung verstanden wird, da nicht viele Hintergrundinformationen gegeben werden. Die Milieustudie Zaimoglus ist geglückt. „Isabel“ hat es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 geschafft. Zu Recht.

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  • Abgefuckte Milieustudie

    Isabel

    wandablue

    Abgefuckte Milieustudie. "Isabel" von Feridun Zaimoglu, Jahrgang 1964, hat es immerhin auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 geschafft. Bei moderner Literatur, bzw. bei experimenteller Literatur, die hier ohne Frage vorliegt, frage ich mich häufig, wird sie je höher bepreist, desto unverständlicher und grässlicher sie ist? Könnte man meinen, denn der Autor schreibt einen Roman in Satzfragmenten. Trotzdem kommt man nach kurzer Schnappatmung gut rein in die Atmosphäre und ich habe mich kurzerhand auf den Alex katapultiert gefühlt. Berlin. Eine Frau. Migrationshintergrund. Für den Westen jung, für den Osten alt. Ausgestiegen. Abgestiegen. Mit Hündin. Die schnappt. Ruby, Hund, Isabel, Frau, am Alexanderplatz. Sich rumtreiben mit dem Pöbel. Arme Leute. Essens-Stuben. Kleiderkammern. Herumgeschubst werden. Gerüche. Derbe Worte. Wehrhaft. Verdorben im Verderben. Trotzdem Mensch(en). // Ein Mann. Afghanistanheimkehrer. Maulhalter. Duckmäuser. Heroisch. Unschuldig schuldig. Albträume. Frau weg. Kind weg. Abgefuckter Job im Wachdienst. // Eine Notsituation von vielen. // Begegnung. Mann. Frau. Der Stil von Feridun Zaimoglu ist nicht ganz so abgehackt wie hier nachgestellt, aber großartige Erklärungen und Hintergründe darf man nicht erwarten. Es ist nicht ganz leicht, sprachlich in den kurzen Roman reinzukommen und die Halbsätze möglichst wertfrei auf sich wirken zu lassen, aber die Milieustudie ist (trotzdem) geglückt. Fazit: Moderne Literatur zum Abgewöhnen? Keineswegs. Aber nichts für jeden Tag. Nichts für jedermann. Kategorie: Moderne Literatur Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2014

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    • 5
  • Isabel

    Isabel

    Angel10

    09. October 2014 um 08:39

    Randfiguren der Gesellschaft und Berlin - diese Mischung hat mich bewogen, den Roman zu lesen. Ich wurde nicht enttäuscht. Ich konnteden Eindruck nicht loswerden, dass das eine gute Vorlage für einen independent Film sein könnte. Isabel, Model und Schauspielerin, wird von ihrem Freund vor die Tür gesetzt, kommt in einer schäbigen Wohnung unter, nimmt zweifelhafte Gelegenheitsjobs an. Marcus, ehemaliger Soldat, arbeitet jetzt bei einem Wachdienst. Beide kommen sich langsam näher. Ein langer Mittelteil beschreibt die Situation der beiden Protagonisten unabhängig voneinander.

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  • Die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2014 steht fest

    Poesiesoso

    14. August 2014 um 14:19

    Am 13. August hat die Jury die Longlist für den Deutschen Buchpreis bekannt gegeben. Im nächsten Schritt werden sechs dieser Titel für die Shortlist nominiert, die am 10. September veröffentlicht wird. Der Gewinner wird dann am 6. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verkündet.  Ich habe einige Titel so gar nicht auf der Longlist erwartet, andere wiederum hätte ich gern darauf gesehen. Wie geht es euch? Welches Buch ist euer Favorit? Was glaubt ihr, wer auf der Shortlist stehen wird? Hier nun die Kandidaten: Franz Friedrich: Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr, Sasa Stanisic: Vor dem Fest  , Heinrich Steinfest: Der Allesforscher , Thomas Hettche: Pfaueninsel , Lukas Bärfuss: Koala , Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand , Feridun Zaimoglu: Isabel , Ulrike Draesner: Sieben Sprünge vom Rand der Welt , Antonio Fian: Das Ploykrates-Syndrom , Esther Kinsky: Am Fluss , Angelika Klüssendorf: April , Martin Lechner: Kleine Kassa , Gertrud Leutenegger: Panischer Frühling , Charles Lewinsky: Kastelau , Thomas Melle: 3000 Euro , Matthias Nawrat: Unternehmer , Christoph Poschenrieder: Das Sandkorn , Lutz Seiler: Kruso , Marlene Streeruwitz: Nachkommen. , Michael Ziegelwagner: Der aufblasbare Kaiser

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    • 26
  • Vor den Müttern sterben die Töchter

    Isabel

    jamal_tuschick

    15. February 2014 um 22:08

       Feridun Zaimoglu liest in der Berliner Backfabrik   „Ich muss mich verausgaben“, sagt Zaimoglu. Er variiert diese Intensität als Arbeitsmittel: „Beim Schreiben muss ich schwitzen.“ „Gärungsprozesse und Ortsbegehungen“ bringen ihm den Text. „Ich irre durch die Straßen“, führt er aus. Das klingt nach Jack Kerouac. Heute Abend geht es um „Isabel“, der Roman gleichen Namens spielt in Berlin. Zaimoglu, ein bekennender Kieler, recherchierte vor Ort, abgestiegen in Hotels. Vielleicht um das Gefühl zu steigern, in einer fremden Stadt zu sein. Bestimmt war immer Nacht und jeder Gang führte über die Jannowitzbrücke. In der Spree trieben die Bagatellen und an den Ufern paaren sich Ratten mit Tauben. Also Isabel. Sie trennt sich und zieht aus der Wohnung eines Vermögenden in eine Platte am Alexanderplatz. Bruch und Plunder, das kennt man. Wenn die Wohngemeinschaftszeit abgelaufen ist und die Schauspielerin über vierzig, dann bequemt sich das Elend und betritt selbst die Bühne. Willkommen in der Armut. Isabel könnte etwas noch Schlimmes passiert sein, ihre ausschweifende Ablehnung spricht dafür.  Sie kommt sich abhanden und geht auch den anderen verloren. Gestern war sie noch Schauspielerin und Model, jetzt hat sie nur noch einen Vertrag mit dem Ehepaar, das Isabel in ihren Sex einbaut. Auch das ist nur eine Nebenrolle.   Zaimoglu unterbricht den Vortrag und spricht über „ die vom Bürgerlichen abgefallenen Assistenzfiguren“ im Allgemeinen. Vermutlich klumpen die sich in seiner Vorstellung von Berlin. Prekäre Boheme. Der Autor nennt die Kastanienallee „eine Zombiezone“. Er deutet an, sie in einer besseren Vergangenheit gekannt zu haben. In den Neunzigern war sein Publikum blutjung, jetzt sind einige älter als der 1964 geborene Autor. „Sich der Wirklichkeit aussetzen, das macht alt“, sagt Zaimoglu. Seine Isabel begibt sich unter Trebegängerinnen. Helga erscheint auf der Bildfläche, „eine Flaschenpflückerin“ in „löchrigen Gärtnergaloschen. Sie sagt: „Bin hier geboren und gar nicht weggekommen.“ Helga wiegt nicht mehr als ein dicker Männerbauch. Früher hat sie für zwei Kartoffeln „Fußnägel geknipst“. Sie sei mit jedem gegangen, erzählt sie Isabel. Zaimoglu erinnert an „arische Mädchen“, wie sie „mit Siegern und Schiebern anbändelten“ im Jetzt der unmittelbaren Nachkriegszeit. Der Untermensch von eben war nun Sir. Erst sagte man Sir, dann Henry, dann Darling und schon war man in Übersee verheiratet. Das ist Helga nicht widerfahren. Sie klappert wohltätige Adressen ab, es wird schon nicht mehr ewig dauern bis zur Himmelfahrt. Isabel „schwört der Heiterkeit ab“. Zaimoglu begleitet sie zu einer Armenspeisung mit Pastor. Sie lernt das Alphabet der Abweichungen. Ihre Mutter ist eine Hagestolze, imstande die Tochter zu überleben. Eine andere Mutter im Roman hat ihre Tochter schon überlebt. Sie zieht in die Wohnung der Toten. Die Welt ist aus den Fugen, wenn die Töchter vor den Müttern sterben.

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