Feridun Zaimoglu Leyla

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Inhaltsangabe zu „Leyla“ von Feridun Zaimoglu

Feridun Zaimoglu wirft den Blick auf eine anatolische Kleinstadt in den 1950er Jahren. Hier wächst Leyla im engen Kreis der Familie auf und hegt einen großen Wunsch: Sie will dieser Welt entkommen. Mit epischer Kraft, einer farbenprächtigen und archaischen Sprache erzählt Zaimoglu vom Erwachsenwerden, dem Zerfall einer Familie und von einer fremden Welt, aus der sich viele als Gastarbeiter nach Deutschland aufmachten. Feridun Zaimoglu begeistert seit Jahren mit seinen Lesungen und liest auch "Leyla" selbst. "Wie Feridun Zaimoglu seine bildgewaltigen Sätze manchmal leidenschaftlich belebt, wie er sie oft gegen den inhaltlichen Strich bürstet oder durch eigenwilligen Rhythmus neuen Interpretationen ausliefert, das ist ein Genuß, der die vorherige Lektüre des Buches auf eine ganz eigene Weise ergänzt." SWR 2 "... sein Staunen über Sinnlichkeit und Gewalt der Wörter, der leichte Akzent, die sanfte Stimme, der kurze Atem geben 'Leyla', dem viel gelobten neuen Roman über die Kindheit seiner Mutter in einer anatolischen Kleinstadt, eine Dringlichkeit, der man sich schwer entziehen kann." Tages-Anzeiger ". Zaimoglus warme Stimme zieht den Hörer tief in die Geschichte. Der Fakt, das ein erwachsener Mann hier aus der Sicht eines kleinen Mädchens spricht, ist nie merkwürdig - sondern ein schönes Hörerlebnis eines großen Romans." rbb, Radio Fritz

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  • Rezension zu "Leyla" von Feridun Zaimoglu

    Leyla

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. May 2011 um 21:21

    Dieser Roman erzählt die Geschichte von Leyla, einem anatolischen Mädchen und ihrer Familie. Einer Familie, deren Alltag zunächst durch den tyrannischen Vater bestimmt wird und dem Leyla schließlich in die Ehe mit einem Gastarbeiter entfliehen zu versucht. Diese Geschichte ist geprägt von den Grausamkeiten, die der Vater seiner Familie antut. Misshandlungen und Beleidigungen der Mutter, Missbrauch der ältesten Schwester und alles erzählt durch die Augen Leylas, zunächst als Kind, dann als Heranwachsende. Als Frau und auch einfach als moderner westlicher Mensch, ging ich beim Hören von einer emotionalen Erschütterung zur nächsten. Zaimoglu lässt dem Leser keine Atempause und auch wenn ich weiß, dass Leyla keine echte Person ist, war und bin ich voller Mitleid für das, was sie erdulden musste. In diesem Buch werden Männer wahrlich nicht beschönigt, sie misshandeln die Familie, vergewaltigen Jungfrauen und betrügen die Ehefrau - und diese Frauen können sich nicht dagegen wehren. So war ich froh, als Leyla geheiratet hat und die Familie verlassen durfte, hatte doch bis zum Schluss das Gefühl, ihr Vater würde die Ehe im letzten Moment verhindern. So scheint dieses Buch auch ein wenig spannend, größten Teils durch die Unberechenbarkeit der Figuren, weil man sich emotional an die Hauptfigur bindet und von Herzen möchte, dass sie dem tyrannischen Elternhaus entfliehen kann. Man erfährt auch viel über das Leben und die Wertvorstellungen im Anatolien der 50er Jahre. Das ist einer seits interessant, andererseits aber auch erschreckend. Und auch wenn man sich vor der Lektüre nicht als Emma gefühlt hat, dann tut man es danach ganz bestimmt - denn manche Missstände sind zu gravierend, um sie zu ignorieren oder als kulturelle Eigenheit abzutun. Ich habe das Gefühl Zaimoglu ergreift Partei für die Frauen im Buch. Er beschreibt sie als Märtyrer ihrer eigenen Herkunft und flößt dem Leser so viel Respekt ein, und auch einiges an Bewunderung. Trotzdem geht er mit seiner Charakterzeichnung nie zu sehr ins Detail. Man hat die Figuren zwar klar vor Augen, sie behalten aber gleichzeitig etwas flüchtiges, so als hätte er sie dem Leser nur geliehen. Der Autor liest sein Buch selbst. Eigentlich ist das eine sehr intime Sache, da man zu den Zaimoglus Worten, auch gleich dessen Stimme lauschen kann. Wäre da nicht die Leseweise Zaimoglus, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. Das erste, was verwirrt, ist dass er als Mann seinen weiblichen Erzähler spricht. Im Buch selbst gibt es wenig direkte Rede, und diese wird immer irgendwie von Leyla wieder gegeben und durch sie gefiltert - also gibt es auch im Hörbuch keinerlei Variationen dieser Erzählstimme. Hört man zudem Zaimoglu zu, lernt man die Atemtechnik professioneller Schauspieler zu schätzen. Denn der Autor holt Luft, wenn er Atem braucht und setzt so gedankliche Satzzeichen, wo keine hingehören. Um zu verdeutlichen, was das für den Hörer bedeutet, kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass ich zunächst annahm Zaimoglu sei ein türkischer Schriftsteller, der deutschen Sprache nicht mächtig und lese daher phonetische Lautsprache ins Mikrophon. Nach ungefähr sieben Stunden hat man sich natürlich auch daran gewöhnt, aber für Hörbuchunerfahrene wird es wohl auch dann noch ein Graus sein und wenn jemand deshalb Hörbüchern ganz abschwört, wäre das doch sehr schade. Für den Roman gibt es eine Empfehlung von mir, für alle, die sich auch mal mit schwerer verdaulichen Geschichten auseinandersetzen wollen. Für das Hörbuch allerdings gibt es keine Empfehlung. Denn es ist einfach nur mies gesprochen, auch wenn es charmant ist, dass der Autor es selbst tut.

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