Geschichte als Schlüssel zur Welt

von Fernand Braudel 
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Geschichte als Schlüssel zur Welt
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"Wir werden die Geschichte nur erklären können, indem wir die Welt erklären." Sehr empfehlenswert!

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Inhaltsangabe zu "Geschichte als Schlüssel zur Welt"

1940 geriet Leutnant Fernand Braudel in deutsche Kriegsgefangenschaft. Fünf Jahre lang, zuerst in Mainz, dann in einem Lager bei Lübeck, wartete der Historiker auf die Befreiung und füllte gleichzeitig hunderte Notizhefte. So entstand sein berühmtes Buch "Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipps II.", das die Geschichtsschreibung revolutionierte. Aber Braudel hielt auch Vorträge im Rahmen der "Lageruniversitäten". Zufällig wurde ein Teil dieser Manuskripte kürzlich wiedergefunden, aus denen Braudel noch vor Kriegsende ein Einführungsbuch in die Geschichtswissenschaft zusammenstellen wollte. In diesen Texte wird zum ersten Mal sichtbar, wie sich der Historiker die Geschichte als Wissenschaft und Handwerk vorstellte, wie sich aktuelle "Zeit geschichte" und die "Geschichte der langen Dauer" zueinander verhalten. Diese Vorträge dienten ihm in den Kriegswirren und in trostloser Gefangenschaft als "Schlüssel zur Welt".

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608948431
Sprache:
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:232 Seiten
Verlag:Klett-Cotta
Erscheinungsdatum:23.04.2013

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    Orishavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: "Wir werden die Geschichte nur erklären können, indem wir die Welt erklären." Sehr empfehlenswert!
    Aufzeichnungen eines Historikers ...

    Fernand Braudels Appell einer allumfassenden Geschichtsschreibung hat mich durchaus beeindruckt. Dabei spielen die Hintergründe der Entstehung dieses Buches sicherlich eine maßgebliche Rolle.

    Braudel (1902–1985), französischer Historiker der Annales-Schule, geriet im Frühjahr 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft und lebte fünf Jahre im Offizierslager von Mainz und einem Straflager bei Lübeck. Zwanzig Vorlesungen entstanden zwischen August und Oktober 1941 im Oflag XII B von Mainz. Aus seinen Notizen entstand dieses Buch.

    Neben diesen Hintergründen, ist es aber auch sein Ansatz der Geschichtswissenschaften, die mich überzeugt hat. Braudel plädiert für eine umfassende Geschichtswissenschaft, „ [...] die in der Lage ist, die Reichtümer der anderen Sozialwissenschaften in ihrer Nachbarschaft zu plündern, um sich zu erneuern und zu vollenden.“ (Braudel, S. 22). Dabei sieht er die Geschichte als Geschichte der Welt, die über verschiedene Schnittflächen der Geschichte (kulturelle, ethnische, ökonomische, politische, geographische usw.) erschlossen werden kann. Mit vielen Beispielen erklärt Braudel anschaulich sein Verständnis von Geschichtsschreibung.

    Zusätzlich bietet diese Ausgabe Braudels Aufsatz „Wie ich Historiker wurde“ aus dem Jahre 1972. Der Artikel macht deutlich wie Braudel sich selbst als Historiker, aber auch als Mensch gesehen hat und wie er zu dem Historiker wurde, der er letztlich war.

    Fazit: Sehr empfehlenswerte Lektüre.

    Kommentare: 3
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