Fernando Pessoa Ein anarchistischer Bankier

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Inhaltsangabe zu „Ein anarchistischer Bankier“ von Fernando Pessoa

Von einem Freund befragt, gibt »ein großer Händler und ehemaliger Schieber« Auskunft über seinen Aufstieg vom einfachen Arbeiter zum wohlhabenden Bankier. Aber auch über seine anarchistische Gesinnung, die er nie aufgegeben hat. Mit erstaunlich schlüssiger Logik legt er seinem fassungslosen Zuhörer dar, dass diesem Aufstieg eine anarchistische Methode zugrunde liegt: »Geld zu erwerben, es in so großer Menge zu erwerben, dass sein Einfluss nicht mehr spürbar werden konnte.«
Der einzig logische Schluss kann denn auch nur lauten: Der wahre Anarchist muss Bankier werden, der wahre Bankier ist konsequenter Anarchist.
Reinhold Werners Nachwort, das sich mit Leben und Werk Fernando Pessoas beschäftigt, ist zugleich eine editorische Erläuterung eines ungewöhnlichen Textes, der zu den wenigen gehört, die Pessoa selbst veröffentlicht hat.

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    Ein anarchistischer Bankier

    Duffy

    17. May 2015 um 08:35

    In einem Gespräch mit einem jungen Mann schildert Pessoa, warum es den einzigen Sinn macht, als echter Anarchist, sowohl in Theorie als auch in der Praxis, Bankier zu werden. In dieser Satire arbeitet er sich im Monolog durch das Wesen des wahren Anarchismus und bemüht sich auf vielen schon absurden Umwegen um die Rechtfertigung, Bankier zu sein, dass man zum Schluss fast glaubt, diese Kausalkette sei logisch. Natürlich ist sie das nicht, denn er bedient sich in seinen Erklärungen genau aus dem, was er eigentlich bekämpfen will. Diese Erzählung ist ein gutes Beispiel, wie der portugiesische Ausnahmeliterat gearbeitet hat. Scharfes Denken und die Flirts mit der Logik, dazu das Sezieren von Gegensätzen. Pessoa, dessen Lebenswerk ja immer noch nicht vollständig gesichtet ist, hat mit diesem Buch, das wohl eines seiner bekanntesten ist, schon mal eine Steilvorlage für die Gegenwart gegeben. Die Entwicklung vom Anarchisten zum Bankier, die er hier bestechend nachvollziehbar beschrieben hat, könnte jedem raffgierigen Banker unserer Zeit als Vorlage dienen, sein verbrecherisches Tun zu rechtfertigen. Aber Pessoa hat ja nicht nur in diesem Buch viel geschrieben, aus dem der Leser Nutzen ziehen kann. In seinem "Buch der Unruhe" finden sich Tausende von Ansätze, über die sich trefflich nachdenken lässt. Dem Novizen sei das in der "Denken mit ..." Reihe von Diogenes erschienene Buch empfohlen, als Appetizer für einen Schriftsteller, der auch heute noch in Lissabon allgegenwärtig ist. Zu Recht.  

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  • Rezension zu "Ein anarchistischer Bankier" von Fernando Pessoa

    Ein anarchistischer Bankier

    wilcat

    29. May 2009 um 15:05

    Nicht leicht zu lesende Lektüre, die die Gefahr birgt, der tatsächlich schlüssig klingenden Erklärung allzu schnell Glauben zu schenken. Aber wenn man aufpasst und mitdenkt, macht das Lesen wirklich Spaß lädt zu kontroversen Diskussionen ein ;-)

  • Rezension zu "Ein anarchistischer Bankier" von Fernando Pessoa

    Ein anarchistischer Bankier

    stories!

    09. March 2009 um 17:25

    "Ein anarchistischer Bankier" ist eine Gebrauchsanweisung für den müden Alltagsrevoluzzer, der in gelebtem Trotz und politischem Geplänkel keine gesellschaftliche Alternative, noch einen emanzipierten Lebensstil mehr sehen mag, und es ist ein liebenswertes Buch für all jene Menschen, die mit einem Schmunzeln die Geschichte eines Mannes lesen wollen, der im Grunde all die Theoretiker des Anarchismus übertrumpft hat. Ein bisschen Sarkasmus und die bestechende, bittersüße Logik machen dieses Buch gerade in der heutigen Zeit zu einem wahren Vergnügen.

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  • Rezension zu "Ein anarchistischer Bankier" von Fernando Pessoa

    Ein anarchistischer Bankier

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. September 2008 um 17:27

    Was macht ein Mensch, der von seinem Gegenüber erfährt, dieser sei ein Anarchist und arbeite als Bankier der zudem sei die perfekte Praktizierung seiner grundsätzlichen Überzeugung. Dieser Mensch muss wohl ungläubig zuhören, verwirrt sein, nachfragen. Genau das tut der Erzähler in Pessoas Roman. Es folgt eine interessante Unterhaltung, bei der der anarchistischer Bankier logisch schlüssig vorträgt, warum er gerade so handeln musste. Ich war durchaus beeindruckt von der Lektüre, muss aber auch eingestehen, dass so manche andere Begründung es vielleicht auch gewesen wäre. Somit jeder Mensch eine nachzuvollziehende Entscheidung für die Grundsätzlichkeit seines Lebens in sich trägt, die nicht zu leugnen oder abzuwerten ist. Doch ab davon, Pessoas Erzählung macht Laune aufs Nachdenken, ist darum eine gute, schlaue kurzweilige Unterhaltung.

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