Manch einer kennt Ferzan Özpetek vielleicht schon als Regisseur und Drehbuchautor. "Wie ein Atemzug" ist zwar nicht Özpeteks erster Roman, aber es ist der erste, den ich von ihm gelesen habe.
In der Geschichte geht es um zwei unzertrennliche Schwestern, Elsa - die jüngere - und Adele - die ältere. Sie wachsen in einem Zuhause auf, in dem es nicht immer leicht ist und beide Mädchen versuchen dem Haus so oft es geht zu entkommen. Der Vater, den die Mädchen sehr lieben, flüchtet sich die meiste Zeit in seine Arbeit, um ja nicht bei seiner psychisch kranken Frau sein zu müssen. Diese drangsaliert die Mädchen wann immer sie kann. Und so leben Elsa und Adele nur füreinander und sind unzertrennlich miteinander verbunden.
Doch wie es so kommt, werden sie als junge Frauen plötzlich zu Konkurrentinnen. Und eines Tages geschieht ein furchtbares Unglück, dass die beiden Schwestern voneinander trennt. Elsa flüchtet Hals über Kopf nach Istanbul und Adele bleibt in Rom zurück.
Fünfzig Jahre lang schreibt Elsa ellenlange Briefe an ihre Schwester, doch jeder einzelne kommt unbeantwortet zurück. Ein letztes Mal will Elsa versuchen sich mit Adele auszusöhnen und so reist sie nach Rom zurück. Doch manchmal spielt das Schicksal üble Spiele...
"Wie ein Atemzug" ist eine wirklich sehr aufwühlende Geschichte, die mich tief bewegt hat. Mit seiner Erzählweise hat mich Ferzan Özpetek vollkommen in seinen Bann gezogen. Während wir Adele zuhören, die im Kreise von fremden Freunden ihre Geschichte preis gibt, erfahren von Elsa das meiste aus den langen und innigen Briefen, welche sie an ihre Schwester schreibt. Und zwischendrin erfahren wir natürlich auch viel von den befreundeten Pärchen, in deren Küche und Wohnzimmer wir an ihrem Beisammensein teilnehmen dürfen. Den besonderen Reiz an der Geschichte machte das viele Ungesagte aus, das immer irgendwo mitschwang und das viel Raum für eigene Ideen und Gedanken ließ.




